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Fußball – Teamsport mit hohem Verletzungsrisiko

Fußball – Teamsport mit hohem Verletzungsrisiko

Fußball Verletzungsrisiko

Fußball, Fußball, Fußball – das Runde muss ins Eckige und auch wir wollen uns dem Thema Fußball widmen. Uns geht’s aber weniger um Gewinner oder Verlierer, viel mehr wollen wir darüber informieren, warum Fußball so beliebt ist, welche speziellen Verletzungefahren lauern und wie man diese mit einer optimalen Ausrüstung möglichst vermeidet.




Fußball beliebt bei groß und klein

Fußball ist eine der beliebtesten Teamsportarten der Welt und das ist nicht verwunderlich: bei kaum einer anderen Sportart sind Fitness und Kraft, Ausdauer und Koordination und nicht zuletzt Teamfähigkeit gleichermaßen gefragt. Und für den Hobbyspieler ist im Vergleich zu manch anderen Sportarten auch die Investition in das Equipment von den Kosten her überschaubar – außer guten Schuhen und natürlich einem Ball braucht man keine großartigen Ausgaben zu fürchten. Aber was ist Fußballfitness eigentlich und wieso ist der Ballsport mehr als bloßes Konditionstraining?

Im modernen Fußball kommen Trainingsmethoden zum Einsatz, bei denen der Fußballspieler konditionell in den Bereichen Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit ganzheitlich trainiert und ausgebildet wird. Alle Übungen dienen der Verbesserung der fußballerischen Kondition und sollten in einem ganzheitlichen Trainingskonzept auch die koordinativen Fähigkeiten des gesamten Körpers fördern.

Die Ausdauerfähigkeit eines Fußballspielers bildet in vielerlei Hinsicht die Grundlage seiner Leistung. Schließlich dauert ein Spiel (mindestens) 90 Minuten und nur wer bis zur letzten Minute fit bleibt wird Erfolg haben. Ein separates Ausdauertraining mit und ohne Ball ist auch deswegen empfehlenswert da sich nicht alle Bereiche der Ausdauer durch reines Fußballspielen optimal trainieren lassen. Die Ausdauerfähigkeit kann durch Lauf-, Sprint, Koordinations- und Intervalltraining stark verbessert werden.

Fazit: eine gut ausgebildete Grundlagenausdauer ist die wichtigste Basis für einen erfolgreichen Spieler.

Egal ob als Stürmer, Mittelfeldspieler, Abwehrspieler oder Torwart: Auch Schnelligkeit und Explosivität sind im Fußball mittlerweile entscheidende Faktoren. Ein erfolgsorientiertes Schnelligkeitstraining besteht allerdings nicht nur aus Sprintübungen – so wichtig diese auch sind – sondern auch aus speziellen Koordinationsübungen, sowie Reaktiv- und Plyometrietraining (Plyometrie bezeichnet eine Art von Schnellkrafttraining, die auf den Dehnungsreflex der Muskeln und die Kontrolle darüber beruht).

Ebenso wichtig beim Fußball ist das Krafttraining: Kräftige Torschüsse, Flanken und Pässe, explosive Bewegungen, Zweikampfstärke und eine gute Sprungfähigkeit- für all diese Fähigkeiten wird Kraft benötigt. Aber welches Krafttraining eignet sich dafür besonders? Ein separates Krafttraining (z.B. im Fitnessstudio) maximal 2 bis höchstens 3 mal die Woche ist die eine Variante, aber auch ohne Mitgliedschaft in einem Fitnessclub lässt sich mit einem einfachen Set an Gewichten ein effizientes Krafttraining durchführen. Dieses sollte allerdings immer bloß als Ergänzung zum herkömmlichen Training am Platz absolviert werden.

Teamfähigkeit und Koordinationstraining sind weitere essentielle Bestandteile in einem ganzheitlichen Fußballtraining, die speziell auch für Kinder wertvolle Lebenserfahrung mit sich bringen: Schließlich muss man sich – ob man will oder nicht – mit vielen anderen Charakteren auseinandersetzen. Und wie das so ist im Leben, mag man die einen mehr und die anderen weniger und doch muss man sich mit allen – den eigenen Teamkollegen, den gegnerischen Spielern, dem Trainer und dem Schiedsrichter – arrangieren. Kinder lernen so auf spielerische Art und Weise ein respektvolles Miteinander. Klare (Fußball-) Regeln helfen zudem sich an diese zu halten und sich gegenseitig zu respektieren.

Die Koordinationsfähigkeit der einzelnen Spieler wird im Übrigen schon bei der Planung eines Spiels auf die erste Probe gestellt: zweimal 11 Spieler plus Trainer und Schiedsrichter müssen sich gleichzeitig am gleichen Ort einfinden und ein Rasen/Spielfeld muss auch noch gebucht sein. Aber dann steht dem Spass nichts mehr im Wege.


