Essen als Ersatzbefriedigung

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Essen als Ersatzbefriedigung

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Wenn Sorgen, Ängste oder Probleme überhand nehmen, greifen viele Menschen zu Altbewährtem und Vertrautem: schmackhafte Nahrungsmittel. Meistens im Überfluss vorhanden, helfen einige dieser Genussmittel über alltäglichen Kummer und Nöte hinweg – vermeintlich.

Essen als Ersatzbefriedigung – Artikelübersicht:

Denn ehe man sich versieht, haben Schokolade und Co. einen fest in der Hand. Übergewicht und Essstörungen sind häufige Folgeerscheinungen, die oft in einem undurchdringbaren Teufelskreis enden. Welche Faktoren für den Griff zur Schokoladentafel ausschlaggebend sein können, und wie das Ruder noch herumzureißen wäre, erfahren Sie hier.

Essen aus Langeweile

Jeder kennt sie – diese Tage, an denen man einfach auf gar nichts Lust hat. Wenn dann schlussendlich auch noch der Fernseher läuft, sind Chips und Gummibärchen meistens nicht weit.

Wenn zu guter Letzt der gesamte Tüteninhalt im Magen verschwunden ist, war nicht Hungergefühl der Auslöser, sondern pure Langeweile.

Wer sich öfter bei solchem Langeweil-Essverhalten ertappt, sollte sich die Frage nach dem Warum stellen: Wissen sie nichts mit sich und ihrem Leben anzufangen? Haben sie ihre Ziele aus den Augen verloren? Sind sie zu träge, schämen sie sich für ihre Figur oder haben sie so große Erwartungen an sich selbst, sodass sie lieber gleich gar nichts erst anfangen aus Angst, am Ende zu versagen?

Der erste Schritt in Richtung gesündere Lebensweise, wäre einmal zu überlegen, welche Funktion Essen für sie hat, was es ihrer Meinung nach ersetzt und was sie stattdessen tun könnten, um das zu bekommen was ihnen Essen bisher gab.

Freunde treffen, Wohnung umgestalten, neue Hobbys suchen, sich sozial engagieren oder sich einfach mal selbst etwas Gutes tun wären einige Ansätze, um in den tristen Alltagsleben wieder etwas Farbe zu bringen.

Aller Anfang ist schwer, doch wer einmal seinen inneren Schweinehund überwunden, und den Weg „vom Kühlschrank zur Couch“ in einen Weg „raus aus der Türe und rauf aufs Fahrrad“ ersetzt hat, wird nicht nur mit einer positiveren Lebensweise belohnt, sondern kann zukünftige faule Tage ohne schlechtem Gewissen und in vollen Zügen genießen.

Essen statt Nikotin

Ein häufiges Problem – wer seine guten Vorsätze tatsächlich in die Tat umsetzt und mit dem Rauchen aufhört, bekommt als Belohnung meist 3-4 Kilo mehr auf die Rippen. Wer hier meint die Welt sei ungerecht, dem sei an dieser Stelle recht gegeben – doch wer wirklich den ungesunden Glimmstängeln den Kampf ansagen, und schlussendlich auch noch seine Figur behalten möchte, der muss mit einer großen Portion Willensstärke an den Start gehen.

Erst einmal sei hier die Frage geklärt, warum Raucher nach der letzten Zigarette überhaupt zunehmen: Nikotin diente bis zum Tag X als Appetitzügler – jetzt wo das Nervengift seine dämpfende Wirkung auf das Hungergefühl nicht mehr auswirken kann, verlangt unser Magen nach Nahrung.

Abgesehen davon dass das Essen – jetzt wo die Geschmacksnerven ihre volle Sensibilität wieder entwickelt haben – um einiges besser schmeckt als vorher, suchen die Hände die jetzt ohne Dauerjob sind, eine neue Beschäftigung. So wird aus einem Plätzchen zum Kaffee schnell mal ein zweiter.

Und genau hier liegt die Problematik: Warum Ex – Raucher anstatt zu einem Apfel lieber zur Schokolade greifen liegt daran, dass der verwöhnte Körper nach Serotonin lächzt.

Die oft als Glücksbote bezeichnete Substanz wirkt stimmungsaufhellend, und wurde bis dato vom Nikotin ausgelöst. Nikotin aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn und sorgt für das entspannte Glücksgefühl das Raucher süchtig werden lässt. Schokolade und Co sorgen ebenfalls für eine Serotoninausschüttung, und befriedigen so das Suchtverhalten.

Das der übermäßige Konsum von Schokolade dick macht ist wohl kein Geheimnis, und so sind die sprießenden Speckrollen auf den Hüften auch schnell erklärt.

Die magische Formel zum top – Körper ist wie so oft: gesunde Ernährung und Sport. Ein oder zwei Stück Schokolade sind natürlich erlaubt, aber bitte mit Maß und Ziel. Doch eines ist gewiss – lieber das ein oder andere Kilo zulegen, als wieder zu den Zigaretten zu greifen.

Essen als Suchtersatz und Seelentröster

Ob aus Langeweile oder als Suchtmittelersatz, Essen als Ersatzbeschäftigung ist – wie so eben gelesen – eine eher schlechte als rechte Methode. Eine gesunde und positive Lebensweise sind auch hier der Schlüssel zum Erfolg – egal in welchen Bereichen des Lebens man diese Tatsache jetzt umzusetzen gedenkt.

Doch Ersatzbefriedigungen sind oft psychischer Natur, und sollten keinesfalls unter den Tisch gekehrt werden.

Wenn Essen als Seelentröster herhalten soll, gerät man schnell in einen Teufelskreis – und isst dann aus Frust nur noch mehr.

Dieses als „emotionales Essen“ bekannte Phänomen ist weit verbreitet, schließlich gibt es uns das Gefühl, etwas Gutes für uns zu tun. Doch Genuss und Befriedigung können in diesem Zusammenhang ein ungutes Paar bilden, schließlich essen wir dabei, ohne wirklich physisch hungrig zu sein.

Bedeutet: in der Absicht sich zu „belohnen“, wird über das Sättigungsgefühl hinaus gegessen. Oder aber der ständige Griff zu Süßigkeiten wird zur Routine und Gedanken von Essen bestimmen den Alltag.

Durchbrechen lässt sich dieser Teufelskreis indem man sich Alternativen für Emotionales Essen zurechtlegt. Also etwa anstatt zu essen, andere Vorlieben in dem Moment zu fröhnen, z.B. zu tanzen, laut Musik zu hören, einen Freund oder eine Freundin anzurufen, etwas Bewegung an der frischen Luft, ein Kinobesuch, was auch immer Freude bereitet.

Denn, emotionales Essen ist zumeist nur ein Versuch des Körpers, etwas Schönes zu erleben, deshalb muss auch das Genussprinzip bei den Alternativen unbedingt im Vordergrund stehen.

Natürlich ist eine solche Verhaltensänderung nicht so einfach und schon gar nicht von heute auf morgen umzusetzen. Deshalb sollte man damit langsam beginnen, keine unrealistischen Ziele setzen und sich an kleinen Etappenerfolgen erfreuen.Fest steht, wer sich aktiv mit seinen Problemen auseinandersetzt und Lösungsansätze ausarbeitet, hat langfristig gesehen definitiv einiges an Lebensqualität dazu gewonnen.

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Quellen:

¹ Emotionales Essen: Auslöser, Folgen und Anregungen im Überblick
² Essen als Ersatzbefriedigung? (stern.de)

[amchap]

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