Cholesterin und Cholesterinsenkende Mittel: Ein Patientenratgeber

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Cholesterin und Cholesterinsenkende Mittel: Ein Patientenratgeber

Fotocredit: AI | Herz As Media

Cholesterin ist eine Art von Fett, das in jeder Zelle unseres Körpers vorkommt und für verschiedene lebenswichtige Funktionen benötigt wird.


Es spielt eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Zellmembranen, der Produktion von Hormonen und der Bildung von Gallensäuren, die zur Verdauung von Fetten benötigt werden.

Cholesterin Patientenratgeber – Artikelübersicht:

Worauf müssen Patienten achten? Was ist der schnellste Weg zur Herzgesundheit? Unser Ratgeber erklärt Cholesterin, bietet Ernährungstipps, klärt Missverständnisse auf und informiert über wirksame Therapien.

Cholesterin und seine Funktionen

Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff, der sowohl von unserem Körper produziert als auch über die Nahrung aufgenommen wird. Es zirkuliert im Blut und wird in Form von Lipoproteinen transportiert. Die drei Haupttypen von Lipoproteinen sind:

1. LDL (Low-Density Lipoprotein): Auch als “schlechtes” Cholesterin bekannt, da ein hoher LDL-Spiegel das Risiko von Herzkrankheiten erhöhen kann, indem es sich an den Wänden der Arterien ablagert und Plaques bildet, die zu Arteriosklerose führen können.

2. HDL (High-Density Lipoprotein): Im Gegensatz zu LDL gilt HDL als “gutes” Cholesterin, da es überschüssiges Cholesterin aus dem Blut entfernt und es zur Leber transportiert, wo es abgebaut und ausgeschieden wird.

3. VLDL (Very-Low-Density Lipoprotein): Diese Lipoproteine transportieren Triglyceride, eine andere Art von Fett, durch den Blutkreislauf und können ebenfalls das Risiko von Herzkrankheiten erhöhen.

Weshalb wird LDL als schlechtes Cholesterin und HDL als gutes Cholesterin bezeichnet?

LDL (Niedrigdichte-Lipoprotein) wird als “schlechtes” Cholesterin bezeichnet, da es zur Ablagerung von Cholesterin in den Arterien beiträgt, was das Risiko für Herzkrankheiten erhöht.

HDL (Hochdichte-Lipoprotein) hingegen wird als “gutes” Cholesterin bezeichnet, da es überschüssiges Cholesterin von den Arterien zur Leber transportiert, wo es abgebaut oder ausgeschieden wird.

Darüber hinaus wirkt HDL entzündungshemmend und kann die Bildung von Plaques in den Arterien verringern

Warum ist ein hoher Cholesterinspiegel schädlich?

Ein hoher Cholesterinspiegel im Blut, insbesondere ein erhöhter LDL-Spiegel, kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen erhöhen. Dies geschieht, wenn sich das überschüssige LDL-Cholesterin an den Wänden der Arterien ablagert und Plaques bildet, die die Arterien verengen und den Blutfluss behindern können.

Die Referenzbereiche für Cholesterinwerte variieren je nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand. Allgemein gelten jedoch die folgenden Richtwerte für Erwachsene:

  • Gesamtcholesterin: Optimal unter 200 mg/dl, Grenzwertig 200-239 mg/dl, Hoch ab 240 mg/dl.
  • LDL (schlechtes Cholesterin): Optimal unter 100 mg/dl, Grenzwertig 100-129 mg/dl, Hoch ab 130 mg/dl.
  • HDL (gutes Cholesterin): Schützend ab 60 mg/dl, Ungünstig unter 40 mg/dl.

Hypercholesterinämie: Ursachen und Behandlung


Hypercholesterinämie
ist ein Zustand, bei dem der Cholesterinspiegel im Blut über den normalen Werten liegt.

Dies kann durch eine Kombination genetischer Veranlagung, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und andere Faktoren verursacht werden.

