Vegane Ernährung: Vor- und Nachteile fleischloser Kost

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Vegane Ernährung: Vor- und Nachteile fleischloser Kost

Fotocredit: lassedesignen & Christian Jung | Fotolia

Vegane Ernährung liegt voll im Trend – Veganismus lehnt nicht nur den Verzehr von Tierkörpern, sondern überhaupt jede Nutzung von Tieren und tierischen Produkten ab.


Bedeutet: keine Eier, kein Honig, keine Milchprodukte (Butter, Käse, Obers). Dennoch sind Veganer von Außenseitern zu Trendsettern geworden, wenngleich die Beweggründe für fleischlose Ernährung höchst unterschiedlich sind.

Vegane Ernährung – Artikelübersicht:

Egal ob aus Tierschutzgründen, Klimaschutz oder wegen gesundheitlicher Überlegungen, der absolute Verzicht auf tierische Produkte hat durchaus positive Effekte auf den Körper, allzu einseitige Ernährung sollte aber vermieden werden. Ein ausgewogener Speiseplan ist daher absolutes Muss um Ernährungsmängel vorzubeugen und die Vorteile der veganen Ernährung optimal zu nutzen.

Vegane Ernährung birgt Vor- und Nachteile für Mensch und Natur, wenn eine umfassende Perspektive angenommen wird. Immer häufiger ernähren sich Menschen fleischlos. Sie sind also Vegetarier und handeln entsprechend, weil sie es ethisch ablehnen, Tiere zu essen und/oder weil sie die Ressourcen der Natur schonen wollen.

Vegane Ernährung geht noch über diese Position hinaus; bei der veganen Ernährung wird auf das Tier als Lebensmittelproduzent gänzlich verzichtet.

Das Handlungsprinzip basiert auf dem Memorandum der Vegan Society aus dem Jahr 1979 und bezeichnet Veganismus als eine „Philosophie und Lebensart“, die versucht, „so weit wie möglich und praktisch durchführbar, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden und darüber hinaus die Entwicklung tierfreier Alternativen zu fördern“, was Menschen, Tieren und der Umwelt zum Vorteil gereichen soll.

Doch worin besteht die Besonderheit der veganen Ernährung ganz genau? Und welche Vor- und Nachteile sind für Natur und Mensch zu erwarten, wenn immer mehr Menschen auf vegane Ernährung umstellen?

Was ist vegane Ernährung und worin besteht eine vegane Lebenseinstellung?

Vegane Ernährung verzichtet auf jedes tierische Produkt. Ein Vegetarier verzichtet lediglich auf den Verzehr von Tieren.

Tierische Produkte, wie Eier, Milch oder Honig sind für Vegetarier weiter verfügbar und können sehr gut für die Nahrungszufuhr genutzt werden, womit eine große Variabilität trotz Fleischverzichts garantiert werden kann. Der Vegetarier kann auf wesentlich mehr Varianten von Lebensmitteln zurückgreifen.

Veganer müssen diese Variabilität in der rein pflanzlichen Nahrungsaufnahme finden, denn Veganer verzichten bei der Nahrung vollständig auf tierische Produkte. Ethisch motivierte Veganer gehen sogar so weit, dass sie auch bei der eigenen Kleidung auf tierische Produkte verzichten.

Vielen Menschen ist nicht klar, wie stark die Kleidung durch tierische Produkte geprägt ist. Konsequenterweise sind ethische Veganer sogar bereit, auf moderne Arzneimittel und Kosmetik zu verzichten, weil diese nur nach Tierexperimente in den Wirtschaftskreislauf gelangen können.

Vorteile einer veganen Ernährung

Im Hinblick auf den Klimaschutz kann eine vegane Ernährung den CO2-Ausstoß und den Wasserverbrauch verringern. Studien haben gezeigt, dass die Erzeugung von Fleisch und Milchprodukten einen höheren CO2-Ausstoß und mehr Treibhausgase verursacht als die Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Außerdem benötigt die Landwirtschaft für die Tierhaltung mehr Wasser als für die Pflanzenproduktion.¹

Was das Tierwohl betrifft, vermeidet eine vegane Ernährung die Nutzung und Misshandlung von Tieren in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelproduktion. Durch vegane Ernährung kann man dazu beitragen, dass Tiere nicht zu Lebensmitteln produziert werden müssen und somit einer Massentierhaltung in Ställen und Stallungen entgegenwirken.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass eine vegane Ernährung nicht automatisch klimafreundlich oder tierfreundlich ist, wenn sie aus Lebensmitteln besteht, die unter schlechten Bedingungen angebaut wurden oder lange Strecken zurückgelegt haben, um auf den Teller zu gelangen.

Wie bei der omnivoren Ernährung sind auch bei veganen Produkten Lebensmittel aus biologischer Produktion, saisonal und regional hergestellt grundsätzlich jenen industrieller Massenproduktion vorzuziehen. Dies nicht nur aus kulinarischen Gründen, sondern auch hinsichtlich der enthaltenen Zusatzstoffe und des Ressourcenverbrauchs bei der Herstellung und dem Transport.

Es gibt aktuell allerdings keine wissenschaftliche Übereinstimmung darüber, ob industriell hergestellte vegane Lebensmittel problematisch sind oder nicht. Es hängt jeweils einfach von sehr vielen Faktoren ab, wie z. B. den verwendeten Inhaltsstoffen, der Herstellungsmethode, der Nachhaltigkeit der Landwirtschaft und den Gesundheitsauswirkungen auf den Verbraucher.

