Schlehdorn | Heilpflanzenlexikon

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Schlehdorn, Heilpflanzen, Hausmittel

Der Schlehdorn ist ein sperriger, dornenreicher Strauch. Im Frühjahr ist er dicht mit weißen Blüten bedeckt, sodass man ihn mit dem Weißdorn verwechseln könnte. Anders als beim Weißdorn allerdings, treiben die Blätter des Schlehdorns erst nach der Blüte aus. Im Herbst reifen die Früchte, die vorerst sauer und herb schmecken und erst nach dem ersten Frost schmackhafter werden.

Seine Sprossdorne schützen den Schlehdorn vor größeren Pflanzenfressern. Für viele Schmetterlinge, zahlreiche Käferarten oder Raupen ist er aber eine wichtige Nahrungsquelle. Von seinen Beeren ernähren sich rund 20 Vogelarten, etwa 20 Wildbienenarten dient er als Nektarspender.

Bekannt dürfte der Schlehdorn schon seit der Jungsteinzeit sein. Funde in neolithischen Pfahlbauten lassen dies vermuten.

Genutzt wird der Schlehdorn zur Herstellung von Marmeladen, Fruchtsäften, Weinen, Likören oder Schnäpsen.

In der Naturheilkunde nutzt man die Blüten des Schlehdorns beispielsweise als leichtes Abführmittel oder zur Entschlackung in Form von Tees, die Blätter und die Früchte verwendet man bei Harnwegserkrankungen und Verdauungsproblemen.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Prunus spinosa
  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 3 m, selten bis zu 6 m
  • Farbe der Blüten: Weiß
  • Sammelzeit: Blüten: April und Mai, Früchte: Spätherbst und Winter (nach dem ersten Frost)
  • Vorkommen: Europa, Teile Asiens, Nordafrika
  • Standorte: sonnig; kalkhaltige, steinige Böden
  • verwendete Pflanzenteile: Blüten, Früchte

Synonyme

Bockbeerli, Dornschleha, Effken, Eschendorn, Gewöhnliche Schlehe, Haferpflaume, Hagedorn, Hageldorn, Heckendorn, Kietschkepflaume, Saudorn, Sauerpflaume, Schlaia, Schlechbeeri, Schlehe, Schlehendorn, Schliehen, Schlingenstrauch, Schlinken, Schwarzdorn

Wirksame Inhaltsstoffe

Bitterstoffe, Blausäure, Cumarine, Emulsin, Flavonoide, Gerbstoffe, Glykoside (Amygdalin)

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Der Schlehdorn wirkt abführend, adstringierend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend und schleimlösend. Auf folgenden Gebieten findet er deshalb Anwendung:

  • Atemwegsbeschwerden
  • Blasenleiden
  • Durchfall
  • Erkältungen
  • Harnwegserkrankungen
  • Hautausschläge
  • Hautunreinheiten
  • Herzschwäche
  • Husten
  • Magenbeschwerden
  • Magenkrämpfe
  • Magenschwäche
  • Menstruationsbeschwerden
  • Nierensteine
  • Ödeme
  • Prostatavergrößerung
  • Rheuma
  • Verdauungsstörungen
  • Verstopfung
  • Wassersucht
  • Zahnfleischentzündung


Dosierung und Anwendung

Aus dem Schlehdorn kann man einen Blütentee zur Entschlackung oder aus den Blättern einen Blasentee zubereiten.

Tee zur Entschlackung:
3 g Blüten mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und abseihen. Täglich morgens und abends eine Tasse trinken.

Blasentee:
1 EL Blätter mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. 3 Mal täglich eine Tasse trinken.

Auch einen Hustensirup kann man herstellen, indem man 3 g Blüten mit Honig einkocht. Davon nimmt man täglich 3 – 4 EL.

Warnhinweise

Nebenwirkungen ausgelöst durch den Schlehdorn sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine bekannt.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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