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Autofahren im Winter – Checkliste für eine sichere Fahrt bei Kälte und Schnee

Autofahren im Winter – Checkliste für eine sichere Fahrt bei Kälte und Schnee

Wintercheck für das Auto

Vielfahrer, Urlauber und Reisende in Österreich kennen die Probleme: Eingeschränkte Sicht, rutschige Fahrbahn und unaufmerksame Verkehrsteilnehmer sorgen dafür, dass das Unfallrisiko in der Winterzeit besonders groß ist. Daher sollten gerade Autofahrer darauf achten, dass sowohl sie als auch ihr Fahrzeug für die frostigen Straßenverhältnisse gewappnet sind. Ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen machen die Fahrt durch Schnee, Eis und Matsch erheblich sicherer.



Maßnahmen vor der Fahrt

Nicht jeder hat ausreichend Zeit, Lust oder Fachkenntnisse, um selbst einen ausführlichen Wintercheck am eigenen Auto durchzuführen. Um ganz sicherzugehen, zieht man zu diesem Zweck am besten eine KFZ-Werkstatt zurate. Es gibt jedoch vorab ein paar wichtige Dinge, die man ganz einfach selbst überprüfen kann, bevor man sich im Winter auf die Straße wagt. Hier die wichtigsten vorab im Überblick:

  • Grundfunktionen: Batterie, Frostschutz und Ölstand

    Die Fahrzeugbatterie sollte stets funktionsfähig sein. Sofern Sie kein Spannungsmessgerät besitzen, testen Sie Ihre Batterie einfach manuell, indem Sie Ihr Auto im Dunkeln vor einer Wand parken und bei ausgeschaltetem Motor Ihr Abblendlicht genau kontrollieren: Wenn es (womöglich schon beim Anlassen) deutlich abnimmt, ist Ihre Batterie wahrscheinlich zu schwach und sollte fachgerecht ausgetauscht werden.

    Zum Schutz Ihres Motors sollten Sie darüber hinaus das Frostschutzmittel im Kühlsystem etwa alle 3 Jahre auswechseln und für freie Sicht Scheibenwischwasser mit Anti-Frost-Zusatz auffüllen.

    Zur Kontrolle des Ölstands parken Sie Ihr Auto auf einer ebenen Fläche, stellen den bereits erwärmten Motor ab und halten nach ca. 2 Minuten den trockenen Ölmessstab in die Messöffnung: Liegt der Ölstand zwischen der „Min“- und „Max“-Markierung, muss kein Öl nachgefüllt werden.

  • Freie Sicht: Fenster richtig enteisen

    Es gibt viele einfache Maßnahmen gegen die unangenehme Winterkälte – das betrifft allerdings nicht nur Sie selbst, die Wohnung und Kleidung, sondern auch Ihr Fahrzeug: Isolierfolie, Pappkarton oder Plane unter die Scheibenwischer zu klemmen, kann beispielsweise bei geparkten Autos bereits verhindern, dass am Morgen die Fenster vereist sind. Sollten die Fensterscheiben trotz dieser Maßnahme vereist sein, helfen glasschonende Eiskratzer aus Kunststoff. Bei einer besonders hartnäckigen Eisschicht können Sie zusätzlich noch alkoholhaltiges Enteisungsmittel zu Hilfe nehmen. Schalten Sie vor der Fahrt die Klimaanlage ein, um die Windschutzscheibe zusätzlich von innen zu beheizen und abzutauen.

Checkliste: so machen Sie ihr Auto winterfit

Wer Pannen und Ärger mit seinem Auto in der kalten Jahreszeit vermeiden will, sollte rechtzeitig an einen Winter-Check denken. Mit einigen wenigen Handgriffen können Sie schnell und zuverlässig überprüfen, ob Ihr Auto für die Kalte Jahreszeit gerüstet ist. Sie müssen kein Fachmann sein, um das Auto auf den Winter vorzubereiten, es reicht, wenn Sie folgende Checkliste durchgehen um etwaigen Mängeln auf die Spur zu kommen.

1. Bereifung
In Österreich besteht Winterreifenpflicht: Pkw und Lkw mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t dürfen während des Zeitraumes 1. November bis 15. April bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen wie insbesondere Schneefahrbahn, Schneematsch oder Eis nur dann in Betrieb genommen werden, wenn an allen Rädern Winterreifen angebracht sind. Allerdings sind Winterpneus nicht nur bei geschlossener Schneedecke die adäquate Fahrzeugbereifung, sondern auch bei Temperaturen unter sieben Grad Celsius.

