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Entsäuern: gesunde Ernährung im Säure-Basen-Gleichgewicht

Entsäuern: gesunde Ernährung im Säure-Basen-Gleichgewicht

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Wenn sauer nicht lustig macht: Eine latente Übersäuerung des Körpers durch falsche Ernährung mindert etwa die Durchlässigkeit des Bindegewebes für Nährstoffe und Abbauprodukte – sichtbar wird diese Gewebeschwächung durch Cellulite. Übersäuerung bedeutet aber auch eine dauerhafte Belastung der Nieren und kann langfristig die Knochenschwäche Osteoporose auslösen. Bewusstes Essen schützt jedoch vor Säurestress.



Übersäuert? – wie kommt’s dazu?

Übersäuert – was ist das eigentlich? Der Mensch ist biologisch gesehen ein basisches Wesen. Das Blut ist basisch und muss auch ständig basisch bleiben, ansonsten kann dies lebensbedrohende Auswirkungen haben. Die Zellen werden von basischem Blut versorgt. Das menschliche Leben entwickelt sich 9 Monate lang in einem basischen Fruchtwasser. Wenn der Mensch gesund ist, lebt er in einem ausgeklügelten Gleichgewicht von Säuren und Basen. Unser Körper besteht zu 80 % aus Basen und zu 20 % aus Säuren, unsere raffinierte und denaturierte Nahrung führt dem Körper aber ca. 80 % Säuren zu.

Eigentlich ist der Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Körpers ausgeglichen. Doch bei falscher Lebensweise kann das Zusammenspiel von Säuren und Basen aus dem Gleichgewicht geraten. Übersäuerung ist die Folge. Eine eiweißlastige Ernährung mit zu großen Fleischportionen, genauso wie einseitige Crash-Diäten führen zu einem wahren Ansturm der Säuren im Körper. Der Organismus muss ständig darum kämpfen, die Balance zu halten, dieser energieraubende und auszehrende Zustand wird auch als latente Übersäuerung (Azidose, Acidose) bezeichnet – Gesundheitsstörungen können die Folge sein.

Säure-Basen-Gleichgewicht halten

Bei der Umwandlung von Lebensmitteln in körpergechte Baustoffe und Energielieferanten entstehen Säuren und Basen. Wobei der Geschmack eines Nahrungsmittels nichts darüber aussagt, ob es zur Säure- oder Basenbildung im Körper beiträgt. Der Säure- bzw. Basengehalt wird mit dem pH-Wert angegeben. Die Skala reicht von 0 bis 7 im sauren Bereich und von 7 bis 14 im basischen Bereich. Bei einem pH-Wert von 7 sind die positiv und negativ geladenen Teilchen im Gleichgewicht. Je nach Organ gibt es im Körper unterschiedliche pH-Werte. Nur im Blut muss der pH-Wert konstant bleiben und zwar bei 7,4.

Der Körper besitzt verschiedene Kontrollmechanismen, um den Säure-Basen-Haushalt stabil zu halten. Überschüssige Säure wird über die Nieren ausgeschieden, durch die Ausatmung von Kohlensäure und durch Bikarbonatpuffer im Gewebe wird ebenfalls dafür gesorgt, dass der pH-Wert reguliert wird. Über die Haut wird saurer Schweiß ausgeschieden, und über den Darm saurer Stuhl.

Eine kurzzeitige Säure- oder Basenbelastung schadet dem Organismus keineswegs, da er leistungsfähige Puffersysteme hat. Langfristig gesehen wäre es aber sicher zu empfehlen, nicht zu säureüberschüssig zu essen. Einige Erkrankungen sind auf Störungen das Säure-Basen-Haushalts zurückzuführen – wer übersäuert ist, ist für bestimmte Kranheiten anfälliger. Am bekanntesten ist die Gicht, bei der Einlagerungen von Harnsäurekristallen in den Gelenken entstehen, sich entzünden und schmerzen.

Es ist auch zu vermuten, dass Erkrankungen wie chronische Entzündungen, Geschwüre, Hautkrankheiten und auch Harnsteine im Umfeld einer Übersäuerung des Gewebes leichter entstehen können. Ob auch Erkrankungen wie Rheuma, Infektionsanfälligkeit, Osteoporose bis hin zum Haarausfall durch eine „Übersäuerung“ des Gewebes entstehen können, ist in der Medizin umstritten.

Übersäuert? Welche Lebensmitel machen uns sauer?

Eine gezielte Ernährung mit viel Obst und Gemüse entlastet den Organismus, sie liefern dem Körper reichlich Basen, dadurch bleiben die Knochen stark, die Haut straff und die Versorgung der Zellen funktioniert tadellos.

Als Säurelieferanten gelten:

Zucker und zuckerhaltige Süßwaren, Brot aus Weißmehl, Nudeln, Kaffee, schwarzer Tee, Alkohol, Fleisch, Fisch, Wurstwaren und ganz besonders Fleischsuppen.

