Sauerampfer – gesund und vielseitig einsetzbar

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Sauerampfer - gesund und vielseitig einsetzbar

Sauerampfer trägt seinen Namen nicht zu unrecht. Etwas säuerlich und leicht bitter schmeckend ist er unverkennbar im Geschmack. Doch er ist auch außerhalb der Küche gut einsetzbar und ein beliebtes Heilkraut. Beim Verzehr von rohem Sauerampfer ist allerdings nicht nur für Schwangere Vorsicht geboten. Richtig verarbeitet ist der Sauerampfer aber eine vielseitig verwendbare Pflanze und war zu Unrecht lange Zeit in Vergessenheit geraten. Gut, dass er wieder Einzug in die hiesigen Gärten und Küchen findet!

Sauerampfer – gesund und vielseitig einsetzbar – Artikelübersicht:

Was ist Sauerampfer

Sauerampfer ist eine mehrjährige und winterharte Pflanzenart aus der Familie der Knöterichgewächse, Gattung Ampfer. Die Pflanze wird rund einen Meter hoch und ist recht genügsam. Sie gedeiht auf lehmigen Böden sowie feuchten Wiesen – beides sehr nährstoffreiche Biotope. Man findet den eher unscheinbaren Sauerampfer zudem auf Weiden und oft auch einfach wie Unkraut am Wegesrand in nahezu allen Regionen der nördlichen Halbkugel.

Das Wildkraut hat große, längliche Blätter, die jenen von Spinatblättern ähnlich sehen. Der wissenschaftliche Name von Ampfer ist Rumex, veraltet auch Mönchsrhabarber genannt und Sauer-ampfer heißt Rumex Acetosa.

Einige der rund 130 Arten kann man auch gut im eigenen Garten kultivieren. Will man Sauerampfer anbauen, muss man ihn im Frühjahr am besten an halbschattigen bis sonnigen Standorten aussäen. Schon von April weg bis in den Juni können die jungen, zarten Blätter sowie die Wurzeln geerntet werden.

Tipp: da Sauerampfer dazu neigt sich unkrautartig zu verbreiten, daher am besten in Töpfen oder Kübeln anpflanzen!

Verwechslung des Sauerampfers mit anderen Pflanzenarten

Sauerampfer kann nicht nur mit anderen Ampferarten, sondern auch mit dem giftigen Aaronstab verwechselt werden. Die Blätter sind sich oberflächlich betrachtet tatsächlich ähnlich. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal sind allerdings die kleine abgesetzte Spitze an der Blattspreite des Sauerampfers hat. Im Gegensatz dazu sind die Blätter des Aaronstabs in diesem Bereich gleichmäßig abgerundet geformt.

In der Blütezeit sollte es zu keinen Verwechslungen kommen, da sich die Blütenstände massiv unterscheiden. Aaronstab bildet seine charakteristischen hellen Blüten in Bodennähe aus, während die rispenförmigen, rötlichen Sauerampferblüten bis zu einen Meter hoch emporwachsen.

Sauerampfer als Heilkraut

Sauerampfer hat nicht nur in der ländlichen Küche vieler europäischer Regionen eine lange Tradition. Auch als Heilkraut hat er Jahrhunderte lang gute Dienste erwiesen.

Schon die Ägypter und die alten Griechen und Römer nutzten die heilenden Eigenschaften des Sauerampfer. Vor allem seine verdauungsanregende Wirkung wurde damals geschätzt.

Im Mittelalter wurde Sauerampfer dann primär als fiebersenkendes Mittel eingesetzt. Heute schätzt man seine heilenden Inhaltsstoffe in verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten:

Inhaltsstoffe:

  • Ballaststoffe
  • Carotinoide
  • Eisen
  • Flavonoide
  • Kalium
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Proteine
  • Vitamin A, B, C und E

Sauerampfer wirkt

  • antibakteriell
  • blutreinigend
  • entzündungshemmend
  • hantreibend
  • herzstärkend
  • schleimlösend

Einsatzmöglichkeiten in der Medizin

Rumex acetosa, Wiesen-Sauerampfer

Bei Hautproblemen: Aus 25 g Blättern und 50 g Wurzeln einen Liter Tee herstellen und nach 10 Minuten abseihen. Morgens and abends eine Tasse hilft gegen Hautunreinheiten und Akne.

