Medizinlexikon: Lunge [Organe]

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Lunge, pulmo

Die Lunge (lat. pulmo) ist das aus zwei Flügeln bestehende Atmungsorgan des Menschen. Die für die Atmung benötigte Frischluft strömt beim Einatmen über den Kehlkopf in die Luftröhre (lat. trachea), ein zehn bis zwölf Zentimeter langes Rohr. Die Trachea teilt sich vor dem vierten Brustwirbel an der Luftröhrengabel (Bifurcatio tracheae) in zwei Hauptbronchien, je eine für den linken bzw. rechten Lungenflügel.

Die Hauptbronchien wiederum teilen sich in drei (rechts) bzw. zwei Lappenbronchien. Es erfolgt eine Weiterverzweigung in Segment- und Subsegmentbronchien. Am Ende dieses pyramidenartigen Systems stehen die Bronchiolen, die über die Alveolargänge in die Lungenbläschen (Alveolen) übergehen. Diese Lungenbläschen umgibt schließlich ein Kapillarnetz. In der zwischen Lungenbläschen und den blutgefüllten Kapillaren vorhandenen, etwa einen Millimeter dicken, Kapillarschicht findet die Sauerstoffabgabe aus der frisch aufgenommenen Luft an das Blut statt. Die roten Blutkörperchen binden den Sauerstoff und geben gleichzeitig Kohlendioxid ab, das über das Ausatmen den Körper verlässt.

Die Lunge füllt beinahe den gesamten Brustkorb aus. Sie besteht aus zwei Flügeln, der rechte Lungenflügel aus einem oberen, einem mittleren und einem unteren Lungenlappen (Lobus superior, Lobus medius, Lobus inferior), der linke Lungenflügel aus einem oberen und einem unteren Lungenlappen (Lobus superior und Lobus inferior). Der linke Flügel hat daher ein geringeres Volumen als der Rechte. Die Lungenlappen unterteilen sich in mehrere Segmentläppchen (Lobuli).

Lungenfell (lat. Pleura visceralis oder Pleura pulmonalis)

Für die Atmung von enormer Bedeutung ist die Pleura, das Brustfell. Es besteht aus zwei Gewebsschichten mit glatter Oberfläche und umschließt mit seiner inneren Schicht (Pleura visceralis oder Lungenfell) die beiden Lungenflügel, außer an jener Stelle, wo die Gefäße und die Hauptbronchien in die Lunge gelangen (Lungenhilus). Die äußere Schicht des Lungenfells (Pleura parietalis) kleidet von innen den Brustkorb aus und trennt die Lungenflügel vom Mittelteil des Brustkorbinnenraums (Mediastinum), die Plaura visceralis wiederum – also die innere Schicht – bildet die Oberfläche der Lunge.

Pleura visceralis und Pleura partietalis liegen direkt aneinander, getrennt von einer dünnen Flüssigkeitsschicht, die sie zwar zueinander verschiebbar macht, sie aber dennoch aneinander bindet. Der in dieser Zwischenschicht vorhandene Unterdruck ist mitverantwortlich dafür, dass sich die Lunge beim Einatmen ausdehnt und mit Luft füllt.

Der Atmungsvorgang

Die Atmung besteht aus zwei parallel ablaufenden Vorgängen, der äußeren und der inneren Atmung. Die Lunge selbst besitzt keine Muskulatur, so dass sie auf das Einwirken angrenzender Körperteile angewiesen ist.

Äußere Atmung

Die äußere Atmung dient dem Gasaustausch zwischen der Außenluft und dem Lungengewebe. Dabei wird beim Einatmen der Brustkorb durch Kontraktion von Zwerchfell, Zwischenrippenmuskeln und Atemhilfsmuskulatur gehoben und erweitert. Bei gleichzeitiger Wirkung des Unterdrucks im Brustfell entfaltet sich die Lunge und füllt sich mit Luft. Beim Ausatmen wiederum verkleinert sich der Brustkorb infolge einer Erschlaffung der Muskulatur, gleichzeitig wölbt sich das Zwerchfell nach oben und die Luft entweicht. Im Zuge dessen zieht sich die Lunge zusammen.

Beim Einatmen enthält die Luft ca. 21 % Sauerstoff, 79 % Stickstoff und 0,04 % Kohlendioxid, beim Ausatmen nur mehr ca. 14 % Sauerstoff, dafür rund 5,6 % Kohlendioxid.

Innere Atmung

Bei der inneren Atmung handelt es sich um den Austausch zwischen Sauerstoff und Kohlendioxid. Die Körperzellen nehmen an der Kapillarschicht Sauerstoff aus dem Blut auf und geben Kohlendioxid ab.

Ein Erwachsener atmet in der Ruheatmung etwa 10 bis 16 Mal pro Minute eine Menge von 0,5 Litern, dies ergibt eine Luftaufnahmemenge von 5 bis 8 Litern pro Minute. Im Extremfall sind bei manchen Menschen bis zu 170 Litern pro Minute möglich.

Die wichtigsten Lungen- und Atemwegserkrankungen

  • Allergien (z. B. Heuschnupfen)
  • Bronchitis
  • COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
  • Erkältung
  • Lungenembolie
  • Lungenemphysem
  • Lungenentzündung
  • Lungenfibrose
  • Lungenhochdruck
  • Lungenkrebs
  • Lungenödem
  • Mukoviszidose
  • Pneumothorax
  • Pseudokrupp
  • SARS
  • Tuberkulose

Linktipps

– Körperatlas (body browser) – die Lunge
– Medikament Adcirca: Tadalafil zur Behandlung von pulmonaler arterieller Hypertonie
– Lungenfachärzte in Österreich
– Richtiges Atmen
– Bronchitis
– hohe Feinstaubbelastung in Innenräumen als Gefahr für die Lunge
– Feinstaubbelastung durch Diesel
– Institut für Atemwegs- und Lungenerkrankungen

Zur Information: Diese Informationen wurden – im Sinne mündiger Patienten – für interessierte Laien eingerichtet. Keinesfalls dürfen sie als Ersatz für medizinsche Beratung und Hilfe seitens qualifizierten Personals aus dem jeweiligen Fachbereich angesehen oder eingesetzt werden. Kontaktieren Sie bei Beschwerden jedenfalls den Arzt Ihres Vertrauens!Medikament Adcirca: Tadalafil zur Behandlung von pulmonaler arterieller Hypertonie

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