Was tun bei einem eingewachsenen Zehennagel?

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Eingewachsener Zehennagel

Ein eingewachsener Zehennagel ist überaus schmerzvoll. Gängige Folgen sind Entzündungen und Schwellungen an der betroffenen Stelle. Hier die besten Tipps zur Ersten Hilfe und Vorbeugung.

Durch eine ungenaue Nagelpflege oder unpassendes Schuhwerk wird der Zehennagel in das umliegende Hautgewebe gedrückt. Dies passiert vielen Menschen im Alltag, einigen sogar regelmäßig. Immerhin jeder fünfte Mensch, der Beschwerden an den Füßen hat und deshalb seine Hausärztin oder Hausarzt aufsucht, hat einen eingewachsenen Zehennagel.

Eingewachsener Zehennagel – Artikelübersicht:

Schmerzhafte Kleinigkeit

Gefährlich wird ein eingewachsener Zehennagel (Unguis incarnatus) bei rechtzeitiger und hygienischer Behandlung nicht. In der Regel ist eine der großen Zehen betroffen, die Erkrankung kann jedoch in selten Fällen auch die übrigen Zehen betreffen.

Trägt man zu enge Schuhe, schneidet man die Zehennägel oval bzw. spitz, sodass die Ecken in die Haut nachwachsen oder schwitzt man leicht an den Füßen, was die Haut um den Nagel aufweicht, kann man nach einiger Zeit womöglich eine unangenehme Wunde wahrnehmen.

Da die Bewegung unserer Füße zum Alltag gehört, findet sich nur schwer Entlastung für die entsprechende Stelle und man spürt den Schmerz bei jedem Schritt pulsieren. Doch bei frischen Fällen kann man sich selbst Abhilfe schaffen.

Video: Was tun bei einem eingewachsenen Zehennagel?

Ein eingewachsener Nagel ist meist richtig unangenehm, allerdings kein Grund zur Panik: Oft kann man sich selbst helfen und die Schmerzen lindern. Was man dafür tun muss, zeigt Dr. Johannes Wimmer in diesem Video.

Selbstbehandlung

Zunächst muss dafür gesorgt werden, einen schmerzfreieren Zugang zu der Wunde zu bekommen. Dies erzielt man mit einem warmen und sauberen Fußbad (Behälter für das Bad vorher gut waschen und dann mit richtig dosiertem, physiologischem Kochsalz- oder Seifenwasser füllen).

Nach dem Trocknen mit einem ebenso sauberen Handtuch, lässt sich die weiche Haut mit einer Pinzette ein wenig angenehmer von der Kante des Nagels wegschieben. Nun gilt es eine entzündungshemmende Salbe oder Tinktur auf die schmerzende Stelle aufzutragen. Dabei greift man am besten auf Produkte zurück, die in Apotheken oder von medizinischem Fachpersonal empfohlen wurden.

Nach dieser oberflächlichen Behandlung tut man gut, die Wunde zu schonen. Wenn es gerade nicht möglich ist, die Bewegungen im Alltag einzuschränken, sollte man zumindest auf weiter geschnittene, bequeme Schuhe zurückgreifen. Im Idealfall wächst der Nagel nach der Wundversorgung bald von selbst heraus.

Sollten Sie häufiger Beschwerden mit einem eingewachsenen zehennagel haben, empfiehlt sich der Besuch in einem Fachinstitut zur podologischen Fußpflege. Podologen sind speziell ausgebildete und staatlich geprüfte Fußpfleger, deren Kenntnisse über jene von kosmetischer Fußpflege – die rein vorbeugende und pflegende Maßnahmen umfasst – hinausreichen.

Wann ist eine Operation von Nöten?

Verarztet man die Wunde eigenhändig, darf man an der entzündeten Stelle und der Ausrichtung des Nagels nicht hantieren. Dies stellt immerhin einen medizinischen Eingriff dar, der nur bewanderten Fachkräften überlassen werden soll. Auf einen solchen greift man zurück, wenn man nach mehreren Versuchen mit Salben keine Verbesserung oder gar eine Verschlimmerung spürt.

Eitrige Wunden und starke Schwellungen schränken die Lebensqualität ein und sollten daher rasch geheilt werden. Lässt sich die Wunde eines eingewachsenes Zehennagels zwar behandeln, aber kehrt dennoch immer wieder, ist es ratsam, dem schmerzlichen Umstand mit bestimmten Maßnahmen entgegenzuwirken.

Nagelclips und andere Vorbeugungsarten

Diverse Herstellungsfirmen bieten Zehenhauben, Nagelclips und Glättungsclips an. Bei letzteren handelt es sich um Spangen oder Schienen, welche die äußeren Ränder des Nagels nach oben drücken und so weg von der Haut wachsen lassen. Produkte dieser Art finden sich in Drogeriemärkten, sollten dennoch in Absprache mit Expertinnen oder Experten erworben werden. Hierbei kann man sich an Fachleute aus der Dermatologie oder der Podologie wenden. Unter letzterem versteht man die sogenannte Fußheilkunde.

Eine weitere Vorbeugungsmaßnahme ist das richtige Schneiden der Zehennägel. Man sollte auf einen geraden Schnitt achten, um zu vermeiden, dass weggeschnittene Ecken sich beim Nachwachsen in die Haut bohren können. Ein ordentlich passendes Schuhwerk verbessert darüber hinaus den Komfort beim Gehen merklich, was auch unabhängig vom Schnitt der Nägel angenehme Erleichterung im Alltag bietet.

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Quelle:

¹ Interventions for ingrowing toenails (Eekhof et al. in Cochrane Database Syst Rev. 2012 Apr 18;(4):CD001541.) PMID: 22513901
² Nagelkorrekturspangen als Alternative zur Operation in der Behandlung des Unguis incarnatus. Fuß und Sprunggelenk Scholz N (Fuß & Sprunggelenk Volume 3, Issue 4, 2005, Pages 216-2232005) DOI: https://doi.org/10.1007/s10302-005-0167-z

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

Linktipps

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