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Die häufigsten Sportverletzungen | Fitness

Die häufigsten Sportverletzungen | Fitness

Die häufigsten Sportverletzungen

Jedes Jahr verletzen sich allein in Österreich bis zu 200.000 (in Deutschland etwa zwei Millionen) Menschen beim Sport, Tendenz steigend. Ursachen dafür sind die wachsende Zahl von Freizeitsportlern, der Trend zu Modesportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko und eine vermehrte Risikobereitschaft bei den Sportlern. Außerdem sind die Bewegungsabläufe häufig ungenügend erlernt und Vorsichtsmaßnahmen werden nicht beachtet. Trotzdem sind sich die Sportmediziner darüber einig, dass der gesundheitliche Nutzen des Sports die Risiken um ein Vielfaches überwiegt.



In den modernen Industriegesellschaften haben Intensität und Dauer der körperlichen Arbeitsleistung ständig abgenommen. Parallel dazu findet jedoch in den letzten Jahren eine zunehmende Dynamisierung der Freizeit durch sportliche Betätigung innerhalb breiter Bevölkerungsschichten. Diesem an und für sich positiven Trend steht leider auch eine zunehmende Zahl an Sportverletzungen und Überlastungsschäden gegenüber.

Vom Schreibtisch auf direktem Weg zum Fitness-Parcours, Bewegung ohne Aufwärmphase, Überbelastung und Missachtung von Sicherheitsmassnahmen; auf diese Weise wird der Freizeitsport immer wieder zur Gesundheitsfalle. Davon zeugen etwa in Deutschland jährlich weit über 1 Million Sportunfälle und 250.000 ärztliche Behandlungen oder aber 1 Todesfall, 10 Invaliditätsfälle und 1000 Sportunfälle je 40.000 Sporttreibende. Angeführt wird die Lister der Sportverletzungen von Prellungen und Verstauchungen (35,5%). Es folgen Knochenbrüche und Verrenkungen (28,4%), Verletzungen von Sehnen, Bändern, Muskeln (21,3%), Weichteilverletzungen (7,2%), Zahnverletzungen (4,0%), Verletzungen von Nerven und Gehirn (2,9%), sonstige Verletzungen (0,7%).

Die häufigsten Sportverletzungen

  • Muskelkater: Mikrotraumatisierung der Muskelfibrillen, d.h. kleinste Verletzungen der Muskelfasern (nicht wie häufig angenommen eine Übersäuerung des Muskels!); Ein Muskelkater kommt häufig nach ungewohnten Bewegungsabläufen und negativen Bewegungsmustern vor (z. B. abbremsender Krafteinsatz bei Krafttraining oder langes Abwärtslaufen). Muskelkater ist durch die gleiche Bewegung für mehrere Wochen nicht erneut auslösbar und hinterläßt keine bleibenden Schäden. Beschwerden: etwa 1 Tag nach vorhergehender ungewohnte Betätigung, Belastungsschmerz und Leistungsminderung bis zu 30%.
  • Muskelkrampf: meist an der Wadenmuskulatur. Ursachen: Stoffwechselstörungen (Mineralverlust, Anhäufung von Stoffwechselendprodukten), Durchblutungsstörungen durch Bandagen oder Verkrampfungen, Trainingsmängel, Fehlbelastungen, Störung der Muskelerregung.
  • Muskelzerrungen und Muskelfaserrisse sind häufige und schmerzhafte Sportverletzungen, die nicht nur Leistungssportler behindern. Früher wurden zur Ausheilung etwa eines Faserrisses bis zu sechs Wochen veranschlagt. Inzwischen schaffen es Sportmediziner, dass zum Beispiel Fußballprofis mit solchen Verletzungen schon nach etwa zwei Wochen wieder mit dem Ball trainieren können. Bei einer Muskelzerrung steigt der Tonus plötzlich an, häufig durch unkoordinierte Bewegungen von Muskeln, die nicht ausreichend trainiert und an diese Belastung adaptiert sind. Der gezerrte Muskel wird unelastisch, aber die Muskelarchitektur bleibt erhalten. Zerrungen können innerhalb von Tagen heilen. Bei einem Muskelfaserriß ist die Kontinuität der Muskulatur unterbrochen und es blutet in das verletzte Muskelbündel und in die tastbare Lücke. Die Ausdehnung dieses Hämatoms beeinflußt, ob ein Riß innerhalb von zwei Wochen heilt. Deshalb sind Druckverband und Kühlung als Erste-Hilfe in der ersten halben Stunde nach Verletzung so wichtig.
  • Bänderriss, Bänderdehnung: vollständiges oder teilweises Reißen der kollagenen Fasern bei Fehl- oder Überbelastung; meist in Kombination mit einer Gelenkverletzung; häufig an Knöchel und Knie. Beschwerden: plötzlich starke, stechende Schmerzen, Schwellung/Ergussbildung Bewegungseinschränkung (nicht immer) Sehnenreizung, Sehnenscheidenentzündung: bei chronischer Überbelastung einzelner Teile des Bewegungsapparates. Verstärkend wirken falsche Bewegungsmuster, ungenügende Vorbereitung und Ermüdungserscheinungen; häufig an Unterarm (Tennis), Ferse (Läufer) oder Leiste (Fußball). Beschwerden: Schmerzen an Muskelansatz/-ursprung (Beispiel Achillessehne), Schmerzen in Ruhe, Druckschmerz, Schmerzzunahme bei Belastung.

