Tipps aus der 5-Elemente-Ernährung für die Frühlingszeit

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Fünf Elemente Ernährung

Auf dem Holzweg: Seit Mitte Februar befinden wir uns im Zyklus der Fünf Elemente in der Zeit des Holzes.

Wir Menschen sollten in dieser Zeit die Zeichen der Natur erkennen und es ihr nach machen: Erleben Sie einen neuen Frühling und blühen Sie auf!

Der Frühling ist da!

Die Dynamik des Frühlings ist spürbar, die Natur erwacht zu neuem Leben, alles sprießt und grünt – die Kraft des Elementes „Holz“ ist überall. „Holz“ wird in der Fünf Elemente Lehre dem Frühling, dem Neubeginn und der Kindheit zugeordnet und ist durch Lebendigkeit und schnelles Wachstum charakterisiert. Wenn Dreijährige vor Freude quietschend den ganzen Tag herumturnen, ist das nicht nur beneidenswert, sondern die Biegsamkeit der Holzenergie, die im jungen Körper steckt. Die Leber ist als Organ für diese Geschmeidigkeit verantwortlich. Sie sorgt für einen harmonischen Energiefluss, für das so genannte „freie Fließen von Qi“ im Körper. Außerdem speichert die Leber Blut, versorgt die Sehnen und Gelenke und erhält so den Körper geschmeidig und elastisch. Mit zunehmendem Alter und sinkender Holzenergie verspröden wir und werden unbeweglicher. Deshalb ist der Frühling eine gute Zeit, wieder raus an die frische Luft zu gehen und „eingerostete“ Glieder zu bewegen.

Die Laus und die Leber

Die weniger schöne Seite im Holzelement ist gut mit dem Sprichwort „Mir ist eine Laus über die Leber gelaufen“ erklärbar. Wut und Ärger hängen eng mit Leber/Gallenblase zusammen und chinesisch gesehen erzeugen diese Emotionen Hitze im Körper. Wenn uns der Blitzableiter fehlt, dann wird der Energiefluss blockiert und Probleme mit der Verdauung (Verstopfung), ziehende Schmerzen im Bereich der Galle (unter dem rechten Rippenbogen) sind die Folge. Wenn man Ärger und Frust in sich hineinfrisst, rächt sich der Körper mit Magenschmerzen, Gastritis oder Sodbrennen. Bleibt diese innere Hitze über viele Jahre dann steigt der Blutdruck oder Schlafstörungen treten auf. Bevor es so weit kommt gilt in der Traditionellen Chinesischen Medizin: Hitze meiden, Kühles fördern!

Das bedeutet für die Ernährung: Kräutertee/Grüner Tee statt Kaffee, Fisch statt Fleisch, gedünstete Gemüse und Salate statt Frittiertem und Gebratenem. Besonders Bitterstoffe sind gut als Kühlflüssigkeit geeignet, z.B. Mariendistel-Tee, Artischockenextrakt, Schafgarben-Tee oder eine Mischung aus Wermut und Pfefferminze als Tee.

Veränderungen in der Lebensweise, wie das Reduzieren von Druck und Stress, einfache Entspannungsübungen, Qi-Gong, Tanzen, Singen, aber auch simples Spazieren gehen, Malen,
Lachen helfen den Fluss des Qi wieder zu stabilisieren.

Frühjahrsputz für die Wohnung Staugefahr besteht auch zu Hause. Alles was jahrelang in Schachteln und Schränken gehortet wird, sorgt für gestaute Energie. Genauso wie verstaubte Regale, ungeputzte Fenster oder verstopfte Abflüsse. Das Holzelement gibt uns die Kraft der jungen Triebe und wirkt energetisch mit Wachstum und Jugend auf den Körper. Jetzt ist der Antrieb vorhanden, um jenseits vom alten Ballast etwas in Gang zu setzen (Frühjahrsputz!), Veränderungen vorzunehmen und Herausforderungen mit vollem Einsatz zu begegnen. Holz“ steht für Kreativität und die Fähigkeit, Visionen zu haben. Die Folgen sind im Idealfall wunderbar: Wir machen es wie die Natur und blühen auf.

Ran an den Winterspeck!

Wer jetzt so richtig motiviert ist und vielleicht über die lange Winterzeit durch mangelnde Bewegung und vermehrtes Essen den sog. Winterspeck angelegt hat und die Frühlingsmüdigkeit im Anmarsch ist. Da kann mit einer Getreide- oder Reiskur geholfen werden. Der Körper wird damit für einige Tage entlastet und man fühlt sich gleich viel wohler.

Hier die wichtigsten Punkte, die dabei zu beachten sind:

  • Dauer der Kur: mindestens 3, maximal 12 Tage
  • Entscheiden Sie sich für eine Reis- oder Getreidesorte (Gerste, Basmati, Hirse, Buchweizen…)
  • Essen Sie 3-4x täglich dieses gekochte Getreide bzw. den Reis (ca. 150 g Trockengewicht) mit gedünstetem Gemüse (soviel Sie möchten) oder Obst (max. ½ kg)
  • Tipp: Getreide können Sie gut für 2-3 Tage vorkochen, Gemüse oder Obst immer frisch zubereiten!!
  • Gemüsesorten: Gemüse der Saison, Wurzelgemüse, chlorophyllhaltiges grünes Gemüse, bittere Gemüsesorten wie Artischocken und Chicoree, Radicchio, Fenchel, Brokkoli, frischer Löwenzahn, Brennesselblätter, Rettich- und Radieschensprossen, Kresse, Petersilie, Bärlauch
  • Obst: einheimisches Obst kurz gedünstet, z.B. Apfelkompott, Apfelmus, Birnenkompott, eventuell kurz gedünstete Grapefruit
  • Geben Sie immer ein paar Tropfen kalt gepresstes Öl (Leinöl, Olivenöl, Sesamöl, Kürbiskernöl…)dazu, 1 x täglich auch 1 EL Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne oder Sesamsamen
  • Bei Hungergefühl: Bohnen, Linsen oder Tofu in den Speiseplan mit aufnehmen.
  • Zum Süßen: Trockenfrüchte mitkochen, Gerstenmalz, Honig, Ahornsirup
  • Würzen mit frischen Kräutern und Gewürzen, Kresse, Sprossen
  • NICHT HUNGERN oder FASTEN!!!!
  • Als Getränke eignen sich warmes/heißes Wasser, Tee aus frischen Brennesselblättern, Zinnkrauttee, Schafgarbentee, Melissentee, eine Mischung aus Himbeer- und Brombeerblättern; wenn Sie zu Kältegefühlen neigen: Kümmel-, Anis-, Fencheltee
  • Für eine umfangreiche Entlastung des Körpers in dieser Zeit, sollten Sie nach Möglichkeit auf folgende Nahrungsmittel verzichten: Zucker, Milchprodukte, Alkohol, Kaffee, tierisches Eiweiß, Rohkost, Brot und Gebäck, Kartoffel

In den ersten Tagen können sich Emotionen zeigen bzw. Kopfschmerzen auftreten, diese werden jedoch rasch verschwinden, wenn Sie sich satt essen und ausreichend trinken!
Von großer Bedeutung für den Erfolg ist die freudvolle Durchführung dieser Entlastungstage – bereiten Sie sich schmackhafte, bunte, aromatische Speisen zu und genießen Sie diese!

© essen:z ernährung + beratung
Dr. Claudia Nichterl

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

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