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Kochen mit Kräutern

Kochen mit Kräutern

Kochen mit Kräutern

Ob zu Hause im Garten, am Fensterbrett in der Küche oder auch aus der Tiefkühltruhe. Gewürzkräuter sollten in keinem guten Haushalt fehlen. Neben ihren einzigartigen Aromen, spenden sie wertvolle Mineralstoffe und Vitamine, die unser Immunsystem fit und gesund halten. Wir haben die besten Tipps & Tricks für die gesunde Kräuterküche.



Am besten ist es natürlich, wenn man seine Gewürzkräuter frisch im Garten oder am Fenstersims erntet. Denn die meisten Mineralstoffe und Vitamine stecken in frischen Kräutern. Frische Kräuter sind mittlerweile das ganze Jahr über im Supermarkt und auf Wochenmärkten erhältlich.

Tipp: Achten Sie beim Einkauf frischer Kräuter darauf, dass die Kräuter eine Frische, satte grüne Farbe haben. Die Stengel sollten fest und die Blätter kräftig sein.
Um sicher zu sein das die Kräuter auch gut schmecken, zerreiben sie ein paar Blättchen davon zwischen den Fingern und riechen daran. Wenn die Kräuter einen intensiven Geruch verströmen sind sie frisch und haben ein gutes Aroma.


Zubereitung von Kräutern

  • Vor der Zubereitung Kräuter im kalten Wasser abspülen, dann trocken tupfen.
  • Um Kräuter zu schneiden sollten man statt eines Holzbrett (das Holz saugt nämlich die Kräutersäfte auf) besser eine Arbeitsplatte aus Kunststoff oder auch aus Marmor benutzen. Wenn gar nichts anderes zur Verfügung steht, dann das Holzbrett vorher mit kalten Wasser abspülen und nicht abtrocknen.
  • Kräuter erst kurz vor dem Garen hinzugeben! Damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben, sollten sie so wenig wie möglich erhitzt werden.
  • Bei manchen Kräutern gilt: weniger ist mehr! Nicht zu viel davon in die Gerichte geben, sonst geht der typische Eigengeschmack von Fisch oder Fleisch verloren.
  • Unterscheiden sie zwischen Weich,- und Hartkräuter: Weichkräuter wie Petersilie und Schnittlauch entfalten ihren Geschmack beim Kochen sehr schnell. Hartkräuter wie Rosmarin oder Thymian erst nach 5 bis 10 Minuten. Auf das Mischen von Hart,- und Weichkräutern lieber verzichten. Bei langen Garzeiten haben die Weichkräuter bereits ihren Geschmack verloren.
  • Besonders feine Kräuter wie Dill oder Kerbel sollten sie nie mitkochen. Fügen Sie die Gewürze immer erst zum Schluss hinzu. Bei robusteren Sorten wie Rosmarin oder Thymian geben Sie schon eine Hälfte während des Garnes hinzu, die andere Hälfte zum Schluss der Kochzeit.


Welches Kraut passt zu welchen Gericht?

Achten Sie darauf, dass Sie nicht die falschen Kräuter für ihre Gerichte verwenden.

Basilikum: Würzig, kräftig, leicht bitter. Gut zu Tomatengerichte, Antipasti, Pizza, Pesto
Bohnenkraut: Scharf, leicht pfeffrig. Gut zu Lamm, Hülsenfrüchten, fetten Gerichten, Bohnen, Kefen, Hülsenfrüchte, Pilze
Borretsch: Schmeckt leicht nach Gurke. Gut zu Gurkensalat, Blattsalaten, Rohkost, z. T auch zu Fisch, Gurkensalat, Kräutersauce, Pilze
Dill: Schmeckt leicht nach Anis, angenehm süßlich. Gut zu Kochfisch, Quark, Gurken. Gurken, Zucchini, Fisch, Kartoffeln
Estragon: Leicht pfeffrig, bitter. Gut zu Fisch, Eiern, hellem Fleisch, Artischocken, Spargel und Blumenkohl, Grüner Salat, Kräuterbutter, Kräutersauce, Essigkonserven
Kerbel: Leicht nach Petersilie und Lakritz. Gut zu Gemüsesuppe, Salat, Soßen
Liebstöckel: Würzig, kräftig nach Sellerie. Gut zu Hülsenfrüchten, kräftigen Schmorgerichten. Kann Suppengrün ersetzen
Majoran: Leicht pfeffrig, bitter, intensiv. Gut zu allen fetten Gerichten wie Schweinefleisch, Gänsebraten, Wurst. Wirkt verdauungsfördernd, Kartoffelsuppe, Tomatengerichte, Pizza, Kräuterbutter
Oregano: Sehr würzig, scharf, herb, leicht bitter. Gut zu Lamm- und Schweinefleisch, Fisch, Schafskäse, Tomaten. Kartoffelsuppe, Tomatengerichte, Pizza, Kräuterbutter
Petersilie: Sehr würzig, leicht nach Sellerie, Muskat. Gut zu Kartoffeln, Tomaten, Möhren, Salaten. Glatte schmeckt intensiver als krause!
Pfefferminze: Gurkensalat, Lammfleisch, Tee, Bowle
Rosmarin: Sehr herb, leicht bitter, harzig, nach Kampfer. Gut zu kräftigem Fleisch, Fisch, Kurzgebratenem, zum Aromatisieren von Olivenöl, Schweinefleisch, Lammfleisch, Geflügel, Tomatengerichte
Salbei: Je nach Sorte mild bis streng bitter. Gut zu geschmortem Gemüse, Kalb, Leber, Geflügel und Nudeln, Leber, Saltimbocca, Tee
Schnittlauch: Zwiebelig scharf, würzig. Gut zu Tomaten, Eiern, Quark, Krabben, Räucherfisch
Thymian: Sehr intensiv würzig. Gut zu fetten Gerichten, Eintöpfen, Hülsenfrüchten, Auberginen, Tomaten, Fleisch, Ratatouille, Bohnen
Zitronenmelisse: Frisch und zitronig, passt gut in Desserts.