Erste Hilfe bei Freizeit- und Sportverletzungen

Um Verletzungen zu vermeiden, sollten einige allgemeine Regeln beachtet werden. So sollte jedes sportartspezifische Training auch Phasen zum Aufwärmen, Stretching und „cool-down“ enthalten. Auch empfehlen die Sportmediziner, regelmäßig den gesamten Bewegungsapparat zu trainieren. Vor allem bei Trendsportarten wie Inline-Skating ist auf ausreichenden Gelenkschutz durch Protektoren zu achten.

Kommt es trotzdem zu einer Verletzung, gilt als Grundsatz für die Erstversorgung von Betroffenen nach wie vor die bekannte PECH-Regel (Pause, Eis, Compression/Druck, Hochlagerung). Eine rasche Behandlung nach diesem Prinzip lindert nicht nur die Schmerzen, sondern verringert auch eine Weichteilschwellung, Ödembildung und Entzündungsreaktion.

Die betroffene Region sollte direkt nach dem Unfall mit Eisbeuteln, Umschlägen, Kältekompressen oder Kältespray gekühlt und möglichst hochgelagert werden. – Um den Bluterguss optimal abzuschwellen, die Kältebehandlung 24 Stunden lang fortsetzten. – Kühlend und abschwellend wirken auch Sportgele. – Mit der Wärembehandlung, mit wärmewirksamen Salben oder durchblutungsfördernden Bädern oder auch Rotlicht am nächsten Tag beginnen. – Eine Weile müssen die betroffenen Gelenke und Muskeln geschont werden. Erst langsam mit der Belastung wieder beginnen. Ruhigstellung und Hochlagerung sind nach unkomplizierten Verletzungen allerdings nur so lange ratsam, bis die Schwellung nachgelassen hat und der akute Schmerz abgeklungen ist. Die Akutphase endet meist mit dem zweiten Tag der Verletzung. Danach sollte die verletzte Region wieder vorsichtig beansprucht werden.

Mit leichten Schmerzmitteln lassen sich Schmerzen lindern. Zur Stabilisierung und um Nachblutungen und Schwellungen zu verhindern, werden Kompressionsverbände angelegt. Bei der Kältebehandlung wird heute Eiswasser mit einer Temperatur von etwa null Grad Celsius bevorzugt, denn eine zu starke Kühlung mit Eiswürfeln oder mit Kältesprays kann zu Gewebeschäden führen.

Vorbeugung

  • vor dem Sport aufwärmen.
  • Immer das richtige Schuhwerk beim Sport tragen.
  • Insbesonders bei durch häufige Verletzungen ausgeleierten Bändern, beim Sport Stützbandagen oder Stützstrümpfe tragen.
  • Keine hohen Absätze tragen.

Linktipps:

– Sportmedizin
– Hyperbare Sauerstofftherapie
– Fußball – Teamsport mit hohem Verletzungsrisiko
– Akupunkturpflaster und Kinesio-Tapes – heilende Klebebänder?
– Kryotherapie: Kälte als Erste Hilfe bei Sportverletzungen
– Prellungen & Verstauchungen
– Meniskusverletzung