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Granatapfel: gesund, wohlschmeckend und aphrodisierend

Granatapfel: gesund, wohlschmeckend und aphrodisierend

Granatapfel

Der Name der Frucht führt ein bisschen in die Irre, denn die Frucht ist nur rein äußerlich dem Apfel ähnlich. Der Name ist auf die lateinische Bezeichnung für Kerne oder Körner „granae“ zurückzuführen. Die exotische Frucht findet man in Brasilien, Mittelamerika, Südostasien oder an der Elfenbeinküste. Neuesten Forschungen zufolge verlangsamen Granatäpfel womöglich gar den Alterungsprozess des Menschen.



Nachweislich Gesund

In den letzten Jahren hat der Granatapfel medizinisch an Bedeutung gewonnen. Es wurden vermehrt positive Effekte bei Bluthochdruck, Magenerkrankungen, bakteriellen Infektionen, Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs, Hautkrebs, Lungenkrebs, Diabetes mellitus und Osteoporose beobachtet. Die Dicke der Gefäßwand der Halsschlagader bei Patienten mit Arteriosklerose reduzierte sich nach einer einjährigen Anwendung der Granatapfelzubereitung um dreißig Prozent, der Blutdruck konnte um einundzwanzig Prozent gesenkt werden.

Granatäpfel helfen bei der Durchblutung des Herzmuskels und sind zur Vorbeugung von Herzinfarkten ein wichtiges Mittel. Den jüngsten Studien zufolge haben Granatäpfel die meisten Antioxidantien. Antioxidantien sind Radikalfänger, also Stoffe die freie Radikale neutralisieren.

Dazu zählen Vitamin C und E, Beta-Karotin, sowie die Mineralstoffe Selen, Kupfer und Zink.

So wird das Wachstum von Krebszellen in der Brustdrüse, Lunge, Haut, dem Darm und der Prostata gehemmt. Der Granatapfel hat einen positiven Einfluss auf den PSA-Wert des Mannes, dazu muss man allerdings über Monate jeden Tag mindestens einen viertel Liter Granatapfelsaft trinken.

Studien in den USA haben gezeigt, dass sogar bei Männern die auf Prostatakrebs behandelt wurden der PSA-Wert noch gesenkt werden konnte.

Granatäpfel können einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von Blutkrebs und zur Linderung von Wechseljahrbeschwerden leisten. Die Stoffe in den Granatäpfeln sind den Östrogenen sehr ähnlich und haben daher einen positiven Einfluss auf den Hormonhaushalt. Weiteres gelten diese Früchte als Antiaging-Wunder und helfen jungen Frauen bei Hormonproblemen. Ärzte haben festgestellt, dass junge Frauen die Granatäpfel in ihren Ernährungsplan aufgenommen haben, festere Nägel und schönere Haare bekommen. Es führt sogar soweit, dass sogar seelische Verstimmungen ausgeglichen werden können. Die Wunderfrucht kann bei regelmäßigem Verzehr auch Abhilfe bei Menstruationsbeschwerden schaffen. Zudem wirken Granatäpfel auch gegen Entzündungen, was besonders hilfreich gegen Gelenksbeschwerden und Arthritis ist.

Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten stellten fest, dass schon eine niedrige Dosierung des Wirkstoffes Resveratrol², der nicht nur in roten Trauben, sondern eben auch im Granatapfel enthalten ist, sich wie eine kalorienarme Kost auf den Körper auswirkt und gut für das Herz ist und den Alterungsprozess von Zellen verlangsamen kann. Dass Resveratrol vorbeugend gegen verschiedene Krebsarten wirken kann, war schon in mehreren Studien belegt worden, die entscheidende neue Erkenntnis dabei war, dass der Stoff bereits bei wesentlich geringeren Dosen wirksam ist, als bisher angenommen wurde.¹

Exotisch frischer Geschmack

Meistens wird die süß-säuerlich schmeckende Frucht als krönender Abschluss eines Menüs verzehrt. Die Schale ist zwar ungenießbar, jedoch sind die Samen im Inneren äußerst saftig und noch von einer Haut umgeben, die sie vor dem Auslaufen schützt. Aus Granatäpfeln lässt sich die berühmte Grenadine pressen, die in so manchen Cocktails im Sommer für Erfrischung sorgt. Auch Hollywood-Stars schwören auf Granatapfelsaft in den Drehpausen, schon alleine weil es einfacher ist den Saft zu kaufen, als den Granatapfel selbst zu öffnen.

