Das Fitnesslevel der Österreicher nach dem Lockdown

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Das Fitnesslevel der Österreicher nach dem Lockdown

Seit der Schließung vieler Sport- und Freizeiteinrichtungen und dem Shutdown in den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens, scheint sich die Bevölkerung in zwei Richtungen zu bewegen.

Fitnesslevel der Österreicher nach dem Lockdown – Artikelübersicht:

Diejenigen, die mit ihrem Arbeitgeber eine Home-Office-Lösungen erreicht haben und ihre eigenen vier Wände nur noch für den Lebensmitteleinkauf verlassen, könnten in eine Art Corona-Lethargie verfallen. Das bedeutet: Nach dem „Arbeitstag“ in Jogginghose und ungekämmt, lässt sich der Couch Potatoe auf seinem liebsten Möbelstück nieder: auf dem Sofa. Dort gibt es haufenweise ungesundes Essen. Die Folge: Dieser Teil der Bevölkerung wird durch die Corona-Krise aufgehen wie die sprichwörtliche Dampfnudel, oder wissenschaftlicher ausgedrückt: Das Adipositas-Risiko mit all den bekannten Folgeerkrankungen steigt.

Allerdings könnte dieses Schicksal nicht die komplette Bevölkerung ereilen, denn es gibt durchaus Entwicklungen, die Grund zur Hoffnung machen, schließlich ist das Suchvolumen für „Home-Workout“ deutlich gestiegen, viele haben das Laufen während des Lockdown für sich wiederentdeckt und trainieren regelmäßig an der frischen Luft.

Zudem sind Fitnessgeräte online nahezu ausverkauft. Um ihren Beitrag zu leisten, bieten (geschlossene) Fitnessstudios Online-Kurse an. Zudem geht zumindest eine Branche gestärkt aus der Krise hervor: die der Fitness-Webseiten, die Online-Abos anbieten. Wie diese Entwicklungen das Fitnesslevel der Österreicher positiv beeinflussen könnten, verrät dieser Beitrag.

Jogging Österreich nach dem Lockdown

Abbildung 1: Das gute Wetter lockt Sportfans und all jene in die Parks, die es werden wollen. So könnte die Zahl der Läufer im März durchaus gestiegen sein – zumindest bis die Sorge um eine höhere Ansteckungsgefahr beim Jogging laut wurde.

Raus an die Luft. Viele Österreicher entdecken das Laufen wieder für sich

Das Marktforschungsinstitut Specta erklärte in einer Studie zu Läufern und Nordic Walkern: Die Anzahl der laufenden oder walkenden Österreicher liegt stabil bei 27 Prozent. In Summe ist die Rede von 1,8 Millionen laufenden Österreichern. Der Boom, den das Nordic Walking erlebt hat, pendelte sich ebenfalls im Jahr 2005 auf ein stabiles Niveau ein. Zwischenfazit: Laufend unterwegs waren bis dato schon jede Menge Österreicher.

Nun, da das Wetter zu Freizeitspaß an der frischen Luft einlädt und es sportlich betrachtet ohnehin nur wenige andere Möglichkeiten gibt, säumen noch mehr Läufer die Parks und Wälder Österreichs. Also ist die Anzahl der Läufer im März tendenziell angestiegen und erfuhr dann Anfang April einen herben Dämpfer.

Der Grund: Während beim Social Distancing 1,5-Meter-Abstand vorgeschrieben sind, sollten beim Laufen oder Radfahren besser zehn Meter Abstand gehalten werden. Eine Untersuchung belgischer Wissenschaftler habe gezeigt, dass die Tröpfchen, die zu einer Infektion führen könnten, im Luftstrom verwirbeln können – und so auch weiter als 1,5 Meter zum Ansteckungsrisiko werden könnten. Der Hype auf das Laufen, der das Fitnesslevel der Österreicher im März gesteigert hat, könnte so eine Dämpfung erfahren.

home workout Österreich

Abbildung 2: Home Workout ist zu einem der Haupt-Suchworte im Internet geworden. Der Grund: Sportfans wurden ihrer Fitnessstudios beraubt und andere sorgen sich um ihre Beweglichkeit, die auch mit den Ausgangsbeschränkungen eingeschränkt wurde.

„Home Workout“ in Österreich eines der häufigsten Suchwörter im Internet

Gleich zwei österreichische Orte haben es in das Ranking der 5 europäischen Top-Städte geschafft, in denen der Suchbegriff „Home Workout“ am häufigsten in die Suchmaschine getippt wurde. Umgelegt auf die Bevölkerung, die in der jeweiligen Stadt wohnt, liegen Salzburg mit 420 Suchanfragen pro Kopf und Graz mit 541 Suchanfragen pro Kopf auf den Rängen 3 und 4. Die Myprotein-Studie zeigt damit, wie sich das Suchvolumen nach Home Workouts gesteigert hat – und zwar sogar mit einem weltweiten Aufwärtstrend.

