Speiseöle im Überblick: Leinöl bis Mandelöl

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Mandelöl

Egal ob Lein-, Mandel- oder Mohnöl, wertvolle Speiseöle veredeln nicht nur jedes Essen, sie sind auch eine Wohltat für den Körper. Welche Speiseöle, neben dem bestens bekannten Olivenöl, sind gut für unsere Gesundheit und unsere Immunabwehr? Welche sollten nur in Maßen verzehrt werden welche Öle sollten wir besser meiden?

Leinöl

Merkmale: Leinöl wird auch Leinsamenöl genannt und wird aus Leinsamen, den reifen Samen des Flachs hergestellt. Leinöl wird entweder raffiniert oder kaltgepresst angeboten. Lein wurde als erste Pflanze in Europa zur Fettgewinnung genutzt. Leinöl ist dunkelgelb, sein Geschmack ist dezent bitter und ähnelt dem der Haselnuss.

Verwendung: Leinöl eignet sich zur Verfeinerung von Suppen, Gemüsen, Salaten und für Marinaden. Leinöl sollte schnell aufgebraucht werden, denn es wird bereits nach kurzer Zeit bitter. Nach dem Öffnen sollte es gekühlt aufbewahrt werden. Da sich aus Inhaltsstoffen des Leinöls Blausäure bildet, sollten nicht mehr als 20 Gramm täglich davon verzehrt werden. Das Öl oxidiert sehr schnell, daher sollte es in dunklen Flaschen aufbewahrt werden.

Heilkräfte: Leinöl enthält mehr als 90% ungesättigte Fettsäuren und hat den höchsten Omega-3-Fettsäure-Gehalt. Dieser hohe Anteil an Omega 3 Fettsäuren hilft bei chronischen Entzündungen und Leinöl wirkt auch krebshemmend. Leinöl verbessert die Zusammensetzung der Magensäure, dadurch wird diese weniger aggressiv, die Ausbreitung von Magengeschwüren lässt sich dadurch eindämmen. Die enthaltene Alpha Linolsäure unterstützt das Gewebe von Gehirn, Herz und Netzhaut.

Maiskeimöl

Merkmale: Maiskeimöl wird aus den Keimen des Maises hergestellt, die einen sehr hohen Fettanteil haben. Das Öl hat eine gelbliche Farbe und ist relativ geschmacks- und geruchsneutral. Maiskeimöl ist mit 51% sehr reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Für einen Liter Maiskeimöl werden etwa 60.000 Keime verarbeitet. Das entspricht 100 Kilo Mais. Maiskeimöl wird als Nebenprodukt der Verarbeitung des Mais zur Stärke gewonnen.

Verwendung: Maiskeimöl wird überwiegend als Speiseöl verwendet. Durch seinen neutralen Geschmack eignet es sich zum Braten und Frittieren, aber auch für Marinaden. Auch zum Backen von Kuchen und Torten lässt es sich gut gebrauchen, für die Herstellung von Gebäck ist es nicht optimal. Kaltgepresstes Maiskeimöl sollte nicht erhitzt werden, da durch das Erhitzen die wertvollen Inhaltsstoffe zerstört werden. Oft wird auch Magarine aus dem Öl hergestellt.

Heilkräfte: Maiskeimöl hat einen hohen Vitamin E Gehalt und wirkt cholesterinsenkend. Es trägt zur Hautgesundheit bei und macht die Haut weich und geschmeidig.

Mandelöl

Merkmale: Mandelöl wird aus Mandeln gewonnen, der Mandelbaum wird schon seit Jahrtausenden in Asien angebaut. Zu unterscheiden ist Bittermandelöl und Süßmandelöl. Bittermandelöl darf aufgrund seines Blausäuregehaltes nur äußerlich angewandt werden, Süßmandelöl ist ein schmackhaftes Speiseöl.

Verwendung: Mandelöl ist zwar hitzefest, dennoch sollte es aber aufgrund seiner hohen Qualität und seines Preises nicht zum Kochen verwendet werden. Mandelöl schmeckt besonders zu Gemüse, Müsli oder als Bestandteil eines Salatdressings. Mandelöl wird besonders gerne äußerlich in der Hautpflege angewendet. Die enthaltene Ölsäure schützt die Haut, lindert Reizungen, Sprödheit und Schuppen. Weitere Anwendungsbereiche sind Öl- und Aromabäder, Massageöle und Shampoos.

Heilkräfte: Mandelöl schützt Herz, Kreislauf und die Gefäße und regt die Verdauung und die Gallenproduktion an. Studien haben ergeben, dass Mandelöl die Aktivität des aggressiven Krebsgens, das bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielt, um 46 Prozent reduziert.

Mohnöl

Merkmale: Aus Mohn wird per Kaltpressung ein köstliches Speiseöl gewonnen. Kaltgepresstes Mohnöl aus dem Waldviertel ist mit 87 — 90% ungesättigten Fettsäuren und dem natürlichen Anteil an Vitamin E ein ernährungsphysiologisch hochwertiges Speiseöl, wobei die Linolsäure den Hauptanteil einnimmt. Dieses sogenannte „weiße Mohnöl“ mit seinem intensiven, nussigen Geschmack eignet sich zur Verfeinerung von Salaten, Rohkostgerichten und Suppen. Es ist reich an Linolsäure (60-70%), eine essentielle Fettsäure, die der Körper nicht selbst produzieren kann und daher über die Nahrung aufgenommen werden muss. Mohnöl sollte nicht über 170°C erhitzt werden, es ist daher nur bedingt zum Kochen und Backen geeignet.

Verwendung: Der feinherbe, typische Mohngeschmack des Mohns passt hier besonders gut zu süßen Desserts und Gebäck, aber das hellgelbe Öl verfeinert auch allerlei Suppen und Salate, wie z.B. Radicchio und Chicorée. In der orientalischen Küche verwendet man es sogar für einige pikantere Gerichte. Mohnöl ist in drei Geschmacksvarianten erhältlich:

– Graumohnöl: feiner, milder Mohngeschmack
– Blaumohnöl: wesentlich stärkerer Mohngeschmack
– Weißmohnöl: leich nussartiger Geschmack

Heilkräfte: Früher wurde Mohn zur Herstellung von Medikamenten gegen Schmerzen und Schlaflosigkeit genutzt. Das Mohnöl hat einen besonders hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren. Die wichtigsten Omega-6-Fettsäuren sind die Linolsäure und die Arachidonsäure. Der Körper kann die Linolsäure in die Arachidonsäure umwandeln. Diese Fettsäuren steuerten indirekt den Blutdruck und Entzündungsreaktionen. Ein erhöhter Konsum von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren senkt das Risiko, im Alter an Arteriosklerose und koronaren Herzkrankheiten zu leiden. Mohnöl ist leicht verdaulich, sollte aber wegen des extrem hohen Linolsäuregehalts insgesamt nur in Massen genossen werden.

Foto: public domain

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