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Verdauungsstörung – wenn der Darm steikt

Verdauungsstörung – wenn der Darm steikt

Verdauungsstörung

Verdauungsstörungen sind nicht selten ein Problem unausgewogener Ernährung. Die Verstopfung gehört mit zu den häufigsten Beschwerdebildern in einer Arztpraxis. Fast jeder vierte Erwachsene leidet unter Darmträgheit und Verstopfung. Solche Verdauungsprobleme haben im Wesentlichen nur eine Ursache: Sie sind hausgemacht.



Man muss einmal täglich zur Toilette! So denken viele Menschen. Dabei muss man nicht jeden Tag müssen. Viele Menschen geraten in Panik und befürchten eine ‚innere Vergiftung‘, wenn es mal nicht täglich klappt. Doch nur, wer über längere Zeit lediglich ein- bis zweimal wöchentlich ‚kann‘, der sollte sich wirklich Gedanken über Darmverstopfung machen. Sie sollten dann auf jeden Fall zum Arzt gehen. Wer also beispielsweise nur alle zwei Tage zur Toilette muss, sich ansonsten aber wohl fühlt, der braucht sich keine Sorgen zu machen. Wirklich sorgen müssen sich in der Regel auch diejenigen nicht, die im medizinischen Sinne tatsächlich an einer Verstopfung leiden. Denn nur selten steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter.

Ursachen für Verstopfung

Wer verstopft ist, isst unausgewogen, und/oder bewegt sich zu wenig. Beides wird durch die heutige Zivilisation gefördert. Auch Belastungen im psychisch-emotionalen Bereich und das Zurückhalten des Stuhldrangs können zu Verstopfung führen.

Meistens ist das Problem hausgemacht. Das heißt, erst durch falsche Ernährung und falsche Verhaltensweisen werden Verdauungsprobleme ausgelöst, denn Darmbewegungen entstehen nur, wenn sich im Darm auch etwas befindet, das er transportieren kann. Verstopft ist, wer sich weniger als 3 Mal pro Woche entleeren kann, einen harten, trockenen Stuhl hat und stark pressen muss.

Hier spielen die Ballaststoffe eine wichtige unterstützende Rolle. Sie regen den Darm zur Arbeit an. Ballaststoffe binden Wasser. Sie quellen auf, machen den Speisebrei voluminöser und lösen so die gewünschte Darmbewegung aus. Befindet sich dagegen nur ein ballaststoffarmer Brei mit geringem Volumen im Darm, fallen die Darmbewegungen schwächer aus. Der Speisebrei wird kaum bewegt. Da dem Speisebrei im Dickdarm aber ständig weiter Flüssigkeit entzogen wird, dickt er mehr und mehr ein. Auf diese Weise entsteht der sogenannte ‚harte‘ Stuhl.

Wer zu Verstopfungen neigt, sollte also zuerst überprüfen, ob seine Ernährung genügend Ballaststoffe enthält. Reich an Ballaststoffen sind Vollkornbrot, Naturreis, Hülsenfrüchte sowie Gemüse und Obst. Wenig Ballaststoffe haben Weißbrot, Teigwaren, geschälter Reis, Milchprodukte und Süßigkeiten. Wenn Sie Ihre Ernährung auf ballaststoffreichere Kost umstellen, dann sollten Sie auf folgendes achten: Ballaststoffe können anfangs zu Blähungen führen. Eine Umstellung auf ballaststoffreichere Kost sollte daher langsam erfolgen.

Hilfe bei Verstopfung

Im Sommer leben wir alle etwas vernünftiger, wir essen mehr Obst, mehr frisches Gemüse und Salate. Dadurch nehmen wir zwangsläufig auch mehr Ballaststoffe auf. Das ist gut. Wenn die ERnährungsumstellung zu ballaststoffreicher Kost nicht den gewünschten Erfolg bringt, kann die Nahrung mit Flohsamen und/oder Methylzellulose ergänzt werden. Wichtig ist, diese Mittel grundsätzlich mit viel Flüssigkeit einzunehmen, sonst verstärken sie eher die Verstopfung und führen im Extremfall zu einem Darmverschluss.

Dennoch sollten Sie gerade im Sommer auf zwei weitere Dinge achten: Bewegen Sie sich ausreichend, denn wenn Sie im Sommer träge werden, wird es auch Ihr Darm. Trinken Sie ausreichend; mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag! Denn gerade in der Sommerhitze trocknet Ihr Körper stärker aus. Das beste für Ihren Darm ist ein Aktivprogramm: Natürlich hilft es, wenn Sie schwimmen gehen oder lange Spaziergänge machen. Sie können aber auch gezielt vorgehen.

Hier eine Übung, die Sie leicht nachmachen können. Legen Sie sich flach auf den Rücken. Die Hände werden hinter dem Kopf verschränkt und die Beine sind angewinkelt. Wenn Sie nun die Hände hinter dem Kopf verschränkt haben und mit angewinkelten Beinen bequem auf dem Rücken liegen, dann versuchen Sie, Ihren Oberkörper durch Anspannen der Bauchmuskulatur anzuheben. Wiederholen Sie das bitte 10mal. Danach gönnen Sie sich erst einmal eine Pause. Der Lohn für Ihre Mühe ist eine Stärkung Ihrer Bauchmuskulatur und ein aktiver Darm.

Sie haben einen sehr intelligenten Darm. Er spürt, wenn Sie sich passiv verhalten und reagiert auf mangelnde Aktivitäten mit ausgesprochener Trägheit. Ausreichend Bewegung, ballaststoffreiche Ernährung, genügend Flüssigkeit sowie spezielle Gymnastik und Reflexzonen-Massage sind die richtige Antwort auf Verdauungsprobleme.

Tipp: die Zunge ist der Spiegel des Magen-Darm-Bereiches. Das heißt, eine belegte Zunge zeigt immer an, dass eine Störung im Magen-Darm-Bereich vorliegt. Auch so genannte Fissuren, also tiefe Einschnitte in der Zunge, weisen darauf hin. Zahneindrücke zeigen, dass die Zunge zu groß ist, und das hängt meistens mit einem Lymphstau im Bauch zusammen. Mundgeruch ist ein anderes Anzeichen. Brüchige Nägel zeigen eine tiefgreifende Stoffwechselstörung an. Man sollte dann ganzheitlich vorgehen, und nicht einfach irgendetwas ersetzen wollen.

Zum Schluß noch ein Wort zu Abführmitteln. Abführmittel müssen im allgemeinen nicht mehr auf Krankenkassenrezept verordnet werden. Dennoch sollten Sie sich mit Ihrem Arzt besprechen, ob die Einnahme von Abführmitteln in Ihrem Fall sinnvoll und notwendig ist. Bei chronischer Verstopfung kann die Einnahme von Lactulose (z. B. Bifiteral®) notwendig sein. LActulose sorgt dafür, dass der Stuhl weicher und die Entleerung des Darms einfacher wird. Allerdings hat der Wirkstoff den Nachteil, dass er unangenehme Blähungen verursacht und von Menschen mit Galaktoseintoleranz (angeborene Unverträglichkeit von Galaktose) nicht angewendet werden darf.

Linktipps:

– Das Bauchgehirn – Erkenntnisse der Neurogastroenterologie
– Verstopfung
– Reizdarmsyndrom
– Probiotika für Stressabbau?
– Schlehdorn gegen Verdauungsstörungen