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Papayas: Gesunde Früchte aus den Tropen

Papayas: Gesunde Früchte aus den Tropen

Papayas, gesund

Die Kolonialherrschaft der Spanier bescherte uns Europäern die Bekanntschaft mit einer Frucht, die nicht nur wegen ihres exotischen Geschmacks geschätzt wird. Es handelt sich um die Papaya, die Frucht des Melonenbaums, deren Genuss als besonders gesundheitsfördernd gilt. Auch der Inhaltsstoff Papain hat sich als wichtiger Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln durchgesetzt.



Ursprünglich aus Mexiko stammend, verdankt die Papaya ihren Namen den indianischen Ureinwohnern. Im 16. Jahrhundert entdeckten spanische Seefahrer die bis dahin unbekannte Frucht, und binnen weniger Jahre wurden Papayas von den Spaniern selbst auf den Antilleninseln kultiviert und damit auch in Europa bekannt. Heute werden Papayas in sämtlichen tropischen und subtropischen Regionen angebaut, wobei Brasilien Exportland Nummer 1 ist.

Fülle an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen

Nicht nur der exotisch-köstliche Geschmack, auch die Vielfalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen hat der Papaya zahlreiche Anhänger gebracht: Papayas enthalten unter anderem das Verdauungsenzym Papain und andere wertvolle Enzyme, sie besitzen einen hohen Anteil an den Vitaminen A und C und beinhalten Ballaststoffe, Aminosäuren und Mineralstoffe.

Herausragend unter den gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen ist das aus den noch grünen – also unreifen – Papayas gewonnene Papain. “Es regt den Stoffwechsel an und unterstützt den Verdauungsvorgang positiv. Dadurch wird eine gründliche Verdauung erzielt und ‚Nahrungsabfälle’ werden ohne Blähungen und Gärungsprozesse auf natürliche Weise ausgeschieden“, so Ulrike Hader, Geschäftsführerin des österreichischen Unternehmens Multikraft.

Der oberösterreichische Hersteller ist auf dem Markt mit einem Fermentationsgetränk auf Basis grüner Papayas vertreten. Die Früchte stammen von der japanischen Insel Okinawa und werden gemeinsam mit anderen Inhaltsstoffen zu einem Produkt verarbeitet, das das Immunsystem stärken, den Energiehaushalt verbessern und entschlackend wirken soll. „Manju“ wird als Getränk, aber auch in Portionsbeuteln angeboten.

Papain: verdauungsregulierende Wirkung

Papain, der wichtigste Inhaltsstoff der Papaya, ist in der Lage, Eiweiß aufzuspalten und ähnelt von seiner Wirkungsweise den Enzymen der Bauchspeicheldrüse. Dies zieht eine verdauungsfördernde Wirkung nach sich, wobei Papain hier dem Enzym Bromelain aus der Ananas ähnelt. Es werden daher einige Produkte in Kapselform angeboten, die vor allem Fleischprodukte besser bekömmlich machen und Völlegefühl verhindern sollen.

Nachweislich gute Erfolge mit Produkten auf Papaya-Basis lassen sich vor allem auf dem Gebiet der Verdauungsregulierung erzielen. In zwei mit dem Produkt Caricol durchgeführten österreichischen Studien konnte eine regulierende Wirkung sowohl bei Reizdarm, chronischem Durchfall als auch bei chronischer Verstopfung festgestellt werden. Hier gelang es, nach fünfwöchiger Behandlung den Einsatz von Notfallsmitteln wie Mikroklist auf ein Drittel der ursprünglich bedürftigen Patienten zu reduzieren.

Auch zur Entschlackung, also dem Abbau unerwünschter Stoffe im Körper, sollen Papaya-Präparate beitragen können. Die eiweißabspaltenden Enzyme, so die Hersteller, seien in der Lage, Schlackenstoffe herauszulösen und deren Abtransport zu ermöglichen. Weithin bezweifelt wird allerdings eine darüber hinaus gehende, schlank machende Wirkung. Die Kritik zielt unter anderem darauf ab, dass für eine systemische Wirkung vom Körper zu wenig Papain aufgenommen werden könne.

Mögliche und zweifelhafte Wirkungen der Papaya

Als zweifelhaft gilt auch die mitunter geäußerte Behauptung, Enzyme aus der Papaya könnten Fettzellen aufspalten und damit auf direktem Wege abbauen. Denn Enzyme spalten allenfalls Eiweiße, eine direkte “fettverbrennende” Wirkung ist nach dem Stand des Wissens jedoch auszuschließen.

Auch andere Theorien hinsichtlich der Wirkung der Papaya und ihrer Inhaltsstoffe stehen auf äußerst wackeligen Beinen. Besonders kritisch wird dabei der Einsatz in der (begleitenden) Krebstherapie gesehen, wobei das Interesse daran durch parawissenschaftliche Literatur immer wieder neuen Auftrieb erhält.

Für die Linderung zahlreicher anderer Beschwerden werden ebenfalls Produkte auf Papaya-Basis angeboten, etwa homöopathische Spezialitäten aus Melonenbaumblättern gegen Harnröhrenreizungen. Einige Präparate versprechen eine Verbesserung des Blutkreislaufs, den Abbau von Gefäßablagerungen, allgemein entzündungshemmende oder abschwellende Wirkung und vieles mehr.

Fruchtgenuss oder konzentrierte Präparate?

Ein Streitpunkt, der auch für den Verzehr von Ananas gilt, bleibt die Frage, inwieweit der Verzehr der Früchte dem Körper überhaupt eine ausreichende Menge an Enzymen zuführt. Vor allem die Hersteller von Fertigpräparaten halten die im Fruchtfleisch befindlichen Mengen für viel zu gering. Denn ein relevantes Maß an Papain werde vor allem aus den nicht essbaren Schalen gewonnen.

Da Papayas neben Enzymen noch eine Reihe weiterer gesunder Inhaltsstoffe aufweisen, ist ein Genuss der Früchte jedoch in jedem Fall ratsam. Um die volle Wirkung zu erhalten, sollten diese unbedingt ungekocht genossen werden, denn sowohl die Enzyme als auch das Vitamin C sind temperaturempfindlich und werden durch Erhitzen zerstört.

Linktipps:

– Papaya | Heilpflanzenlexikon
– Rezept: Rehrückenfilet mit Papaya und Süßkartoffel
– Infos über Papayas | transGEN Datenbank
– Studien über Caricol