Übrigens: Die deutschen Nachbarn fehlen in dieser Tabelle. Unter den Top-5 sind neben Salzburg und Graz noch Sevilla (Spanien), Bern (Schweiz) und Firenze (Italien) zu finden. In Deutschland zeigt sich hingegen ein anderer Trend: Vermutlich da der Weg in die Natur und zum Open-Air-Sporteln vergleichsweise weit ist, ist vor allem in den Großstädten der Wunsch nach „Home Workout“ groß.

Deswegen stehen mit München, Hamburg, Stuttgart, Essen und Frankfurt vor allem Großstädte auf den ersten fünf Plätzen im Deutschland-Ranking.

Wäre nur die Hälfte aller Suchen von Erfolg gekrönt, könnte man durchaus zu diesem Schluss kommen: Durch die Schließung der Sport- und Fitnesseinrichtungen besannen sich die passionierten Sportler auf die Home Workouts. Vielleicht merkte auch der eine oder andere ohne Vorliebe zum Fitnessstudio wie ein paar Fitnessübungen pro Tag den müden Körper in Gang bringen. Ließen sich durch die erzwungene Auszeit einige Österreicher zum Sport bekehren, hätte die Krise für sie durchaus eine positive Folge – und vielleicht hat sich bis zur Öffnung der anderen Möglichkeiten das Home Workout bereits als festes Ritual verankert.

Stretching

Abbildung 3: Wer kein Fitnessgerät für zuhause mehr ergattern konnte, muss nicht untätig bleiben. Im Internet gibt es zahlreiche Online-Abos für Fitness-Webseiten oder einfache Stretching-Anleitungen.

Fit bleiben zu Hause – mit Fitnessgeräten und Online-Abos

Wem das Home Workout nicht reicht und wer sich dazu entschlossen hat, die Corona-Krise als Anstoß dazu zu nehmen, das eigene Fitnessstudio zuhause etwas aufzurüsten, der wird aktuell meist mächtig enttäuscht. Fitnessgeräte sind (zumindest online) weitestgehend ausverkauft oder nur zu einem horrend hohen Preis zu haben. Wer direkt zu Beginn des Shutdowns reagiert hat, könnte vielleicht noch Glück gehabt haben, mittlerweile ging – nachfragebedingt – der Preis für Fitnessgeräte in die Höhe. Zeitgleich waren immer mehr Geräte vergriffen.

Wer Glück hatte und noch ein Gerät ergattern konnte, kann nun zuhause auf dem Crosstrainer oder dem Cardiogerät trainieren und hat sich damit häufig bereits einen kleinen Personal Trainer mit eingekauft. Die technisch gut ausgestatteten Geräte lassen sich so einstellen, dass die Technik kontrolliert, ob die Trainingsintensität zu den persönlichen Zielen passt. Als Faustregel für den Maximalpuls gilt beispielsweise bei Frauen die Formel 226 minus das Lebensalter, bei Männern gilt 220 minus das Lebensalter.

Zudem berücksichtigen hoch-technisierte Fitnessgeräte die unterschiedlichen Pulsbereiche. So ist eine Herzfrequenz von 60 bis 70 Prozent dazu geeignet, Fett zu verbrennen. Wer bei 50 bis 60 Prozent der Herzfrequenz trainiert, fördert damit seine Beweglichkeit und Gesundheit. Das kann beispielsweise auch mit Stretching-Übungen begleitet werden. Auch hier könnte der Shutdown einen positiven Effekt haben, wenn das Gerät rechtzeitig kam und das Training bereits als Ritual verinnerlicht werden konnten.

Für wen sportliche Betätigung nicht ohne Anleitung möglich ist, der findet vor allem aktuell eine Vielzahl an Fitness-Webseiten, die Online-Abos anbieten, um die Zeit der Ausgangsbeschränkungen und sportlichen Einschränkungen fit zuhause zu verbringen.

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Quellen:

¹ Spectra Marktforschungt: Laufen in Österreich
² Coronavirus: Infektionen beim Joggen? (science.orf.at)
³ Online Suchanfragen nach Home Workout: Wie sich Europa verändert hat

Linktipps

– Die besten Fitness-Seiten im Internet
– Stretching – richtiges Dehnen für mehr Beweglichkeit
– Workout für Zuhause – die besten Fitnesstipps ohne teure Geräte
– Das beste Fitnesstraining für Muskelaufbau

Fotohinweis: Artikelfoto Fotolia.com

Abbildung 1: pixabay.com © happyveganfit (https://pixabay.com/de/users/happyveganfit-13986952/) (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © 5132824 (https://pixabay.com/de/users/5132824-5132824/) (CC0 Public Domain)
Abbildung 3: pixabay.com © StockSnap (https://pixabay.com/de/users/stocksnap-894430/) (CC0 Public Domain)

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