Tumorerkrankungen der weiblichen Sexualorgane

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Tumorerkrankungen der weiblichen Sexualorgane

Unter gynäkologischen Karzinomen fasst man Tumorerkrankungen der Vulva, der Scheide, der Eileiter und der Eierstöcke zusammen. Ebenso zählen karzinogene Veränderungen im Bereich der Gebärmutter zu dem Krankheitsfeld „Tumorerkrankungen der weiblichen Sexualorgane“.

Doch wie kommt es zu den Krebserkrankungen? Wie erfolgen Diagnose und Therapie? Und wie gefährlich sind diese Krebsarten?

Tumorerkrankungen der weiblichen Sexualorgane – Artikelübersicht:

Tumorerkrankungen der weiblichen Sexualorgane können durch direktes Einwachsen in umliegendes Gewebe und Organe, durch Ausbreitung über das lymphatische System oder über den Blutkreislauf entstehen. Metastasen können sich im Bereich der äußeren Geschlechtsorgane bilden – aber nicht nur dort. Besonders tückisch, weil mit freiem Auge nicht erkennbar, sind Krebsarten im Innenbereich der weiblichen Sexualorgane. Vorsorgeuntersuchungen sind daher potentielle Lebensretter und sollten unbedingt regelmäßig erfolgen.

Vorsorge

Tumore sind nichts anderes als (bösartige) Gewebeneubildungen. Über deren Ursache herrscht weitgehend Unklarheit. Man weiß lediglich, dass genetische Dispositionen, aber auch Lebensstilfaktoren eine Rolle spielen. Da gerade im Bereich der gynäkologischen Tumorerkrankungen Beschwerden oft sehr spät auftreten, ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung wichtig und sinnvoll. Nicht umsonst wird diese Routineuntersuchung zur Früherkennung von gynäkologischen Krebsformen von der Krankenkassa finanziert.

Bei diesen Kontrolluntersuchungen (die wirklich jede Frau regelmäßig wahrnehmen sollte!) untersuchen Gynäkologen zunächst die äußeren Geschlechtsorgane der Frau. Bei der Spiegeluntersuchung werden in Folge der Innenbereich der Vagina, sowie der Muttermund begutachtet. Mittels Tastuntersuchung erspürt der Arzt dann den Innenbereich des Bauches rund um die Gebärmutter und klärt auch diesen Bereich ab.

Wichtiger Bestandteil der Routinekontollen ist der sogenannte Pap Abstrich. Bei dieser auch als Krebsabstrich bekannten Untersuchung wird Gewebe vom Muttermund abgeschabt, um es auf pathogene Veränderungen zu überprüfen.

Im besten Fall können regelmäßige gynäkologische Untersuchungen den Ausbruch einer Krebserkrankungen verhindern. Denn bei diesen Untersuchungen ist möglich, präkanzeröse Veränderungen, auch Dysplasien genannt, frühzeitig zu entdecken. So kann verhindert werden, dass der Krebs streut, sich in Körper also weiter ausbreitet.
Früherkennung verhindert so das gefährliche Metastasieren und der Arzt kann zeitgerecht wichtige Behandlungsschritte einleiten.

Tumorerkrankungen der weiblichen Sexualorgane – Diagnose

Sollten bei der Kontrolluntersuchung Veränderungen des außenliegenden Gewebes diagnostiziert oder bei der Analyse des Pap Abstrichs besorgniserregende Werte festgestellt werden, wird der Facharzt eine Biopsie vornehmen.

Dabei wird er eine (weitere) kleine Gewebeprobe im betroffenen Bereich entnehmen und unter dem Mikroskop analysieren. Sollte sich der Verdacht einer bösartigen Wucherung bestätigen, wird in einem nächsten Schritt das Krebsstadium näher bestimmt.

Allen gynäkologischen Karzinomen gemeinsam ist, dass sie in die Stadien I (frühestes Stadium) bis IV (fortgeschritten) eingeteilt werden. Bei den meisten Krebsformen werden dir Einteilungen zudem durch alphabetische Buchstaben weiter konkretisiert.

Abhängig von der Lage des Krebses können bei der Bestimmung der Stadien folgende Verfahren zur Anwendung kommen:

  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Positronenemissionstomographie (PET)
  • Röntgen
  • Ultraschall

Liegen die Ergebnisse vor, entscheidet der behandelnde Arzt welche die erfolgsversprechendste Therapie ist.

Therapiemöglichkeiten bei gynäkologischen Tumorerkrankungen

Wie bei so gut wie allen Krebsbehandlung gibt es auch bei Tumorerkrankungen der weiblichen Sexualorgane je nach Art und Stadium des Krebses folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Bestrahlung
  • Chemotherapie
  • Chirurgische Entfernung des Tumors

Diese Behandlungsmethoden können einzeln oder in Kombination zur Anwendung kommen. Wichtigstes Ziel ist es, den Krebs – nach Möglichkeit – komplett zu entfernen.

