FSME: Zeckenschutzimpfung hilft!

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FSME: Zeckenschutzimpfung hilft!

Zecken können viele unterschiedliche Krankheiten übertragen (unter anderem FSME und Borreliose) und stellen dadurch eine ernstzunehmende Gefahr für Kinder wie Erwachsene dar. Vor allem Menschen, die sich oft und gerne in der Natur aufhalten, haben ein erhöhtes Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden. Während gegen die Borreliose eine Vorbeugung kaum möglich ist, hat sich die sogenannte FSME-Zeckenschutzimpfung in Österreich seit vielen Jahren bewährt.

Steckbrief Zecke

Zecken gehören zu den Spinnentieren (sie haben acht Beine), weltweit sind mehr als 850 Zeckenarten beschrieben. Zu den bevorzugten Aufenthaltsplätzen von Zecken zählen Büsche, hohes Gras und feuchtes Terraisn nahe Bächen, Flüssen, Tümpel oder Teichen.

Zecken werden bei uns im Frühjahr ab einer Temperatur von etwa 8°C aktiv, davor sind sie in Winterruhe. Zu ihren natürlichen Feinden zählen Fadenwürmer, Ameisen, Spitzmäuse, Igel und es gibt auch Vögel, die Zecken fressen.

Zecken benötigen Blut von Menschen oder Tieren (Nagetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien) als Nahrung, dabei sind sie äußerst geduldig: 94 Prozent ihrer Lebenszeit wartet sie auf die nächste Mahlzeit.

Auch die Fortpflanzung ist ein Grund warum Zecken Blut augen: Für die Bildung von Eiern benötigen Zeckenweibchen gewisse Inhaltsstoffe aus dem Blut der Wirte. Weil bei männliche Zecken die Eierbildung wegfällt, saugen sie entsprechend weniger Blut.

Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine Zecke mehrere Jahre überleben. Bis zu zwei Jahre lang kann eine Zecke in der Natur ohne Nahrung auskommen, sie warten da oft ein volles Jahr auf die erste Mahlzeit. In Laborversuchen wurde sogar nachgewiesen, dass Zecken eine einzige Blutmahlzeit ausreicht, um bis zu zehn Jahre ohne weitere Nahrung zu überleben.

Wenn die Zecke sich mit Blut vollsaugt, steigt ihr Gewicht auf bis zum 2oo-fachen ihres Ausgangsgewichtes an. Dabei betäubt sie vor dem Biss die Haut des Wirten mit einem schmerzunterdrückenden Anästhetikum um unbemerkt zu bleiben. Ist die Zecke vollgesogen, lässt sie sich vom Wirt abfallen.

Gefahren durch Zecken

Frühsommer ist Zeckensaison: in unseren Breiten haben acht Vertreter der Gruppe der Schildzecken besondere Bedeutung als Krankheitsüberträger der Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis, aber auch der Borreliose erlangt haben. Dazu gehört Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock, der in Europa den wichtigsten und am weitesten verbreiteten Vertreter darstellt. Während gegen die Borreliose eine Vorbeugung kaum möglich ist, hat sich die FSME-Schutzimpfung in Österreich seit vielen Jahren bewährt.

Zecken überwintern in allen Entwicklungsstadien unter Laubdetritus an Stellen, wo Temperaturen bis 0C (kurzfristig auch darunter) und eine relative Luftfeuchtigkeit von mindestens 92% bestehen. Eier und nüchterne Larven sterben unterhalb von -7C ab. Die Zeckenaktivität wird aus-gelöst durch ein Ansteigen der Bodentemperatur auf 5-7C (Monate März/April) und endet im Herbst, sobald die durchschnittliche Lufttemperatur auf etwa den gleichen Wert abgesunken ist (Monate Oktober/November). Feuchte Sommer und milde Winter fördern die Zecken-Populationsdichte.

