Die beliebtesten Exotische Früchte im Überblick – Teil 2

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (26 Bewertungen, Durchschnitt: 4,19 Sterne von 5)
Rambutan: exotische Früchte im Überblick

Fathima Shanas – Pixabay.com

Meist voller wertvoller Vitamine, Spurenelemente und Ballaststoffe: Mangostin, Pitahaya, Rambutan, Tamarillo & Co. sind wohl die letzten Exoten unter den Früchten. Doch woher kommen sie? Wie schmecken sie? Wie werden sie verwendet?

Weiter geht’s mit unserem Überblick der gängigsten süßen Exoten, ihrer Herkunft, ihrem Geschmack und der erwendung in der Küche.

Teil 2

Karambole – Sternfrucht

Karambolen gehören zur Familie der Sauerkleegewächse (Oxalidaceae) und gedeihen auf 5 – 15 m hohen, buschartigen, immergrünen Bäumen. Die wichtigsten Anbauländer sind Malaysia, Sri Lanka, China, Thailand, Indonesien, Brasilien, Kolumbien, USA und Israel. Die Bäume bringen mehrmals pro Jahr kleine, wohlriechende, pink- bis lavendelfarbene Blüten hervor, aus denen sich die Früchte entwickeln. Die Früchte sind oval bis ellipsoid, 6 – 13 cm lang bei einem Durchmesser von 3 – 6 cm und haben üblicherweise 5 (selten auch 4 oder 6) stark ausgeprägte, längsförmige Rippen.

Die Haut ist dünn und glatt, hell- bis dunkelgelb gefärbt und weist eine Wachsschicht auf. Das Fruchtfleisch ist hellgelb bis gelb, transparent, sehr saftig mit stark saurem bis mild süßlichem, allerdings nicht sehr intensivem Geschmack und hat je nach Sorte keine bis einige Kerne. Quer geschnittene Scheiben haben eine sehr typische Sternform. Sobald sich die Schale an den Kanten bräunlich zu verfärben beginnt, hat die Karambole ihren besten Reifegrad erreicht und sollte verzehrt werden.

Das Fruchtfleisch ist dann auch intensiver gelb gefärbt, knackig, saftig und duftet nach Jasmin. Die Karambole wird mit der Schale meist roh gegessen, als Garnierung verwendet und schmeckt vorzüglich in Salaten mit Essig und Öl.

Karambole - Sternfrucht

LianeM – Fotolia

Karambole / Sternfrucht

Die Früchte bestehen zu über 93 % aus Wasser und enthalten neben 0,5 % Protein, 0,2 % Fette und 4,8 % Kohlenhydrate einen hohen Anteil an Vitamin A und C sowie Calcium und Eisen. In der chinesischen Medizin gilt die zerstoßene Frucht als gutes Wundheilmittel, und der Saft soll fiebersenkend und vor allem durstlöschend sein.

Kapstachelbeere / Physalis

Die in den Anden beheimatete Kapstachelbeere (Physalis peruviana), auch Andenbeere, Ananaskirsche, Erdkirsche, Goldbeere oder Schlotte genannt, ist eine Physalis-Art, die essbare, etwa kirschgroße, grün-gelbliche bis orangefarbene Früchte mit einem süßen, leicht säuerlichen Geschmack trägt, der an Stachelbeeren und Kiwi erinnert. Neben der Heimatregion werden die Kapstachelbeeren in Südafrika kultiviert, dadurch erlangten sie erst größere Bedeutung, die durch das Synonym der Frucht erkennbar wird.

Physalis werden im Anbauland in der Sonne getrocknet, so wird die Hülle strohgelb und die Früchte transportfähig. Es ist beim Kauf unwesentlich, ob die Hülle noch geschlossen oder offen ist, wichtig ist, dass die Beeren orange-gelb sind. Die Früchte werden frisch verzehrt oder in Obstsalaten, Cocktails, Marmeladen, Soßen und Eiscreme verwendet.

Neben dem Frischverzehr eignen sich Physalis auch zum Trocknen, sie schmecken wie Rosinen. Oder die kleinen Beeren in Schokosauce eintauchen und eine selbstgemachte Praline servieren.

Physalis - Erdkirschen

yurakp – stock.adobe.com

Kapstachelbeere

Die Früchte sind reich an Vitamin A, B und C, Phosphor und Pektin. 100 g Physalis enthalten 306 kJ bzw. 72 kcal. In Afrika werden die Blätter der Pflanze als Gemüse gegessen. Die gekochten Blätter verwendet man auch als Pflaster für entzündete Wunden.

Kumquat

Anbauländer der Kumquat (auch Zwergorangen) sind China, Japan, Nord- und Südafrika, Nord- und Südamerika, Israel und Spanien. Sie sind eng verwandt mit den Zitruspflanzen, die ebenfalls zu den Rautengewächsen zählen. Die Früchte der Kumquat sind eiförmig und von höchstens 4 cm Länge mit gelb-orangefarbener Schale. Die Frucht wird in der Regel mit Schale und Kernen gegessen; die Schale schmeckt eher herb-süßlich, das Fruchtfleisch sauer.