Bei Krebszellen, die sich bereits über die Entstehungsstelle hinaus verbreitet haben, ist ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung des Tumors oft nicht ausreichend. Wenn es Metastasen gibt, wird – jedenfalls ergänzend – eine Chemo- oder Strahlentherapie erfolgen. Ebenso können begleitend, vorbereitend oder auch nachsorgend Hormontherapien sinnvoll sein.

Good to know: Bei manchen gynäkologischen Tumorerkrankungen hat es sich bewährt, zuerst zu operieren und erst in Folge zu bestrahlen, bei anderen Krebsarten wird die umgekehrte Vorgangsweise empfohlen.

Die medizinischen Methoden sind vielfältig und jeder Arzt wird individuell entscheiden, welche Intervention bei welcher Frau die besten Ergebnisse verspricht.

Bei Gebärmutterhalskrebs können Bestrahlungen z.B. von außen unter Verwendung eines großen Geräts oder von innen mittels radioaktiver Implantate erfolgen.

Konsequenterweise variieren daher auch Therapiedauer von Fall zu Fall. Eine Strahlentherapie, die äußerlich angewandt wird, dauert gewöhnlich einige Wochen und wird mehrmals die Woche ambulant durchgeführt.

Eine interne Strahlentherapie erfolgt hingegen meist stationär und zwar solange, wie die radioaktiven Implantate, die die Krebszellen töten sollen, im Körper bleiben müssen.

Chemotherapien wiederum werden oral, mittels Injektion oder intraperitoneal durch einen Katheter verabreicht. Je nachdem entscheidet sich auch, ob eine Therapie ambulant oder stationär ausgeführt werden kann und wie lange sie dauert.

Gutartige Krebserkrankungen der weiblichen Sexualorgane

Zunächst geht es darum zu entscheiden, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. Bei gutartigen Tumoren unterscheidet man zwischen Myomen und Teratomen.

Myome entstehen, wenn sich bei kräftiger Gebärmuttermuskulatur übermäßig wachsende Muskelfasern bilden.

Die hauptsächlich aus Muskel- und Bindegewebszellen bestehenden Myome können wenige Millimeter bis zu einige Zentimeter groß sein. Wenn sie keine Beschwerden verursachen, müssen sie nicht behandelt werden.

Teratome gehören zu den Keimzelltumoren bilden sich meist in den Eierstöcken. Obwohl diese Tumore manchmal sehr gruselige Eigenschaften aufweisen – sie können Haare, Haut, Zähne und Drüsenanteile enthalten – sind sie meist ungefärhlich. Allerdings können sich aus ihnen auch bösartige Tumore entwickeln. Beobachtung ist also angebracht.

Good to know: auch Männer können Teratome ausbilden. Sie bilden sich meist an den Hoden, seltener auch im Nierengewebe. Diese „männlichen“ Taretokarzinome sind jedoch in jedem Fall bösartig.

Bösartige gynäkologische Karzinome

Hier nun ein Überblick über bösartige Tumorerkrankungen der Sexualorgane der Frauen:

  • Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
  • Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzonom)
  • Gebärmutterhalskrebs (Zervikkarzinom)
  • Scheiden- oder Vaginatumoren (stehen oft in Verbindung mit einer Virusinfektion)
  • Trophoblastererkrankungen (sind fast immer schwangerschaftsbedingt, da sich der Tumor am Trophoblast, also der inneren Zellschicht der Keimblase, die sich aus einer befruchteten Eizelle bildet, bildet)
  • Vulvatumore

Doch bösartige Tumore können sich nicht nur an den primären, also der Fortpflanzung dienenden Geschlechtsorganen, sondern auch in den sekundären weiblichen Geschlechtsorganen bilden. In diesem Sinn zählt natürlich auch Brustkrebs zu einer Erscheinungsform der weiblichen Sexualorgane.

Erfreulicherweise hat die Krebsmedizin in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Während noch vor einigen Jahren manche Tumorerkrankungen der weiblichen Sexualorgane oft einem Todesurteil gleich kamen, gibt es heute herausragende, zum Teil personalisierte Behandlungsmethoden, die viel Leid und Schmerz ersparen können.

Vollkommene Heilungen im Krankheitsbild der gynäkologischen Tumorerkrankungen sind mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme – vorausgesetzt die bösartigen Wucherungen werden zeitgerecht erkannt.

In diesem Sinn: nutzen Sie die Möglichkeit der umfassenden Vorsorgeuntersuchungen, die im Rahmen der Krankenkasse möglich sind! Denn auch rund um die Krankheitsbilder der weiblichen Sexualorgane gilt: Vorsorge ist allemal besser als Nachsorge!

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Quelle:

¹ Deutsche Krebsgesellschaft

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

Linktipps

– Brustkrebs – Selbstuntersuchung
– Gebärmutterhalskrebs – was ist das?
– Frauenspezifiosche Gesundheitsvorsorge
– Körperatlias: Eierstöcke

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