Süßspeisen aus Getreide sind Teil unserer traditionellen Küche. Denken Sie nur an die vielen Sorten von Gebäck, Kuchen, Torten, Aufläufen, Palatschinken oder Pfannkuchen, Strudeln oder Keksen. Eine der Hauptzutaten ist Getreide in Form von Mehl, Grieß oder auch als ganzes Korn. Die Qualität von Süßspeisen im Handel lässt leider immer mehr zu wünschen übrig. Ein hoher Prozentsatz der Süßspeisen wird fast ausschließlich auf Basis von nährstoffarmem Weißmehl, in der Regel ausWeizen, hergestellt. Diese “leeren Kalorien”, ohne wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, in Kombination mit Zucker und Fett sind meist kalorienreich aber arm an Nährstoffen. Sie leisten keinen Beitrag zu gesunder Ernährung. Im Gegensatz dazu setzt die 5-Elemente-Küche vom gekochten Getreidefrühstück bis zu den Süßspeisen auf eine große Vielfalt bei den Getreidezutaten.
Die einzelnen Getreidearten und die verschiedenen Sorten unterstützen
unseren Körper unterschiedlich, weshalb eine abwechslungsreiche Auswahl wichtig ist. Getreide liefern uns Kohlenhydrate, Eiweiß und sie versorgen uns mit Vitaminen (vor allem B-Vitaminen, Vitamin E, ß- Carotin) und Mineralstoffen (Eisen, Zink, Kalzium etc.).
Und das bei einem niedrigen Fettgehalt (2 bis 7 %). Ein Großteil der Mineralstoffe und Vitamine befinden sich in den äußeren Schichten des Getreidekorns, sodass ihr Anteil in Vollkornprodukten deutlich höher ist als in Weißmehlspeisen. Je nach Getreideart ist die Mineralstoffverteilung unterschiedlich.
Hirse und Hafer enthalten beispielsweise die höchsten Mengen an Eisen, Reis dagegen viel Kalium. Den höchsten Nährwert haben also Vollkorngetreide. Allerdings sind Vollkornprodukte auch schwerer verdaulich und bedürfen entsprechender Vor- bzw. Zubereitung.
In der Praxis zeigt sich, dass die Kombination aus vollem Korn oder Vollkornmehl in Kombination mit
Zucker, Honig oder Fett oft zu Verdauungsbeschwerden führt. Der Grund dafür liegt in der “schwachen
Mitte”, die mit dem hohen Ballaststoffanteil in Kombination
mit Zucker und Fett überfordert ist.
Daher sind Süßspeisen auf Basis von Weißmehl oft wesentlich bekömmlicher und bereiten keine Verdauungsprobleme, bieten allerdings auch nicht jene wertvollen Nähr- und Mineralstoffe, die Vollkornprodukte liefern können.
Getreidesorten und Ihre Zuordnung zu den fünf Elementen ElementGetreideart
Holz
Weizen, Dinkel, Grünkern
Feuer
Buchweizen, Quinoa, Amaranth, Roggen
Erde
Hirse, Süßreis, Gerste, Mais/Polenta
Metall
Reis, Hafer
Wasser
keine Getreide, dafür alle Hülsenfrüchte, (Linsen, Bohnen, Soja ?)
Gluten (Klebereiweiß)
Auszugsmehle aus Weizen werden vor allem aus technologischen Gründen so häufig verwendet. Durch den hohen Anteil an Klebereiweiß (Gluten) ist Weizenmehl besonders gut zum Backen geeignet. Je besser die “Klebereigenschaft” einer Mehlsorte, desto höher ist die Bindefähigkeit, Elastizität und Gärfreudigkeit des Teigs. Dinkel weist aufgrund seiner Ähnlichkeit mit Weizen ebenso gute Backeigenschaften aus. Da Dinkel aufgrund seiner energetischen Wirkung aus Sicht der TCM weniger verschleimend/befeuchtend wirkt und insgesamt eine höhere Nährstoffdichte (z. B. viel Kieselsäure) enthält, ist Dinkelmehl zu bevorzugen.
Auch Roggen hat einen hohen Kleberanteil und ist gut für die Brotherstellung geeignet. Zum Backen von Süßspeisen eher weniger, da die Klebereiweiß- Moleküle im Roggenteig durch die Anwesenheit von Schleimstoffen kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen können. Roggengebäcke haben daher im Gegensatz zu Weizengebäcken einen dunklen, festen und aromatischen Teig, dem das “luftige” des Weizenteiges fehlt. Das ist auch der Grund, warum aus Roggenmehl oft Mischbrote hergestellt werden.
Um verkaufsfähige Produkte herzustellen, ist ein Sauerteig als Triebmittel erforderlich, was einen erhöhten Zeitaufwand bedeutet. Die Getreide Buchweizen, Mais/Polenta, Amaranth, Quinoa oder Reis sind glutenfrei, das heißt ohne Kleber-Anteil und daher nur begrenzt zum Backen geeignet. Aber in Kombination oder als Zumischung in Brot oder Gebäck versorgen sie uns mit wichtigen Nährstoffen. Diese Getreide sind in der Vollkornvariante ideal. Sie sind schnell gekocht (20 bis 25 Minuten), sehr bekömmlich und pur oder als Auflauf mit Obst ein wertvoller Beitrag zur gesunden Küche.
- Quelle: Dr. Claudia Nichterl, www.essenz.at
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