Zecken stechen den Menschen besonders gerne in den Kniekehlen, zwischen den Beinen, in den Achseln und im Nacken sowie am Haaransatz. Dabei nutzen sie ihre beiden Kieferklauen und den Rüssel zum schneiden, beißen und stechen der Haut. Medizinisch korrekt wird deshalb von Zeckenstich, nicht von Zeckenbiss gesprochen.

Österreich gehört zu den am stärksten von der FSME betroffenen Ländern in Zentraleuropa. Da in Österreich kein Bundesland FSME-frei ist, ist die Impfung für alle in Österreich lebenden Personen und für Reisende in österreichische Risikogebiete zu empfehlen.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Viruserkrankung, die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und des Zentralnervensystems führt. Die Krankheit wurde das erste Mal in den 20er Jahren in österreich beschrieben. Sie kann mit leichten, grippeähnliche Symptomen verlaufen, aber auch zu Dauerschäden wie Lähmungen bzw. lang andauernder Rekonvaleszenz führen, sogar Todesfälle sind bekannt. Auch bei leichteren Verläufen kommt es nicht selten vor, dass es nach der Erkrankung zu Persönlichkeitsveränderungen kommt.

Das Krankheitsbild der FSME:

Für eine Infektion typisch ist der zweiphasige Krankheitsverlauf:

1. Nach einer Inkubationszeit von ca. 7 – 14 Tagen kommt es zur uncharakteristischen Symptomatik eines fieberhaften Infektes, oft auch mit hohem Fieber einhergehend. Diese klingt nach 1 – 8 Tagen meist wieder ab.

2. Bei etwa 1/3 der Infizierten tritt nach einem fieberfreien Intervall von ca. 1 – 20 Tagen eine weit schwerere, zweite Erkrankungsphase auf. Deutlich höheres Fieber (bis über 40 Grad Celsius), Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Blutbildveränderungen charakterisieren den Beginn der Erkrankung. Je nach Beteiligung der einzelnen Hirn- und Nervenanteile können dann prinzipiell drei Erkrankungsformen unterschieden werden:

  • Hirnhautentzündung,
  • Beteiligung der Hirnhäute und des Gehirns, neben Hirnhäuten und Gehirn auch
  • Beteiligung des Rückenmarks.

Der Prozentsatz schwerer Erkrankungsfälle beträgt bei der FSME 5 – 18%, ca. 2% verlaufen tödlich. Gegen die ausgebrochene Erkrankung gibt es keine spezifische Heilbehandlung. Es können nur die Symptome so gut wie möglich gemildert werden.

Wissenswertes zum FSME Impfstoff

Bei dem in österreich entwickelten und seit 30 Jahren erhältlichen Impfstoff handelt es sich um einen hochgereinigten, millionenfach bewährten FSME-Impfstoff, der inaktivierte Viren enthält, für Kinder und Erwachsene. Dieser ist konservansfrei und ohne Stabilisatorprotein.

Ein beispielloser Erfolg der nun seit mehr als 30 Jahren laufenden österreichischen Kampagne ist der drastische Rückgang der FSME-Erkrankungen von jährlich über 700 auf 62 im Jahr 1998. 1999 wurde das Rekordtief von 41 Krankheitsfällen erreicht. Eindrucksvoll hat sich gezeigt, dass der in österreich verwendete Impfstoff nicht nur verläßlich wirksam ist, sondern auch zu einer epidemiologisch erfassbaren Veränderung geführt hat.

Die Schutzrate beträgt bis zu 99%, die besonders gute Verträglichkeit wird bestätigt durch Untersuchungen des Institutes für Sozialmedizin der Universität Wien*). Durch die Impfung kann keine Infektionskrankheit übertragen werden, selbstverständlich auch keine FSME. Wie bei anderen Impfungen können auch bei der FSME-Impfung vorübergehende lokale Reaktionen (Rötung und Schwellung im Bereich der Einstichstelle) sowie Allgemeinerscheinungen (wie etwa Abgeschlagenheit und Fieber) auftreten.

