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Glaukom (Grüner Star)

Glaukom (Grüner Star)

Grüner Star

Das Glaukom, umgangssprachlich auch Grüner Star genannt, gilt als eine der weltweit häufigsten Ursachen für eine Erblindung.

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Beim Glaukom, auch als „Grüner Star“ bezeichnet handelt es sich um eine Erkrankung, bei der meist (aber nicht immer) ein erhöhter Augeninnendruck zu einer Schädigung des Sehnerven führt. Diese Schädigung macht sich für den Patienten durch eine zunehmende Einengung seines Gesichtsfeldes bemerkbar und kann in unbehandelten Fällen zu einer wesentlichen Sehverschlechterung bis zur Erblindung führen. Die Ursache für die Erhöhung des Augeninnendruckes ist ein Missverhältnis zwischen der Produktion des Kammerwassers (Flüssigkeit im Augeninneren) und dessen Abfluss aus dem Auge.

Definition

Als Glaukom bezeichnet man eine Schädigung des Sehnerves am Punkt seines Austritts aus der Netzhaut. Unter dem Oberbegriff Glaukom (grüner Star, glaukos = blaugrün) werden mehrere Erkrankungen mit unterschiedlichen Ursachen zusammengefasst. Möglicherweise kommt die Bezeichnung davon, dass sich der Augeninnenraum durch Abbauprodukte des Blutfarbstoffs grün verfärbt, nachdem Blut aus den geschädigten Gefäßen ins Augeninnere dringt. All diesen Erkrankungen gemeinsam ist eine Schädigung der Nervenfasern, die für die Weiterleitung der Lichtwahrnehmung von der Netzhaut zum Gehirn zuständig sind. Ihnen gemein sind folgende Charakteristika:

  • in der Regel ein erhöhter Augeninnendruck
  • ein Gesichtsfeldausfall
  • eine Papillenexkavation mit einem Substanzverlust (Atrophie) des Sehnervenkopfes

Üblicherweise werden vier verschiedene Formen des Glaukoms unterschieden, an erster Stelle (rund 90% aller Glaukome) liegt das primäre Offenwinkelglaukom. In Deutschland ist das Glaukom der zweithäufigste Grund für Erblindung. In der Regel verursacht es keine Schmerzen, und die Einbußen im Gesichtsfeld werden vom Patienten erst dann bemerkt, wenn sie das Zentrum erreicht haben.

Früherkennung

Der Augenarzt erkennt die Krankheit frühzeitig durch spezielle Untersuchungen des Auges: die Untersuchung des Sehnervs im Augenhintergrund, die Messung des Augeninnendruckes und im Verdachtsfall über eine ergänzende bereits minimale Ausfälle aufdeckende computergestützte Untersuchung des Gesichtsfeldes beider Augen.

Augeninnendruckmessung: Auf der einen Seite muss ein erhöhter Augeninnendruck nicht zwangsläufig zu einem Glaukomschaden führen. Auf der anderen Seite kann auch bei einem niedrigen Augeninnendruck eine Glaukomerkrankung vorliegen. Eine alleinige Druckmessung reicht also weder aus, um ein Glaukom eindeutig festzustellen, noch um es auszuschließen.

Die zweite und sicher wichtigste Untersuchung ist die Beurteilung des Sehnervenkopfes (Papille), der Stelle, an der die Nerven der Netzhaut gebündelt das Auge verlassen (>Das Auge). Dazu leuchtet der Arzt mit einer Lampe ins Augeninnere.

In einer dritten Untersuchung stellt der Arzt fest, ob beim Patienten bereits Gesichtsfeldausfälle (Gesichtsfelduntersuchung) vorhanden sind. Dazu setzt sich der Patient vor einen Apparat (Perimeter), der wie eine Halbkugel ausschaut. Ein Auge wird mit einer Klappe abgedeckt und das andere Auge muss auf einen Punkt in der Mitte der Kuppel fixiert werden. An verschiedenen Stellen der Halbkugel beginnen nun Lichtpunkte mit unterschiedlicher Größe und Intensität zu leuchten. Erkennt der Patient die Punkte, muss er jeweils eine Klingel betätigen. Der Augenarzt ist hierbei sehr auf die Mitarbeit des Patienten angewiesen.

Kammerwasserkreislauf

Vor der Linse strömt das dünnflüssige Kammerwasser. Es liefert die Nährstoffe für Hornhaut und Linse.

Wie bei einem See besteht im gesunden Auge ein Gleichgewicht zwischen Zufluß und Abfluß des Kammerwassers. Dadurch bleibt der Druck im Augeninneren konstant.

Beim Glaukom ist oft – aber nicht immer – der Abfluß behindert, und als Folge steigt häufig der Augeninnendruck an.

Deshalb drückt die erhöhte Flüssigkeitsmenge in den Augenkammern immer mehr gegen den Glaskörper. Dieser gibt den Druck weiter auf die Netzhaut und besonders auf die empfindlichen Fasern des Sehnervs.

