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Drei-Monats-Kolik: schreiende Babys, gestresste Eltern, schlaflose Nächte

Drei-Monats-Kolik: schreiende Babys, gestresste Eltern, schlaflose Nächte

Dreimonatskoliken: Stress für die Eltern und das Kolikbaby

Babys, die überdurchschnittlich oft und lange schreien, geplagte Eltern – die Nerven liegen blank. Schlaflose Nächte, ein stressiger Alltag und die Sorge um das Wohlbefinden des Kindes sind vorprogrammiert. Was löst die so genannte Dreimonatskolik aus und wie können Sie dem entgegenwirken – Tipps und Tricks für ein bisschen Erholung für Sie und Ihr Kind.



Zirka ein Viertel aller Babys entwickeln eine Kolik. Diese manifestiert sich in überdurchschnittlich langem und häufigen Schreien. Die betroffenen Kinder schreien mehrere Stunden pro Tag, mindestens drei Tage pro Woche. Leid tragend sind sowohl die Babys wie auch ihre Eltern die dadurch einem enormen Druck und Stress ausgesetzt sind. Hinzukommt die Sorge um die Gesundheit des Kindes. Einem Kolikbaby geht es schlecht, es kann sich nicht beruhigen und man selbst kann meist auch nur wenig tun.

Was sind Koliken?

Koliken sind krampfartig auftretende Schmerzen vorwiegend im Bauchbereich. Oft ist der Bauch gebläht und hart. Die Entstehung ist weitgehend unbekannt, manche Mediziner vermuten einen Zusammenhang zwischen Essverhalten des Kindes und Ausbruch von Koliken.

Entscheidend ist dabei wie schnell das Baby trinkt, wie viel Nahrung es aufnimmt, ob es viel Luft schluckt und ob es genügend aufstößt. Andere Wissenschafter sehen im Kuhmilch-Konsum der Mutter die Ursache der Koliken.¹

Ursachen

Seit Jahrzehnten forschen Mediziner an den Ursachen der Dreimonatskolik. Hier einige Theorien:

  • Das zentrale Nervensystem des Kindes ist noch nicht vollends ausgereift und überfordert mit der Reizüberflutung
  • Das Baby hat einen sehr empfindsamen Charakter und reagiert äußerst sensibel auf seine Umwelt.

Weitere mögliche Ursachen:

  • Das Verdauungssystem ist noch nicht vollständig entwickelt. Es bekommt einen harten Bauch, Blähungen und Schmerzen im Unterleib.
  • Das Baby könnte die Muttermilch nicht vertragen oder Verdauungsprobleme haben
Hat mein Baby Koliken?

Babys schreien durchschnittlich eine halbe bis anderthalb Stunden täglich – das ist normal und völlig unbedenklich. Geben Sie darauf Acht ob Ihr Kind ein verkrampftes Gesicht macht, die Hände ballt, die Beinchen zurückstreckt und häufig pupst. In den häufigsten Fällen bekommen Babys Koliken zwischen der zweiten und vierten Woche – diese können dann bis zum dritten Lebensmonat (daher der Name), aber leider auch länger andauern. Kolikphasen treten meist zur selben Tageszeit auf.

Auf Nummer sicher gehen

Schließen Sie andere Punkte aus. Vergewissern Sie sich, dass Ihr Kind weder Hunger noch Durst hat, die Windeln sauber sind und es nicht zuwendungsbedürftig ist. Gehen Sie auf jeden Fall zum Arzt um auszuschließen, dass ihr Baby krank ist. Bestätigt dieser die Gesundheit Ihres Kindes und treten die Beschwerden häufiger auf, so handelt es sich wahrscheinlich um eine Dreimonatskolik.

Was können Sie für das Kind tun

Wenn Ihr Kind überreizt ist:

  • Könnte es sich beruhigen wenn es einem monotonen Dauergeräusch ausgesetzt ist – zum Beispiel Staubsauger, Dunstabzug, Waschmaschine, etc.
  • Tragen Sie es in einer Schlinge oder schaukeln Sie es in einer Wiege
  • Fahren Sie mit dem Kinderwagen über holprige Wald- oder Forstwege
  • Legen Sie das Kind in der Fliegerstellung auf ihren Arm

Bei einer Verdauungsstörung (eventuell durch die Nahrungszusammensetzung der Mutter):

  • Versuchen Sie blähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Kohl, ballaststoffreiche Lebensmittel und Kaffee zu streichen.
  • Versuchen Sie auf Milchprodukte zu verzichten.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind immer ausreichend aufstößt
  • Stellen Sie sicher, dass es beim saugen nicht zu viel Luft zieht – Sie machen es dem Baby leichter, wenn sie vor dem stillen etwas Milch abpumpen

Wenn Ihr Baby einen geblähten, harten Bauch hat:

  • Massieren Sie es sanft am Bauch im Uhrzeigersinn (verwenden Sie dafür eventuell Kümmelöl)
  • Ziehen Sie die Beine nach hinten zum Kopf, lassen Sie es strampeln
  • Verwenden Sie Kirschkernkissen um den Bauch zu wärmen

Was können Sie für sich selbst tun

Ein Kind mit Kolikproblem kann zu einer enormen psychischen und physischen Belastung kommen. Das Wissen seinem Kind nicht helfen zu können, den Schmerz zu sehen und doch hilflos zu sein bring manche Eltern zur Verzweiflung. Hinzu kommt das ständige Geschrei.
Es ist wichtig für Sie, dass Sie sich selbst sagen „Mein Kind ist gesund.“ „In ein paar Wochen ist wieder alles vorbei“. Wenn Sie sich mit Ihrem Partner abwechseln, achten Sie darauf, dass Sie wenn Sie „frei“ haben in einer Schreifreien Zone sind um sich vollständig zu entspannen. Nehmen Sie ein Bad, gehen sie spazieren oder legen Sie sich hin. Wenige Stunden Erholung werden Ihnen und Ihrem Baby gut tun.

Quellen:

¹ Babycenter.at – Koliken
² Prof. Dr. Manfred Götz – Drei-Monats-Koliken (Babykoliken)

[andreber]

Linktipps:

– Baby-Corner: Stillen – Tipps und Tricks
– Fenchel gegen Blähungen | Heilpflanzenlexikon
– Baby-Corner: Baby Einschlaftipps
– Baby-Corner: Krise nach der Geburt
– Gestose: schwangerschaftsbedingte Krankheiten– dreimonatskolik.de
Baby-Corner: Alle Themen im Überblick