Wirksam Stress und Burnout entgegenwirken

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (6 Bewertungen, Durchschnitt: 3,83 Sterne von 5)

Stress und Burnout

Immer mehr Menschen leiden unter Stress. Dabei sind die Ursachen meist unserem heutigen Lebensstil geschuldet. Überforderung im Beruf, Mobbing, persönliche Belastung im Privatleben, Krankheit oder unverarbeitete traumatische Erfahrungen können die Ursache von Stresssymptomen sein. Etwas Stress hat jeder mal. Jedoch spätestens, wenn die permanente Reizüberflutung und das Überangebot – auch an Freizeitmöglichkeiten – zu ernsthaften Krankheiten führen, müssen wirksame Gegenmaßnahmen her.

Was ist Stress überhaupt?

Stress scheint allgegenwärtig. Der bekannte Autor und Journalist Wolfgang Schneider zählt das Wort Stress zu den wichtigsten Wörtern des 20. Jahrhunderts. In der Tat wurde in keinem Jahrhundert zuvor der Stress so oft thematisiert wie in den vergangenen Jahrzehnten. Dabei ist der Stress etwas, was der Mensch in gewissem Maß schon immer hatte.

Der Duden definiert Stress als Ärger oder als „erhöhte Beanspruchung und Belastung psychischer und physischer Art“. Erst 1961 wurde dieses Wort zum ersten Mal in einem Rechtschreibduden erwähnt. Der aus Wien stammende Biochemiker Hans Selye hat den Begriff 1936 geprägt. Er gilt gemeinhin als Vater der Stressforschung.

Obwohl diesem Phänomen erst spät verstärkte Aufmerksamkeit seitens der Forschung und der Gesellschaft zu Teil wurde, existiert Stress bereits seit Urzeiten. Sobald eine Situation lebensbedrohlich wird, reagiert der Körper mit bestimmten Stresssymptomen. Greift beispielsweise ein Säbelzahntiger an, führt dieser starke Außenreiz zur gesteigerten Hormonausschüttung und einer schnellen Leistungssteigerung. Der Stress ist also ein automatischer Verteidigungsmechanismus beim Menschen.

Berufliche Überforderung und Freizeitstress

Heute sind die Auslöser von Stress, die sogenannten Stressoren, ganz anderer Natur. Gab es früher eine existentiell bedrohliche Situation eher selten, so führen heutige Einflüsse von außen zu einem permanenten Stressgefühl. Nicht nur die Überlastung am Arbeitsplatz machen heutzutage den Menschen Probleme. Inzwischen fühlt sich jeder vierte Österreicher sogar von der Freizeit gestresst. Das belegt eine aktuelle repräsentative Studie von der Allianz Versicherung.¹

Der „Freizeitstress“ beinhaltet familiäre Belastungen von Kindererziehung über Beziehungsproblemen bis hin zur Pflege von Angehörigen.

Nicht nur eine wachsende Belastung im Privatleben und emotionale Probleme sind auffällig mehr geworden. Die Bedrohung, durch Burn-Out komplett ausgebremst zu werden, betrifft nach der Studie auch immer mehr junge Menschen. So sind bereits mehr als 41 Prozent aller 18- bis 34-Jährigen durch Stress am Arbeitsplatz belastet. Hier ist der Termindruck der stärkste Stressmotor. 39 Prozent der Befragten gaben an, sich durch Stress-Situationen im Beruf beeinträchtigt zu fühlen, dabei sind die Männer stärker davon betroffen als Frauen.

Gezielte Anti-Stress-Maßnahmen

Dauerstress kann krank machen. Schlafstörungen, Migräne oder Nervosität sind ein Ausdruck dafür. Sind die mentalen Dysbalancen, innere Abgeschlagenheit und Erschöpfungszustände zu stark, hilft oft nur noch ein stationärer Aufenthalt in einem Retreat Center. Im NUHR Medical Center in Niederösterreich können Menschen, die sich in Dauerstress befinden oder von Burnout bedroht sind, einige Tage wirklich abschalten. Unter psychologischer Aufsicht lernen die Patienten hier Anti-Stress-Therapien und Entspannungsmöglichkeiten kennen.²

Rechtzeitig Erholungs-Urlaube einplanen, die Teilnahme an Anti-Stress-Seminaren und regelmäßige Massagebesuche oder Yogastunden sind weitere Möglichkeiten, Stress entgegenzuwirken. Wichtig ist für jeden Betroffenen, den Grad seiner Stressbelastung zu erkennen und ernst zu nehmen. Ist die physische und psychische Verfassung besorgniserregend, sollten Sie rechtzeitig professionellen Rat von einem Arzt oder Therapeuten einholen.

