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Gefahrenquelle Stockbett: jährlich 1000 verletzte Kinder

Gefahrenquelle Stockbett: jährlich 1000 verletzte Kinder

Stockbett

Täglich kommen rund 3 Kinder wegen Unfälle mit Stockbetten ins Spital. Zu den häufigsten Verletzungen kommt es durch Stürze vom Bett, etwa im Schlaf oder beim Spielen. Die Unfälle sind mit einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von einer Woche meist schwer, und durch einfache Sicherheitsmaßnahmen oft verhinderbar.



„Stockbetten sind nicht nur zum Schlafen da, Kinder verwenden sie mit Vorliebe zum Spielen und Herumtollen. Hie und da blaue Flecken und Schrammen lassen sich da nicht vermeiden, wohl aber schwere Verletzungen. Möbel oder Einrichtungsgegenstände haben daher in der Nähe eines Stockbettes nichts verloren, ausreichend hohe Absturzsicherungen an allen vier Seiten des Bettes sind ein Muß, ein dicker Teppich mit Gleitschutz dämpft den Sturz, falls die kleinen „Bergsteiger“ einmal danebensteigen, meint Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes „Sicher Leben“ des Kuratorium für Schutz und Sicherheit.

Unfälle mit Kinderstockbetten

Laut einer älteren Studie des Österreichischen Komitees für Unfallverhütung im Kindesalter passieren Unfälle mit Stock- und Etagenbetten ausschließlich ohne Beisein von Erwachsenen. Bei den Unfallursachen dominieren Stürze vom oberen Bett zur Schlafenszeit oder beim Spiel (jeweils 35%). Stürze von Leitern ereignen sich ausschließlich an Leitern ohne Handläufe. Der Sturz auf Teppichböden bzw. auf Teppiche vor dem Bett verlief für die Kinder deutlich weniger verletzungsschwer als auf Parkett- oder Plastik/PVC-Böden. Oft wurde das Herausstürzen durch das Fehlen geeigneter seitlicher Sicherheitsleisten negativ begünstigt.

Lebensbedrohliche Situationen treten ein, wenn Kleinkinder zwischen einer Randleiste und der Bettauflagenoberkante des oberen Bettes eines Stock- oder Hochbettes durchrutschen und mit dem Kopf hängen bleiben. Diese Unfälle betreffen in erster Linie unter 3-jährige Kinder und treten in der Regel bei nachträglich angebrachten Längsschutzleisten am oberen Bett auf, wenn sich zwischen der Matratzenoberkante und der Unterkante der Schutzleiste ein Spalt in einer Breite zwischen 75-160 mm ausbildet.

Der zweite lebensgefährlichen Unfallmechanismus ist durch das Zusammenbrechen eines nicht ausreichend stabilen Hoch- und Stockbettes kommen gekennzeichnet, wobei besonders Kinder im unteren Bett gefährdet sind.

Schließlich kann auch die Verwendung von Halogenstrahlern über Hochbetten, wenn diese dem Bettzeug zu nahe kommen, durch Entzündung des Bettzeuges zu lebensgefährlichen
Situationen führen.

Da der Altersgipfel verletzter Kinder im 5. Lebensjahr liegt, sollten diese Betten erst später (ab dem Schuleintrittsalter) verwendet werden.¹

Sicher Leben – Checkliste für Kinderstockbetten:

  • Maximale Stockbetthöhe 160 cm.
  • Das obere Bett soll erst ab einem Alter von sechs Jahren benützt werden.
  • Von der Matratzenoberfläche bis zur Geländeroberkante mindestens 16 cm Höhe einhalten. Vorsicht daher bei dicken Matratzen!
  • Stockbett mit Stahlwinkeln an der Wand fixieren.
  • Lattenrost im oberen Teil mit dem Rahmen verschrauben.
  • Leiter fest mit dem Bett verbinden, da transportable Aufstiegshilfen leicht wegrutschen.
  • Der Aufstieg muss in der Längsseite eine Lücke von 30 — 40 cm aufweisen
  • Der Abstand zwischen den Tritten der Leiter muss 20 — 30 cm sein
  • Sämtliche freiliegenden Kanten und hervorstehenden Teile müssen gerundet sein
  • Das obere und das untere Bett sowie die Leiter müssen fest verbunden sein..

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Quellen:

¹ Österreichisches Komitee für Unfallverhütung im Kindesalter
² Institut „Sicher Leben“

Linktipps:

– erhöhtes Unfallrisiko durch Schlafstörungen
– Kindgerechtes Wohnen – so machen Sie Ihre Wohnung kindersicher
– Alpträume bei Kindern
– Bettnässen: Schulbeginn setzt Kinder unter Druck
– Einschlafen bei Kindern