Aphrodisierende Wirkung

Es gibt natürliche Aphrodisiaka die tatsächlich mit unterschiedlicher Intensität auf unseren Körper und unsere Psyche wirken und das Lustempfinden steigern. Dazu gehören Zimt, Vanille, Safran genauso wie Kaviar, Erdbeeren, Koriander, Thymian, Basilikum, Kürbiskerne, Chilischoten und Granatäpfel.

Der Granatapfel steht wohl unter den Top 10 der interessantesten und geheimnisvollsten Früchte der Welt, denn er wird sowohl in der Bibel als auch im Koran und in der griechischen Mythologie erwähnt. Das Alte Testament soll 613 Gesetzte enthalten, genauso viele wie der Granatapfel Kerne hat. Im 2. Buch Mose wird erwähnt, dass Granatäpfel Teil des Priesterschurzes waren, dessen Anfertigung Gott den Israeliten befohlen haben soll. Saul – der erste König Israels – soll unter einem Granatapfelbaum gewohnt haben. Im Hohelied Salomons symbolisiert das Wort „Granatapfel“ die Schönheit einer Frau. Im Koran wird der Granatapfel neben anderen Früchten wie Datteln, Trauben und Oliven in einigen Suren erwähnt.

Die aber wohl bekannteste historische Wurzel des Granatapfels liegt in der griechischen Mythologie. Der Gott der Unterwelt Hades entführte die schöne Persephone in die Unterwelt, damit sie mit ihm regieren kann. Göttervater Zeus jedoch gestatte Persephone wieder zu ihrer Mutter zurückzukehren, wenn sie in der Unterwelt noch nichts gegessen hatte. Kurz vor ihrer Rückkehr drückte ihr Hades jedoch sechs Granatapfelkerne in den Mund, und so musste sie ein Drittel des Jahres mit Hades über die Unterwelt herrschen und ein Drittel des Jahres durfte sie bei ihrer Mutter Demeter verbringen. Oft findet man den Granatapfel in Verbindung mit Schönheit, wie schon im Hohelied Salomons. Der Streit der drei Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite, wer denn nun die Schönste sei, hat der Trojaner Paris beendet, indem er Aphrodite einen Granatapfel schenkte. Seit Urzeiten ist der Granatapfel ein Symbol für Leben, Schönheit und Fruchtbarkeit, aber auch für Macht, Blut und Tod. Dieser Mythos verschafft der Frucht wohl eine einzigartige Würze, die man mit jedem Bissen schmeckt.

= [maza] =

¹ Online-Fachmagazin Public Library of Science (PLoS One, 2008)

² Update: Die in den letzten Jahren in Resveratrol gesetzten großen Hoffnungen vieler Mediziner dürften nicht ganz so berechtigt gewesen sein, wie vermutet. Die Annahme, dass das antioxidativ wirkende Polyphenol – das vor allem in Rotwein, Schokolade und Granatäpfeln verstärkt vorkommt – das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder gar Krebs reduzieren würde, konnte von US Wissenschaftern nicht bestätigt werden. Jedenfalls konnte eine im Fachblatt Jama Internal Medicine veröffentlichte neue Studie diese Effekte nicht feststellen. Die Ursachen für die nachgewiesenen positiven Effekte beim Konsum von Rotwein & Co. sind damit allerdings wieder unklar. (Stand: Mai 2014)

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