Corona-Impfung verbessert auch mentale Gesundheit

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Corona-Impfung verbessert auch mentale Gesundheit

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Dass die Coronaimpfungen vor schweren Verläufen und Tod durch COVID-19 schützen ist gut belegt, doch sind geimpfte Personen dadurch auch psychisch weniger belastet als zuvor?

Kann die Corona-Impfung auch der Psyche helfen? Diese Frage wollten US Forscher beantwortet wissen und führten dazu eine umfangreiche Befragung durch, deren Ergebnisse nun vorliegen. Demnach zeigte die regelmäßige Befragung der insgesamt 8.003 Teilnehmern, dass tatsächlich schon die erste Impfdosis messbar zur psychischen Gesundheit der Teilnehmer beitrug.¹

Coronavirus-Varianten – Artikelübersicht:

Im Laufe der Coronavirus-Pandemie haben viele Menschen psychische Belastung erfahren.

Die Impfstoffen gegen das neue Coronavirus reduzieren nicht nur die gesundheitlichen Risiken einer Infektion, sie verbessern auch die wirtschaftliche und soziale Lage geimpfter Personen. Dies könnte sich auch positiv auf die psychische Gesundheit auswirken.

Wozu überhaupt impfen?

Die Impfung ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen und Errungenschaften der Medizin. Sie schützt Menschen vor lebensbedrohlichen Krankheiten und kann diese nicht nur zurückdrängen sondern auch ausrotten. Dabei ist die Funktionsweise im Prinzip trivial und nützt die körpereigenen Abwehrmechanismen.

Eine Impfung bereitet also den Körper auf den Ernstfall einer Erkrankung vor und stattet ihn mit dem notwendigen Abwehrinstrumenten aus. Durch die Impfung enthält man entweder abgetötete (Totimpfstoffe) oder abgeschwächte (Lebendimpfstoffe) Krankheitserreger, die dem Körper eine Infektion vortäuschen (die aber nicht erfolgt) um so die Abwehrmechanismen in Gang zu bringen.

Der Organismus beginnt also mit der Produktion von Antikörpern und die Immunabwehr bereitet sich auf eine “echte” Infektion vor. Im Falle einer tatsächlichen Infektion kann der Patient daher mit seiner körpereigenen Immunabwehr den Krankheitserreger bekämpfen.

Durch die Impfung wird nicht nur der Geimpfte selbst vor einer schweren Erkrankung geschützt, auch Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, profitieren davon. Das umfasst Babys ebenso wie Menschen, die aufgrund einer Immunschwäche oder chronischen Erkrankung nicht geimpft werden dürfen.²

Handelt es sich um absoluten Schutz ohne Risiko? Nein, denn Impfungen verunmöglichen in der Regel eine Infektion nicht, schützen aber vor schweren Verläufen und Tod. Andererseits gibt es auch Risiken, die medial leider nur allzuoft undifferenziert dargestellt werden und mitunter für Verwirrung sorgen.

Unterschieden werden Impfreaktionen, Impfkomplikationen und Impfschäden. Dabei handelt es sich um grundlegend unterschiedliche Ereignisse, mit unterschiedlicher gesundheitlicher Tragweite.

Impfreaktionen etwa sind Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab. Typische Beschwerden nach einer Impfung: Rötung, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle, auch Allgemeinreaktionen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Unwohlsein sind möglich.

Impfkomplikationen, oder schwerwiegende sogenannte unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) nach Impfungen sind sehr selten. Der Verdacht einer über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung ist meldepflichtig.

Umfangreiche Informationen zu Impfrisiken und Häufigkeiten von Nebenwirkungen und Komplikationen erhalten Sie in unserem Artikel Wie funktioniert Impfen?, dort gibt es auch ein informatives Kurzvideo zum Thema.

Kann die Corona-Impfung auch der Psyche helfen?

Forscher ermittelten nun, welchen kurzfristigen Einfluss auf die Psyche die erste Impfdosis gegen das neue Coronavirus hatte. Dazu befragten sie Studienteilnehmer zu ihrem Impfstatus und erfassten mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens (Patient Health Questionnaire, PHQ-4), ob psychische Belastungen vorlagen.

An der US-amerikanischen Studie nahmen 8 003 Erwachsene teil, die regelmäßig zwischen März 2020, und März 2021 befragt wurden. Teilnehmer, die zwischen Dezember 2020 und März 2021 geimpft wurden, berichteten reduzierte psychische Belastungen in den auf die erste Impfdosis folgenden Befragungen.

Die PHQ-4-Ergebnisse sanken signifikant mit der ersten Impfung. Im Schnitt bewirkte die erste Impfdosis die Senkung des Risikos für eine milde Depression um 1 Prozentpunkt, das Risiko für eine schwere Depression wurde um 0,7 Prozentpunkte reduziert.

Signifikant weniger psychisch belastet schon nach der 1. Impfdosis

Die Impfung gegen das neue Coronavirus bewirkt somit nicht nur einen Schutz vor der Infektion und schweren Erkrankungen mit COVID-19, sondern erleichtert auch messbar. US-Studienteilnehmer zeigten signifikante Verbesserungen ihrer psychischen Gesundheit bereits nach der ersten Impfdosis.

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Quellen:

¹ COVID-19 vaccines and mental distress (Perez-Arce, F., Angrisaniet al. in PLOS ONE, 16(9), e0256406. 2021) DOI: 10.1371/journal.pone.0256406
² gesundheitstrends.com [Ausgabe August 2021]
³ DeutschesGesundheitsPortal.de

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