Exotische Früchte liefern Vitamine und Spurenelemente (Teil 1)

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Kaki

Kaki, Guave, Zimtapfel, Mangostin – die Auswahl an frisch erhältlichen exotischen Obstsorten nimmt ständig zu. Die Früchte überzeugen nicht nur durch ihr exotisches Erscheinungsbild und aufregende Farben, sie stecken zumeist auch voller wertvoller Vitamine, Spurenelemente und Ballaststoffe.

Tamarillo, Pitahaya, Cherimoyas – die wohl letzten wahren Exoten im umfangreichen und vielfältigen Marktangebot unserer Breiten. Doch nicht mehr lang und auch sie werden Einzug in unseren Supermarkt-Regalen halten. Ein Umstand, den man nur herbeisehnen kann, denn die frischen Früchtchen schmecken nicht nur aufregend verführerisch, auch ihr gesundheitlicher Wert ist beachtlich. Grund genug einige der schmackhaften Exoten näher vorzustellen.

Pitahaya

Ihre ursprüngliche Heimat hat die Pitahaya (Drachenfrucht) in Mittelamerika. Heute ist die Kakteen-Pflanze in weiten Teilen der Tropen zu finden.

Prinzipiell trägt die Pflanze bei entsprechend warmer Kultivierung im Gewächshaus auch in gemäßigten Breiten Früchte – hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Pflanze dazu eine entsprechende Größe erreichen muss. Da die Pflanze verhältnismäßig langsam wächst und zur Fruchtbildung eine Größe von rund 1,5 m erreichen muss, ist eine „Ernte“ frühestens nach 20 Jahren möglich. Die Blüten gehören zu den größten der Welt. Sie sind bis zu 30 cm lang und erreichen einen Durchmesser von bis zu 25cm. Sie sitzen an den Sprossenden und sind weiß oder gelblich gefärbt. Eine Besonderheit ist, dass sie sich nur für eine Nacht öffnen. Dabei verströmen sie einen starken jasminähnlichen Duft.

Pitahaya

Pitahaya

Die Frucht (außen rosa oder auch gelb) schmeckt erfrischend aromatisch und wird – ähnlich der Kiwi – am besten mitsamt der kleinen schwarzen Samen ausgelöffelt (Pitahayas am besten der Länge nach durchschneiden). Drachenfrüchte bestehen zu etwa 90 % aus Wasser (wirken daher auch verdauungsfördernd) und enthalten viel Eisen, Calcium und Phosphor, sowie die Vitamine B, C und E. Der Nährwert liegt bei 210 kJ/100 g.

Kaki

Die Kaki, auch Persimone oder Sharonfrucht genannt, ist die süße, orangefarbene, äußerlich einer großen Tomate ähnelnde Frucht des bis zu bis zu 15 m hohen Kakibaums. Kaki werden weltweit in 10 Ländern angebaut, wobei 90 % der Produktion auf China, Japan und Korea entfällt. Die glatte, glänzende und dünne Schale zeigt Farbschattierungen von gelb bis rot-orange. Das etwas hellere Fruchtfleisch kann bis zu acht Kerne enthalten und wird mit zunehmendem Reifegrad weicher, vergleichbar mit einer Kiwi. Der hohe Gehalt an Tannin (Gerbstoff) in der noch nicht ausgereiften Kaki sorgt im an Birne und Aprikose erinnernden Geschmack für eine herbe Komponente, die mit fortschreitender Reifung schwächer wird. Tannine kommen wegen ihrer adstingierenden (zusammenziehenden) und auswurffördernden Wirkung auch in der Volksmedizin vieler Länder zum Einsatz.

Das Fruchtfleisch ist süß, saftig und sehr wohlschmeckend. Die Früchte werden sowohl frisch verzehrt, als auch zu Marmeladen, Süßspeisen oder Trockenobst verarbeitet. Im gesamten asiatischen Raum werden der Kakifrucht verschiedene Heilkräfte zugesprochen. So soll sie magenstärkend sein und gegen Durchfall helfen. Unreife Früchte sollen fiebersenkend sein, wenn sie in Containern nachreifen, bis sie süß wie Honig sind. Der Saft einer unreifen Frucht soll den Blutdruck senken und der Fruchtstiel Husten lindern.

Litschi

Der ursprünglich aus Südchina stammende Litschibaum wird heute hauptsächlich in Taiwan, Indien, Madagaskar und China kultiviert. Er ist sehr frostempfindlich und kann deshalb in Europa nicht im Freien gedeihen. Ein einzelner Baum kann jährlich 100 bis 200 kg Früchte tragen. Die sehr kälteempfindlichen Früchte haben einen Durchmesser von 3 bis 5 cm. Die dünne, außen sehr raue Schale ist rosa oder rötlich gefärbt und wird bei älteren Früchten bräunlich. Sie wird erst nach der Ernte hart. Das Fruchtfleisch ist durchscheinend perlmuttfarbig, fest, saftig, süß und duftet sehr stark. Es enthält einen glatten Samen, der ungenießbar ist. Der Geschmack der Litschi hängt stark vom Reifegrad ab. Die Früchte des Litchibaums kommen als Frischobst bei uns in den Handel. Überreife Früchte haben sehr viel Geschmack, während unreife Früchte relativ geschmacklos sind. Litschis reifen nach der Ernte nicht mehr nach.