Einige Studien zeigen, dass einige industriell hergestellte vegane Lebensmittel einen hohen Anteil an verarbeiteten Zutaten, wie Soja-Isolat, Hydrolisierte Pflanzenproteine, Stärke und pflanzliche Öle enthalten, die für die Gesundheit nicht unbedingt von Vorteil sind. Es ist wichtig, auf die Inhaltsstoffe und die Herstellungsmethode zu achten, um sicherzustellen, dass man eine gesunde und ausgewogene Ernährung erhält.

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Nicht alle Veganer sind so stark ethisch motiviert, dass sie auch bei der Kleidung und den weiteren tierischen Produkten auf die Nutzung gänzlich verzichten wollen. Die Gründe für vegane Ernährung werden zwar oft im Tierschutz verankert, doch viele reizt die vegane Ernährung auch, weil sie so die schon eingeübten Techniken der vegetarischen Ernährung weiter ausbauen können.

Pluspunkt der veganen Ernährung ist, dass sie eher eine kalorienarme und gesunde Ernährung sichert. Man kann also auf Diäten oder andere Methoden verzichten, wenn man abnehmen möchte.

Eine dauerhafte Ernährungsumstellung sorgt zusammen mit viel Bewegung für ein besseres Lebensgefühl, zumal man auch sicher sein kann, dass durch die eigenen Verhaltensweisen Tiere nicht unnötig belastet werden müssen.

Die vielfältig ausgerichtete vegane Ernährung kann deshalb als gesund gelten, weil sie auf Gemüse und andere pflanzliche Produkte setzt, die über wenig Fett und Kohlehydrate verfügen. Insgesamt ist diese Ernährungsweise dadurch geprägt, dass natürliche Ressourcen besser genutzt werden. Vegane Ernährung ist also besser für das Klima als die übliche Ernährung mit viel Fleisch.

Als Vorteile veganer Ernährung nennen Anhänger:

  • kalorienarme Ernährung
  • bessere Ressourcennutzung
  • bessere Klimabilanz
  • besseres Lebensgefühl

Nachteile einer veganen Ernährung

Bei der Beurteilung veganer Ernährung sind sich Ernährungswissenschafter alles andere als einig – vor allem die Gefahr von Nährstoffdefiziten wird häufig genannt. Vor allem während der Schwangerschaft, in der Stillzeit und während des jugendlichen Wachstums bestünden Risiken einer Mangelernährung.

Ausdrücklich genannt werden Eiweißdefizite und Defizite an Eisen, Calcium, Jod, Zink, Riboflavin, Vitamin B12, Vitamin D und bestimmten Fettsäuren.

Während Fett allgemein in ausreichender Menge durch die vegane Ernährung beschafft werden kann, gibt es ein grundsätzliches Problem bei der Eiweißzufuhr. Denn im Gemüse und im Obst ist kaum Eiweiß vorhanden. Eiweiß wird aber benötigt, um dem menschlichen Stoffwechsel ausreichend Nährstoffe zuzuführen.

Man kann aber durch eine geschickte Steuerung der Nahrungsbeschaffung diesem Eiweißmangel vorbeugen. Man nutzt gezielt hierzu Nahrungsmittel mit einem hohen Proteingehalt. Besonders beliebt sind bei Veganern Sojaprodukte.

Wenngleich es im deutschen Sprachraum kaum eine relevante Ernährungsagentur gibt, die vegane Ernährung generell empfiehlt, so haltet es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) immerhin für möglich (und ungefährlich), dass vegane Kost den Nährstoffbedarf von gesunden Erwachsenen decken kann, sofern ein ausreichendes Ernährungswissen vorliegt und eine wohlüberlegte Nahrungszusammenstellung erfolgt.

Fazit

Vegane Ernährung ist vorteilhaft, wenn man auf Vielfalt achtet und sichert, dass man dem Körper ausreichend Eiweiß zuführt. Vegane Ernährung kann bei zusätzlicher Nährstoffzufuhr ohne Probleme bis ins hohe Alter praktiziert werden und man hat dabei bessere Chancen, sein Idealgewicht zu halten oder zu erreichen.

Auf Genuss müssen Veganer heutzutage dabei längst nicht mehr verzichten – es gibt zahlreiche Geschäfte und Restaurants, die auf vegane Nahrungsmittel spezialisiert sind und im Internet finden sich auf speziellen Rezeptportalen zahlreiche vegane Rezepte, die für Anfänger und ambitionierte Hobbyköche gleichermaßen geeignet sind.

Und ohne Zweifel nützt vegane Ernährung jedenfalls der Umweltbilanz, da Produkte aus industrieller Massentierhaltung ausgeschlossen werden, wodurch nicht nur Ressourcen (Wasser!) gespart werden sondern auch Umweltbelastungen durch Transporte reduziert werden können. Veganer verschaffen diese tierethischen Überlegungen zweifellos ein besseres Lebensgefühl und die Überzeugung der Umwelt Gutes zu tun.

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Quellen:

¹ Livestock’s Long Shadow – environmental issues and options (Studie von Food and Agriculture Organization of the United Nations)
² Vegane Ernährung im Überblick (gesundheit.gv.at)
³ Vegetarian diets in the nutrition of pregnant and breastfeeding women (Brzezińska, Kucharska, Sińska; 2016) PMID: 27137830

[Verfasst 05/2015, Update: 01/2023]

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Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

Linktipps

– Kuhmilch oder Pflanzenmilch: Wie gut sind Milchersatzprodukte?
– Zuckerfreie Ernährung: Foodblog
– Backen ohne Ei und Milch
– Rezept: Erdäpfelgulasch mit veganer Bratwurst
– Rezept: Kürbiscremesuppe vegan
– Eisenmangel | Medizinlexikon:
– Rezept: Veganer Kichererbsen Burger mit Hummus
Position der Deutschen Gesellschaft für Ernährung – Vegane Ernährung

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