Warum Hanfsamen die Bezeichnung Superfood verdienen

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Hanfsamen und Hanföl

Hanfsamen sind auch unter dem Begriff Hanfnüsse im Supermarktregal erhältlich. Die kleinen knackigen Kügelchen stärken das Immunsystem und ermöglichen eine bessere Gedächtnisleistung aufgrund ihrer wertvollen Omega-Fettsäuren. Das Superfood Hanfsamen wirkt zudem positiv auf den Verdauungsprozess. Das in ihnen enthaltene Chlorophyll unterstützt den Körper beim Entschlacken und Dank des hohen Gehaltes an wertvollen Proteinen können sich neue Zellen rascher entwickeln und auch die Muskeln werden gestärkt. Neben den antioxidativen Eigenschaften sind auch noch die stärkende Wirkung der kleinen Samen auf Haut und Haar hervorzuheben.

Sind Hanfsamen gefährlich?

Die häufigste Frage zu diesem Thema ist „Sind Hanfsamen gefährlich oder machen sie high?“ Die Antwort ist einfach: nein, denn der verwendete Hanf enthält nur winzige Mengen an berauschenden Inhaltsstoffen.

Nutzhanf (Cannabis sativa) ist auch unter dem Begriff Industriehanf bekannt und gehört zur Hanfgattung ‚Cannabis‘. Hanfsamen von Industriehanf enthalten jedoch nur minimale Mengen (0,2%) an THC. THC ist die Abkürzung für Tetrahydrocannabinol, dem Bestandteil von Cannabis indica (Marihuana), der Rauschzustände hervorruft. Die minimale Menge an THC im Industriehanf ist vernachlässigbar und hat keinerlei negative Auswirkungen auf den Organismus. Die Hanfpflanze selbst wird seit dem vierten Jahrhundert nach Christus genutzt und bis heute zur Produktion von Textilien oder Papier verwendet.

Der Hanfsamen ist gesund und wird wegen seiner positiven Eigenschaften schon seit vielen Jahrtausenden geschätzt. Heute zählen Hanfsamen zu recht als Superfood, wobei mal als Superfoods all jene Nahrungsmittel bezeichnet, die sich bereits in geringen Mengen gesundheitlich positiv auswirken.

Ungeschälte Hanfsamen werden auch als Hanfnüsse bezichnet, sie haben einen Durchmesser von circa zwei bis vier Millimetern und eine glänzend, olivgrüne Schutzhülle, die im Inneren ein helles Fruchtfleisch verbirgt.

Hanfsamen – gesunde Ergänzung des Speiseplans

Hanfsamen sind kleine Ölfrüchte und eignen sich als nährstoffreiche Ergänzung des täglichen Speiseplans. Das Superfood enthält viele Vital- und Nährstoffe, die präventiv wirken. Die Samen des Hanfs zeichnen sich auch durch ihren hohen Anteil an Mineralien aus womit sie aus ernährungsphysiologischer Sicht eine wichtige Rolle spielen.

Hanfnüsse

Die vergrößerte Darstellung zeigt gut, warum die ungeschälten Hanfsamen auch als Hanfnüsse oder Hanfnüsschen bezeichnet werden.

Hanfsamen enthalten wichtige Vitamine

Es ist beachtlich, welche Mengen an Vitaminen in so einen kleinen Kern passen. Erwähnenswert sind hierbei vor allem die Antioxidantien und die große Menge an B-Vitaminen, allen voran Vitamin B2, das auch unter dem Namen Riboflavin bekannt ist.

Hanfsamen enthalten relativ mehr Vitamin B2 als Fleisch oder Milch. Dieses B Vitamin ist unentbehrlich für die Schilddrüsenfunktion und den Muskelaufbau; auch Augen sowie die Haut profitieren. Ebenfalls erwähnenswert ist der sehr hohe Anteil an Vitamin E in Hanfsamen.

Fettsäuren: Omega 3 trifft Omega 6

Omega 3 Fettsäuren gehören zu den lebenswichtigsten Substanzen. Über die normale Ernährung ist eine ausreichende Versorgung nur begrenzt möglich, der zusätzliche Verzehr von Hanfsamen verbessert aber die Versorgung mit den wertvollen Fettsäuren. Hinzu kommt, dass die gesunden Samen auch Omega 6 Fettsäuren enthalten.