Hohes Verletzungsrisiko

Aber auch bei der besten Vorbereitung und optimalem Training – Fußball ist auch ein gefährlicher Sport und das Verletzungsrisiko sollte nicht unterschätzt werden. Weitgehend ohne Protektoren stürzen sich Fußballer in harte Zweikämpfe und kühne Kopfballduelle und belasten ihre Körper laufend mit schnellen und wuchtigen Bewegungen. Brüche, Blessuren, Quetschungen oder Zerrungen stehen an der Tagesordnung und lt. Statistik verletzen sich im Schnitt pro Match zwei Spieler bzw. ist jede dritte Sportverletzung auf Fußball zurückzuführen. Immerhin ein Fünftel (20%) aller im Krankenhaus behandelten Fußball-Verletzungen sind auf Fremdverschulden zurückzuführen, bei 64 Prozent waren Übermut, Hektik und Stress die Unfallursache. Mehr als die Hälfte aller Verletzungen beim Kicken resultiert aus Zusammenstößen, gefolgt von Stürzen (26%) und Überstrapazierung (19%).

Die häufigsten Verletzungen im Überblick:

Zerrungen und Muskelfaserrisse

Die unteren Extremitäten, also Füße, Beine und Knie, sind beim Fußball naturgemäß großer Verletzungsgefahr ausgesetzt – schließlich sind dies die „Werkzeuge“ eines Fußballers. Prellungen, Zerrungen oder Faserrissen der Beinmuskulatur kommen daher recht häufig vor – besonders wenn nicht ausreichend aufgewärmt wurde.

Gelenkverletzungen wie Meniskus- und Kreuzbandriss sowie Achillessehnenriss

Zu Knochenbrüchen kommt es relativ selten, das Knie ist hingegen das am häufigsten verletzte Gelenk eines Fußballers. Hier kommt es vor allem zu Schäden am Meniskus und an den Seitenbändern. Am meisten gefürchtet ist jedoch der sogenannte Kreuzbandriss. Diese schwere Kniegelenksverletzung ist oft schwierig zu heilen, und hat häufig langfristige Folgen für die Gesundheit des Knies. Der Achillessehnenriss kommt hingegen eher bei nicht so gut trainierten Freizeit Spielern denn bei Profis vor.

Verletzungen am Oberkörper und am Kopf

Verletzungen am Oberkörper entstehen meist aufgrund von Zusammenstössen oder Stürzen, selten auch durch einen scharf geschossenen Ball: Schulterverrenkung, Schultersehnenriss, Schlüsselbeinbruch, Brüche im Handgelenk, in den Händen und sehr selten an den Armen und den Schultern können das Ergebnis eines unglücklichen Aufpralls – am Gegner oder am Boden – sein. Verletzungen am Kopf wiederum passieren am häufigsten bei Kopfballduellen beim Zusammenprall mit dem Gegner: Prellungen, Platzwunden, oder Nasenbeinbrüche sind manchmal die unangenehme Folge.

Immer häufiger wird auf Kunstrasen statt auf Naturrasen gespielt und trainiert – was bedeutet dies für das Verletzungsrisiko? Kunstrasen genießt interessanterweise keinen besonders guten Ruf unter Fußballern: Viele gehen davon aus, dass das Verletzungsrisiko höher ist als auf natürlichem Bodenbelag. Zahlreiche Studien haben dieses Vorurteil unter die Lupe genommen und Gegenteiliges festgestellt: das Verletzungsrisiko auf Kunstrasen ist sogar geringer als auf echtem Rasen. Doch Kunstrasen ist natürlich nicht gleich Kunstrasen, vielmehr gibt es hier qualitative Unterschiede, die sich auch auf das Verletzungsrisiko auswirken.

Gute Kunstrasenplätze sind aber generell deutlich Knochen- und Sehnenfreundlicher. Auch die Verletzungsgefahr durch Verbrennungen und Hautabschürfung wird bei hochwertigen Belägen gemindert. Im Verbund mit den richtigen Schuhen, sind moderne Kunstrasenplätze aus sportmedizinischer Sicht mittlerweile unbedenklich. Torhütern wird beim Spiel auf Kunstrasen vor allem im Jugendbereich aber empfohlen auf gepolsterte Trikots zurückzugreifen.