Eigene Maßnahmen zur Stressbewältigung

Es ist entscheidend, seine persönlichen Stressquellen zu kennen und gezielt darauf zu reagieren. Vieles können wir selbst beeinflussen. Oft sind es die kleinen Schritte im Alltag, die nachhaltige Erfolge bringen können. Es gilt, persönliche Bedürfnisse zu erkennen und ausreichend Erholungs- und Entspannungsmöglichkeiten zu nutzen. Hier funktioniert jeder Mensch anders, einige Maßnahmen gelten jedoch generell äußerst wirksam gegen Stress:

Viele kleine Pausen machen! Oft ist die Aussage, man habe einfach keine Zeit, ein eingefahrenes Muster. Es muss nicht immer eine riesige Pause sein, viele kleinere Pausen bringen oft viel mehr und ein kurzes Nickerchen bei Bedarf wirkt wahre Wunder.

Ausreichend Schlaf! Wer gut schlafen kann, heilt seinen Körper über Nacht. Die Bedeutung von gesundem Schlaf ist wissenschaftlich erwiesen. Meist können gestresste Menschen nicht gut abschalten, hier helfen feste Rituale und eine ruhige Schlafumgebung.

Körperliche Betätigung und auspowern! Regelmäßiger Sport hilft, die Stresshormone im Körper abzubauen und sorgt für mehr Ausgeglichenheit. Dabei trägt jede Fahrradfahrt zur Arbeit oder Treppensteigen statt Aufzug zu fahren zum großen Anti-Stress-Komplex bei. Sich öfter mal körperlich auszupowern, fördert ebenfalls einen gesunden Schlaf.

Ausgewogene Ernährung! Gerade gestresste Menschen greifen gerne zu Süßigkeiten oder häufiger zu Alkohol. Das ist eher kontraproduktiv für den Organismus.

Stressursachen erkennen und entgegensteuern

Werden Stress-Symptome auf Dauer missachtet, droht unter Umständen der totale Zusammenbruch. Der gefürchtete Burnout ist ein Zustand von tiefster emotionaler, geistiger und körperlicher Erschöpfung. Das kann mit einem Nervenzusammenbruch einhergehen und löst auch depressive Zustände aus. Betroffene gehen in die innere Kündigung und geben auf, verlieren jegliche Energie für Beruf und Privatleben. Burnout-Patienten haben häufig lange damit zu kämpfen. Das Krankheitsbild ist mittlerweile auch von Medizinern und Krankenkassen anerkannt.

Die persönliche Überforderung macht sich im Beruf und im Privatleben bemerkbar. Oft wirken die Belastungsmomente aus dem Beruf in die Freizeit hinein, es kann allerdings auch umgekehrt sein. Eine gute Work-Life-Balance ist mittlerweile eine wahre Herausforderung für viele Menschen. Der Tag hat nur 24 Stunden und scheint, immer angefüllter mit allen möglichen beruflichen wie privaten Terminen, nicht mehr auszureichen.

Denkmuster und Gewohnheiten hinterfragen

Nicht alle Belastungen haben ihre Ursache in der Außenwelt. Vieles, was uns in die Stressfalle treibt, rührt aus bestimmten Denkmustern und Ansprüchen uns selbst gegenüber. Es sind perfektionistische Vorstellungen von uns selber, mit denen wir uns beständig zu Höchstleistungen antreiben und uns keine Fehler durchgehen lassen. Gepaart mit überzogenem Ehrgeiz entsteht schnell eine persönliche Überforderung.
Es allen Recht machen oder nicht nein sagen zu können, sind eine weitere Quelle von Überforderung. Solche Muster zu erkennen, ist der erste Schritt zur Abhilfe. Stressverursachende Gedanken zu verändern, trägt nachhaltig zu einem entspannten Lebensmodell bei.

Auch die ständige Erreichbarkeit durch unsere mobilen Hilfsmittel und die damit verbundene Informations-Überreizung tragen dazu bei, dass wir nicht mehr abschalten können. Abschalten hieße in diesem Falle, wortwörtlich das Smartphone auszuschalten und die gestressten Augen und Sinne einfach mal runterzufahren.

———

Quellen:

¹ Allianz Stress-Studie
² Nuhr Medical Center: Mental Health

Linktipps

– Work-Life-Balance
– Anti-Stress-Programm im Alltag
– Stress & Ernährung: Anleitung zum Herzinfarkt
– Ergonomie am Arbeitsplatz

Das könnte Sie auch interessieren...