Lässt sich einem Befall mit Läusen vorbeugen?

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Lässt sich einem Befall mit Läusen vorbeugen?

Fotocredit: Karel Miragaya | AdobeStock

Kopfläuse (Pediculus humanus capitis) sind winzige, flügellose Insekten, die auf der menschlichen Kopfhaut leben und sich von menschlichem Blut ernähren.


Sie sind in Kindergärten und Schulen besonders verbreitet weil Kinder dort engeren Kontakt zueinander haben. Für Eltern ist alleine der Gedanken daran schon ein Graus. Doch wie kann man die lästigen Plagegeister verhindern?

Lässt sich Lausbefall vorbeugen – Artikelübersicht:

Die Frage „Wie schütze ich mich und mein Kind vor Kopfläusen“ kommt vor allem dann auf, wenn im Kindergarten oder in der Schule mal wieder der gefürchtete Läusealarm ausgerufen wurde. Dann hoffen Eltern, dass sich die Plagegeister nicht das Haar ihres Nachwuchses ausgesucht haben. Oder gibt es gar Methoden, wie man Läusen vorbeugen kann?

Wer steht bei Läusen besonders hoch im Kurs?

Häufig sind es Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, die mit Läusen zu kämpfen haben.

Da sich die flügellosen Insekten durch den Kontakt von Kopf-zu-Kopf übertragen, haben sie bei ihnen ein leichtes Spiel: Beim Toben, Spielen und Köpfe zusammenstecken nisten sich Kopfläuse schnell mal im Haar ihres Wirtes ein und lassen es, im wahrsten Sinne des Wortes, nicht mehr los. Ihre Anwesenheit kann sich dann durch einen Juckreiz oder ein Kitzeln auf der Kopfhaut bemerkbar machen.

Entdecken Sie bei der genaueren Betrachtung des Haares lebende Kopfläuse oder lebensfähige Eier, sollten Sie schnell handeln, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Die Eier von Kopfläusen werden auch als Nissen bezeichnet. Nissen sind oval geformte Eier, die von den weiblichen Läusen auf die Haarsträhnen in der Nähe der Kopfhaut gelegt werden. Sie sind etwa 0,8 bis 1,0 mm lang und haben normalerweise eine hellbraune Farbe. Nissen sind sehr klebrig und haften fest an den Haaren, was sie schwer zu entfernen macht.

Kopflaus Nisse

Pediculus humanus; Ei bzw. Nisse mit Halterung; Fotohinweis: Creative-Commons-Lizenz „CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright“

Es ist wichtig Nissen gründlich zu behandeln, um eine erneute Infektion zu vermeiden. Neben Mitteln mit Insektengift und Silikonöl gibt es auch zahlreiche Hausmittel gegen Kopfläuse – diese sind allerdings weniger wirksam.

Eine Behandlung muss in der Regel an mehreren Tagen wiederholt werden und kann besonders für Kinder eine Tortur sein.

Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen fragen sich vor allem Eltern, ob es Möglichkeiten gibt, Läusen vorzubeugen.

Wie schütze ich mich vor Kopfläusen?

Leider existiert keine abolut sichere Methode, mit der sich ein Lausbefall 100%ig verhindern lässt. Aber es gibt es gibt Schritte, die Sie unternehmen können, um Kopflausbefall vorzubeugen:

  • Vermeiden Sie engen Kontakt mit Personen, die bereits von Kopfläusen befallen sind, und lassen Sie Ihr Kind keine persönlichen Gegenstände wie Kämme, Bürsten, Hüte oder Haarspangen mit anderen teilen.
  • Waschen Sie das Haar Ihres Kindes regelmäßig mit einem milden Shampoo und spülen Sie es gründlich aus.
  • Kämmen Sie das Haar Ihres Kindes täglich mit einem feinzahnigen Kamm, um eventuelle Läuse oder Nissen (Eier) zu entfernen.
  • Um Läusen vorzubeugen, eignen sich auch bestimmte Frisuren. Flechten oder binden Sie lange Haare konsequent zusammen. Lose Haarsträhnen geraten nicht mehr aneinander und den Läusen fällt es schwerer, auf die Haare eines neuen Wirts zu krabbeln. Dies birgt allerdings umgekehrt das Risiko, dass sich im Falle eines leichten Befalls die Läuse im Haar besser festsetzen können. Eine Kurzhaarfrisur verringert unter Umständen das Risiko für einen Befall besser.
  • Kopfbedeckungen wie Mützen, breite Stirnbänder oder Caps halten die ungebetenen Gäste möglicherweise von Ihrem Haar fern.
  • Überprüfen Sie das Haar Ihres Kindes regelmäßig auf Anzeichen von Kopfläusen, insbesondere wenn es Beschwerden oder Juckreiz auf der Kopfhaut hat.
  • Informieren Sie die Schule oder den Kindergarten, wenn Ihr Kind von Kopfläusen befallen ist, damit andere Eltern und Lehrer auf mögliche Infektionen achten können.
  • Waschen Sie alle Bettwäsche, Handtücher und Kleidungsstücke regelmäßig bei hohen Temperaturen, um mögliche Läuse oder Nissen zu entfernen.