Aktuell sind in Österreich Impfstoffe von zwei Herstellern auf dem Markt (Encepur®, FSME-IMMUN®). Es gibt Impfstoffe für Kinder ab dem vollendeten ersten bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr (Encepur für Kinder®) bzw. 16. Lebensjahr (FSME-IMMUN Junior®) und solche, die für Jugendliche ab dem vollendeten zwölften bzw. 16. Lebensjahr und Erwachsene zugelassen sind.

Laut den Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums im Gesundheitsministeriums sind die in Österreich verfügbaren FSME-Impfstoffe gleichwertig und bieten Schutz vor allen bekannten Subtypen des FSME-Virus. (Stand: 05/2019)

Betreffend genauer Indikationsstellung und anderer möglicher Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt. Nicht geimpft werden soll bei akuten, fieberhaften Erkrankungen. Allergien gegen Komponenten des Impfstoffes und gegen Hühnereiweiß stellen eine relative Gegenanzeige dar (d.h. fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie geimpft werden können).

Grundsätzlich ist eine indizierte FSME Impfung auch während der Schwangerschaft möglich, solange nicht andere Gründe dagegen sprechen, da es sich bei dem FSME-Impfstoff um inaktiviertes FSME-Virus handelt. Es wird allerdings dringend empfohlen im ersten Drittel der Schwangerschaft grundsätzlich nur dringend notwendige Impfungen durchführen zu lassen, um zu verhindern, dass die in der Frühschwangerschaft häufigen Fehlgeburten oder sehr selten auftretende Fehlbildungen fälschlicherweise mit der Impfung in Zusammenhang gebracht werden.

Impfschema

Die Grundimmunisierung erfolgt in drei Teilen:

1.Teilimpfung
2.Teilimpfung – 1 bis 3 Monate nach der 1. Teilimpfung
3.Teilimpfung – 9 bis 12 Monate nach der 2. Teilimpfung

Da die Impfung in den meisten Fällen nicht lebenslang vor einer Ansteckung schützt, ist es nach einiger Zeit nötig sie aufzufrischen. Die FSME-Auffrischungsimpfung erfolgt dann jeweils nach fünf Jahren. Ab dem 60. Lebensjahr erfolgt die Auffrischimpfung bereits nach drei Jahren.

Wenn das Impfintervall überschritten wurde, oder die letzte Auffrischungsimpfung zeitlich nicht feststellbar ist, weil z.B. der Impfpass nicht vorliegt oder die letzte Impfung nicht verzeichnet wurde, sollte man einen FSME-Antikörpernachweis (eine sogenannte Titerbestimmung) machen lassen. Mittels Blutabnahme kann die Zahl der Antikörper bestimmt werden und so festgestellt werden, ob der Impfschutz noch aufrecht ist. Wer eine Titer-Bestimmung durchführen lassen möchte, wendet sich am besten an seinen Hausarzt, er wird Ihnen Blut abnehmen und es dann in ein Labor schicken.

Diese Untersuchung ist kostenpflichtig und betragen wischen 28 und 50 Euro. Es erfolgt keine Kostenerstattung durch die Kasse. (Stand 05/2020)

Ablauf der FSME-Impfung

In der Regel wird die FSME-Schutzimpfung in den seitlichen Oberarm injiziert. Bei kleinen Kindern, deren Muskelmasse am Arm noch nicht ausreicht, werden in der Regel Impfungen in den Oberschenkel – solange sie noch nicht laufen können – vorgezogen. Impfungen in den Po gibt es nicht mehr, da die Gefahr einer Nerv-Verletzung zu groß ist.

Zecken.at – Verein zur Förderung der Impfaufklärung
gesponsert durch Pfizer Corporation Austria Gesellschaft m.b.H.
Schubertring 6,
1010 Wien
Internet: http://www.zecken.at

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Quelle:

Robert Koch Institut (RKI): Antworten auf häufig gestellte Fragen zur FSME-Impfung

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

Linktipps

– Zeckengefahr – zahlreiche FSME Fälle in Österreich
– Titerbestimmung – was ist das?
– alles über Impfungen
– Gehirnhautentzündung (Meningitis)

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