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Brustvergrößerung – Körperdesign mit Risiko

Brustvergrößerung – Körperdesign mit Risiko

Brustvergrößerung

Auf der Jagd nach dem ewig jungen Körper stehen Schönheitsoperationen mittlerweile scheinbar auf der Tagesordnung. Nichts desto trotz handelt es sich dabei um medizinische Eingriffe, deren Risiken und Folgen wohl bedacht sein wollen. Brustvergrößerungen befinden sich auf der Beliebtheitsskala der Eingriffe im Spitzenfeld.



Die Brustvergrößerung ist ein rein kosmetischer Eingriff. Ziel ist es dem Wunsch der Patientin, nach einem besser proportionierten Körper und somit höherer Attraktivität, zu entsprechen. Bei einer Brustvergrößerung werden mit Hilfe von Implantaten – zum Beispiel aus Silikon – weibliche Brüste in einer Operation künstlich vergrößert. Heute ist die Schönheitsoperation für viele fast so selbstverständlich wie ein Friseurbesuch – vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan, alles ist möglich und zwar im Eiltempo.

Körperdesign mit Skalpell und Injektionen sind trendy. Operiert wird vor laufender Kamera: Brustimplantate eingesetzt, Nasen modelliert, Fettzellen abgesaugt. Über 600.000 mal wird heute etwa allein in Deutschland der Natur nachgeholfen – sechs mal soviel wie 1990. In Österreich dürften die Verhältnisse und Trends ähnlich sein, doch die Risiken werden meist verschwiegen. So erleiden etwa zwei von hundert Patientinnen nach einer Brustvergrößerung eine Infektion, und nach „Standard-Operationen“ wie z.B. Fettabsaugen erkranken viele Patienten lebensgefährlich an schweren Infektionen oder Lungenembolien. Dies alles wohl gemerkt bei rein ästhetischen freiwilligen Eingriffen ohne medizinische Indikation. Grund genug um einige essentiellen Basisinformationen zu den Methoden und Risiken zusammenzustellen.


Überblick

Um das Brustvolumen zu vergrößern werden heute meistens Silikongelimplantate verwendet. Die Implantate sitzen in operativ geschaffenen Taschen über oder unter dem Brustmuskel. Für den Zugang existieren drei Möglichkeiten: in der Unterbrustfalte, am Unterrand des Brustvorhofes oder von der Achselhöhle aus. Die etwa 5-6 cm lange Narbe ist kaum sichtbar. In manchen Fällen ist eine gleichzeitige Bruststraffung angezeigt.

Bei der meist in Vollnarkose durchgeführten Operation wird von einem Facharzt für Plastische Chirurgie oder einem anderweitig qualifiziertem Arzt, z.B. einem Gynäkologen, ein Hautschnitt gemacht, das Brustgewebe angehoben und eine Implantattasche gebildet, in die das Brustimplantat eingeführt werden kann. Anschließend schiebt der Chirurg das Implantat entweder teilweise unter den Brustmuskel oder er platziert es unter der Brustdrüse oberhalb des Brustmuskels, wobei das Brustgewebe selbst weitgehend unberührt bleibt. Der nötige Hautschnitt, von dem nach der Operation möglichst wenig zu sehen sein sollte, kann, wie bereits erwähnt in der Unterbrustfalte, um den Brustwarzenvorhof herum oder in der Achselhöhle erfolgen.

Exkurs: Narkose

In der Vollnarkose befindet sich der Patient in völliger Bewusstlosigkeit und Schmerzlosigkeit. Während der Narkose werden die Lebensfunktionen (Herzschlag, Blutdruck und Sauerstoffgehalt im Blut) vom Anästhesisten überwacht. Meist werden zusätzlich zum Narkosemedikament auch Schmerz- und Schlafmittel verabreicht. Die Vollnarkose schaltet die Schmerzen sicher aus und bei den heutigen modernen Narkoseverfahren ist auch die Vollnarkose für den Körper nur noch minimal belastend und sehr sicher, so der derzeitige Stand der Medizin. Dass eine Vollnarkose allerdings immer ein Restrisiko (bedingt etwa durch Allergien, Übergewicht oder Zigarettenkonsum) für den Patienten bedeutet, liegt in der Natur der Sache, und sollte gerade bei freiwilligen OP’s besonders wohl überlegt sein.

Bei kleineren, kürzeren Eingriffen reicht oftmals eine Lokal-Anästhesie aus. Mithilfe einer Spritze wird das Narkosemittel in den entsprechenden Körperteil injiziert, der danach schmerzunempfindlich ist. Das Mittel wirkt direkt an den Nerven und hemmt die Weiterleitung der Schmerzimpulse. Der Patient ist während des Eingriffs ansprechbar und kann im Anschluss an die Operation sofort nach Hause entlassen werden. Eine besondere Form ist die Tumeszens-Lokalanästhesie: „Ein zu behandelndes OP-Gebiet wird mit einer Kochsalzlösung, die mit hochdosierten Betäubungsmitteln und Zusatzmedikamenten versetzt ist, unter der Haut aufgefüllt. Diese Auffüllung kann mittels einer Pumpe oder durch eine Einzelkanüle erfolgen. Nach einer Einwirkungszeit von ca. 30 – max. 60 Minuten ist das Gebiet örtlich betäubt.

