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Gesunde Jause – Übergewicht bei Kindern muss nicht sein

Gesunde Jause – Übergewicht bei Kindern muss nicht sein

Gesunde Jause für Kinder

Kinderärzte und Ernährungswissenschafter sind alarmiert: In Österreich ist schätzungsweisejede fünfte Schüler zwischen 11 und 13 Jahren übergewichtig. Etwa fünf Prozent der Wiener Schulkinder leiden an Adipositas und der größte Teil der stark Übergewichtigen trägt diese Last lebenslang.



Wirklich überraschend ist die Situation allerdings nicht, betrachtet man die Ernährungs- und Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen: Wie ein großer Teil der Bevölkerung essen auch sie generell zu viel, zu süß und zu fett und damit geht eine zu hohe Kalorienzufuhr einher. Zudem locken überall kalorienreiche Snacks und Softdrinks für Zwischendurch. Gleichzeitig bewegen sich viele Kinder und Jugendliche zu wenig. Anstatt Sport zu treiben oder draußen zu spielen, verbringen sie ihre Freizeit vor dem Fernseher oder Computer.

Das hat enorme Folgen für ihre Gesundheit und für ihre Psyche. Übergewichtige Kinder sind anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Sie werden oft gehänselt, fühlen sich dadurch ausgegrenzt und ziehen sich zurück. Die Ernährungswissenschafterin Mag. Rita Kichler, Gesundheitsreferentin im Fonds Gesundes Österreich, gibt konkrete Tipps, wie Eltern ihre Sprösslinge in Sachen ausgewogene Ernährung unterstützen können.

Verbote bringen nichts

Gemüse trägt zur Gesundheit bei, ist jedoch bei vielen Kindern nicht beliebt. „Ob Obst, Gemüse oder andere für die Ernährung günstigen Lebensmittel, Kinder müssen von sich aus auf den richtigen Geschmack kommen“ findet Mag. Kichler. Ein strikter Menüplan, der zum gesunden Essen „zwingt“, hilft da wenig. Und vor allem eins, weiß die Expertin: „Verbote bringen nichts. Dadurch werden die häufig zu viel konsumierten Speisen wie Süßigkeiten oder Pommes frites nur noch interessanter.“ Statt dessen sollte das Augenmerk auf die Ausgewogenheit gelegt werden. „Bei optimierter Mischkost ist auch gegen gelegentliche Limonaden, Burger oder einen kleinen Schokoriegel nichts einzuwenden. Das ist alles eine Frage der Menge“, so Mag. Kichler.

Weiters rät sie den Eltern, sich auf die Vorbildwirkung zu besinnen, „denn wenn Eltern selbst beim dekorativen Obstkorb nicht zugreifen und kein Gemüse essen, wie soll man das dann von den Kindern erwarten.“ Empfehlenswert wäre es, wenn Eltern mit ihren Kindern gemeinsam Märkte erkunden und mit den für sie ansprechenden pflanzlichen Lebensmitteln neue Speisen zubereiten, um herausfinden, welches Obst und Gemüse ihnen am besten schmeckt.

Ein guter Tag beginnt mit einem guten Frühstück

Wichtig für Eltern ist es, schon am Beginn des Tages die Weichen richtig zu stellen: „Das Frühstück als Energielieferant für den Vormittag ist nicht nur für Kindergarten- und Schulkinder wichtig, sondern auch für Sie selbst“, rät die Expertin. „Eine Kombination aus Vollkornbrot mit Topfenaufstrich, frischem Obst und Gemüserohkost oder Müsli mit Joghurt und Früchten bietet Ihrem Kind wertvolle Nährstoffe.“ Falls der Nachwuchs gar nicht frühstücken will, sollte man Kinder allerdings auch nicht dazu nötigen. Mag. Kichler: „Auch ein Glas Milch oder Kakao ist am Morgen ausreichend, falls das zweite Frühstück dann reichlicher gestaltet wird. Geben Sie Ihrem Kind in diesem Fall also ausreichend Pausenverpflegung mit.“

Die gesunde Jause macht Schule

Topfenkolatschen, Schoko-Riegel, Kuchen, süße Getränke und andere zuckerreiche Kost sind keine empfehlenswerten Pausensnacks. Der darin enthaltene Zucker wird rasch vom Körper abgebaut und verbraucht. Deshalb ermöglichen Süßigkeiten nur einen sehr kurzfristigen Leistungsanstieg. „Neben Obst und Gemüse sind zum Beispiel auch Milch, Kakao oder Joghurt sowie Vollkornbrote mit fettarmen Schinken oder Käse empfehlenswert für die Pausenverpflegung“ skizziert die Expertin die optimale Jausen-Box.

