Dörrobst: warum getrocknete Früchte so gesund sind

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Dörrobst, Trockenfrüchte

Dörrobst sind sehr appetitliche getrocknete Früchte, die ernährungstechnisch besonders in der kalten Jahreszeit punkten. Dörrobst gibt Kraft und sättigt. Trockenfrüchte enthalten kaum Fett, der Fruchtzucker geht langsamer ins Blut über, was den Stoffwechsel weniger belastet. Sie sind reich an phenolischen Antioxidantien und wirken sich damit positiv auf die Gesundheit des Darmes aus und sollen laut einer Studie aus 2015 sogar vor Darmkrebs schützen. Anbei die wichtigsten Infos und besten Tipps fürs Dörren & Trocknen von Obst.

Dörrobst: warum getrocknete Früchte so gesund sind- Artikelübersicht:

Eine weitere Studie bewies übrigens, dass Dörrpflanzen zum Knochenschutz dienen und bei Osteoporose helfen. Trockenfrüchte, wie auch getrocknetes Gemüse, sind dank ihres Vitamin- und Mineralstoffgehalts eine wirklich sehr gesunde Zwischenmahlzeit. Trockenfrüchte findet man in verarbeiteter Form vor allem in Müsli, Riegeln und Früchtebrot. Doch auch das Selbermachen lohnt, denn dann kann man sicher sein, das die Früchte auch völlig unbehandelt, also frei von Zusatzstoffen und in Rohkostqualität genossen werden können.

Getrocknete Früchte wie Marillen, Äpfel, Zwetschken und Co. sind jedenfalls allemal gesünder als Süßigkeiten. Auch wenn sie weniger Vitamine als ihr frisches Pendant enthalten, bleiben doch sehr viele Nährstoffe, z.B. Mineralien wie Kalium, Phosphor und Vitamine und zudem jede Menge sekundäre Pflanzenstoffe über. Trockenfrüchte enthalten nur 10 bis 30 Prozent der Feuchtigkeit des frischen Obsts, deshalb schmecken sie auch so intensiv und süß: alles im Obst ist quasi konzentriert.

Das trifft auch auf Zucker zu, denn während Wasser bei Trocknung entweicht, bleibt der Zuckergehalt gleich und das bedeutet einen Gehalt von 50 bis 70 Prozent Fruchtzucker. Damit sind die getrockneten Früchte natürlich potenzielle Kalorienbomben. Experten raten daher Trockenobst nur in kleinen Mengen zu konsumieren, etwa eine Handvoll sind das Richtmaß pro Tag.

Dörrpflaumen – die kleinen Wundermittel

Dörrpflaumen sind getrocknete Pflaumen (Zwetschken), die besonders bei Verstopfung wertvolle Dienste leisten. Sie haben eine sanfte und nachhaltige Wirkung auf den Darm. Vor dem Verzehr weicht man die Pflaumen über die Nacht in ein Schälchen mit etwas Wasser ein. Am nächsten Morgen isst man sie dann mit dem Einweichungswasser. Es ist am besten diese Pflaumen vor dem Frühstück zu verzehren, der verzehr ist auch als Shake klein püriert möglich. Verwendet werden sollten übrigens nur ungeschwefelte, entsteinte Dörrpflaumen, optimalerweise in Bioqualität.

Normale Abführmittel machen abhängig und schwächen den Darm massiv, außerdem schädigen sie die Darmflora. Dörrpflaumen hingegen sorgen für einen gesunden Darm, sie stärken die Darmschleimhaut und fördern die Vermehrung der Darmbakterien. Das Immunsystem und die Selbstheilkräfte werden aktiviert.

Dörrpflaumen gegen Knochenschwund nach einer Bestrahlung

Nach einer Bestrahlung kommt es bei Krebspatienten oft zu Knochenschwund. Sie verlieren mitunter sehr große Teile der Spongiosa, die ist eine schwammartige Substanz aus dem Knochenbälkchen im Inneren des Knochens. Bei über 6000 Patienten ist nach einer solchen Bestrahlung das Risiko für Knochenbrüche um 65 % gestiegen, das Risiko hat sich sogar verdoppelt. Eine Strahlung erhöht das oxidative Stresslevel in unseren Knochen und dies führt dann zu Störungen des Knochenstoffwechsels. Dies kann auch Menschen mit berufsmäßiger Bestrahlung betreffen.

Dörrpflaumen bei Osteoporose

Man weiß seit spätestens 2011, dass bestimmte Trockenfrüchte generell helfen können, die Knochen zu stärken. Bei einer Studie mit 236 älteren Teilnehmerinnen (1 bis 10 Jahre nach ihrer letzten Periode), war genau das das Ergebnis. Sie nahmen keine Medikamente gegen Osteoporose. Sie wurden in genau zwei Gruppen eingeteilt, die eine Gruppe verzehrte täglich 100 Gramm getrocknete Äpfel und die andere Gruppe 100 Gramm Dörrpflanzen. Zusätzlich dazu erhielten sie noch 500 mg Calcium und 400 IE Vitamin D.

Spurenelement Bor

Dörrpflaumen zählen zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Anteil an Bor. Bor zählt zu den nicht-essenziellen Spurenelementen, d.h. die Aufnahme von Bor ist für den Menschen nicht lebensnotwendig, es hat allerdings unter anderem einen positiven Einfluss auf Knochenstoffwechsel und die Gehirnfunktion beim Menschen hat. Dazu kommt noch, dass es die Ausscheidung von knochenwichtigen Mineralien wie Magnesium und Calcium über den Urin verhindert. Es verstärkt die Wirkung von Vitamin D und bei Frauen kann es das knochenstärkende Östrogen sehr erhöhen.