Durch kurzes Rollen zwischen den Fingern oder in der Hand wird die Schale weicher und nimmt einen süßeren und weniger bitteren Geschmack an. Kumquats werden oft geschnitten in Fruchtsalaten, als Beilage zu Süßspeisen, sowie als Garnierung zu Wild- und Geflügelbraten verwendet. Feinschmecker schätzen die Kumquatfrucht – ob ihres fruchtig-herben Geschmacks – eher in Alkohol (z. B. Rum) eingelegt.

Kumquat

LianeM – Fotolia

Kumquat

Kumquats sind reich an Kalzium und Vitamin A und C (35 mg/100 g). Nährwert: 100 g haben 65 kcal/272 kJ.

Litschi

Der ursprünglich aus Südchina stammende Litschibaum wird heute hauptsächlich in Taiwan, Indien, Madagaskar und China kultiviert. Er ist sehr frostempfindlich und kann deshalb in Europa nicht im Freien gedeihen. Ein einzelner Baum kann jährlich 100 bis 200 kg Früchte tragen. Die sehr kälteempfindlichen Früchte haben einen Durchmesser von 3 bis 5 cm. Die dünne, außen sehr raue Schale ist rosa oder rötlich gefärbt und wird bei älteren Früchten bräunlich. Sie wird erst nach der Ernte hart.

Das Fruchtfleisch ist durchscheinend perlmuttfarbig, fest, saftig, süß und duftet sehr stark. Es enthält einen glatten Samen, der ungenießbar ist. Der Geschmack der Litschi hängt stark vom Reifegrad ab. Die Früchte des Litschibaums kommen als Frischobst bei uns in den Handel. Überreife Früchte haben sehr viel Geschmack, während unreife Früchte relativ geschmacklos sind. Litschis reifen nach der Ernte nicht mehr nach.

Litschi

adam36 – Fotolia

Litschi

Die Früchte werden frisch gegessen, zu Konserven, Saft, Eiscreme, Wein und Obstsalaten verarbeitet. Die Früchte können auch getrocknet und wie Rosinen verwendet werden. Mit 40 mg Vitamin C pro 100 Gramm frischer Litschis decken sie 40 % des Tagesbedarfs eines Erwachsenen ab.

Mangostin

Die zur Familie der Johanniskrautgewächse gehörende Mangostan ist ein 6 – 25 m hoher, sehr langsam wachsender, immergrüner Baum. Die rundliche Frucht ist 4 – 8 cm groß und hat eine 6 – 10 mm dicke, dunkelrot bis purpurrot gefärbte Schale, an deren einem Ende sich deutlich erkennbar eine verholzte Narbe befindet und an deren anderem Ende meist die 4 Kelchblätter eingetrocknet vorhanden sind.

Unter der Schale befindet sich das schneeweiße, sahnig-saftige, weiche Fruchtfleisch in 4 – 8 dreieckigen Segmenten, deren Anzahl sich an der verholzten Narbe bereits von außen erkennen lässt. Das Fruchtfleisch ist entweder samenlos oder enthält einige länglich-eiförmige, 1,5 – 2,5 cm lange, gelblich-grüne, essbare Samenkörner.

Das Fruchfleisch wird als Obst verzehrt. Der Geschmack ist mild säuerlich und wird als außerordentlich delikat, an Zitronen und Pfirsiche erinnernd, beschrieben. Mangostan werden in den Sommermonaten, etwa von Mai bis September, aus südostasiatischen Anbaugebieten in Thailand, Indonesien und Malaysia in kleineren Mengen angeboten.

Mangostin

MP2 – Fotolia

Mangostin

100 g Mangostan weisen einen Brennwert von etwa 240 kJ auf und enthalten etwa 79 g Wasser, 0,5 g Eiweiß, 0,3 g Fett, 14,7 g Kohlenhydrate und 5 g Ballaststoffe. An Mineralien und Vitaminen sind etwa 10 mg Kalzium, 0,5 mg Eisen, 1 mg Natrium und 4 mg Vitamin C enthalten.

Pitahaya – Drachenfrucht

Ihre ursprüngliche Heimat hat die Pitahaya (Drachenfrucht) in Mittelamerika. Heute ist die Kakteen-Pflanze in weiten Teilen der Tropen zu finden.

Prinzipiell trägt die Pflanze bei entsprechend warmer Kultivierung im Gewächshaus auch in gemäßigten Breiten Früchte – hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Pflanze dazu eine entsprechende Größe erreichen muss. Da die Pflanze verhältnismäßig langsam wächst und zur Fruchtbildung eine Größe von rund 1,5 m erreichen muss, ist eine “Ernte” frühestens nach 20 Jahren möglich.

Die Blüten gehören zu den größten der Welt. Sie sind bis zu 30 cm lang und erreichen einen Durchmesser von bis zu 25cm. Sie sitzen an den Sprossenden und sind weiß oder gelblich gefärbt. Eine Besonderheit ist, dass sie sich nur für eine Nacht öffnen. Dabei verströmen sie einen starken jasminähnlichen Duft.

