Schielen (Strabismus)

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (8 Bewertungen, Durchschnitt: 3,88 Sterne von 5)

Schielen (Strabismus)

5% aller Menschen leiden unter dieser Art der Augenerkrankung. Schielen schmerzt im Gegensatz zu vielen anderen Augenerkrankungen nicht und ist nur durch die Augenverstellung auffällig.

Trotzdem ist Strabismus eine Krankheit da es bei 80 Prozent aller Betroffenen zu Schwachsichtigkeit kommen kann.

Augenfehlstellung beeinträchtigt räumliche Wahrnehmung

Räumliche Wahrnehmung bedingt, dass beide Augen annähernd parallel auf dasselbe Objekt gerichtet sein. Beim Schielen weichen die Blickachsen beider Augen voneinander ab, wodurch bei Kindern die Bildwahrnehmung dieses Auges im Gehirn unterdrückt wird, bei Erwachsenen kommt es zu Doppelbildern. Gegen die Augenfehlstellung gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten.

Die Behandlung ist in jedem Lebensalter erfolgreich und bei etwa 50% der Fälle kommt man ohne Operation aus. Eine frühzeitige Behandlung ist jedoch sinnvoll und sogar erforderlich, im speziellen bei der Behandlung von Amblyopie.

Schielen muss nicht permanent auftreten, sondern z.B. bei Müdigkeit, Blick in die Ferne, oder beim Betrachten von Gegenständen.

Es gibt verschiedene Arten des Schielens:

Frühkindliches Innenschielen

Dies ist die häufigste Schielform, hier handelt es sich nicht um eine Lähmung der Augenmuskeln. Diese Form des Schielens stellt sich erst in den ersten Lebensmonaten heraus und ist ein Defekt der sensorischen Hirnareale in der Großhirnrinde, welche für das Simultansehen verantwortlich sind.

Auswärtsschielen (Strabismus divergens, Exotropie)

Hier tritt nur phasenweise und dann vor allem beim Blick in die Ferne das Schielen, (besonders bei hellem Licht) auf. Beim Nahsehen besteht jedoch Binokularität (beidäugiges Sehen). Wie es tatsächlich zu dieser Form des Schielens kommt, ist letztlich nicht bekannt, es könnte sich aber um eine Genvererbung unserer Urahnen (auf der Stufe der Tiere) handeln.

Eine Sehschwäche (Amblyopie) tritt in diesem Fall eher weniger auf, da es keine permanente Schielphasen gibt. Es kann sich aber durch weniger werden der Parallelphasen einen konstant- manifeste Exotropie entwickeln. Weitere Formen des Auswärtsschielen sind:

Sekundäres Außenschielen: tritt auf, wenn die Sehschärfe eines Auges infolge einer Erkrankung oder Verletzung stark herabgesetzt ist oder das Auge blind ist.

Konsekutives Außenschielen: nach einer vorangegangenen Schieloperation wegen Innenschielen kann sich nachfolgend Außenschielen entwickeln. Bestimmte Operationsmethoden haben eine besonders hohe Rate dieser Komplikation.

Schräg- und Höhenschielen

Diese Art kann für sich alleine auftreten, ist aber meist mit dem frühkindlichen Innenschielen assoziiert. Der untere schräge Augenmuskel (Musculus obliquus inferior) ermöglicht dem Auge aufgrund seines besonderen anatomischen Verlaufs Rollbewegungen nach außen. Wird das Auge in Richtung Nase bewegt, so bekommt der Muskel allerdings zunehmend hebende Wirkung. Analog funktioniert der obere schräge Augenmuskel (Musculus obliquus superior).

Wenn im Zusammenspiel der beiden Muskeln Über- oder Unterfunktionen auftreten, kommt es zum Strabismus sursoadductorius, Strabismus deorsoadductorius oder V- bzw. A-Phänomenen.

  • V-Phänomen (häufiger): Zunahme eines Innenschielwinkels bei beim Abblick, Abnahme beim Aufblick.
  • A-Phänomen (seltener): Zunahme eines Innenschielwinkels bei beim Aufblick, Abnahme beim Abblick.
  • Dissioziiertes Höhenschielen: Das nicht fixierende Auge weicht nach oben ab. Die Störung kann abwechselnd an beiden Augen vorkommen.

Behandlung

Augenärzte (Ophthalmologen) stellen anhand eines Auf- und Abdecktest fest, ob ein Schielen vorliegt. In den meisten Fällen ist dies offensichtlich. Diese Untersuchung stellt nun fest, welche Art des Strabismus vorliegt und ob es Hinweise auf eine Sehschwäche gibt. In jedem Fall muss eine Augenmuskellähmung ausgeschlossen werden, da einen neue Art der Muskellähmung zu anderen Schritten führt und die Ursache (Entzündung oder Tumor) abgekärt werden muss.

Bei Kindern ist der erste Schritt die Anpassung einer Brille durch den Augenarzt. Mit der richtigen Brillenanpassung kann häufig bereits den Schielwinkel ausgeglichen oder minimiert werden.

Eine bereits vorliegende Schwachsichtigkeit kann im Rahmen einer Therapie (Verschlusstherapie bzw. Okklusionstherapie) durch die Anwendung eines speziellen Augenpflasters behandelt werden. Zur Behandlung der Schwachsichtigkeit (Amblyopie) wird das gesunde Auge für eine vordefinierte Zeitspanne abgeklebt. In dieser Zeit soll das schwache Auge gefördert, gefordert und trainiert werden.

Bei cirka der Hälfte aller schielenden Kinder muss die Fehlstellung des Auges allerdings durch eine Operation behoben werden. Da einen allfällige Schwachsichtigkeit durch eine Operation nicht beseitigt wird, wird üblicherweise erst nach der Amblyopie-Behandlung operiert.

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

Linktipps

– Die Funktion des Auges
– Was Ästhetische Augenchirurgie leisten kann
– Computer & Fernsehen – Belastungsprobe für die Augen

Augenkrankheiten

Schielen
Schneeblindheit
Sicca Syndrom
Stabsicht
Trachom
Weitsichtigkeit

Grauer Star
Grüner Star
Glotzauge
Kurzsichtigkeit
Makula Degeneration
Retinis Pigmrntose

Augenflimmern
Augentripper
Augenzittern
Bindehautentzündung
Diabetische Retinoparthie
Farbenblindheit


Das könnte Sie auch interessieren …