Achten Sie auf die richtige Profiltiefe, schauen Sie, ob es sichtbare Beschädigung am Reifen oder Felge gibt.

2. Beleuchtung
Checken Sie den Zustand aller Lampen, achten Sie auch auf etwaige Trübungen der Gläser und die richtige Einstellung.

3. Kühlsystem
Kontrollieren Sie den Flüssigkeitsstand des Kühlerfrostschutzes und die Dichtheit des Kühlsystems. Der Schutz sollte nicht die Minus-20-Grad-Grenze unterschreiten.

4. Batterie
Mit einfachen Batterietestern, die es ab rund 15.- Euro zu kaufen gibt, lässt sich der Ladezustand leicht überprüfen. Gerade ältere Batterien (ab fünf Jahren) sollten überprüft werden, denn ist der Akku bereits in die Jahre gekommen, besteht die Gefahr, dass er beim ersten Frost streikt. Ein weiterer Punkt sind die Batteriepole – sie sollten sauber und zum Schutz vor Korrosion eingefettet sein.

5. Scheibenwisch/-waschanlage
Der Frostschutz-Winterreiniger verhindert, dass die Anlage zufriert und dadurch Schaden nimmt. Empfohlen wird ein Frostschutzgehalt für mindestens minus 20 Grad. Kontrollieren Sie aber auch die Wischerblätter – tauschen Sie verschlissene Blätter unbedingt sofort aus, gerade bei schlechteren Sichtverhältnis können verschmierte Scheiben verheerende Folgen haben. Übrigens: ein guter Eiskratzer im Handschuhfach ist unerlässlich.

6. Motoröl
Kontrollieren Sie regelmäßig den Ölstand und die Dichtheit des Motorblocks Ihres Autos. Zur korrekten Ölstandkontrolle sollte das Fahrzeug mit betriebswarmem Motor auf einer möglichst ebenen Fläche stehen. Kontrollieren Sie den Ölstand erst nach einigen Minuten, damit findet das im Motor zirkulierende Öl Gelegenheit, in der Ölwanne zusammenzulaufen. Ziehen Sie den Ölmeßstab (meist in einer auffälligen Farben – gelb, orange oder rot – gekennzeichnet) heraus und wischen Sie ihn mit einem sauberen, fusselfreien Lappen oder einem nichtfasernden Papiertuch ab. Derartige Papiertücher finden Sie an der Tankstelle meist direkt neben den Zapfsäulen.

Stecken Sie den Ölmeßstab nun wieder bis zum Anschlag in die Öffnung. Ziehen Sie ihn erneut heraus und prüfen Sie nun, ob der Ölstand zwischen den beiden Markierungen am unteren Ende des Ölmeßstabes liegt. Sie sehen deutlich, bis wohin das goldfarbene bis schwarze Motoröl auf dem silbernen Meßstab reicht. Dafür gibt es zwei Markierungen: Minimum und Maximum. Der Ölstand muss dazwischen liegen, also weder unter min. noch über max. Seien Sie bei der Überprüfung vorsichtig, damit sie sich nicht an heißen Motorteilen verbrennen.

Ist der Ölstand zu niedrig, so füllen Sie vorsichtig das Öl mit der richtigen Spezifikation (zum Beispiel 10 W 40) in die Öl-Einfüllöffnung an der Oberseite des Motors. Sie finden die Angabe über die richtige Ölsorte in ihrer Gebrauchsanweisung Ihres Fahrzeugs. Falls Sie dies nicht finden, fragen Sie einen Tankwart oder die Werkstatt nach dem richtigen Öl.

7. Keilrippenriemen
Auch ein kurzer Check des Keilriemens auf Verschleiß, Befestigung, Brüchigkeit ist sinnvoll. Durch einfache Blick und Druckkontrolle, lässt sich leicht abklären, ob mit dem Riemen noch alles in Ordnung ist.

8. Auto-Apotheke, Warnweste, Pannendreieck
Warnweste und Pannendreieck verdienen in der nass-kalten Jahreszeit mit meist schlechten Sichtbedingungen eine besondere Aufmerksamkeit. Sie sollten schnell und einfach ereichbar sein um im Falle des Falles sofort griffbereit zu sein. Bei der Gelegenheit überprüfen Sie auch gleich die Vollständigkeit der Autoapotheke.