Trinken, trinken, trinken

Für eine optimale geistige Leistungsfähigkeit ist auch ausreichendes Trinken von Bedeutung. „Die besten Durstlöscher für Kinder sind Wasser oder Mineralwasser, verdünnte Obst- und Gemüsesäfte oder ungesüßte Früchte- und Kräutertees“, so Mag. Kichler. „Bohnenkaffee, schwarzer Tee, Colagetränke und koffeinhaltiger Eistee sind für Kinder nicht geeignet.“

Fratz & Co.

Übrigens: Die Ernährungspyramide baut auf

Die Ernährungspyramide veranschaulicht, in welchen Mengen bestimmte Lebensmittelgruppen auf dem Menüplan der Österreicherinnen und Österreicher stehen sollten. Das heißt: Kein Lebensmittel ist ungesund oder gar verboten. Aber manche Dinge sollten eben nur sehr selten gegessen werden, andere täglich und reichlich so wie Obst und Gemüse, von denen fünf Portionen pro Tag empfehlenswert sind, gleiches gilt für Kartoffeln und Getreideprodukte. Diese Produkte bilden die Basis der Pyramide. Weit oben finden sich Fette und Öle, von denen möglichst wenig verzehrt werden sollte, an der Spitze stehen kleine Extras, wie Süßigkeiten, Mehlspeisen und salzige Knabbereien.

So können Sie Kindern Gemüse schmackhaft machen:

  • Die meisten Kinder mögen Gemüse, das ein wenig süß schmeckt, wie Karotten, Erbsen oder Zuckermais.
  • Auch Pasta-Gerichte mit einer Gemüsesauce, zum Beispiel aus Tomaten, Paprika und Zucchini, werden von Kindern oft gern gegessen.
  • Paprika, Karotten, Gurken und Kohlrabi können in mundgerechte Stücke geschnitten und mit einem guten Dip serviert werden, um die Akzeptanz dieser Gemüsesorten bei Kindern zu erhöhen. Zum Beispiel mit einer Sauce aus Joghurt und Kräutern oder einem anderen schmackhaften und leichten Dip.

Schritt für Schritt mehr Obst und Gemüse

Manche Kinder essen wenig oder gar kein Obst und Gemüse. So können sie möglicherweise schrittweise daran Geschmack finden:

  • Jeden Tag ein Stück Obst in die Schule mitgeben: Etwa einen Apfel, eine Banane, eine Birne, Karotten, Kohlrabi, einige Cocktailtomaten oder einige Radieschen.
  • Obst mit Joghurt ist eine bekömmliche Zwischenmahlzeit und stellt ein ideales Frühstück mit Haferflocken-Müsli dar.
  • Kurz gegartes Gemüse ist ein knackiges Abendessen.
  • Karotten-, Tomaten- oder Gurkenstücke eignen sich sehr gut als Beilage zu einer Brotmahlzeit mit fettarmem Käse oder magerer Wurst oder als Dekor auf Topfenbroten. Diese schmecken Kindern besonders, wenn man daraus bunte Clowngesichter, Fische, Autos oder andere Figuren gestaltet und ihnen phantasievolle Namen gibt.

Linktipps:

– Saft, Nektar, Sirup – was ist der Unterschied
– Gesunde Ernährung gegen Schulstress
– Experten warnen: Übergewicht bei Kindern steigt dramatisch
– Kampagne „starke Freunde“ hilft übergewichtigen Kindern
– Ernährungsirrtümer
– Adipositas bei Kindern