Legionärskrankheit (Legionellose) | Krankheitslexikon

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Bewertungen, Durchschnitt: 3,00 Sterne von 5)

Legionellen

Die Legionellose, umgangssprachlich als Legionärskrankheit bezeichnet, ist eine durch Legionellen-Bakterien hervorgerufene schwere Form einer Lungenentzündung, die bei älteren und immungeschwächten Menschen tödlich enden kann.

Die Legionellose wurde erstmals im Jahre 1976 anlässlich einer Tagung ehemaliger Berufssoldaten (American Legion) in Philadelphia als eigenständige Erkrankung diagnostiziert, nachdem mehrere Tagungsteilnehmer an einer untypischen Lungenentzündung erkrankten. Die Legionärskrankheit tritt vorwiegend im Spätsommer und Herbst auf. Sie betrifft meistens Personen über 50 Jahre, wobei Männer etwa dreimal so oft betroffen sind als Frauen.

Die Legionellen-Bakterien kommen, wenn auch in sehr geringer Konzentration mit wenigen Keimen pro Liter, in Süßwassergewässern vor. Dort vermehren sie sich im Inneren von Amöben. Sie vermehren sich aber besonders stark bei Temperaturen zwischen etwa 30 °C und 45 °C. Bei Temperaturen über 60 °C sterben sie allmählich und bei Temperaturen über 70 °C sehr schnell ab.

Übertragung

Die Legionärsbakterien werden über zerstäubtes Wasser oder als Aerosole (feinste Verteilung eines Stoffes – hier Wasser – in einem Gas z. B. im Dampfbad), so beim Duschen oder durch Klimaanlagen, Whirlpools u.ä. über den Nasen- Mund- Rachenraum in das Bronchialsystem übertragen. Eine übertragung von Mensch zu Mensch gilt als sehr unwahrscheinlich. Wird das Wasser auf mindestes 60 °C erhitzt, sterben die Legionellen in kürzester Zeit ab. In kaltem Wasser vermehren sie sich kaum. Das Risiko besteht also nur im warmen Wasser.

Symptome

Die Erkrankung beginnt mit Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, Gliederschmerzen und Husten. Im weiteren Verlauf kommt es zu starkem Auswurf, und oft zu einer Hirnentzündung mit Bewusstseinsstörungen. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis zehn Tage. Die Sterblichkeit liegt unbehandelt bei etwa 80 Prozent, unter Therapie bei fünf bis zehn Prozent.

Therapie

Die Legionärskrankheit wird auch heute noch oft nicht als solche erkannt und entsprechend behandelt. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Erkrankung, liegt zwischen 2 und 10 Tagen. Penicillin hilft als Therapeutikum nicht, das Mittel der Wahl ist z.B. das Antibiotikum Erythromycin.

Eine Impfprophylaxe gibt es nicht. Gefährdete Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten sicherstellen, dass das Duschwasser im Leitungssystem auf über 60 erwärmt wurde. Auf Bäder im Whirlpool sollten Sie verzichten.

Neuer Filter als Schutz ?

Eine neue Technik zur Inaktivierung von Legionellen, den Erregern der gefürchteten Legionärskrankheit, präsentiert derzeit die börsenotierte Best Water Technology Unternehmensgruppe (BWT) auf der ISH, der größten internationalen Sanitär- und Heizungsfachmesse, in Frankfurt. Der „B-Safe-Filter“ inaktiviert die Bakterien, die in Warmwasserkreisläufen lauern und nach Schätzungen der bakteriologischserologischen Untersuchungsanstalt in Wien jährlich den Tod von knapp 100 österreichern verursachen.

Der Filter, der im Laufe des Jahres im Handel erhältlich sein soll, wird vorerst nur für Duschen und Bäder angeboten. Aber die Entwicklung ist „längst noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt“, so der Marketingleiter der Herstellerfirma, Helmut Lengauer. Längerfristig wolle man auch für andere Anwendungen, wie zum Beispiel Klimaanlagen, Lösungen anbieten. Auf den Konsumenten, der den Filter erwerben will, kämen Kosten „vergleichbar mit einer Designer-Dusche“ zu.

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

Linktipps

– Hochsaison für Bakterien im Swimmingpool
– Yusho Krankheit | Krankheitslexikon
– Krankheitslexikon: Krankheiten & Symptome