Zu den Basenlieferanten zählen:

Kartoffel, Gemüse, Obst, rohe Milch, manche Käsesorten sowie die meisten Kräuter. Spitzenreiter bei den Basenlieferanten sind alle dunkelgrünen Blattsalate. Auch Trockenfrüchte – hier besonders Datteln, Feigen und Rosinen – zählen zu den Top-Basen-Bildern.

Neutrale Lebensmittel sind: Wasser, Butter, kalt gepresste Öle, Walnüsse

Liegt der pH-Wert im Blut unterhalb von 7,36 spricht man von einer Azidose. Der Referenzwert liegt je nach Labor bei 7,36 bis 7,44. Liegt er darüber, so spricht man von einer Alkalose. Das Phänomen einer akuten Übersäuerung (Azidose) und das Gegenteil davon (Alkalose) sind sowohl auf der Ebene des Blutes als auch als Gewebsazidose in der Medizin, insbesondere in der Intensivmedizin, bekannt. Im Konzept der basischen Ernährung ist jedoch nicht von einer akuten Azidose und Alkalose des (arteriellen) Blutes die Rede, sondern ausschließlich von einer chronischen Übersäuerung der Körpergewebe außerhalb des Blutes.

Zahlreiche Symptome werden in der Komplementärmedizin auf eine Übersäuerung zurückgeführt: Sodbrennen, chronische Magen-Darmstörungen (z. B. Candida albicans), Cellulite, Haarausfall, brüchige Haare, fahle Haut, Hautunreinheiten, Akne, Rheuma und Gicht, Neurodermitis, Allergien, Arterienverkalkung, Diabetes, Osteoporose, Schmerzen und Verspannungen, sowie ein geschwächtes Immunsystem.

In diesem Zusammenhang wird die sogenannte basische Ernährung etwa seit 1970 in der Alternativmedizin bzw. Komplementärmedizin, nicht aber innerhalb der Schulmedizin oder der Ernährungswissenschaften angewendet. Eine chronische Übersäuerung als Krankheit bzw. Krankheitsfaktor ist in dieser Form wissenschaftlich auch nicht anerkannt, da eine messbare pH-Absenkung im Blut in den genannten Fällen nicht nachweisbar ist.

Eine Wirksamkeit der basischen Ernährung, insbesondere bezüglich der Vermeidung oben genannter Krankheiten wiederum konnte bisher nicht nachgewiesen werden, abgesehen von Nebeneffekten durch eine insgesamt gesündere Ernährung (z. B. Fleischverzicht, Vermeidung von Kohlenhydraten mit hohem glykämischen Index).

Tipps & Tricks zur ausgewogenen Ernährung im Säure-Basen-Gleichgewicht

Grundsätzlich gilt: Kombinieren Sie – vorzugsweise fettarmes – Fleisch oder Fisch mit einer großen fettarm zubereiteten Gemüse- oder Kartoffelportion. Denn ca. 250 g Obst oder Gemüse gleichen die Säurebildung aus, die von 100 g Fleisch, Fisch oder Getreide entsteht. Mit ausgewogener Ernährung übersäuert man nicht!

Morgens: Kaffee und schwarzer Tee sind Wasserräuber – der Körper hat nach dem Genuss weniger Flüssigkeit zur Verfügung als vorher. Sie müssen deswegen aber keinesfalls auf Ihren gewohnten Morgenkaffee verzichten, trinken Sie allerdings ein großes Glas Wasser nach. Frisches Obst, Vollkornmüsli, verdünnte Obstsäfte, Honig und Dörrobst sind zudem eine interessante Abwechslung.

Mittags: Die ideale Zeit, um den Löwenanteil an Basen aufzunehmen. Gemüsesuppen und Kräuter bringen ein Basenplus! Bevorzugen Sie als Eiweißlieferanten pflanzliche Lebensmittel (z. B. Bohnen) – Sie kommen damit leichter ins Basen-Plus, essen weniger Fett und sparen so Kalorien. Flüssigkeit ist nötig, um anfallende Säuren über die Nieren auszuscheiden. Leitungswasser und stille Mineralwässer sind neutral, Kräutertees bringen Mineralstoffe mit und sind daher ideal.

Nachmittags laufen die Stoffwechselvorgänge langsamer ab, da können manche Nahrungsmittel stärker gären, z. B. frisches Obst, Salat, Rohkost. Bedenken Sie dies, wenn Sie zu Blähungen neigen sollten.

Abends nur kleine Portionen, gut gekaut, möglichst vor 19.00 Uhr.

Zur Wiederherstellung des Säure-Basen-Gleichgewichtes, also zur Entsäuerung, und zur Neutralisierung der anfallenden Stoffwechselgifte kann eine Basenmischung eingenommen werden. Eine regelmäßige Einnahme im Sinne einer Vorbeugung zur Übersäuerung ist sicherlich nicht sinnvoll.

Linktipps:

– Fasten & Entschlacken – das Geschäft mit dem Essensverzicht
– Ernährungsirrtümer
– Die Mandel – das gesunde Multitalent
– Ernährung nach TCM im Winter
– Richtige & gesunde Kinderernährung
– Lexikon der Ernährung
– Kaffee – wohlschmeckend, anregend und gesund