Auch wenn die genannten Maßnahmen keine Garantie sind um einen Kopflausbefall zu verhindern, so können Sie das Risiko einer Infektion doch signifikant verringern.

Die meisten medizinischen Behandlungen gegen Kopfläuse enthalten chemische Substanzen wie Permethrin oder Pyrethrine. Diese Wirkstoffe töten die Läuse und Nissen ab und sind in der Regel sicher und wirksam, wenn sie gemäß den Anweisungen des Herstellers verwendet werden. Es ist auch wichtig, gründlich zu kämmen, um sicherzustellen, dass alle Läuse und Nissen aus dem Haar entfernt werden.

Allerdings können einige Menschen allergisch auf diese Substanzen reagieren, was zu Hautreizungen und anderen Symptomen führen kann. Es ist wichtig, die Anweisungen des Herstellers sorgfältig zu lesen und auf mögliche allergische Reaktionen zu achten.

Wenn Sie Bedenken hinsichtlich der Verwendung von chemischen Behandlungen haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, um alternative Optionen (etwa mit Teebaumöl oder Neemöl) zu besprechen.

Lässt sich mit der richtigen Hygiene einem Befall mit Läusen vorbeugen?

Manche Menschen glauben, dass ein Kopflausbefall mit mangelnder, persönlicher Hygiene zusammenhängt. Das ist ein Irrglaube, denn Läuse ernähren sich von Blut. Aus dem Grund spielt es keine Rolle, ob Ihre Haare frisch gewaschen oder fettig sind.

Jeder kann Kopfläuse bekommen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Hygienepraktiken. Tatsächlich haben Kopfläuse nichts mit Sauberkeit oder persönlicher Hygiene zu tun.

Kopfläuse werden durch direkten Kontakt von Person zu Person übertragen, wenn die Läuse von einem Kopf auf den anderen kriechen. Sie können auch über gemeinsam genutzte Gegenstände wie Kämme, Bürsten oder Hüte übertragen werden.

Was ebenfalls keinen Erfolg hat, um Läusen vorzubeugen, ist regelmäßiges Haarewaschen mit einem Anti-Läuse-Shampoo.

Solche Mittel können ebenfalls einen negativen Einfluss auf den Körper haben – wenn auch vermutlich nur in einem geringen Ausmaß. Grundsätzlich ist die Anwendung eines derartigen Produkts nur für die Behandlung eines akuten Läusebefalls gedacht und nicht zur Vorbeugung.

Es ist jedenfalls wichtig zu betonen, dass ein Befall mit Kopfläusen nichts mit dem sozialen Status oder der persönlichen Hygiene zu tun hat und dass jeder davon betroffen sein kann.

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Quellen:

¹ Hausmittel gegen Kopfläuse
² Pediculus humanus capitis: an update (Nutanson I. et al. in Acta Dermatovenerol Alp Pannonica Adriat. 2008 Dec;17(4):147-54, 156-7, 159.) PMID: 19104739
³ Prevention and treatment of head lice in children (Mumcuoglu KY. in Paediatr Drugs. 1999 Jul-Sep;1(3):211-8.) doi: 10.2165/00128072-199901030-00005

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Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

Linktipps

– Wie Sie Kopfläuse rasch wieder loswerden
– Neemöl – Naturkraft mit breitem Anwendungsspektrum
– Was Teebaumöl kann – und was nicht
– Kinderärzte Österreich
– Kleiderläuse
– Filzläuse

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