Viszerales Fett – warum zu viel Bauchfett krank macht

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Viszerales Fett - Bauchfett beim Mann

„Mollig ist schön“ – die etwas älteren Semester werden sich an den Werbespruch eines auf Damen mit Rundungen spezialisierten Modehauses vielleicht noch erinnern. Nun – über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten – über medizinische Fakten in Zusammenhang mit Übergewicht allerdings nicht. Übergewicht – speziell viszerales Fett, also Fett am Bauch – ist ungesund. Doch was tun gegen Bauchfett?

Viszerales Fett – Artikelübersicht:

Die meisten Menschen, die heute in Europa leben, sind ohne Entbehrungen aufgewachsen – keine Kriege, genug zu essen, ein Dach über dem Kopf. Im Gegensatz zur Generation davor kennen wir alle keinen Hunger. Ganz im Gegenteil – es ist die Wohlstandsgeißel „Übergewicht“ die unsere Gesundheit gefährdet.

Viszerales Fett – was ist das?

Was man umgangssprachlich so charmant „Bauchfett“ nennt, heißt im wissenschaftlichen Sprachgebrauch „viszerales Fett“. Esammelt sich in der Bauchhöhle und legt sich um die Organe. Anders als subkutanes Fett, also Fett unter der Haut, gilt es als extrem ungesund. Besonders „Apfeltypen“ mit einem hohen Bauchfettanteil leben gefährlich, doch dazu später mehr.

Viszerales Fett gab es evolutionsbedingt schon immer. Einerseits bot es einen gewissen Schutz für unsere inneren Organe – Fett ist weich und elastisch und dient als eine Art „Polsterung“. Andererseits diente die körpereigene Fettreserve der Bewahrung vor dem frühzeitigen Hungertod.

Unsere Vorfahren mussten in schlechten Zeiten oft tage-, ja wochenlang ohne Nahrung auskommen und da war ein Speckgürtel um die Leibesmitte, der sich bei Bedarf auch relativ rasch abbauen ließ, von großem Vorteil.

Nur – solange wir uns nicht im Dschungel verirren oder mit Flugzeug oder Schiff auf einer einsamen Insel stranden ist das viszerale Fett für uns moderne Menschen kein wirklicher Nutzenbringer mehr.

Video: Viszerales Fett erklärt in 60 Sekunden

Risikofaktor viszerales Fett

Im Gegenteil, die körpereigene Reserve rund um den Bauch schadet uns. Da die Wenigsten von uns körperlich arbeiten müssen, sondern vor allem sitzenden Tätigkeiten nachgehen – egal ob im Job oder auf der Couch – gibt es immer weniger „natürliche“ Möglichkeiten, das viszerale Fett so nebenbei wieder abzubauen. Und so wird, wenn wir nichts dagegen unternehmen, unser Bauchfett mehr und mehr – und das ist gefährlich.

Die vielfach unterschätzte Gefahr des Bauchfetts ist darin begründet, dass die Fettzellen im Bauchraum stoffwechseltechnisch aktiver sind als die meisten anderen Zellen. Dabei produzieren sie laufend (zu viele) Botenstoffe und Hormone, die entzündungsfördernd wirken und vielfältige Stoffwechselstörungen nach sich ziehen können.

In der Folge steigt das Risiko für Zivilisationskrankheiten, wie z.B. Typ 2- Diabetes, Bluthochdruck und andere Herz-Kreislaufbeschwerden.

Apfel oder Birnentyp?

Apfeltyp vs. Birnentyp - schematische Darstellung

Landläufig wird „figurtechnisch“ bei Menschen zwischen Apfel- und Birnentypen unterschieden. Beim Apfeltyp sammelt sich das überschüssige Fett direkt am Bauch, beim Birnentyp verteilt es sich eher auf Hüfte, Po und Oberschenkeln. Viszerale Fettablagerungen gibt es daher vor allem beim Apfeltyp.

Zur Feststellung des Bauchfetts bzw. des überschüssigen viszeralen Fetts dient entweder ganz einfach die Messung des Bauchumfangs. Bei Frauen gilt ein Umfang ab 88, bei Männern ab 102 cm als Risikofaktor. Eine andere Methode ist die Calipometrie, die Messung der Hautfaltendicke.

Daneben gibt es noch weiter Verfahren, die bei medizinischer Indikation ganz exakte Messungen ermöglichen.

Wie entsteht viszerales Fett?

Es gibt verschiedene Faktoren, von denen bekannt ist, dass sie das Entstehen, bzw. das Zu- oder Abnehmen von viszeralem Fett beeinflussen.

Die Wichtigsten sind:

  • Alkoholkonsum (übermäßig)
  • Gene
  • Gewicht bei der Geburt
  • Hormonstatus
  • Stress
  • ungesunde Ernährung
  • zuwenig Bewegung
  • zuwenig Schlaf

Manche der Risikofaktoren sind angeboren, manche kann man aber selbst ganz einfach beeinflussen. Mehr Schlaf und regelmäßige Bewegung zum Beispiel. Auch ein Augenmerk auf eine gesunde Work Life Balance hilft, das viszerale Fett zu bekämpfen. Und natürlich eine ausgewogene Ernährung.

Gesunde Ernährung gegen viszerales Fett

Natürlich hat auch unsere Ernährung einen elementaren Einfluss auf unseren Körperbau und damit auf den Fettanteil den wir uns zulegen. Lösliche Ballaststoffe z.B., die durch die Darmbakterien in kurzkettige Fettsäuren vergoren werden, helfen Bauchfett abzubauen und verringern zusätzlich unseren Appetit.

Hier einige lösliche Ballaststoffe, die sich leicht in den täglichen Ernährungsplan integrieren lassen:

  • Hülsenfrüchte
  • Leinsamen
  • Körner
  • Süßkartoffeln

Der wichtigste Nährstoff für den Abbau von Fett ist allerdings Eiweiß. Ein Mehr an Protein kurbelt zusätzlich den Stoffwechsel an, was den Abbau von Bauchfett und einen Gewichtsverlust nach sich zieht.

Um Ihre Zufuhr an Eiweiß zu erhöhen, müssen Sie aber nicht Ihren Fleischkonsum in die Höhe schrauben – ergänzen Sie Ihren Speiseplan lieber mit anderen Proteinquellen wie Milchprodukten oder eben Hülsenfrüchten.

Zucker hingegen ist „dank“ fehlender Nährstoffe und der extrem hohen Kalorienzahl nicht nur ungesund für die Zähne, sondern auch ein viszeraler Fettlieferant. Zucker besteht zu etwa 50 Prozent aus Fructose. Dieser einfache Zucker wird von der Leber verstoffwechselt und kann, in großen Mengen aufgenommen, von dem Organ gleich direkt in viszerales Fett umgewandelt werden.

Dann besser frisches Obst, aber auch das nicht in Übermengen. Dazu viel Gemüse, Hülsenfrüchte, fettarmer Fisch und wenig fettarmes Fleisch, Körner, Vollkorn- und Milch(ersatz) produkte.

Es mag langweilig klingen – aber die beste Möglichkeit gesund zu bleiben und kein viszerales Fett anzulegen ist ausreichend Schlaf, gesundes Essen und regelmäßige Bewegung! So einfach – eigentlich….

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Quellen:

¹ Science Direct
² Apothekenrundschau – warum Bauchfett ungesund ist

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com>

Linktipps

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