Rettichsprossen | Keime und Sprossen

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Rettichsprossen

Beim Heurigen und im Biergarten gleichermaßen beliebt: Radi, Rettich oder Radieschen. Im Sommer ein angenehmer Salatbegleiter oder Snack für zwischendurch – leicht scharf und erfrischend. Auch die kleinen Rettichsprossen haben einen ähnlichen Geschmack, der sie einzigartig und unverwechselbar macht.

Der Ursprung des Rettichs und seiner Sprossen liegt im asiatischen Raum – in der chinesischen und der japanischen Küche fand er schon vor 5000 Jahren Anwendung. Bald trat die geschmackvolle Pflanze ihren Eroberungszug in den Westen an; seit rund 2700 v. Chr. wurde sie im Mittelmeergebiet als Delikatesse entdeckt, und Abbildungen in Reliefs in den Pyramiden belegen, dass der Rettich auch im alten Ägypten bekannt war.

Auch die Alten Griechen und Römer schätzen das aromatische Gewächs und boten es dem Kriegsgott Apollo als Opfergabe an. Interessant ist, dass sowohl bei den Griechen als auch bei den Römern die Wurzel von der Oberschicht und die Blätter von der Unterschicht verzehrt wurden. Mit den Römern und ihren Eroberungszügen kam die Rübe auch nach Zentraleuropa, wo sie vor allem in Österreich und Süddeutschland überaus beliebt ist. Heute wird die unkomplizierte Pflanze in der ganzen Welt kultiviert.

Der Rettich, auch als Radi oder Radieschen bekannt, gehört der Familie der Kreuzblütler an. Er gehört zu den mehrjährigen Pflanzen und ist ein meist krautiges Gewächs mit Blättern, wobei es unter den rund zehn verschiedenen Arten auch solche gibt, die eine runde oder längliche Rübe ausbilden. Der Samen ist kugelförmig und rotbraun, die Pflanze der Rübe variiert je nach Sorte: grau, braun, weiß, rot, violett und schwarz sind möglich.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Raphanus sativus
  • Familie: Kreuzblütler
  • Samenfarbe: rotbraun
  • Pflanzenfarbe: grau, braun, weiß, rot, violett, schwarz
  • Vorkommen: Ursprung: China und Japan, heute weltweit
  • Verwendete Pflanzenteile: Knollen, unreifen Samenhülsen, Sprossen

Wie verwenden?

Rettichsprossen enthalten Senföle, die für ihre Schärfe verantwortlich sind. Sie eignen sich zum Verfeinern von Rohkost, Kräutertopfen und anderen Aufstrichen, können in Gemüsegerichten für entsprechende Schärfe sorgen oder als Brotbelag und zum Dekorieren verwendet werden.

Wer es nicht ganz so scharf mag, mischt sie am besten mit milderen Sprossen; gut zum Mischen eignen sich z.B. Mungobohnen und Linsen.

Synonyme

Rettig, Radi, Radieschen

Inhaltsstoffe

Rettich besteht zu 37% aus schwefelhaltigem ätherischem Öl mit hohem Senföl-Anteil, was ihm seine Schärfe verleiht. 4% Kohlenhydrate, 2% Proteine, 0,2% Fett. Rettich ist sehr vitaminreich, neben den Vitaminen A, B1, B2 Niacin ist vor allem Vitamin C stark vertreten. .

Außerdem enthält der Kreuzblütler Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen sowie Enzyme und Hormone.

  • Protein (2%)
  • Fett (1,2%)
  • Vitamine: A, B1, B2 Niacin, C
  • Mineralien: Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen
  • Enzyme
  • Hormone

Heilwirksame Fähigkeiten und Anwendungsgebiete

Die alten Griechen schätzen den Rettich, weil, wie Dioskurides sagte, dieser „dünn mache, säubere und öffne“. Jacobus Theodorus, ein deutscher Medizingelehrter der um 1500 lebte, erklärt in seinem Kräuterbuch ‚Rettich verscheuche den Schlaf‘. Zudem soll sein Saft abwehrend gegen Insekten und Schlangen wirken, aus der Pflanze gewonnenes Öl Ohrschmerzen lindern und den Haarwuchs fördern.

Der Saft des schwarzen Rettichs wird heute noch bei Gallenerbeschwerden eingesetzt. Die Schärfe des Rettichs kann auch gegen Verschleimungen der Nebenhöhlen helfen und die Senföle regen die Verdauung an. Den Rettichsprossen wird zudem, wie auch den Brokkolisprossen, krebsvorbeugende Wirkung nachgesagt.

Auch der hohe gesundheitliche Nutzen des Keimlings als Vitamin C Lieferant ist seit Jahrhunderten bekannt.

  • Entschleimend
  • Krebsvorbeugend
  • Linderung bei Gallenbeschwerden
  • Skorbutvorbeugend
  • Verdauungsfördernd

Herstellung und Züchtung

Die Sprossen können nicht im Keimglas oder Sprossenglas gezogen werden. Vorzugsweise wird die Keimsaat – drei EL Saatgut ergeben 1,5 Tassen Rettichgrün – im Keimgerät oder im Kresssieb angebaut – und zwar in der oberen Etage mit einem feuchten Tuch als Unterlage. Die Samen sollen ca. acht Stunden bei einer Umgebungstemperatur von 18 – 22 °C eingeweicht werden Die Saat zwei bis dreimal am Tag besprenkeln und rund um den siebten Tag ernten.

Linktipps

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