In Dörrpflanzen befinden sich auf 100 Gramm verteilt etwa 2,7 Milligramm Bor und dies ist ein sehr hoher Wert. Als Tagesmenge gelten etwa 3 bis 8 Milligramm pro Tag. Bor findet man noch in anderen Lebensmitteln, wie Pfirsich, Datteln, Gurken, Nüsse, Mandeln, Sellerie, Rote Rüben und Traubensaft. Ein großer Teil wird vom menschen über das Trinkwasser aufgenommen.

Trockenobst selber herstellen

Dörräpfel, gedörrte Äpfel width=

Apfelringe und Bananenchips sind wohl die beliebtesten Arten der Trockenfrüchte, die es zu kaufen gibt. Da sie industriell hergestellt werden, werden sie mit über 50 °C hergestellt, somit wird ein großer Teil der Vitamine zerstört. Wenn Sie alle Vitamine haben möchten, warum trocknen Sie dann nicht selbst die Früchte? Besonders gut eignen sich Äpfel, Birnen, Pflaumen und Pfirsiche. Erdbeeren eignen sich natürlich auch sehr gut dafür. Es gibt mehrere Varianten, die Früchte zu trocknen. Beachten Sie dabei, dass sich das Trockengut nicht berührt und die heiße Luft nicht staut, sondern sehr gut vorbei streichen kann und die Feuchtigkeit abtransportieren kann.

Variante Sonne und Luft

Apfelringe können Sie zum Beispiel an einer Schnur aufhängen und trocknen. Die Schnur sollte an einem möglichst heißen Ort hängen und die Ringe sollten sich nicht berühren. Im Winter können Sie die Apfelringe einfach mit etwas Backpapier auf die Heizung legen.

Backofen

Leider lässt sich die Temperatur bei herkömmlichen Backöfen nur schlecht unter 50°C regulieren, selbst auf der niedrigsten Stufe liegt sie meist über 50°C. Deshalb ist ein kleiner Trick notwendig: kippen Sie die Tür leicht, damit die feuchte Luft abziehen kann. Die Trocknung im Backofen dauert leider sehr lang und ist damit auch sehr energieintensiv – rechnen sie mit mehreren Stunden. Die genaue Dauer hängt sehr stark von der jeweiligen Obstsorte und der Dicke ab.

Apfelringe zählen bei uns zu den beliebtesten Trockenfrüchten auch deshalb weil sie für diese Konservierungsmethode gut geeignet sind. Das trocknen dauert bei ca. 50 Grad Umluft mindestens 4 Stdunden, je nach Dicke der Scheiben, kann die Zeit im Ofen variieren. Daher immer einen Blick auf das Obst werfen und nach eigenem Geschmack aus dem Rohr holen. Zwischendurch die Ringe jedenflls 2-3 mal wenden.

Mikrowelle

Eigentlich wollen wir die Verwendung des Mikrowellenofens nicht besonders hervorheben, doch zum Trocknen von Kräutern (z.B. Lavendel), die nicht für den Verzehr gedacht sind, eignet sich dieses Verfahren recht gut weil es vergleichsweise schnell geht. Höchstens eine Minute auf voller Leistung und danach wenige Minuten auf wenig Leistung und fertig sind die getrockneten Kräuter.

Insgesamt ist das Trocknen von essbaren Kräutern in der Mikrowelle eher nicht empfehlenswert. Ausnahmen sind allerdings einige mediterrane Kräuter wie Oregano, Thymian oder Majoran. Die Kräuter allerdings unbedingt mit etwas Küchenpapier bedecken. Grundsätzlich sollte dabei eher weniger Energie, d.h. eine geringe Wattzahl gewählt werden (nicht mehr als 300 Watt)und die Trocknung sollte in mehreren Zyklen stattfinden, da sonst zu viel Feuchtigkeit auf einmal und mit ihr sämtliches Aroma verloren geht. Die einzelnen Trocknungszyklen sollten 30 – 45 Sekunden nicht überschreiten. Empfehlenswert ist nach jedem Zyklus die Kräuter zu wenden. Wir empfehlen zwei bis drei Zyklen pro Seite.

Von der Trocknung von Obst in der Mikrowelle raten wir ab da durch die Strahlung viele Nährstoffe und Vitamine verloren gehen.

Dörrautomat

Optimal ist das Trocknen zweifellos im Dörrautomaten, denn damit gelingt das Trocknen, ohne dass die Früchte hart werden. Der Stromverbrauch ist gering und es handelt sich um eine schonende Konservierung bei der Nährstoffe, Mineralien und Vitamine erhalten bleiben. Auch der Geschmack bleibt noch aromatischer. Dörrautomaten gibt es bereits ab etwa 25 € im Handel.

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Quelle:

Attaluri A, Rao SS et al. Randomised clinical trial: dried plums (prunes) vs. psyllium for constipation, Aliment Pharmcol Ther (April 2011) PMID: 21323688

Linktipps

– Obst & Trockenfrüchte | Kalorientabelle
– Nüsse & Trockenfrüchte
– Apfelchips selbstgemacht
– Datteln – die Wüstenfrucht des Lichts
– Kräuter richtig konservieren – voller Geschmack jederzeit

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