9. Türschlösser, Dichtungen

Damit man nicht beim ersten Frost vor verschlossenen Autotüren steht, sollten ab dem ersten Nachtfrost die Türschlösser und auch gleich die Türrahmendichtungen eingefettet werden. Graphit oder Silikon haben sich am besten bewährt, um das Zufrieren der Schlösser zu verhindern. Ein Türschlossenteiser sollte zu Hause auch parat stehen, damit im Falle des Falles schnell gehandelt werden kann, wenn die Schlösser dennoch einmal eingefroren sind.

10. Lackschutz
Schützen Sie ihren Lack mittels Politur oder Wachs. So ist der Lack bestens vor Feuchtigkeit und Salz geschützt.

Wer den Winter-Check nicht selbst durchführen will, kann auch auf die Angebote der Autofahrerclubs (ÖAMTC, ARBÖ in Österreich, bzw. ADAC in Deutschland) und Werkstätten zurückgreifen, um sein Auto winterfest zu machen. Bei erstgenannten gibt es für Mitglieder meist sogar kostenlose Überprüfungen.

Sicheres Fahren bei schlechter Witterung

Die österreichische Verkehrsunfallstatistik von 2016 bestätigt, dass Ablenkung und unangepasste Geschwindigkeit mit 30,3 % bzw. 27,3 % zu den häufigsten Unfallursachen gehören. Bei schlechten Witterungsverhältnissen müssen Autofahrer besonders vorsichtig sein.

  • Winterreifen: Das A und O der Fahrsicherheit

    Während der Zeit der Winterausrüstungspflicht in Österreich, vom 1. November bis 15. April, müssen Sie zur Witterung passende Reifen verwenden. Hier kommen nur Winterreifen infrage. Den Radwechsel können Sie entweder extern in Auftrag geben oder mit Wagenheber und Radkreuz direkt selbst durchführen. Sie sollten hier für Ihren PKW auf eine Profiltiefe der Winterreifen von mindestens 4 mm achten, um ausreichende Bodenhaftung zu haben.

  • Transport: Sicherung von Mitfahrern und Materialien

    In Österreich herrscht Gurtpflicht. Durch Anschnallen können Sie das Verletzungsrisiko bei Unfällen für sich und Ihre Mitfahrer erheblich senken. Für Kinder bis 14 Jahren bzw. mit einer Körpergröße von unter 1,50 m ist ein geeigneter Kindersitz vorgeschrieben (besondere Ausnahmen gelten u. a. bei eingeschaltetem Beifahrer-Airbag). Sofern Sie dazu noch Güter transportieren, empfiehlt sich das Anbringen eines ladungsfähigen Anhängers, dessen Kupplung noch vor Winteranbruch enteist werden sollte. Lose und schwere Güter können mit fest verzurrten Netzen, Planen oder Spanngurten gesichert werden. Da der Bremsweg im Winter erhöht ist, sollten Sie zu dieser Zeit besonders vorsichtig fahren.

  • Vorausschauend fahren und die Kontrolle behalten

    Fahren Sie deshalb gerade im Winter vorausschauend und halten Sie mit dem Fahrzeug ausreichend Sicherheitsabstand. Als grobe Faustregel gilt: Bis 50 km/h etwa 1 Sekunde, bis 100 km/h 2 Sekunden und darüber hinaus mindestens 3 Sekunden Abstand zum Vordermann. Bei rutschiger Fahrbahn oder schlechten Sichtverhältnissen sollten Sie noch wesentlich vorsichtiger fahren, um im Falle eines Kontrollverlusts genug Reaktionszeit zum Abbremsen zu haben. Kurze Unaufmerksamkeit durch Ablenkungen beim Telefonieren, Essen, Einstellen des Radios oder bei einem intensiven Gespräch mit Mitfahrern sollte bei Glätte und rutschiger Fahrbahn vermieden werden. Regelmäßige Pausen sind gerade bei längeren Fahrten sinnvoll. Sollten wichtige Telefonate anstehen, sollten Sie diese besser während einer Pause am Rastplatz oder über eine im Auto installiere Freisprechanlage tätigen.

Mit diesen einfachen Hinweisen sollte einer sicheren und angenehmen Winterfahrt nichts mehr im Wege stehen.

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Quellen:

¹ ÖAMTC: Informationen zur Winterausrüstungspflicht
² Wintervorbereitung (kupplung.at)
³ Winterreifenpflicht in Österreich

Linktipps:

– Mit dem Auto in den Urlaub – die wichtigsten Tipps für den Reisetag
– Tipps für einen sicheren Campingurlaub mit dem Wohnmobil
– Wärmendes für den Winter – 10 Tipps gegen die Kälte
– Kindersitz im Auto – Sicherheitstipps für den richtigen Kauf