Pitahaya

Die Frucht (außen rosa oder auch gelb) erinnert mit den groben Schuppen bzw. Wölbungen an der Schale an einen Drachen, daher auch der Name. Das Fruchtfleisch schmeckt erfrischend aromatisch und wird – ähnlich der Kiwi – am besten mitsamt der kleinen schwarzen Samen – die Aussehen wie Mohnsamen – ausgelöffelt (Pitahayas am besten der Länge nach durchschneiden). Drachenfrüchte bestehen zu etwa 90 % aus Wasser (wirken daher auch verdauungsfördernd) und enthalten viel Eisen, Calcium und Phosphor, sowie die Vitamine B, C und E. Der Nährwert liegt bei 210 kJ/100 g.

Pitahaya - Drachenfrucht

Fathima Shanas | Pixabay

Rambutan

Rambutan ist eine tropische Baumart aus der Familie der Seifenbaumgewächse, die mit dem Litschibaum verwandt ist. Der Name der Pflanze leitet sich vom malaiischen Wort rambut ab, das „Haar“ bedeutet und verweist auf die dicht mit Borsten besetzte Frucht. Die Heimat der Rambutans ist Malaysien, und aufgrund ihrer Verwandtschaft und Ähnlichkeit im Geschmack, werden sie auch “haarige Litschis” genannt. Die etwa 5 Zentimeter großen rundlich-ovalen Früchte hängen lose zu 10 bis 20 in einer Rispe.

Sie sind von einer rosafarbenen bis leuchtend-roten, ledrigen, dicht mit grünlich-gelben Borsten besetzten Schale umgeben, die das süß-aromatisch schmeckende, milchig-weiße, geleeähnliche Fruchtfleisch schützt. Der mandelähnliche Samen hängt fest am Fruchtfleisch und ist nicht genießbar. Frische Rambutan öffnet man am besten, indem man die Schale mit einem Messer leicht ritzt, die beiden Seitenhälften auseinander klappt und das Fruchtfleisch vom Kern löst.

Gut gekühlt und roh schmeckt die Rambutan am besten. Auch gemeinsam mit Vanille-, Amaretto-, Mokka- oder Pistazieneis schmeckt die Frucht sehr gut. Mit ihrem süßen und leichtsäuerlichen Geschmack eignet sich die Rambutan auch hervorragend zu verschiedenen Weichkäsesorten sowie zu Fleisch. Eine ungewöhnliche, aber schmackhafte Variante sind Rambutans, die in Schinken gewickelt und auf kleine Stäbchen aufgespießt werden.

Rambutan

Fathima Shanas – Pixabay.com

Rambutan

100 g Rambutan weisen einen Brennwert von etwa 270 kJ auf und enthalten etwa 81 g Wasser, 1 g Eiweiß, 0,1 g Fett, 16,5 g Kohlenhydrate und 1,1 g Ballaststoffe. An Mineralien und Vitaminen sind etwa 20 mg Kalzium, 1,9 mg Eisen, 1 mg Natrium und 53 mg Vitamin C enthalten.

Tamarillo

Die Tamarillo (auch Baumtomate) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse, ist also mit der Tomate und der Kartoffel verwandt. Die junge Baumtomate ist eher ein grünes Kraut und verholzt erst mit der Zeit. Bei uns kultiviert, wird sie ein ca. 2 m hoher Kleinbaum. Markant sind die großen, dunkelgrünen und herzförmigen Blätter des Strauches.

Berührt man einen Teil der Pflanze, so verbreitet sich ein unangenehmer Geruch, der aber sonst nicht auftritt. Genutzt werden bei der Baumtomate die Früchte. Weil sie im Anschnitt wie Tomaten aussehen, werden sie auch “Baumtomaten” genannt, obwohl sie sich geschmacklich nur entfernt ähneln.

Verwendet werden die Früchte wie Tomaten und sie werden auch roh verzehrt. Ihren leicht bitteren Geschmack mildert man durch kurzes Überbrühen und Schälen, und durch entsprechende Zuckerzugabe erhalten sie einen angenehm herb-süßen Geschmack.

Tamarillo

Christian Jung – Fotolia

Tamarillo

Besonders hoch ist der Anteil an Vitamin C (ca. 25 mg/100 g), auch Provitamin A und reichlich Eisen, Kalzium, Kalium, Magnesium und Phosphor sind enthalten. Da Tamarillos roh nur ganz reif gegessen werden können, sollten Sie beim Kauf auf die Reife der Frucht achten: Grünlich gefärbte Exemplare sind unreif, wobei die reife Frucht violett oder orange-rot ist und bei Berührung nachgibt.

————-

Quelle:

¹ So kommt die Litschi von Madagaskar zu uns in den Supermarkt | Galileo Video

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

Linktipps

– Die beliebtesten Exotische Früchte im Überblick (Teil 1)
– Jackfrucht – Veganes Gemüsefleisch aus den Tropen
– Ernährung für Männer
– Kokoswasser – Superdrink!?
– Lagerung & Aufbewahrung von Obst & Gemüse
– Granatäpfel: gesund & wohlschmeckend
– Tamarillo – eine Beerenfrucht namens Baumtomate
– Rezept: Mango-Lassi

Das könnte Sie auch interessieren …