Die Behandlung von Hypercholesterinämie zielt darauf ab, den Cholesterinspiegel zu senken und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.

Die Diagnose von Hypercholesterinämie, einem hohen Cholesterinspiegel im Blut, erfolgt in der Regel durch einen Bluttest, der als Lipidprofil oder Lipidpanel bekannt ist.

Dieser Test misst verschiedene Arten von Lipoproteinen und Lipiden im Blut, darunter Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride.

Basierend auf den Ergebnissen dieses Tests und anderen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann ein Arzt entscheiden, ob eine Behandlung mit cholesterinsenkenden Medikamenten erforderlich ist.

Es gibt bestimmte Richtlinien und Empfehlungen, die Ärzte bei der Entscheidung zur Verschreibung von cholesterinsenkenden Medikamenten berücksichtigen.

Dazu gehören:

Cholesterinwerte: Wenn der Cholesterinspiegel, insbesondere der LDL-Cholesterinspiegel, über den empfohlenen Grenzwerten liegt, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass cholesterinsenkende Medikamente erforderlich sind, insbesondere wenn andere Maßnahmen wie Ernährungsumstellung und Bewegung allein nicht ausreichen, um den Cholesterinspiegel zu senken.

Risikofaktoren: Ärzte berücksichtigen auch andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z. B. Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, familiäre Vorgeschichte von Herzkrankheiten und Alter, um das Gesamtrisiko ihres Patienten zu bewerten. Je höher das Gesamtrisiko, desto wahrscheinlicher ist es, dass cholesterinsenkende Medikamente verschrieben werden.

Lebensstiländerungen: Bevor cholesterinsenkende Medikamente verschrieben werden, werden in der Regel zunächst Änderungen des Lebensstils empfohlen, einschließlich einer gesunden Ernährung, regelmäßiger körperlicher Aktivität, Gewichtsreduktion (falls erforderlich) und Raucherentwöhnung.

Gesundheitsziele: Die Entscheidung zur Verschreibung von cholesterinsenkenden Medikamenten kann auch davon abhängen, welche Gesundheitsziele der Arzt und der Patient erreichen möchten. Wenn das Ziel darin besteht, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken oder vorhandene Herzerkrankungen zu behandeln, kann die Einnahme von Medikamenten Teil des Behandlungsplans sein.

Cholesterinsenkende Mittel: Arten und Funktionsweise

Es gibt verschiedene Arten von cholesterinsenkenden Medikamenten, die je nach Bedarf und individueller Situation verschrieben werden können.

Statine: Diese Medikamente blockieren ein Enzym in der Leber, das für die Produktion von Cholesterin verantwortlich ist, und helfen so, den LDL-Spiegel zu senken. Sie sind die am häufigsten verschriebene Klasse von cholesterinsenkenden Medikamenten und haben sich als wirksam bei der Senkung des Cholesterinspiegels und der Reduzierung des Risikos von Herzkrankheiten erwiesen.

Über 35% aller verkauften Packungen enthalten die Substanz Atorvastatin(Stand: 2019).

Ezetimib: Dieses Medikament wirkt, indem es die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung im Darm verringert und den LDL-Spiegel senkt.

Fibrate: Diese Medikamente helfen, den Triglyceridspiegel zu senken und können auch den HDL-Spiegel erhöhen.

Nikotinsäure: Auch bekannt als Niacin, kann dieses Vitamin den LDL-Spiegel senken und den HDL-Spiegel erhöhen.

Der Gesamtmarkt der Cholesterin senkenden Mittel betrug laut österreichischen Apotheken beinahe 145 Mio. Umsatz (AVP; Stand: 2019).

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Cholesterinsenkende Medikamente: Dosierung, Einstellung und mögliche Nebenwirkungen

Die Dosierung und Einstellung von cholesterinsenkenden Medikamenten hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des individuellen Cholesterinspiegels, des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderer medizinischer Bedingungen.

