Wiener Saftgulasch mit Spätzle | Rezept

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Wiener Saftgulasch mit selbstgemachten Spätzle | Rezept

Fotocredit: Kave Atefie | Herz As Media

Zutaten für 4 Portionen:

Für das Wiener Saftgulasch

  • 800 g Rindfleisch, idealerweise Wadschinken (Wadfleisch) oder Rindsschulter
  • 800 g Zwiebeln
  • 3 EL Butterschmalz oder Rindertalg
  • 2 EL edelsüßes Paprikapulver
  • ½ TL scharfes Paprikapulver
  • 1 EL Tomatenmark
  • 2 EL Rotweinessig
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL Kümmel, fein gehackt oder gemahlen
  • 1 TL getrockneter Majoran
  • 1 TL Salz, nach Bedarf etwas mehr
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 500–700 ml Rindsuppe oder Wasser

Für die Spätzle

  • 400 g glattes Weizenmehl
  • 4 Eier
  • 150–180 ml Wasser
  • 1 TL Salz
  • etwas frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 EL Butter

Saftgulasch – ein Stück Wiener Gasthauskultur

Das Saftgulasch gehört zu den Gerichten, die untrennbar mit der Wiener Wirtshausküche verbunden sind. Es ist bodenständig, kräftig und unkompliziert – und gerade deshalb ein kulinarischer Klassiker.

Das Gulasch hat seine Wurzeln in der ungarischen Küche. Der Name geht auf das ungarische „gulyás“ zurück, ursprünglich die Bezeichnung für einen Rinderhirten und später auch für dessen Fleischgericht.

Das Wiener Saftgulasch entwickelte daraus eine eigene, typisch österreichische Variante. Während beim ungarischen Gulasch traditionell häufig mehr Flüssigkeit verwendet wird und Gemüse eine größere Rolle spielen kann, konzentriert sich das Wiener Saftgulasch auf Rindfleisch, Zwiebeln und Paprika. Charakteristisch ist seine dicke, sämige Sauce, die vor allem durch die lange gegarten Zwiebeln entsteht.

Ob frühmorgens nach einer langen Nacht, als Mittagessen oder als kräftige Mahlzeit am Abend: Ein Teller Gulasch gehört in Wien seit Generationen zum kulinarischen Alltag. In vielen traditionellen Gasthäusern wird es noch heute über Stunden warmgehalten und gewinnt dabei sogar an Aroma.

Und natürlich gibt es auch hier eine Wiener Glaubensfrage: Semmel, Salzerdäpfel, Nockerln oder Spätzle? Mit den selbstgemachten Spätzle ist man jedenfalls auf der besonders guten Seite – denn wenn die Sauce in den kleinen Vertiefungen hängen bleibt, hat selbst ein überzeugter Semmel-Tunker kaum noch Argumente.

Das richtige Rindfleisch für Saftgulasch

Für ein echtes Schmorgericht sind nicht die magersten Stücke die besten. Entscheidend sind Bindegewebe und etwas Fett, denn beim langsamen Schmoren wandelt sich das Kollagen in Gelatine um. Dadurch wird das Fleisch butterweich und die Sauce erhält ihre charakteristische Fülle.

Besonders geeignet sind:

Wadschinken

Der Klassiker für Gulasch. Das Fleisch ist kräftig aromatisch und enthält genügend Bindegewebe, um nach langem Schmoren wunderbar weich zu werden.

Rinderschulter

Etwas feinfaseriger und ebenfalls hervorragend für Gulasch geeignet. Sie verzeiht auch längeres Schmoren.

Hals bzw. Halsgrat

Sehr aromatisch und durch den höheren Anteil an Bindegewebe besonders saftig. Eine ausgezeichnete Alternative, wenn Wadschinken nicht erhältlich ist.

Weniger geeignet sind sehr magere Edelstücke wie Filet oder Beiried. Sie sind zwar hochwertig, bringen beim langen Schmoren aber keinen Vorteil – im Gegenteil: Das Fleisch kann trocken und faserig werden.

Das Geheimnis eines guten Wiener Saftgulaschs liegt nicht in einer langen Zutatenliste, sondern in Geduld: Zwiebeln werden langsam goldbraun geröstet, Rindfleisch schmort behutsam in der würzigen Sauce und am Ende steht ein tief aromatisches, sämiges Gericht auf dem Tisch.

Dazu passen selbstgemachte Spätzle besonders gut – weich, leicht unregelmäßig und gerade deshalb perfekte Saucenfänger.

Und Spätzle selbst machen lohnt sich, denn während fertige Spätzle durchaus praktisch sind, sind hausgemachte Spätzle zum Gulasch kaum zu übertreffen.

Der Teig lässt sich individuell anpassen und die unregelmäßigen, leicht rauen Oberflächen nehmen die kräftige Gulasussauce wesentlich besser auf als vollkommen glatte Fertigprodukte.

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

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