Auf diese Weise versorgt das Superfood Hanfsamen unseren Körper mit wertvollen Elementen, die der Prävention von Herzerkrankungen dienen, aber auch einen hohen Cholesterinspiegel vorbeugen und zudem eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff gewährleisten.

Proteine und Mineralstoffe

Lebenswichtige Proteine

Hanfsamen liefern zahlreiche essenzielle Proteine. Diese Eiweiße gelangen in den Magen-Darm-Trakt und werden dort sehr schnell in ihre Grundbausteine, die Aminosäuren, aufgespalten. Dabei stehen vorrangig BCAA zur Verfügung.

Es handelt sich hierbei um verzweigtkettige Aminosäuren. Diese sind die Grundlage für effektiven Muskelaufbau. Zudem dienen BCAA generell der Regeneration von Körperzellen. Hanfsamen verfügen auch über einen bemerkenswerten Anteil an L-Arginin die zur Leistungssteigerung beitragen.

Die in Hanfsamen enthaltenen Proteine leisten auch einen sehr wichtigen Beitrag zur Zellentgiftung und sind zudem leicht verdaulich. Diese positive Eigenschaft verdanken sie ihren hochwertigen Eiweißen, die etwa 60 Prozent der gesamten Proteinmenge ausmachen. Allerdings schränkt der niedrige Anteil an Lysin die Proteinwertigkeit des Hanfsamenproteins ein. Wobei je höher die Proteinwertigkeit, desto ähnlicher sind die Nahrungsproteine den Körperproteinen in ihrer Aminosäuren­zusammensetzung und umso weniger Nahrungsproteine werden für deren Aufbau benötigt.

Mineralstoffe

Bedeutende Mineralstoffe wie Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium und Schwefel finden sich vor allem in getrockneten Hanfsamen wieder. Das Besondere dabei ist, dass diese Stoffe in einem sehr ausgewogenen Maß auftreten. Hanfsamen können somit eine optimale Versorgung des Körpers mit Mineralstoffen gewährleisten.

Verwendung von Hanfsamen

Die knackigen Samen eignen sich entweder als kleiner Pausensnack für zwischendurch oder man integriert sie in die tägliche Küche. Die kleinen Körner können vor der dem Kochen oder Backen oder auch direkt nach der Zubereitung beigemengt werden.

Wie schmecken Hanfsamen? Ihr etwas nussiger Geschmack ist vergleichbar mit dem von Sonnenblumenkernen. Hanfsamen können geschält oder mit Schale genossen werden, wobei letzteres empfehlenswert ist. Schließlich enthält die Schale zusätzlich wertvolle Ballaststoffe und unterstützt die Verdauung. Werden die kleinen Samen zerbissen, kann es jedoch schon einmal passieren, dass sich der eine oder andere Teil der Schale zwischen den Zähnen verhakt – also besser Zahnstocher bereit halten!

Der Geschmack von geschälten Hanfsamen lässt sich mit leicht nussig und ölig beschreiben, mit einer „grünen“, also grasigen Note. Insgesamt ist der Geschmack aber sehr dezent, durch diese fast neutralen Aromen eignen sich die Samen sowohl für süße wie für pikante Zubereitungen.

Sanftes Anrösten intensiviert das Nussaroma, doch am besten werden sie roh genossen.

Hanfsamen können so einfach in den Salat oder über das Müsli gestreut werden – und fertig ist die Vitalkost. Sie können auch in Brot und Gebäck verbacken werden oder einfach bei Smoothies eingerührt. Vorsichtig in der Pfanne geröstet eignen sie sich als wertvolle Beigabe zu allen pikanten Fisch- Fleisch oder Gemüsegerichten. Bitte aber nur bei niedrigen Temperaturen rösten, um die enthaltenen Nährstoffe nicht zu zerstören.

Hanfsamen als Medizin

Während über die pharmakologisch aktiven Bestandteile von Cannabis in der Forschung schon einiges bekannt ist, ist über die Wirkung von Hanfsamen – zumal von Nutzhanf – noch wenig bekannt. Bekannt ist, das Hanfsamen sowohl gepresst wie ungepresst bereits in der islamischen Medizin verwendet wurden und ihre Verwendung auch in der europäischen Klostermedizin Einzug gefunden haben.

Es gibt Studien, die belegen, dass sich die kleinen Körner auch zur ergänzenden Behandlung von akuten Gelenksentzündungen eignen. Im Vergleich zur Kontrollgruppe wurde z.B. in einer der Studien bei Personen, die während des Behandlungszeitraumes Hanfsamen konsumierten, beobachtet, dass sie geringere Schmerzen verspürten. Auch klangen die Entzündungsherde im Verlauf der Zeit rascher vollständig ab.