Es ist ungemein wichtig, die Medikamente genau nach Anweisung des Arztes einzunehmen und regelmäßig den Cholesterinspiegel überwachen zu lassen.

Wie bei allen Medikamenten können auch cholesterinsenkende Medikamente Nebenwirkungen haben, darunter Muskelschmerzen, Leberprobleme, Magen-Darm-Beschwerden und selten auch Muskelschwäche oder -abbau. Es ist wichtig, alle Bedenken oder unerwünschten Symptome mit Ihrem Arzt zu besprechen, um die beste Behandlungsoption zu finden.

Insgesamt ist die Senkung des Cholesterinspiegels ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Herzgesundheit und zur Verringerung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Durch eine Kombination aus einer gesunden Ernährung, regelmäßiger körperlicher Aktivität und gegebenenfalls cholesterinsenkenden Medikamenten können Sie dazu beitragen, Ihren Cholesterinspiegel zu kontrollieren und Ihre Gesundheit zu schützen.

Statine: Problem Überdiagnose und Überbehandlung

Die Verwendung von Statinen, einer Klasse von cholesterinsenkenden Medikamenten, ist in der Tat Gegenstand einiger Kontroversen und Diskussionen über potenzielle Überdiagnose und Überbehandlung.

Einige Experten und medizinische Organisationen haben Bedenken geäußert, dass die Richtlinien zur Verschreibung von Statinen möglicherweise zu weit gefasst sind und dazu führen könnten, dass Personen mit einem niedrigen oder moderaten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen unnötigerweise mit Statinen behandelt werden.

Es gibt auch Diskussionen über das Risiko-Nutzen-Verhältnis von Statinen, insbesondere bei Personen mit einem niedrigen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Einige Studien deuten darauf hin, dass der potenzielle Nutzen von Statinen bei dieser Bevölkerungsgruppe möglicherweise nicht die möglichen Risiken und Nebenwirkungen überwiegt.

Statine können Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen, Leberprobleme, Magen-Darm-Beschwerden und selten Muskelschwäche oder -abbau verursachen. Bei einigen Personen können diese Nebenwirkungen schwerwiegend sein und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Kardiologen betonen, dass die Entscheidung zur Verschreibung von Statinen individuell getroffen werden sollte, basierend auf einer sorgfältigen Bewertung des Gesamtrisikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und unter Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Geschlecht, genetische Veranlagung, Lebensstil und anderen medizinischen Bedingungen.

Forschung und neue Ansätze:

Ein Ansatz zur Reduzierung von Überdiagnose und Überbehandlung besteht darin, die Behandlung stärker zu individualisieren und personalisierte Risikobewertungen durchzuführen, um Personen mit einem höheren potenziellen Nutzen von Statinen zu identifizieren – Schlagwort personalisierte Medizin.

Es wird auch nach Alternativen zu Statinen gesucht, insbesondere für Personen, die Statine nicht vertragen oder bei denen sie nicht wirksam sind. Dies umfasst die Entwicklung neuer Medikamente sowie die Betonung von Lebensstiländerungen als wichtigen Bestandteil der Behandlung von Hypercholesterinämie.

Insgesamt sind die Verwendung von Statinen und die Frage der Überdiagnose und Überbehandlung komplex und erfordern eine sorgfältige Abwägung der Risiken und Vorteile für jeden einzelnen Patienten.

Neue Forschung und Ansätze zur personalisierten Medizin könnten dazu beitragen, die Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung von Hypercholesterinämie zu verbessern.

Patiententipps: der schnellste Weg zur Herzgesundheit

Falsche Ernährungsgewohnheiten, mangelnde Bewegung, Rauchen und genetische Faktoren zählen zu Risikofaktoren für einen erhöhten Cholesterinspiegel und damit verbundenen Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die ersten drei lassen sich auch ganz ohne Medikamente regulieren.

Gesunde Ernährung:

Reduzieren Sie gesättigte Fette und Zucker, erhöhen Sie den Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.