Einige Tipps aus der Kräuterküche: Einfrieren, Trocknen, Einlegen

Frische Kräuter: Schnittkräuter immer im Kühlen aufbewahren. Die Stilenden von den Kräutern abschneiden und Kräuter lose in Alufolie oder ein feuchtes Küchenpapier einwickeln und im Kühlschrank aufbewahren. Sie bleiben bis zu 48 Stunden frisch.

Getrocknete Kräuter halten mehrere Monat lang. Binden Sie die Kräuterzweige einfach zu einem Sträußchen zusammen und lassen Sie sie bei Zimmertemperatur trocknen. Die getrockneten Kräuter in ein Glas füllen. Dazu eignen sich besonders gut: Beifuß, Bohnenkraut, Majoran, Oregano, Rosmarin, Salbei, Thymian.

Kräuter aus dem Tiefkühlregal bieten eine gute Alternative. Dursch schonende Behandlung ist noch ein sehr gutes Aroma, sowie ein hoher Anteil an Vitaminen vorhanden.
Kräuter waschen, trocken tupfen und fein hacken. Kräuter in ein Schraubglas oder Säckchen füllen und einfrieren. Sie können die Kräuter getrennt oder in beliebiger Mischung weiterverarbeiten.

Kräuter einlegen: Kräuter in Essig und Öl werden einfach und schonend konserviert, und behalten ihre herrlich aromatische Würze.

Unser Tipp: Estragonessig

2 Schalotten gehackt
4 Stängel frischer Estragon (Blätter)
1 Liter Weinessig
2 Stängel frischer Estragon

Die Kräuter kurz waschen, abtrocknen und von den Stielen zupfen. Zusammen mit den gehackten Schalotten und den restlichen Zutaten in einen Glaskrug geben. Stellen Sie den 2 Tage auf eine sonnige Fensterbank. Danach durch ein feines Tuch abseihen und die Gewürze gut auspressen. In Flaschen füllen und je 1 Stengel frischen Estragon hineingeben. Verkorken und kühl lagern. Dieser Essig eignet sich besonders für Tomatensalat.


Ernährungsinfos:

Kräuer beinhalten wertvolle Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Bitter, Gerb-, oder Farbstoffe. Sie tragen zur Vitamin- und Mineralstoffversorgung bei und haben günstige Wirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden. So wirken sich viele Kräuter wie etwa Basilikum, Fenchel oder Lorbeer positiv auf unseren Magen- und Darmtrakt aus. Hier ein kleiner Auszug bekannter Wirkungsweisen heimischer Kräuter:

Oregano: appetitanregend
Estragon: wirkt verdauungsfördernd und harntreibend
Melisse: beruhigt das Nervensystem, wirkt gegen Schlafstörungen und Unruhe
Schnittlauch: sppetitanregend, senkt zu hohen Blutdruck
Pfefferminze: krampflösend, bekämpft Entzündungen
Thymian: wirkt bei Husten, Heiserkeit und Erkältungen
Petersilie: harntreibend und blutreinigend
Lavendel: ist ein wirksames Mittel gegen Kopfschmerzen
Baldrian: ist bekannt durch seine beruhigende Wirkung auf überreizte Nerven
Bärlauch: hilft bei Magen und Darmbeschwerden
Koriander: gilt als Magen stärkend und hilft bei Völlegefühl
Kümmel: ist ein wirksames Mittel gegen Blähungen
Beifuß: unterstützt die Verdauung.

Linktipps:

– Kräuter richtig konservieren
– Gewürzlexikon: Alles rund um Küchenkräuter und Gewürze
– Schnittlauch – gesunde Halme und Genuss
– Löwenzahn – gesund & schmackhaft
– Rezept: Danziger Goldwasser