Auch bei allergischen Ausschlägen sowie Hautkrankheiten konnte die effektive Wirkung von Hanfsamen nachgewiesen werden. Beispielweise wiesen Patienten mit Neurodermitis vergleichsweise weniger Symptome auf, wenn sie Hanfsamen aßen. Die Samen wirken einerseits als Entzündungshemmer, andererseits wirkt sich die hohe Dichte an Vital- und Nährstoffen äußerst positiv auf das gesamte Hautbild aus. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Inhaltsstoffe von Hanfsamen Zellen gezielt erneuern können und damit einen wichtigen Beitrag zur Regeneration einzelner Hautpartien leisten.¹

Wirkung von Hanfsamen

Der Verzehr der Samen beugt Zivilisationskrankheiten der modernen westlichen Welt vor. Regelmäßiger Verzehr von auch nur geringen Mengen an Hanfsamen über wenige Wochen erzielt bereits positive Effekte. Hanfsamen verbessern die Durchblutung und unterstützt Durchblutunbgsstörungen z.B. bei Diabetes mellitus, aber auch bei Männern mit erektiler Dysfunktion.

Hanfsamen stärken das Immunsystem, sie besitzen das Potenzial entzündliche Vorgänge maßgeblich zu minimieren, sie normalisieren den Cholesterinspiegel und senken damit das Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt. Sie unterstützten effektiveren Muskelaufbau und wirken dadurch vitalitätssteigernd.

Der regelmäßige Genuss von Hanfsamen durchblutet zudem die Kopfhaut und verdickt die natürliche Haarstruktur. Haarausfall und unangenehmer Schuppenbildung kann so effektiv entgegengewirkt werden.

Hanfsamen sind laktose- und glutenfrei, allergische Reaktionen auf das Hanf-Protein an sich sind auch nicht bekannt, dennoch sind allergische Reaktionen bei Patienten mit IgE-vermittelter Cannabis-Allergie möglich, wenn auch selten.²

Hanfsamen Dosierung

Der tägliche Bedarf um Wirkung zu erzielen ist sehr gering. Hanfsamen dienen tatsächlich ausschließlich der Nahrungsergänzung und sind nicht in größeren Mengen zu konsumieren. Am besten wirken sie bei einer täglichen Dosis von circa drei bis fünf Esslöffeln für Erwachsene. Kinder sollten pro Tag circa 50 Prozent der Dosis (1,5 bis 2,5 Esslöffel) zu sich nehmen.

Einige Menschen nutzen die energiesteigernden Eigenschaften der kleinen Samen gezielt, indem sie bereits am Morgen ihre Tagesdosis z.B. im Obstsalat oder Müsli aufnehmen. Sie profitieren von gesteigerter Produktivität und erhöhter Konzentrationsfähigkeit. Beide Eigenschaften bleiben den ganzen Tag über bestehen und sinken im Gegensatz zur aufputschenden Wirkung bei anderen Substanzen wie z.B. Koffein nur langsam ab.

Der morgendliche Genuss von Hanf reduziert zudem das Verlangen nach anderen stimulierenden Substanzen wie Schokolade, Kaffee oder Energydrinks und hilft ganz nebenbei entspannter mit stressigen Situationen umzugehen.

Richtig lagern

Ähnlich wie andere Samen sind getrocknete Hanfsamen sehr lange haltbar. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie geschält oder ungeschält sind. Am besten in einer luftdichten Dose oder einem Schraubglas an einem kühlen und dunklen Ort aufbewahren. Auf diese Weise bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe auch bei sehr langer Lagerung erhalten.

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Quellen:

¹ The cardiac and haemostatic effects of dietary hempseed (Delfin Rodriguez-Leyvaand Grant N Pierce in Nutr Metab (Lond). 2010; 7: 32.) doi: 10.1186/1743-7075-7-32
² Allergen Hanf (alles-zur-allergologie.de)

Linktipps

– Die Kraft der Kürbiskerne: kleine Kerne, große Wirkung
– Wundermittel Hanf: vom Rausch- zum Arzneimittel
– Chia-Samen: Das neue Superfood?
– Leinöl und Cannabisöl – die unbekannten Speiseöle
– Superfoods – Goji, Acai, Maca, Chia & Co. Was können sie wirklich?