Implantate

Die Hülle der Prothesen besteht heute in nahezu allen Fällen aus weichem Silikon; Hüllen aus Polyurethan werden nur noch sehr vereinzelt verwendet. Bei der Hüllenstruktur wird zwischen glatten und texturierten Ausführungen unterschieden; letztere verwachsen mit der Umgebung und sollen so ein späteres Verrutschen des Implantats verhindern. Die Form der Hülle ist entweder symmetrisch rund/linsenförmig oder „anatomisch“: eine asymmetrische Form, die die natürliche Form der weiblichen Brust besser nachbilden soll. Die Vorteile letzterer Form sind umstritten; da sie sich im Implantatlager nicht verdrehen darf, wird sie ausschließlich mit texturierter Oberfläche gefertigt.

Heute sind ca 80 Prozent mit Silikon-Gel gefüllt, da es das natürlichste Aussehen erreicht. Die Silikonfüllung stand einige Zeit lang unter dem Verdacht, im Falle des (in früheren Jahrzehnten häufigen) Austretens aus einer defekten Hülle Autoimmunkrankheiten oder Krebs auszulösen. Die schweren Gesundheitsprobleme mit auslaufenden, flüssigen Silikonimplantaten führten zu einem Verbot in den USA. Heutige Implantate sind nicht mehr mit flüssigem, sondern mit gelförmigen Silikon gefüllt das nicht mehr auslaufen kann. Neuere Silikonimplantate werden zudem mit einer stabileren Hülle gefertigt, die die Gefahr eines Defekts stark reduziert; außerdem ist bei den neuesten Silikonimplantaten die Füllung i. d. R. chemisch vernetzt, so dass sie selbst im Fall eines Hüllenrisses ihre Form weitgehend beibehält und nicht ins umgebende Gewebe austritt. Die Silikonfüllung stand einige Zeit lang unter dem Verdacht, im Falle des (in früheren Jahrzehnten häufigen) Austretens aus einer defekten Hülle Autoimmunkrankheiten oder Krebs auszulösen. Das Krebsrisiko für den Körper konnte mit keiner Studie nachgewiesen werden. Es gelang aber auch keiner Studie dieses Risiko komplett auszuschließen.

Nummer zwei ist Kochsalz und gesundheitlich unbedenklich, allerdings ist es flüssig und daher ästhetisch nicht so ansprechend. Die Füllung mit Kochsalzlösung ermöglicht eine besondere Vorgehensweise, bei der das Implantat erst während der Operation nach dem Einbringen in die Operationswunde befüllt wird. Das ermöglicht einen kleineren Hautschnitt und in gewissen Grenzen auch ein individuelles Variieren des Volumens unter Sichtkontrolle. In einer speziellen Form als Expander ermöglicht ein unter die Haut gelegtes Ventil auch noch nachträglich Veränderungen des Volumens.

Risiken

In der Vergangenheit hat es eine rege Diskussion in der Öffentlichkeit über mögliche Nebenwirkungen von Silikon-gefüllten Brustimplantaten gegeben. Bis heute konnte jedoch kein Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs oder auch Rheuma nachgewiesen werden. Dennoch birgt jede Operation selbstverständlich gewisse Risiken und Komplikationsmöglichkeiten, wie z.B. Infektion, Nachblutungen, Risiken der Narkose oder die Notwendigkeit von weiteren Korrekturoperationen.

Der Eingriff bei einer Brustvergrößerung ist nicht unproblematisch: In bis zu 15 Prozent aller Fälle kommt es zu einer Verhärtung des Gewebes um die Implantate herum („Kapselfibrose“), die Brust verformt sich und bereitet der Trägerin Schmerzen. Ebenso haben ca. 2 bis 2,5 Prozent aller behandelten Patientinnen nach dem operativen Eingriff mit einer Infektion zu kämpfen. Diese Infektionen können auch noch Monate oder Jahre nach der Operation auftreten. Unbemerkt verlaufende Infektionen können langfristig zu einer Einkapselung des Implantats führen. Dabei kapselt der Körper die Implantate unterschiedlich auffällig in eine harte Kollagenhülle ein. Sicher ist: Je besser und professioneller der Eingriff erfolgt, desto unwahrscheinlicher ist der Auftritt einer späteren Infektion. Außerdem ist zu bedenken, dass die Implantate altern und meist nach ca. zehn bis fünfzehn Jahren erneuert werden müssen.

Die 10 wichtigsten Fragen bei einer Brustvergrößerung

Sollten Sie tatsächlich eine Brustvergrößerung in Erwägung ziehen, sollten Sie unbedingt die Seite der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-plastische Chirurgie besuchen, dort finden Sie auch ein Dokument mit den 10 wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Brustvergrößerung. Des weiteren empfehlen sich folgende …

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