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Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Bei vielen Frauen ist die Schwangerschaft die Zeit im Leben, in der die Qualität der Nahrung eine völlig neue Bedeutung erhält. Der Vorgang Essen wird bewusster, der Körper spürt den erhöhten Bedarf. Aber nicht bei allen Frauen läuft die Nahrungsaufnahme unproblematisch rund.



Besonders in der Frühschwangerschaft ist eine ausgewogene Gewichtszunahme wichtig. Frauen mit normalem Ausgangsgewicht für eine Schwangerschaft (Body Mass Index = BMI von 20 bis 26) haben einen Tagesbedarf von etwa 2.700 Kilokalorien (kcal). Das entspricht einem Mehrbedarf von nur 250 bis 300 kcal. Anders ausgedrückt, einem etwa 5 x 5 cm großen Stück geräucherte Makrele. Oder einer großen Scheibe Vollkornbrot mit Butter und Frischkäse. Oder etwas weniger als einer 500-Gramm-Schale frischer Kirschen.

Normalgewichtige sollten im Verlauf der neun Monate 11 bis 16 Kilogramm (kg) zunehmen. Frauen mit Untergewicht mehr, bis 18 kg, und Frauen mit Übergewicht weniger, 7 bis 11 kg. So zugelegt, wird ein halbes Jahr nach der Entbindung, insbesondere wenn die Frau stillt, die Waage nur noch etwa ein Kilogramm mehr anzeigen als vor der Schwangerschaft. Nehmen Frauen jedoch mehr zu als nötig, bleiben nach der Stillzeit durchschnittlich 2,5 kg „hängen“. Über 6 kg können es sogar sein, wenn die massive Zunahme vor der 20. Schwangerschaftswoche erfolgt ist.

Essstörungen gefährden das Baby

Besondere Probleme treten auf, wenn Frauen mit einer Essstörung wie Magersucht (Anorexia nervosa), Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa) oder Fresssucht (Binge eating disorder) sich ein Kind wünschen. Allerdings bleiben bei Frauen mit einer Essstörung, die zu Untergewicht führt, Eisprung und Regelblutung häufig aus. Erst bei einem BMI von etwa 19 tritt die Fruchtbarkeit wieder ein.

Frauen mit Essstörung hungern oder erbrechen, weil sie einer bestimmten Vorstellung ihres Körpers entsprechen wollen. Einige missbrauchen zusätzlich Abführmittel. Eine Esstörung sollte mit psychologischer Unterstützung therapiert sein, bevor eine Frau schwanger wird. Andernfalls bestehen Risiken wie Fehlgeburt, massives Schwangerschaftserbrechen, verzögertes Wachstum des Kindes, niedriges Geburtsgewicht oder Komplikationen bei der Geburt. Außerdem wird die spätere Entwicklung einer psychischen Störung auch beim Kind wahrscheinlicher. Diese Risiken sind deutlich geringer, wenn Psyche und Körper vor Eintritt der Schwangerschaft von der Essstörung erholt sind.

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Wie viel eine Schwangere tatsächlich zunimmt bzw. zunehmen soll, hängt nicht nur von individuellen Faktoren, sondern auch von ihrem Gewicht vor der Schwangerschaft ab, deshalb sind Pauschalaussagen über die richtige oder angemessene Gewichtszunahme in der Schwangerschaft so schwierig. Wenn eine Frau vor der Schwangerschaft eher untergewichtig war, so ist eine etwas stärkere Gewichtszunahme notwendig als bei einer normalgewichtigen Mutter. Dazu spielt es für die Kalorienzufuhr eine entscheidende Rolle, ob die werdende Mutter einer vorwiegend sitzenden oder einer körperlich anstrengenden Tätigkeit nachgeht.

Das Ideal des schlanken und perfekt geformten Körpers vor Augen führt immer häufiger zu geradezu krankhafter Angst vor der Gewichtszunahme während der Schwangerschaft. Die Folge: Essstörungen. Denn für viele Frauen beginnt mit der Schwangerschaft eine regelrechte „Diät-Karriere“ in der sich die Spirale aus Diät, Jojo-Effekt und abermals Diät zu drehen beginnt.

Zu etwas mehr Besonnenheit und Entkrampfung können vielleicht folgende Zahlen und Fakten helfen:

Das Forschungsinstitut für Kidnerernährung (Dortmund) gibt je nach Ernährungszustand vor der Schwangerschaft folgende empfohlene Gewichtszunahme während der Schwangerschaft an:

  • Untergewicht (BMI: unter 18,5): 12,5 – 18,0 kg Gewichtszunahme
  • Normalgewicht (BMI: 18,5–24,9): 11,5 – 16,0 kg Gewichtszunahme
  • Übergewicht (BMI: über 25): 7 – 11,5 kg Gewichtszunahme

Grundsätzlich steigt der Kalorienbedarf in der Schwangerschaft um etwa 15 bis 25 Prozent. Dies entspricht – bei normaler Tätigkeit – etwa einem zusätzlichen Bedarf in Höhe von 200 bis 300 Kilokalorien (kcal).

Üppige Mama, gesundes Kind?

Das Ausgangsgewicht einer Schwangeren hat Einfluss auf die Entwicklung ihres Babys. Untergewicht vor und eine geringe Gewichtszunahme während der Schwangerschaft können beispielsweise mit einer Wachstumsverzögerung sowie einem verringerten Geburtsgewicht einhergehen.

Auch starkes Übergewicht führt häufig zu Problemen während der Schwangerschaft. Dennoch sollte auf Diäten während der neun Monate unbedingt verzichtet werden. Eine Diät führt durch die geringe Nahrungsaufnahme zwangsläufig zu einer Unterversorgung des Babys. Dieses Defizit können auch Nahrungsergänzungsmittel, so nützlich und wichtig sie in der Schwangerschaft oft sind, nicht ausgleichen. Überdies begünstigen Diäten in dieser Zeit der Umbrüche und der Neuorientierung Befindlichkeitsstörungen und psychische Probleme. Um eine übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft zu verhindern, kann es hilfreich sein, wenn die Hebamme oder der Gynäkologe in den neun Monaten die Gewichtsentwicklung engmaschig kontrollieren. Sie können die richtigen Ernährungsempfehlungen zum Wohl von Mutter und Kind geben.

Das mütterliche Gewicht allein erlaubt aber keine genaue Vorhersage für die Entwicklung des Babys im Bauch. Daran sind viele weitere Faktoren beteiligt: Alter und Körpergröße der Mutter, ihr Blutdruck, die Anzahl der bisherigen Schwangerschaften und ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt. Eine große Rolle für den Gesundheitsstatus des Kindes spielt auch die Ernährung der Mutter mit Spurenelementen. Eisen- und Zinkmangel beispielsweise führen zu einem niedrigeren Geburtsgewicht.

Quelle: Grünes Kreuz e. V. – www.dgk.de

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