1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (6 Bewertungen, Durchschnitt: 3,17 Sterne von 5)
FSME: jetzt impfen!

FSME: jetzt impfen!

Frühsommer ist Zeckensaison

Weltweit sind ca. 850 Zeckenarten beschrieben, wovon in unseren Breiten acht Vertreter der Gruppe der Schildzecken besondere Bedeutung als Krankheitsüberträger der Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis, aber auch der Borreliose erlangt haben. Dazu gehört Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock, der in Europa den wichtigsten und am weitesten verbreiteten Vertreter darstellt. Während gegen die Borreliose eine Vorbeugung kaum möglich ist, hat sich die FSME-Schutzimpfung in Österreich seit vielen Jahren bewährt.



Zecken überwintern in allen Entwicklungsstadien unter Laubdetritus an Stellen, wo Temperaturen bis 0C (kurzfristig auch darunter) und eine relative Luftfeuchtigkeit von mindestens 92% bestehen. Eier und nüchterne Larven sterben unterhalb von -7C ab. Die Zeckenaktivität wird aus-gelöst durch ein Ansteigen der Bodentemperatur auf 5-7C (Monate März/April) und endet im Herbst, sobald die durchschnittliche Lufttemperatur auf etwa den gleichen Wert abgesunken ist (Monate Oktober/November). Feuchte Sommer und milde Winter fördern die Zecken-Populationsdichte.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Viruserkrankung, die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und des Zentralnervensystems führt. Die Krankheit wurde das erste Mal in den 20er Jahren in österreich beschrieben. Sie kann mit leichten, grippeähnliche Symptomen verlaufen, aber auch zu Dauerschäden wie Lähmungen bzw. lang andauernder Rekonvaleszenz führen, sogar Todesfälle sind bekannt. Auch bei leichteren Verläufen kommt es nicht selten vor, dass es nach der Erkrankung zu Persönlichkeitsveränderungen kommt.

Das Krankheitsbild der FSME:

Für eine Infektion typisch ist der zweiphasige Krankheitsverlauf:

1. Nach einer Inkubationszeit von ca. 7 – 14 Tagen kommt es zur uncharakteristischen Symptomatik eines fieberhaften Infektes, oft auch mit hohem Fieber einhergehend. Diese klingt nach 1 – 8 Tagen meist wieder ab.

2. Bei etwa 1/3 der Infizierten tritt nach einem fieberfreien Intervall von ca. 1 – 20 Tagen eine weit schwerere, zweite Erkrankungsphase auf. Deutlich höheres Fieber (bis über 40 Grad Celsius), Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Blutbildveränderungen charakterisieren den Beginn der Erkrankung. Je nach Beteiligung der einzelnen Hirn- und Nervenanteile können dann prinzipiell drei Erkrankungsformen unterschieden werden:

  • Hirnhautentzündung,
  • Beteiligung der Hirnhäute und des Gehirns, neben Hirnhäuten und Gehirn auch
  • Beteiligung des Rückenmarks.

Der Prozentsatz schwerer Erkrankungsfälle beträgt bei der FSME 5 – 18%, ca. 2% verlaufen tödlich. Gegen die ausgebrochene Erkrankung gibt es keine spezifische Heilbehandlung. Es können nur die Symptome so gut wie möglich gemildert werden.

Wissenswertes zum Impfstoff

Bei dem in österreich entwickelten und seit 20 Jahren erhältlichen Impfstoff handelt es sich um einen hochgereinigten, millionenfach bewährten FSME-Impfstoff für Kinder und Erwachsene. Dieser ist konservansfrei und ohne Stabilisatorprotein. Ein beispielloser Erfolg der nun seit mehr als 20 Jahren laufenden österreichischen Kampagne ist der drastische Rückgang der FSME-Erkrankungen von jährlich über 700 auf 62 im Jahr 1998. 1999 wurde das Rekordtief von 41 Krankheitsfällen erreicht. Eindrucksvoll hat sich gezeigt, dass der in österreich verwendete Impfstoff nicht nur verläßlich wirksam ist, sondern auch zu einer epidemiologisch erfassbaren Veränderung geführt hat. Die Schutzrate beträgt bis zu 99%, die besonders gute Verträglichkeit wird bestätigt durch Untersuchungen des Institutes für Sozialmedizin der Universität Wien*). Durch die Impfung kann keine Infektionskrankheit übertragen werden, selbstverständlich auch keine FSME. Wie bei anderen Impfungen können auch bei der FSME-Impfung vorübergehende lokale Reaktionen (Rötung und Schwellung im Bereich der Einstichstelle) sowie Allgemeinerscheinungen (wie etwa Abgeschlagenheit und Fieber) auftreten. Betreffend genauer Indikationsstellung und anderer möglicher Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt. Nicht geimpft werden soll bei akuten, fieberhaften Erkrankungen. Allergien gegen Komponenten des Impfstoffes und gegen Hühnereiweiß stellen eine relative Gegenanzeige dar (d.h. fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie geimpft werden können).

Zecken.at – ARGE Gesundheitsvorsorge

Goldeggasse 7 / II / 13
A-1040 Wien
Tel.: 01/711 20 – 226
Internet: http://www.zecken.at

Selbsthilfegruppe Zeckenopfer

Kaiserstraße 71/Stiege 1 A-1070 Wien
Tel.: 01/522 70 70 e-Mail: info@zecken.or.at
Internet: http://www.zecken.or.at

Linktipps:

– Zeckengefahr – zahlreiche FSME Fälle in Österreich
– alles über Impfungen
– Gehirnhautentzündung (Meningitis)

Kave Atefie





SEO-Consultant und Gründer des unabhängigen österreichischen Gesundheitsportals gesund.co.at, das seit Jahren zu einem der beliebtesten Themenportale im deutschen Sprachraum zählt. Der Anspruch auch komplexe Themen leicht verständlich für interessierte Laien aufzubereiten wurde zum Markenzeichen des Portals.