Zur Blutreinigung: Tee nur aus den Wurzeln des Sauerampfers trinken: 3 mal täglich eine Woche lang.

Als Frühjahrskur (max. eine Woche lang): Ein Esslöffel frische Blätter mit 250 ml 60-80 °C heißem Wasser aufgießen. Fünf Minuten ziehen lassen und bis zu dreimal täglich eine Tasse trinken. Die Kur sollte maximal eine Woche lang durchgeführt werden.

Bei Insektenstichen: Umschlag aus frischen, zerstoßenen Sauerampferblättern auflegen.

Bei Erkältungskrankheiten hilft eine Tinktur mit Sauerampfer. Die Tinktur ist einfach herzustellen: ein kleines Schraubglas bis zur Hälfte mit Sauerampferblättern füllen, mit mindestens 40%igem Alkohol aufgießen bis alle Blätter bedeckt sind und drei Wochen an einem kühlen Ort ziehen lassen.

Dann abseihen und den Sud in eine dunkle Tropfflasche füllen. Im Krankheitsfall für maximal eine Woche dreimal täglich 30 Tropfen einnehmen. Wirkt schleimlösend und leicht abführend und entwässernd. Das hilft Giftstoffe auszuscheiden.

Doch Vorsicht: In größeren Mengen roh genossen kann es beim Verzehr des Sauerampfers durch seinen hohen Gehalt an Oxalsäuren zu schweren Darmbeschwerden und Durchfällen kommen. Werdende Mütter sollten Sauerampfer ebenfalls nicht in großen Mengen roh verzehren, und auch wer unter Rheuma leidet oder ein Nierenleiden hat, sollte Rücksprache mit dem Arzt halten, denn bei übermäßigem Verzehr ist sogar die Bildung von Nieren- und Blasensteinen möglich.

Verwendung in der Küche

In der Küche werden vor allem die Blätter des Sauerampfers genutzt: in feine Streifen geschnitten oder gehackt wird die Pflanze roh (nur in kleinen Mengen!) oder gegart in Salaten oder in Saucen, zu Fleisch oder Gemüsegerichten, aber auch in Gerichten mit Ei verarbeitet. Die jungen, grünen Blätter können zudem in Kräuterbutter und Aufstrichen untergemischt werden.

Good to know: Die Blätter des Sauerampfers schmecken roh sehr herb und ziemlich bitter. An sich sollte also keine Gefahr bestehen, zu viel davon zu essen. Gekochte Blätter können im Gegensatz zu den rohen unbedenklich genossen werden. Das Wasser von blanchierten Blättern aber bitte besser wegschütten – es schmeckt ohnedies nicht gut sondern sehr bitter!

Wenn man die Blätter des Sauerampfers (mit oder ohne Flüssigkeit) erhitzt, dann zerfallen sie richtiggehend und man kann sie mit anderen Zutaten wie z.B. Butter in ein köstliches Püree oder zu Saucen verarbeiten.

Sauerampfer eignet sich ebenso als Spinatersatz: entweder genauso zubereitet und alleine genossen oder mit Spinat gemischt.Auch die Ampfersuppe hält wieder verstärkt Einzug in die regionalen Küchen – z.B. mit Kartoffeln, Lauch und Sauerrahm oder Kefir.

Wenn man die Blätter in Öl einlegt, kann man sie zudem gut konservieren und auch außerhalb der Erntemonate genießen.

Sie sehen: Sauerampfer ist ein Tausendsassa und wir hoffen, Ihnen Gusto gemacht zu haben. Probieren Sie das Wildkraut doch einfach aus. Irgendwo in der Nähe finden Sie sicher einen Sauerampfer – oder sie gehen auf Nummer sicher und zum nächsten Bauernmarkt!

Fotohinweis: Fotocredit 1: pixabay.com; Fotocredit 2: Biodiversity Heritage Library + C. A. M. Lindman – public domain

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