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Wachstumsschmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Wachstumsschmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Wachstumsschmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Kindliche Schmerzen richtig einordnen: Ein Großteil der Erwachsenen nimmt Wachstumsschmerzen im Vorschul- und Grundschulalter nicht richtig wahr. Tatsächlich bilden sich Kinder dieser Schmerzen während ihres Wachstums nicht ein, obwohl das Erkennen dieser sehr schwierig ist. In den meisten Fällen handelt es sich um abendliche Attacken. Genau dann, wenn die Bettruhe eingeläutet wird, beginnen die kindlichen Glieder zu schmerzen.



Zwischen 10 und 15 Minuten weint das Kind und klagt über Schmerzen in Armen, Knien und Fußgelenken. Nach circa zwei Wochen ist der anscheinende Spuk wieder vorbei und in den folgenden sechs Monaten ist Ruhe. Doch plötzlich beginnt das Spektakel erneut. Was steckt wirklich hinter diesen schwer einzuschätzenden Wachstumsschmerzen?

Diagnose

Im Jahr 1832 äußerte ein französischer Mediziner erstmals die Vermutung, dass das Wachstum kindliche Schmerzen verursachen könnte. In der Fachliteratur werden Wachstumsschmerzen bis dato nicht thematisiert. Vereinzelt wird das Phänomen in wenigen Zeilen eher stiefmütterlich erwähnt. Doch die Praxis zeigt, dass Wachstumsschmerzen sehr häufig auftreten. 25 bis 50 Prozent aller Kinder im Alter zwischen 5 und 10 Jahren sind davon betroffen. Durchschnittlich treten die typischen Beschwerden circa zwei bis drei Mal pro Jahr auf und halten dann für einige Wochen an.

Tatsächlich gibt es eindeutige Hinweise auf subjektiv wahrgenommene Schmerzen während des Wachstums.

Diese liegen vor, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Schmerzen vorrangig in Beinen und Armen
  • Teilweise auch Füße betroffen
  • Schmerzen sind wechselseitig: rechts oder links
  • Negative Laboruntersuchungen
  • Weder Schwellungen, Rötungen, Ausschlag noch Fieber
  • Vorrangig am Abend, Beschwerden kaum tagsüber

Nicht zuletzt wird die eindeutige Diagnose von Wachstumsschmerzen durch die Kinder selbst ungünstig beeinflusst. In den meisten Fällen gelingt es ihnen nicht, den genauen Schmerzort zu lokalisieren oder gar die Schmerzstärke zu beschreiben.

Ursachen für Wachstumsschmerzen ungeklärt

Bis dato herrscht jedoch auch in puncto Ursachenbeschreibung Unklarheit. Wissenschaftler vermuten, dass die plötzlich auftretenden Schmerzen im Kleinkindalter auf eine Dehnung von Bändern und Sehnen zurückzuführen sind.

Die Begründung liegt darin, dass der Körper schneller wächst, als die Sehnen oder Bänder selbst. Während der Abendstunden erfolgt zudem eine zusätzliche Streckung des Körpers. Befindet sich das Kind gerade in einem Wachstumsschub, so kann es sein, dass die Körpergröße mit einem Mal um 0,2 Millimeter zunimmt.

Behandlung von Wachstumsschmerzen

Kinderärzte empfehlen, kindliche Schmerzen im Wachstum mit Wärme zu behandeln. Hierfür eignen sich sanfte Massagen, Infrarotbestrahlung oder spezielle Moorsalben. Als natürliches Heilmittel können nächtliche Wickel aus reiner Schurwolle Abhilfe schaffen. Diese sind unter dem Namen Heilwolle erhältlich und aktivieren die Durchblutung der Haut. Auf diese Weise entsteht ein wohliges Gefühl von Wärme und die kindlichen Wachstumsschmerzen sind bald vergessen.

Sollten die Schmerzen in akuter Form auftreten, können im Notfall Schmerzmittel in altersgerechten Dosierungen verabreicht werden. Kinderärzte empfehlen in diesem Zusammenhang Ibuprofen oder Paracetamol.

Auch im Bereich der klassischen Homöopathie stehen einzelne Mittel zur Verfügung, die bei Wachstumsschmerzen im Kleinkind- und Schulkindalter je nach Symptomausprägung verabreicht werden können. Homöopathen wählen hierbei aus drei verschiedenen Mitteln aus:

  • Calcium carbonicum
  • Calcium phosphoricum
  • Phosphorus

Die jeweilige Dosierung und Häufigkeit der Gabe steht jedoch in einem unmittelbaren Zusammenhang. Entsprechend ist eine Konsultation von Homoöpathen bei kindlichen Wachstumsschmerzen unumgänglich.

Elterliche Zuwendung bei Schmerzen in der Wachstumsphase

Kinderärzte und Homöpathen empfehlen zudem, Wachstumsschmerzen im Kleinkind- und Schulkindalter ernst zu nehmen. Eltern sollten sich in dieser speziellen Entwicklungsphase verstärkt ihrem Kind zuwenden. Abendliche Umarmungen gehören in diesem Sinne ebenso dazu, wie das harmonische Zusammensein und Vorlesen von Geschichten.

Wachstumsschmerzen falsch behandeln

Vor allem Mediziner warnen davor, Wachstumsschmerzen falsch zu behandeln. So kann eine fehlgeleteitete Therapie immense Haltungsschäden im Kindesalter verursachen. Österreichische Sportmediziner betonen, dass bereits 75 Prozent aller Mädchen und 50 Prozent aller Buben im Volkschulalter unter Haltungsfehlern leidet. Nicht zuletzt liegt die Ursache hierfür auch darin begründet, dass auf derartige Schmerzen durch falsche oder gar extreme Fitnesstrainings reagiert wird.

Treten Schmerzen im Jugendalter auf, ist es zudem möglich, dass es sich hierbei eher um juveniles Rheuma und nicht um Wachstumsschmerzen handelt. Nicht zuletzt können Knochen auch dann Schmerzen, wenn eine Mangel an Vitamin D oder Hormonstörungen vorliegen. Folglich ist empfehlenswert, in jedem Fall bei häufig auftretenden unspezifischen Schmerzen einen Facharzt zu konsultieren, um mögliche Grunderkrankungen bei Kindern ausschließen zu können.

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Quellen:

¹ Wachstumsschmerzen: Häufige Diagnose unklarer Ätiologie (D. Windschall)


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