Baldrian | Heilpflanzenlexikon

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Baldrian, Hexenkraut, Naturheilmittel

Hildegard von Bingen setzte den Baldrian als Heilmittel bei Seitenstechen und Gicht ein. Als Schlaf- und Nervenmittel ist der Baldrian seit ca. 300 Jahren bekannt.

Sein wissenschaftlicher Name „Valeriana“ wird vom lateinischen Wort „valere“, abgeleitet, welches soviel wie „gesund sein“ bedeutet. Daran mag man schon seine Bedeutung als Heilpflanze erkennen.

Der Baldrian ist eine mehrjährige Pflanze. Im Frühjahr wachsen gefiederte Blätter aus dem Boden, aus denen Ende April Stiele steigen, die im Sommer eine Höhe von bis zu 2 Metern erreichen. Im August wachsen daran rosafarbene, sehr angenehm duftende Dolden.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Valeriana officinale
  • Familie: Baldriangewächse (Valerianaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 2 m
  • Farbe der Blüten: Rosa
  • Sammelzeit: September – Oktober
  • Vorkommen: gemäßigte Zonen Europas, Asiens, Afrikas und Amerikas
  • Standorte: sonnig bis halbschattig, humusreicher Boden
  • verwendete Pflanzenteile: Wurzeln

Synonyme

Arzneibaldrian, Augenwurzel, Augenwurz, Balderbracken, Balderbrackenwurzel, Balderjan, Brachkraut, Bullerjan, Bertram, Dammarg, Denmarkwurzel, Dreifuss, Elfenkraut, Hexenkraut, Katzenbaldrian, Katzenkraut, Katzenwurtzel, Katzenwurz, Katzenwurzel, Marienwurzel, Ollerjan, Menten, Mondwurz, Rattenwurzel, Stinkbaldes, Stinkwurz, Tannmark, Theriackkraut, Theriakkraut Theriakwurzel, Tollerjan, Viehkraut, Waldspeik, Waldsplik, Wendwurzel

Wirksame Inhaltsstoffe

Alkaloide, Ameisensäure, ätherische Öle, Essigsäure, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Valepotriate, Valerensäure

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Baldrian wird vor allem zur Beruhigung des Nervensystems eingesetzt.

Auf folgenden Gebieten findet der Baldrian Anwendung:

  • Angstzustände
  • Asthma
  • Herzklopfen
  • Konzentrationsschwäche
  • Migräne
  • Nervosität
  • Prüfungsstress
  • Reizmagen
  • Schlafstörungen
  • Wechseljahrsbeschwerden

Baldrian wirkt auch blutdrucksenkend, krampflösend im Magen- und Darmbereich, schmerzstillend und verdauungsfördernd.

Dosierung und Anwendung

Baldrian ist in Form von Tee, Tropfen, Dragees, Kapseln und als Bad anwendbar.

Tee:

2 TL Wurzeln mit ¼ Liter heißem Wasser übergießen, nach 10 Minuten abseihen. Zur Beruhigung täglich 2 – 3 Tassen trinken, für einen besseren Schlaf 1 Stunde vor dem Schlafengehen eine Tasse zu sich nehmen.

Bad:

Ca. 75 g Baldrianwurzeln mit 2 Liter Wasser kurz aufkochen, 20 Minuten ziehen lassen und dem Badewasser zugeben. Man kann dem Wasser zusätzlich Baldriantinktur beigeben.

Warnhinweise

  • Eine Beeinträchtigung der Reaktionsfähigkeit ist in den ersten Stunden nach der Einnahme von Baldrian möglich.
  • Nach einer hochdosierten Langzeitanwendung von Baldrianpräparaten diese nicht abrupt absetzen, sondern die Dosis allmählich verringern.
  • Baldrian kann die Wirkung von anderen Beruhigungs- oder Schlafmitteln verstärken, dies gilt insbesondere im Zusammenspiel mit Alkohol.
  • Vor Operationen sollten Baldrianpräparate abgesetzt werden, da Wechselwirkungen mit Narkosemitteln auftreten können.
  • Bei größeren Hautverletzungen, unklaren Hautkrankheiten, bei fieberhaften und infektiösen Erkrankungen, sowie bei Herzinsuffizienz ist von Vollbädern abzuraten.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Linktipps

– Kein Heilpflanzenverbot durch EU-Richtlinie

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