Durch die Reduzierung der Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und Cholesterin sowie den vermehrten Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten kann der Cholesterinspiegel positiv beeinflusst werden.

Studien haben gezeigt, dass eine Ernährungsumstellung, die auf die Senkung des Cholesterinspiegels abzielt, signifikante Verbesserungen bewirken kann. Insbesondere die Reduzierung des Konsums von gesättigten Fettsäuren und Transfetten sowie die Erhöhung des Verzehrs von ungesättigten Fettsäuren (z. B. aus Nüssen, Samen und Fisch) können dazu beitragen, den LDL-Cholesterinspiegel zu senken und das Verhältnis von LDL zu HDL zu verbessern.

Bei einigen Personen kann eine Ernährungsumstellung allein ausreichen, um den Cholesterinspiegel zu kontrollieren, während andere möglicherweise zusätzliche Maßnahmen wie Medikamente benötigen.

Regelmäßige Bewegung:

Versuchen Sie, täglich mindestens 30 Minuten moderate körperliche Aktivität einzuplanen. Das muss keineswegs (extreme) sportliche Betätigung sein, auch Spazierengehen zählt – entscheidend ist die Regelmäßigkeit.

Regelmäßige körperliche Aktivität spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Cholesterinstoffwechsels und kann dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu senken und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.

Wenn wir uns regelmäßig körperlich betätigen, erhöht sich unser HDL-Cholesterinspiegel, das “gute” Cholesterin, während gleichzeitig der LDL-Cholesterinspiegel, das “schlechte” Cholesterin, gesenkt wird. Darüber hinaus kann körperliche Aktivität auch dazu beitragen, das Körpergewicht zu kontrollieren und die Insulinsensitivität zu verbessern, was ebenfalls dazu beiträgt, den Cholesterinspiegel zu regulieren.

Menschen, die regelmäßig körperlich aktiv sind, haben in der Regel einen günstigeren Cholesterinspiegel als Personen, die einen sitzenden Lebensstil führen. Um die gesundheitlichen Vorteile zu erzielen, wird empfohlen, mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität oder 75 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Woche durchzuführen.

Dies kann durch Aktivitäten wie Gehen, Laufen, Schwimmen, Radfahren, Tanzen oder Gartenarbeit erreicht werden.

Rauchstopp:

Beenden Sie das Rauchen, um das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.

Genetische Veranlagung:

Was die genetische Veranlagung betrifft, spielt diese ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Regulation des Cholesterinspiegels.

Einige Menschen haben aufgrund ihrer genetischen Veranlagung möglicherweise einen erhöhten Cholesterinspiegel, unabhängig von ihrer Ernährung und Lebensstilfaktoren. Bei diesen Personen kann eine Ernährungsumstellung allein möglicherweise nicht ausreichen, um den Cholesterinspiegel auf ein gesundes Niveau zu senken, und es kann erforderlich sein, cholesterinsenkende Medikamente einzunehmen.

Der Anteil der genetischen Veranlagung an erhöhten Cholesterinwerten kann von Person zu Person variieren und wird auch durch Umwelt- und Lebensstilfaktoren beeinflusst.

Es ist wichtig, dass Menschen mit einer familiären Vorgeschichte von hohen Cholesterinwerten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen regelmäßig ihren Cholesterinspiegel überwachen lassen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren, einschließlich einer gesunden Ernährung, regelmäßiger Bewegung und gegebenenfalls Medikamenten unter ärztlicher Aufsicht.

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Quellen:

¹ Cholesterin: alles, was Sie wissen müssen (www.herzstiftung.de)
² IQVIA Marktforschung GmbH

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Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

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Linktipps

– Was ist Kardiologie?
– Kennen Sie Ihre Cholesterin-Werte?
– Novel Food – essen gegen Cholesterin?
– Das Ei – Cholesterinbombe oder Kraftspender?
– Internisten Österreich – Ärzteverzeichnis
– Transfettsäuren – unbekannte Gefahr
– Schritt für Schritt gesünder leben

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