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Glaukom (Grüner Star): Früherkennung wichtig

Glaukom (Grüner Star): Früherkennung wichtig

Grüner Star (Glaukom) - Früherkennung zählt

Das Glaukom, besser bekannt als Grüner Star, ist eine der heimtückischsten Augenerkrankungen und heute die 2. häufigste Ursache für Erblindung weltweit. In Österreich leiden rund 80.000 Menschen daran, mehr als 35.000 Personen sind bereits sehbehindert. Die Dunkelziffer liegt bei 50 Prozent. Zum ersten Mal in der Geschichte wird deshalb der 6. März zum Welt-Glaukomtag erklärt.

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Das Glaukom ist heute eine der häufigsten Erblindungsursachen. Bleibt die Krankheit unentdeckt, erblindet jeder zweite Betroffene zumindest auf einem Auge. Beim Glaukom kommt es zu irreparablen Ausfällen im Gesichtsfeld, die der Betroffene im Anfangsstadium kaum wahrnimmt. Meist entwickelt sich das Glaukom schleichend über Jahre, ist schmerzfrei und wird daher oftmals viel zu spät diagnostiziert. Der heimtückische Charakter der Erkrankung, die mangelnde Aufklärung der Bevölkerung und daher die Unwissenheit über mögliche Risikofaktoren sind die Hauptursachen der hohen Dunkelziffer. Schätzungen zufolge ist lediglich jedes zweite Glaukom entdeckt.

Die heimtückische Erkrankung

„Im Volksmund kennt man das Glaukom als Grünen Star, eine Bezeichnung, die leicht zu Verwechslungen mit dem Grauen Star – einer ungefährlichen Trübung der im Auge gelegenen Linse – führen kann.

Beim Glaukom handelt es sich hingegen um einen gefährlichen Schaden an den Ganglienzellen der Netzhaut und deren Nervenfasern. Ursache ist meist ein krankhaft erhöhter Augeninndendruck und/oder eine schlechte Durchblutung des Sehnervs“, erläutert Christoph Faschinger von der Universitäts-Augenklinik in Graz.

Der Augeninnendruck steigt, wenn ein Missverhältnis zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers im Auge besteht.

Ist der Abfluss verringert, kommt es zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks und dadurch zu einer Schädigung des empfindlichen Sehnervs, wobei jeder Sehnerv eine individuelle Drucktoleranz hat. Beim – am häufigsten auftretenden – chronischen Glaukom hat der Betroffene meist keinerlei Symptome und ist sogar schmerzfrei. Dadurch wird die Erkrankung oft erst bemerkt, wenn bereits Schäden wie die Einschränkung des Gesichtsfeldes aufgetreten sind. Ist dies der Fall, sind bereits 50 bis 60 Prozent der Nervenfasern zerstört.

Risiko steigt mit dem Alter

Das Risiko an einem Glaukom zu erkranken hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein erhöhter Augeninnendruck ist nur einer davon. Neben dem Augendruck müssen auch andere Risikofaktoren beachtet werden. „Besonders risikogefährdet sind Menschen ab dem 40. Lebensjahr, da Glaukom eine Erkrankung ist, die mit dem Alter zunimmt“, stellt Anton Hommer, Oberarzt an der Augenklinik des Sanatoriums Hera, fest. „Jeder Mensch über 40 Jahre sollte sich daher routinemäßig einmal im Jahr beim Augenfacharzt untersuchen lassen. Risikogefährdet sind auch Menschen mit familiärer Belastung, mit Durchblutungsstörungen sowie stark kurzsichtige Menschen“, so Hommer abschließend.

Früherkennung als beste Therapie

Aufgrund des stillen Verlaufs der Erkrankung ist die Früherkennung wesentlich. Durch eine rechtzeitige Diagnose kann ein sich entwickelndes Glaukom entsprechend therapiert und eine Verschlechterung des Sehvermögens aufgehalten werden. Deshalb ist eine einmal jährliche Augenuntersuchung zu empfehlen, in deren Rahmen das Auge auf Risikofaktoren hin untersucht wird.
„Als Betroffener weiß ich nur zu gut: man bemerkt den erhöhten Augendruck, das Glaukom, zu Beginn oft nicht, weil die Krankheit lange keine Beschwerden macht. Aber sie kann heimtückisch sein. Deshalb kann ich allen nur raten: Gehen Sie regelmäßig zum Augenarzt! Das Wissen um meine Krankheit und das rechtzeitige Handeln hat mich vor schweren Folgeschäden bewahrt. Dafür bin ich sehr dankbar“, erklärt der aus Zeitung und Fernsehen bekannte Internist Siegfried Meryn. Zu einer Untersuchung gehören die Messung des Augeninnendrucks, die Gesichtsfeldvermessung und die Bewertung von Sehnervenkopf und Nervenfasern.

Wird ein Glaukom diagnostiziert, muss die Therapie individuell abgestimmt werden. Die Mehrzahl der Patienten kann mittels einer medikamentösen Therapie mit Augentropfen als Einzel- oder Kombinationstherapie behandelt werden. Nur ein geringer Teil benötigt eine Operation oder Lasertherapie. „Ziel der Therapie ist es, dem Betroffenen das Sehen und die Lebensqualität zu erhalten, so lange er lebt. Je früher die Therapie einsetzt, desto besser sind die Aussichten, denn ein bereits entstandener Schaden kann nie wieder repariert werden. Aber: Ein weiteres Fortschreiten der Krankheit wird meist durch eine dauerhafte Therapieeinhaltung und regelmäßige Kontrollen verhindert“, so Andrea Mistlberger, niedergelassene Fachärztin für Augenheilkunde in Salzburg.

Erster Welt-Glaukomtag

Unter dem Motto „Rechtzeitig Erkennen statt Erblinden“ soll die Bevölkerung über die Tücken und Risikofaktoren der still verlaufenden Krankheit informiert und dazu aufgerufen werden, die Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt wahrzunehmen, um die Chancen einer Früherkennung zu erhöhen. Rund um den ersten Welt-Glaukomtag 2008 fand eine von den Krankenkassen unterstützte Awareness-Kampagne statt. In deren Rahmen fanden in allen Bundesländern Informationsveranstaltungen für die Patienten statt. Zusätzlich wurden in rund 500 Augenarzt-Praxen in ganz Österreich Poster und Informationsfolder aufgelegt.

Foto: www.welldone.at

Linktipps:

– Glaukomfrüherkennung
– Das Auge – Grüner Star
– Glaukom: Rechtzeitige Diagnose kann vor Erblindung schützen
– Das Auge – Grauer Star
– Augenerkrankungen
– Computer & Fernsehen – Belastungsprobe für die Augen
– Augencorner: Aufbau, Funktion des menschlichen Auges

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Kave Atefie





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