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Computer, Fernsehen & Co.: Bewährungsprobe für die Augen

Computer, Fernsehen & Co.: Bewährungsprobe für die Augen

PC-Monitore und Fernseher sind eine Belastung für die Augen

Vor allem die Arbeit am Computer stellt unsere Augen vor eine nahezu unbewältigbare Aufgabe. Sehstörungen bleiben da oft nicht aus. Der richtige Monitor, Bildschirmbrillen und die ideale Aufstellung des Monitors können oft das Schlimmste verhindern. Die Expertin, Univ. Doz. Dr. Veronika Huber Spitzy gibt Tipps, wie das Auge entlastet werden kann.



In Zeiten der zunehmenden Technologisierung wird vor allem die Bildschirmarbeit am Computer immer wichtiger. Obwohl Computermonitor als auch Fernseher nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen keine Eigenschaften haben, die unser Auge krank machen oder verletzen können, so haben viele Menschen, die häufig am PC arbeiten, Probleme mit ihren Augen. Univ. Doz. Dr. Veronika Huber-Spitzy, Fachärztin für Augenheilkunde und Optometrie und Oberärztin an der Augenklinik Wien weiß, die zahlreichen Augenprobleme der Computerbenutzer „sind vor allem Zeichen der Überlastung und machen schon vorhandene Probleme der Augen offensichtlich. Meist äußern sich diese Probleme in Entzündungen und Beschwerden wie Brennen, Rötung, Fremdkörpergefühl oder Schmerzen.“, so die Medizinerin, die auch als Expertin am neuen Arbeitnehmerschutzgesetz im Ministerium mitgearbeitet hat.

In etwa 50 Prozent der Arbeitnehmer, die am Bildschirm arbeiten und die in diesem Zusammenhang über Augenprobleme klagen, kann ein noch nicht oder nicht ausreichend korrigierter Sehfehler festgestellt werden.

„Hier handelt es sich häufig um kleine Fehlsichtigkeiten, deren fehlende Korrektur im täglichen Leben noch keine Probleme gemacht hat, bei anstrengender visueller Tätigkeit kommt es dann aber zu vielfältigen Beschwerden.“, so Huber-Spitzy.

Auch durch die häufigen Blickwechsel zwischen Bildschirm, Vorlage und Tastatur und der damit verbundenen Anpassung an unterschiedliche Helligkeitsniveaus (Adaptation) und unterschiedliche Sehentfernungen (Akkomodation) kann eine starke Augenbelastung hervorgerufen werden.

Die Lesbarkeit der Zeichen kann im Vergleich zu gedrucktem Text schlechtere Schriftqualität auf dem Bildschirm sowie durch Reflexe und Blendungen erheblich beeinträchtigt werden.

Das „Office Eye Syndrom“

Eines der Probleme, dass im Zusammenhang mit Bildschirmarbeit sehr häufig auftritt, ist das sogenannte „Office Eye Syndrom“ oder auch „Computer Vision Syndrom“. „Durch das tägliche, stundenlange und intensive Starren in einer vorgegebenen Entfernung auf den Bildschirm werden die Augen erheblich belastet. Die normale Lidschlagfrequenz wird dabei verringert, was letztendlich zur Problematik der trockenen Augen (Sicca-Syndrom) führt.“, erklärt Huber-Spitzy, zu deren Spezialgebieten vor allem auch die Arbeitsmedizin gehört. Etwa 20 Prozent der ÖsterreicherInnen leiden bereits an dieser Augenkrankheit. Typische Symptome sind brennende oder juckende Augen, aber auch das Gefühl eines Sandkornes im Auge. Unter Computerspielern sind diese Symptome auch als „Gamers Eye“ bekannt.

So wir das Auge wieder gesund

Besonders wichtig ist die augenärztliche Untersuchung beim Auftreten wiederkehrender Probleme mit den Augen. Ein einfaches Mittel, um diese Symptome zu bekämpfen, ist beispielsweise die Erhöhung der Lidschlagfrequenz. „Die Patienten werden darüber aufgeklärt, dass die Lidschlag-Frequenz bei angestrengter Bildschirm-Arbeit häufig abnimmt, was die Augensymptomatik gerade dieser Menschen weiter verschlechtert. Dementsprechend wird daher immer empfohlen, bewusst die Lidschlag-Frequenz zu steigern, das bedeutet häufiger zu „zwinkern“. Allein diese Maßnahme kann bereits zu einer wesentlichen Verbesserung führen.“, so die Augenärztin. Besonders für Menschen, deren Tränenfilm vor der Belastung durch die Bildschirmarbeit schon schlecht, aber noch ausreichend war, empfehlen sich laut der Ärztin Tränenersatzmittel.

Arbeitsplatzanpassung statt Spezialbrillen

„Nicht kostspielige Spezialmöbel oder teure „Bildschirm-Spezialbrillen“ sind erforderlich, sondern die Anpassung des Arbeitsplatzes an den einzelnen Menschen.“, erklärt Huber-Spitzy, wie sich Probleme mit den Augen am Arbeitsplatz vermeiden lassen. Die Ärztin kritisiert, dass viele Arbeitgeber immer noch kein Bewusstsein dafür haben, dass bei der Arbeit am Bildschirm, so wie bei jeder anderer Arbeit, einige Grundsatzregeln eingehalten werden müssen, um dem Arbeitnehmer ein Optimum an Wohlbefinden und Motivation zu bieten. „Sowohl für den Arbeitsraum als auch für den Arbeitsplatz gelten einerseits Anforderungen, wie sie allgemein für Büroarbeit gestellt werden (z.B. bezüglich Raumklima und Lärmpegel), andererseits Anforderungen, welche die spezifischen Seh- und Bedienungsaufgaben berücksichtigen.“, so die Expertin. Arbeitgeber sind verpflichtet, Bildschirmarbeitsplätze ergonomisch zu gestalten. Die Arbeitsgeräte, wie Bildschirm, Tastatur und andere Zusatzgeräte müssen dem Stand der Technik und damit verbunden den ergonomischen Anforderungen entsprechen. Denn so können Folgeschäden für die Augen nahezu ausgeschlossen werden.

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Linktipps

– Tipps gegen trockene Augen
– Was bedeutet eine gute Sehleistung für die Lebensqualität
– Kindgerechter Umgang mit Handy und Smartphone
– Barrierefreiheit im Netz
– Arbeiterkammer: Gesunder Bildschirmarbeitsplatz
– Die 12 Bildschirmtibeter (pdf)

Kave Atefie





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