1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (6 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 Sterne von 5)
Meningitis bei Kindern

Meningitis bei Kindern

Meningitis - Neuronen im Gehirn

Die Entzündung der kindlichen Gehirnhäute wird oft durch Viren oder Bakterien verursacht. Meningitis (Gehirnhautentzündung) ist eine sehr ansteckend und akute Erkrankung. Aufgrund dessen gehört sie in jedem Fall als medizinischer Notfall. Sehr oft sind Kleinkinder und Jugendliche von Meningitis betroffen. Dank fortschrittlicher Therapieansätze mit Antibiotika hat sich die Prognose von Meningitis signifikant verbessert.



Symptome, Diagnose, Behandlung und Prognose

Ohne Vorwarnung bekommen Säuglinge, Kleinkinder oder Jugendliche plötzlich hohes Fieber, verweigern die Nahrung und reagieren überaus empfindlich auf elterliche Berührungen. In diesem Fall ist unverzüglich die Rettung zu alarmieren oder das nächstgelegene Spital aufzusuchen. Niemals sollte bei diesen typischen Symptomen einer Meningitis bis zum folgenden Tag oder gar bis nach dem Wochenende gewartet werden.

Meningitis: Was ist das?

Die Rückenmarks- und Hirnhäute entzünden sich bei dieser ansteckenden Erkrankung aufgrund von Bakterien oder Viren. Vor der Entstehung von Meningitis bei Kindern gelangen diese Erreger über den körpereigenen Blutkreislauf direkt zur Hirnregion. Mediziner unterscheiden je nach Art des Erregers zwei verschiedene Arten:

  • virale Meningitis
  • bakterielle Meningitis

Der Verlauf einer viralen Meningitis ist vergleichsweise mild. Dennoch sollte in jedem Fall unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Besonders während der Anfangsphase kann die virale kaum von der bakteriellen Meningitis unterschieden werden. Diese Diagnose kann nur mithilfe klinischer Tests gestellt werden. Die gute Nachricht ist, dass diese Form der Gehirnhautentzündung häufiger vorkommt, als die gefährliche bakterielle Meningitis. Gleichzeitig gilt jedoch zu beachten, dass bis zu 30 Prozent aller Säuglinge, die an Hirnhautentzündung erkranken, unter der akuten Form leiden. Wird die bakterielle Meningitis nicht medikamentös behandelt, führt sie mit großer Wahrscheinlichkeit zum direkten Tod. In Abhängigkeit vom Kindesalter lösen verschiedene Erreger Meningitis aus.

Gehirnhautentzündung: Ursachen und Übertragungswege von Hirnhautentzündung bei Kindern

Neben den oben genannten gehören hier vereinzelt auch Parasiten, Pilze oder Schimmel dazu. Kinder hingegen leiden häufig aufgrund folgender Bakterien an Gehirnhautentzündung:

  • Pneumokokken
  • Meningokokken
  • Haemophilus influenza

Befinden sich eine dieser Bakterien von Natur aus im kindlichen Rachenraum, wird keine Meningitis ausgelöst. Aufgrund bestimmter Rahmenbedingungen können diese jedoch gefährliche Keime abgeben, welche zu Ursachen von Meningitis zählen. Meningitis bei Neugeborenen entsteht oftmals durch folgende Erreger:

  • Colibakterien
  • Listerien
  • Streptokokken (bestimme Arten)

Die am häufigsten vorkommende bakterielle Meningitis durch Meningokokken bei Kindern tritt vor allem während der winterlichen und frühlingshaften Monate auf. Hier entstehen sogenannte Epidemien in Kleinformat, welche vorrangig an Orten mit relativ vielen Personen und relativ engen Platzverhältnissen vorkommen. Hierzu zählen vor allem:

  • Schulen
  • Kindergärten

Meningokokken werden ähnlich, wie andere Meningitis Erreger durch die Tröpfcheninfektion übertragen. Nach einer Inkubationszeit von ein bis vier Tagen treten typische Anzeichen einer Meningitis auf. In Österreich erkranken jährlich circa 100 Kinder an dieser Krankheit. Knapp drei Viertel aller Diagnosen entsteht aufgrund der B-Meningokokken. Hierfür existiert bis dato keine Impfung. Allerdings können die restlichen rund 20 Fälle, verursacht durch C-Meningokokken, mithilfe der altersgerechten Impfung verhindert werden. Vor der Einführung der Impfung gegen Haemophilus influenza gehörte diese Form zu den häufigsten Meningitis Erkrankungen zwischen null und fünf Jahren. Seit dem in Österreich die Impfung gegen den bakteriellen Erreger möglich ist, sind die Häufigkeiten um 99 Prozent gesunken.

Auch gegen Pneumokokken Meningitis stehen in Österreich Impfungen zur Verfügung. Die Infektion tritt vorrangig im Säuglingsalter auf. Beginnt eine adäquate Behandlung zu spät, können bleibende Schäden durch Pneumokokken zurückbleiben.