Verletzungen vorbeugen

Manche Verletzungen beim Fußball treten wie andere Unfälle auf, nämlich unvorhersehbar und unvermeidbar. Doch zahlreiche Verletzungen könnten vermieden werden. Ausreichendes Training, ausreichendes Aufwärmen und richtige Ausrüstung helfen schon einmal dabei die gängigsten Unfällezu vermeiden, doch mit richtiger individueller Vorbereitung lässt sich noch viel mehr Prophylaxe betreiben. Und das Verletzungen in jedem Fall unbedingt auskuriert werden müssen, versteht sich ja ohnedies von selbst.

Regelmäßiges Fitnesstraining

Der Körper verfügt über natürliche Schutzmechanismen gegen Verletzungen. Diese Schutzmechanismen können trainiert werden um „widerstandsfähiger“ gegen Verletzungen zu werden. Aber das beste Trainingsprogramm nützt nur, wenn es regelmäßig durchgeführt wird. In diesem Sinn: Übungen zum Ausdauer, Schnelligkeits – und Kraftraing in einem regelmäßigen Trainingsplan sind die erste und wichtigste Vorbeugemaßnahme.

Fairplay: Beachtung der Spielregeln bietet Schutz

Die Fußball-Spielregeln selbst tragen bereits zum Schutz der Gesundheit bei, da sie gefährliche Aktionen, die schwere Verletzungen verursachen können, grundsätzlich verbieten. So ist beispielsweise das „Ausfahren“ des Ellenbogens bei einem Kopfballduell strikt verboten,oder auch „hohes“ bzw. „gestrecktes“ Bein wird streng geahndet. Jeder einzelne Spieler muss sich daher im Sinn der Reduzierung der Verletzungsgefahr die Regeln zu Gemüte führen und streng daran halten und natürlich sind auch die Schiedsrichter angehalten, Spieler streng zu bestrafen, die gegen die Regeln des Fairplay verstoßen.


Die richtige Ausrüstung

Natürlich ist auch die richtige Ausrüstung essentiell um Verletzungen vorzubeugen: Die richtigen Schuhe sind zunächst das A & O der Basisausrüstung. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Ausrüstungsmöglichkeiten für Feldspieler wie für Torhüter: Schienbeinschoner schützen die Unterschenkel bei Training und Spiel vor Knochenbrüchen und Prellungen. Sie müssen individuell passen und lang und breit genug sein, um den gesamten Unterschenkel zu schützen. Torhüter sollten natürlich Handschuhe und grundsätzlich gepolsterte Spielkleidung tragen, um die Hüften, Ellenbogen und Schultern (während des Trainings auch die Knie) zu schützen.

Auch Tapes, bzw. Kinesio Tapes haben ihre Funktion im Fußball: Nach einer bereits aufgetretenen Verstauchung sollte das betroffene Gelenk mit Tape oder einer Bandage stabilisiert werden, um einer erneuten Verletzung vorzubeugen. Spätestens seit David Beckham 2007 nach einem Spiel mit Real Madrid sein Trikot auszog und die pinken Streifen auf dem Bildschirm zu sehen waren, erfreut sich das Kinesio-Tape auch – aber nicht nur – bei der Prävention wachsender Beliebtheit.

Das Kinesio-Tape, ursprünglich in Japan entwickelt und dort bereits seit etwa 40 Jahren angewendet, hat sich in Europa erst im ersten Jahrzehnt nach der Jahrtausendwende durchgesetzt. Im Gegensatz zum ‘klassischen’ Tape, das ja dazu dient, Bewegungen einzuschränken, unterstützt das Kinesio-Tape Bewegungen. Das Kinesio-Tape kann zudem in den drei Bereichen Prävention, Rehabilitation und Korrektur eingesetzt werden. Nicht zu unterschätzen ist auch der psychologische Effekt – nach dem Motto never change a winning Tape hat schon so mancher Sportler seine Lieblingsfarbe entdeckt und schwört nicht nur auf den (farb)-psychologischen Effekt des bunten Klebestreifens.

Fazit: Fußball ist nicht umsonst eine der beliebtesten Sportarten der Welt: Aktiv betrieben wird Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft und Kondition trainiert und auch passiv macht der Sport durchaus Spaß: ein spannendes Fußballmatch ist nach wie vor ein ‘Straßenfeger’ und bringt die Menschen doch auch wieder Zusammen: Wenn einander Fremde sich in die Arme fallen, dann hat das oft in der Liebe zur gemeinsamen Mannschaft seine Ursache.

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Quelle:

¹ fifa.com – Vorbeugungsmaßnahmen gegen Verletzungen

[abo & red]

Linktipps:

– Kinesio-Tape: mehr als bunte Pflaster?
– Wichtige Tipps für Sport und Training
– Sportunterwäsche & Funktionsbekleidung – worauf es wirklich ankommt
– Wichtige Tipps zur Fußballfitness