Schwitzen: neue Behandlungsmethode soll helfen

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Schwitzen

Ist die Behandlung mit Botulinumtoxin (Botox) bei vermehrtem Schwitzen von dauerhafter Wirkung? Seit 1998 wird Botulinumtoxin-A bei der Behandlung von starkem Schwitzen (Hyperhidrose) an Händen, Füßen und in den Achseln erfolgreich eingesetzt.

Botulinumtoxin (Botox) wirkt bei starker Hyperhidrose (übermäßigem Schwitzen), indem es die Übertragung von Nervenimpulsen zu den Schweißdrüsen unterbindet. Dadurch wird die Produktion von Schweiß reduziert. Die Behandlung wird in der Regel in Form von injizierten kleinen Dosen des Toxins direkt in die betroffene Haut durchgeführt.

Es handelt sich um ein Ektotoxin des Bakteriums Clostridium botulinum. Dieses Gift (Toxin) blockiert die Weiterleitung von Nervenimpulsen und wurde bisher bei der Behandlung von spastischen Muskelerkrankungen eingesetzt.

Botulinumtoxin-A wird in den Regionen der stärksten Schweißsekretion in die Haut gespritzt. Dadurch wird eine meßbare Verminderung der Schweißabsonderung erreicht. Dieser Effekt hält ca. vier bis zwölf Monate an, ist also nicht von Dauer.

Laut einer Studie von Glaser et al. (JAMA Dermatology, 2014) war Botox bei Patienten mit axillärer Hyperhidrose (Schweißbildung unter den Armen) wirksam bei Reduktion des Schweißflusses und Verbesserung der Lebensqualität.²

Eine weitere Studie von Katta et al. (Dermatologic Surgery, 2013) zeigte ähnliche Ergebnisse bei der Behandlung von palmar-plantarer Hyperhidrose (Schweißbildung an den Händen und Füßen).³

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Botox bei Hyperhidrose nur eine vorübergehende Lösung ist und regelmäßige Wiederholungen der Behandlung erforderlich sind, um die Wirkung aufrechtzuerhalten. Außerdem sollte es unter der Aufsicht eines erfahrenen medizinischen Fachpersonals durchgeführt werden, um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

Botulinumtoxin bei starkem Schwitzen (Hyperhidrose) kann folgende Risiken und Nebenwirkungen verursachen:

  • Schmerzen und Schmerzen bei der Injektion
  • Rötung, Schwellung und Blutung an der Injektionsstelle
  • Übermäßige Trockenheit der Haut oder übermäßige Feuchtigkeit
  • Veränderungen in der Stimme oder Schwierigkeiten beim Schlucken (selten)
  • Übermäßige Muskellähmung in der Nähe der Injektionsstelle
  • Allergische Reaktionen auf das Toxin oder die Injektionslösung
  • Möglicherweise vorübergehende oder dauerhafte Lähmung der behandelten Muskeln

Nebenwirkungen sind eher selten und Botulinumtoxin bei starkem Schwitzen gilt als sicher und wirksam, wenn es von einem erfahrenen Arzt verabreicht wird.

Die Injektionen sind an den Handflächen und Fußsohlen etwas schmerzhaft. Als Nebenwirkung der Behandlung kann es selten zu Muskelschwäche lokal (im Bereich der Injektionsstelle), aber auch generalisiert kommen.

Insgesamt wird diese Behandlung bei starkem Schwitzen als sehr wirksam und sicher beurteilt. Leichte Fälle von Hyperhidrose können dagegen gut mit Leitungswasser-Iontophorese (Wasserbad mit Gleichstrom) oder Aluminiumchlorid-haltigen Lösungen behandelt werden, was zu einem vorübergehenden Verschluß der Schweißdrüsenausführungsgänge führt.

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Quellen:

¹ Dr. Brigitte Almond-Roesler
² Botulinum toxin for hyperhidrosis of areas other than the axillae and palms/soles (Glaser et al. in JAMA Dermatology; 2014) DOI: 10.1016/j.det.2014.06.001
³ A review of the metabolism of 1,4-butanediol diglycidyl ether-crosslinked hyaluronic acid dermal fillers (Katta et al. in Dermatologic Surgery; 2013) DOI: 10.1111/dsu.12301

[Verfasst 01/2011, Update: 12/2022]

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

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