Meningitis Erreger gelangen oftmals aufgrund einer Tröpfcheninfektion in den kindlichen Organismus, aber auch sind folgende Übertragungswege bei Meningitis im Kindesalter denkbar:

  • Krankheiten verursachen Meningitis: Schädelbruch, Rückenmarksoperation, Mittelohrentzündung
  • Weitere Gründe für virale Meningitis: Mumps, Röteln, Masern, FSME Virus durch Zeckenstich, Herpes-Simplex-Virus, Coxsackie Virus (A, B)

Meningitis bei Kindern erkennen: Alle Symptome

Ähnlich wie bei Erwachsenen lässt sich eine Meningitis bei Kindern ab fünf Jahren anhand folgender Symptome erkennen:

  • Sehr hohes Fieber
  • Schmerzen: Kopf, Nacken
  • Nackensteifheit
  • Drückendes Gefühl im Kopf
  • Sehr empfindlich gegenüber Geräuschen und Licht
  • Verwirrtheit
  • Benommener und/oder gereizter Zustand
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Violette oder rote Hautverfärbungen (nur bei Meningokokken Meningitis)

Im Gegensatz dazu lässt sich eine Gehirnhautentzündung bei Säuglingen und Kleinkindern vor allem anhand nachfolgender Erscheinungen vermuten:

  • Nahrungsaufnahme anhaltend verweigert
  • Berührungsempfindlichkeit
  • lautes, anhaltendes und schrilles Schreien
  • Bauchschmerzen und/oder Krampfanfälle
  • Anhaltendes Erbrechen
  • Akute Apathie oder aber ungewöhnlich starke Schreckhaftigkeit

Es ist zu beachten, dass Babys oder Kleinkinder mit Meningitis nicht in jedem Fall auch Fieber haben. Gleichzeitig ist es immer empfehlenswert, Kinder bis zum fünften Jahr bei Fieber immer dem Kinderarzt vorzustellen.

Diagnose von Meningitis bei Säuglingen und Kindern

Bei der ärztlichen Untersuchung gibt es eine Reihe klinischer Hinweise, die den Verdacht auf Gehirnhautentzündung bestätigen können. Hebt der Mediziner beispielsweise den Kopf von der Unterlage, wenn das Kind liegt, wird dies durch die typische Nackensteifheit verhindert, sollte tatsächlich eine Hirnhautentzündung vorliegen. Treten innerhalb von 24 Stunden zwei Krampfanfälle in Kombination mit einem schnell ansteigenden Fieber auf, kann dies ebenso ein Hinweis auf Meningitis bei Kindern sein.
Entsprechend werden weiter Untersuchungen veranlasst.

Im ersten Schritt wird mithilfe einer Blutprobe der Entzündungswert dieser Körperflüssigkeit überprüft. Parallel dazu muss auch die Kontrolle von Nervenwasser, dem sogenannten Liquor, erfolgen. Dies geschieht durch die Lumbalpunktion. Zur Entnahme ist eine sehr feine Nadel direkt in den Rückenmarkkanal einzuführen. Für Kinder als auch die Begleitperson ist diese Maßnahme äußerst unangenehm, da sie starke Schmerzen verursacht. Mithilfe eines im Vorfeld aufgebrachten Betäubungspflasters können diese jedoch wesentlich milder sein. Der Vorteil dieser Untersuchung ist, dass sie in den meisten Fällen komplett ohne Komplikationen verläuft. Liegt die Annahme auf Folgewirkungen vor, sind weitere Untersuchungen angezeigt. Hierfür eignet sich die Magnetresonanz- oder Computertomografie.

Behandlung von Meningitis bei Kindern

Je schneller ein passender Therapieansatz gewählt und begonnen wird, umso besser sind die Heilungschancen. Eine bakterielle Meningitis ist im Normalfall mit Antibiotika zu behandeln. Hierzu ist ein circa acht- bis zehntägiger Krankenhausaufenthalt notwendig. Wird zusätzlich Kortison für Kinder verabreicht, minimiert sich die Wahrscheinlichkeit, unter nicht mehr heilbaren Hörschäden zu leiden. Im Einzelfall, wie beispielsweise bei der Therapie von Meningokokken Meningitis, kann eine Behandlung anderer Familienangehöriger oder möglichen Kontaktpersonen angezeigt sein.

Sollte auf die medikamentöse Behandlung des sozialen Umfeldes der Kinder verzichtet werden, ist in jedem Fall eine Beobachtung Betroffener während eines Zeitraumes von circa zehn Tagen notwendig. Es ist jedoch nicht notwendig, erkrankte Kinder von anderen zu isolieren. Wird die Meningitis durch Viren ausgelöst, kommen auf den Erreger abgestimmte antivirale Arzneimittel zum Einsatz. In Abhängigkeit von weiteren Symptomen sind beispielsweise auch Fieber- oder Schmerzmittel empfehlenswert.

Prognose von Meningitis bei Kindern

Grundsätzlich besteht bei einem sehr frühen Behandlungsbeginn immer die Möglichkeit einer kompletten Heilung, welche im Idealfall auch rasch voranschreitet. Werden die hier beschriebenen typischen Symptome jedoch nicht ausreichend zeitig erkannt, kann es im vereinzelten Fall auch zum Todesfall bei Meningitis im Kindesalter kommen.

—————

Quellen:

¹ Meningitis bei Kindern (www.infektionsnetz.at)
² Acute bacterial meningitis in infants and children (Lancet Infect Dis. 2010 Jan;) PMID: 20129147

Linktipps:

– Gehirnhautentzündung (Meningitis) | Krankheitslexikon
– Früherkennung von Meningokokken extrem wichtig
– Kinderärzte Österreich: Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde
– Mama Blogs: authentische Informationsquellen für Eltern

Kave Atefie





SEO-Consultant und Gründer des unabhängigen österreichischen Gesundheitsportals gesund.co.at, das seit Jahren zu einem der beliebtesten Themenportale im deutschen Sprachraum zählt. Der Anspruch auch komplexe Themen leicht verständlich für interessierte Laien aufzubereiten wurde zum Markenzeichen des Portals.