Mit der Zeit kann der erhöhte Augeninnendruck den Sehnerv schädigen und dadurch das Gesichtsfeld beeinträchtigen. Wird der erhöhte Augeninnendruck nicht behandelt, kann dies letztlich sogar bis zur Erblindung führen.

Kammerwasser

Die fast völlige Beschwerdefreiheit macht das Glaukom zu einer wahrhaft tückischen Erkrankung. In der Regel merken Sie nicht, dass Sie am Glaukom erkrankt sind. Wenn Sie es selbst feststellen, ist meist schon ein irreparabler Schaden eingetreten. Das erkrankte Auge sieht von außen ganz normal aus. Das Glaukom bereitet keine Schmerzen und die Gesichtsfeldausfälle (>Was ist ein Glaukom?) beginnen an den Rändern des Gesichtsfeldes, wo sie lange nicht bemerkt werden.

Die zentrale Sehschärfe bleibt jedoch oft bis in Spätstadien hinein erhalten. Die einzig wirklich sichere Möglichkeit, um ein Glaukom auszuschließen, ist die regelmäßige Routineuntersuchung beim Augenarzt (Glaukomscreening).

Vom 40. Lebensjahr an sollte jeder einmal jährlich zur Früherkennungsuntersuchung zum Augenarzt gehen. Wer einer Risikogruppe angehört (Personengruppe ab 40 Jahre, Personen mit Durchblutungsstörungen, usw.), zum Beispiel einer Familie, in der es mehrere Fälle von Glaukom gab, sollte sich noch eher und häufiger untersuchen lassen.

Therapie

Die Behandlungsmethoden des Glaukoms lassen sich in drei Gruppen einteilen:
1. Medikamente
2. Lasereingriffe
3. Operationen

1. Es gibt zahlreiche Medikamente, die den Augeninnendruck über unterschiedliche Wirkungsmechanismen senken können.
a) durch Hemmung der Kammerwasserproduktion
b) durch Förderung des Kammerwasserabflusses

2. Der Laserstrahl kann eingesetzt werden, um im Trabekelwerk einen besseren Abfluss zu bewirken oder um durch eine Lochbildung in der Regenbogenhaut den Kammerwasserabfluss im Auge umzuleiten und dadurch einen zu engen Kammerwinkel zu erweitern. Laserenergie kann auch eingesetzt werden, um die Produktion von Kammerwasser durch Vernarbung des Ziliarkörpers zu vermindern.

3. Wenn mit Medikamenten und Lasereingriffen keine ausreichende Senkung des Augeninnendruckes zu erreichen ist, wird die Operation unumgänglich. Dabei wird eine kleine Öffnung in die Augenwand präpariert, sodass Kammerwasser aus dem Augeninneren unter die Bindehaut abfließen kann.

Glaukom

Die Aufgabe des Arztes ist es, die verschiedenen Möglichkeiten der Augendrucksenkung für jeden einzelnen Patienten individuell auszuwählen. Forschungsergebnisse der letzten Jahre deuten darauf hin, dass beim Glaukom der erhöhte Augeninnendruck durch direkten mechanischen Druck auf die Nervenfasern zwar der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung einer Schädigung des Sehnerven ist, dass aber auch Durchblutungsstörungen sowie Schädigung noch gesunder Nervenfasern durch die Abbauprodukte bereits betroffener Nervenfasern eine wichtige Rolle spielen. Die Anwendung durchblutungsfördernder Medikamente ist daher von Vorteil, neuroprotektive (nervenfaserschützende) Medikamente stehen uns derzeit noch nicht zu Verfügung.

Prinzipiell ist davon auszugehen, dass jedes Glaukom unbehandelt zur Erblindung des betroffenen Auges führt. Ein bereits eingetretender Gesichtsfeldschaden ist trotz intensiver Therapie nicht mehr zu beheben. Beim primären Offenwinkelglaukom handelt es sich um einen chronischen Krankheitsprozess, der eher langsam verläuft und zwar bis zu Jahren oder sogar Jahrzehnten. Der Prozess kann durch entsprechende Therapie gestoppt oder verlangsamt werden. Das akute Glaukom führt unbehandelt meist zur schnellen Erblindung. Rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt hat es eine sehr gute Prognose.

Patientenforum „Grüner Star“

Unter der Hotlinenummer 01/409 75 02 stehen in Österreich jeden ersten Montag im Monat (außer Feiertage) von 13 bis 14 Uhr Fachärzte zum Thema Glaukom für die telefonischen Patientenanfragen zur Verfügung. Die Information ist anonym und kostenlos.

Foto: www.welldone.at

Linktipps:

– Glaukom – umfassende Übersicht
– Glaukomfrüherkennung
– Cannabis als Medizin
– Glaukom – schleichende Erblindung droht

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Kave Atefie





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