Litschi

Die Früchte werden frisch gegessen, zu Konserven, Saft, Eiscreme, Wein und Obstsalaten verarbeitet. Die Früchte können auch getrocknet werden und wie Rosinen verwendet werden. Mit 40 mg Vitamin C pro 100 Gramm frischer Litschis decken sie 40% des Tagesbedarfs eines Erwachsenen ab.

Tamarillo

Die Tamarillo (auch Baumtomate) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse, ist also mit der Tomate und der Kartoffel verwandt. Die junge Baumtomate ist eher ein grünes Kraut und verholzt erst mit der Zeit. Bei uns kultiviert, wird sie ein ca. 2 m hoher Kleinbaum. Markant sind die großen, dunkelgrünen und herzförmigen Blätter des Strauches. Berührt man einen Teil der Pflanze, so verbreitet sich ein unangenehmer Geruch, der aber sonst nicht auftritt. Genutzt werden bei der Baumtomate die Früchte. Weil sie im Anschnitt wie Tomaten aussehen, werden sie auch „Baumtomaten“ genannt, obwohl sie sich geschmacklich nur entfernt ähneln. Verwendet werden die Früchte wie Tomaten und sie werden auch roh verzehrt. Ihren leicht bitteren Geschmack mildert man durch kurzes Überbrühen und Schälen und durch eine entsprechende Zuckerzugabe erhalten sie einen angenehm herb-süßen Geschmack.

Tamarillo

Tamarillo

Besonders hoch ist der Anteil an Vitamin C (ca. 25mg/100g), auch Provitamin A und reichlich Eisen, Kalzium, Kalium, Magnesium und Phosphor sind enthalten. Da Tamarillos roh nur ganz reif gegessen werden können, sollten sie beim Kauf auf die Reife der Frucht achten: grünlich gefärbte Exemplare sind unreif, wobei die reife Frucht violett oder orangerot ist und bei Berührung nachgibt.

Kapstachelbeere / Physalis

Die in den Anden beheimatete Kapstachelbeere (Physalis peruviana), auch Andenbeere, Ananaskirsche, Goldbeere oder Schlotte genannt, ist eine Physalis-Art, die essbare, etwa kirschgroße, grüngelbliche bis orangefarbene Früchte mit einem süßen, leicht säuerlichen Geschmack trägt, der an Stachelbeeren und Kiwi erinnert. Neben der Heimatregion werden die Kapstachelbeeren in Südafrika kultiviert, dadurch erlangten sie erst größere Bedeutung, die durch das Synonym der Frucht erkennbar wird. Physalis werden im Anbauland in der Sonne getrocknet, so wird die Hülle strohgelb und die Früchte transportfähig. Es ist beim Kauf unwesentlich, ob die Hülle noch geschlossen oder offen ist, wichtig ist, dass die Beeren orangegelb sind. Die Früchte werden frisch verzehrt oder in Obstsalaten, Cocktails, Marmeladen, Soßen und Eiscreme verwendet. Neben dem Frischverzehr eignen sich Physalis auch zum Trocknen, sie schmecken wie Rosinen. Oder die kleinen Beeren in Schokosauce eintauchen und eine selbstgemachte Praline servieren.

Physalis

Die Früchte sind reich an Vitamin A, B und C, Phosphor und Pektin. 100g Physalis enthalten 306kJ bzw. 72kcal. In Afrika werden die Blätter der Pflanze als Gemüse gegessen. Die gekochten Blätter verwendet man auch als Pflaster für entzündete Wunden.

Cherimoya

Die Cherimoya gedeiht auf dem kolumbianischen Flaschenbaum und stammt auch ursprünglich aus Südamerika. Heute wird sie weltweit in allen Regionen mit geeignetem subtropischen Klima angebaut, so findet man diese Pflanze beispielsweise auch auf Madeira oder in Israel. Die Frucht zählt nach Ansicht vieler Gourmets zu den wohlschmeckendsten überhaupt und erinnert geschmacklich an Erdbeeren, Himbeeren, Birne mit einem Hauch Zimt. Gegessen wird das elfenbeinfarbene Fruchtfleisch, die Schale und die Samen (giftig!) sind nicht genießbar. Verwendung findet das Fruchtfleisch vor allem als Frischobst. Dazu schneidet man die Frucht in 2 Hälften und löffelt sie aus. Man kann das Fruchtfleisch auch mit Limettensaft beträufeln, dass steigert den Geschmack. Es können auch herrliche Milchshakes aus der Cherimoya zubereitet werden.

Cherimoya

Da diese Frucht sehr empfindlich auf Druckstellen reagiert, wird sie bislang eher selten exportiert und kommt in West- und Mitteleuropa meist unreif und klein in den Handel (verglichen mit reifen Früchten im Herkunftsland, die so groß wie Kohlrabi werden können). Nur reif ist Cherimoya auch ein wahrer Genuss, sie sollte nie im Kühlschrank aufbewahrt werden. Es wird empfohlen, die Frucht zum Nachreifen – ähnlich unreifer Avocados oder Mangos – in Papier einzuschlagen, bis das Fruchtfleisch weich ist. Die Cherimoya ist reich an Traubenzucker, Phosphor, Calcium und weist außerdem einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt auf.

Linktipps

– Exotische Früchte (Teil 2)
– Baobab – der Affenbrotbaum und seine gesunden Baumfrüchte
– Superfood Acerola – Vitamin C Wunder aus Übersee
– Tamarillo – eine Beerenfrucht namens Baumtomate
– Lagerung & Aufbewahrung von Obst & Gemüse
– Kokoswasser – Superdrink!?
– Vitaminratgeber