Die spannendsten Food-Trends des neuen Jahres

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (7 Bewertungen, Durchschnitt: 3,71 Sterne von 5)

Vater und Tochter kaufen frisches Gemüse

Ernährung ist im Jahr 2019 wieder ein großes Thema bei den Verbrauchern. Sie ist die Grundlage für langfristige Gesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit. Auch zur Vermeidung von Krankheiten leistet sie einen entscheidenden Beitrag. Folgerichtig legen die Food-Trends dieses Jahres einen Schwerpunkt auf gesunde und bewusste Ernährung mit hoher Transparenz bei den Zutaten. Der Genuss kommt dabei nicht zu kurz, sondern wird durch Fokussierung verstärkt.

Food-Trends 2019 – Artikelübersicht:

Bewusste Ernährung, Fokussierung auf Gesundheit, Transparenz und Individualität: So lassen sich in etwa die Food-Trends des neuen Jahres zusammenfassen, doch der Reihe nach.

Transparente Ernährung sorgt für Klarheit bei Konsumenten

Einer der Haupttrends in Sachen Ernährung geht in diesem Jahr in Richtung Transparenz, ein Thema, das lange Zeit die wenigsten Konsumenten interessierte. Nun wollen immer mehr Konsumenten wissen, woher die Produkte stammen, unter welchen Umständen sie produziert wurden und welche Umweltkosten dabei angefallen sind – Stichwort CO2 Bilanz.

Während manche Food-Blogs zum Teil schon von der Transparency Era respektive Aufklärungs-Ära sprechen, legen auch Verbraucher in diesem Jahr vermehrt Wert auf Informationen wie die folgenden:

1. Wo kommt das jeweilige Produkt her?
2. Wie wird oder wurde es verarbeitet?
3. Welche Inhaltsstoffe sind enthalten?
4. Wie funktionieren der Vertrieb und Verkauf?

Dass Verbraucher heutzutage alles wissen möchten, geht auch aus der steigenden Menge von Informationsportalen im Netz hervor. Detailliert besprochene Thematiken zu Gesundheit und Ernährung lassen sich im Internet auf unzähligen Seiten wie fid-gesundheitswissen.de finden. Verbraucher legen Wert auf Vertrauen und honorieren eine transparente Produktherstellung mithilfe neuester Technologien mit der Bereitschaft zur Zahlung höherer Preise.

Pflanzenbasierte Ernährung gewinnt im Jahr 2019 neue Anhänger

Statistik: Vegetarier in Deutschland

Die Anzahl der Vegetarier ist in Deutschland von 2014 bis 2016 fast konstant geblieben, ab 2017 dann aber stark angestiegen. Statistikquelle: IfD Allensbach, Statista

Ein weiterer großer Trend dieses Jahr ist in der pflanzenbasierten Ernährung respektive „Plant Based Food“ zu erblicken. Dabei rücken die Pflanzen in den Mittelpunkt der alltäglichen Ernährung unter dem Bewusstsein, dass diese wertvolle Vitamine und Ballaststoffe liefern und zwanglos tierische Produkte ersetzen können. Diese Sprache sprechen auch statistische Erhebungen zur Zahl der Vegetarier und Veganer in Deutschland. Zahlen, die in Relation durchaus auch für Österreich zur Orientierung dienen.

Die obige Grafik, aus der die Entwicklung der Anzahl der ersten Gruppe hervorgeht, weist für das Jahr 2014 noch 5,31 Millionen Vegetarier bei unserem nödlichen Nachbarn aus. Während die Zahl 2016 mit 5,29 Millionen Menschen leicht rückläufig war, stieg sie zuletzt im vergangenen Jahr wieder auf 6,31 Millionen an. Die nachstehende Tabelle verdeutlicht die Entwicklung in der zweiten Gruppe:

Tabelle Veganer in Deutschland

Während es 2015 schon 0,85 Millionen Veganer in Deutschlang gegeben hatte, ist deren Anteil – ähnlich wie bei den Vegetariern ein Jahr zuvor – 2016 wieder auf 0,8 Millionen zurückgegangen, um dann ab demselben Jahr wieder kontinuierlich anzusteigen. Der Anteil der Veganer ist in den einzelnen Jahren nur etwa ein Sechstel bis ein Siebtel so hoch, wie das bei den Vegetariern der Fall ist, da eine vegane Lebensweise mit Verzicht auf sämtliche tierische Produkte einen noch drastischeren Schritt darstellt. Auch hier muss 2019 allerdings niemand mehr beklemmende Verzichtsgefühle haben.

Genuss gesunder Ernährung für eine gesunde Lebensweise

Neben dem „Plant Based Food“ reiht sich des Weiteren der sogenannte Trend des „Healthy Hedonism“ in die diesjährige Reihe ein, der auf edeka.de näher beschrieben wird. Das Kredo in vier Worten zusammengefasst lautet: „Genießen? Ja! Verzichten? Nein!.“ Dieser Trend greift das wachsende Bedürfnis der Verbraucher auf, sich einerseits gesund ernähren zu wollen, andererseits aber nicht auf bevorzugte Nahrungsmittel verzichten zu müssen.

Askese muss nicht sein – das ist auch bei Produzenten inzwischen angekommen, wo verstärkt Wert auf die Konnexion von Gesundheit und Genuss gelegt wird. Bei den betrieblichen Gastronomen ergibt sich ein ähnliches Bild:

− Altes Kredo: Günstig, schnell, einfach
− Neues Kredo: Gesund und nachhaltig

Wo vorher noch ganze Essstationen oder Tisch an Tisch gereiht zu finden waren, werden nun Genusstempel und Wohlfühloasen zur bewussten Ernährung errichtet. Dabei stehen Design, Raffinesse und Liebe zum Detail im Vordergrund, das Essen wird mehr und mehr zelebriert und stärker in das Bewusstsein gerückt.

Individuelle Ernährungslösungen erobern den Markt

Dadurch, dass Verbraucher oft einem Überangebot an Lebensmitteln ausgesetzt sind, ist einer der Trends 2019 zweifellos unter dem Titel „Individualität beim Einkauf“ zusammenzufassen. Dieser Trend ist entstanden, da sich Verbraucher mittlerweile daran gewöhnt haben, an jeder Straßenecke Nahrungsmittel einkaufen zu können. Das auf diese Art und Weise suggerierte Überangebot, welches durch die Existenz von Lieferservices und Online-Lösungen noch potenziert wird, gilt vielen mittlerweile als unattraktiv und langweilig.

Eine immer größere Zahl an Konsumenten erwartet nun mehr Individualität, Kreativität und Einfallsreichtum. was durch folgende Ansätze realisiert werden kann:

1. Individuelle Einkaufslösungen mit Fokussierung auf eine kleinere Zielgruppe
2. Flexiblere Zustell- und Shopping-Lösungen für hochwertige Lebensmittel aus dem Netz

Nicht jede Stadt hat hochspezialisierte Fachgeschäfte für Produkte aus fernen Kulturen zu bieten, deren Einkauf dem Erlebnis eines spannenden Abenteuers gleicht. Deshalb sind Online-Shops gefordert, dieses Feeling in digitale Kreise zu transferieren und dem Konsumenten von der Bestellung, über die Lieferung, bis hin zum Verzehr konsistent ein gutes Gefühl zu vermitteln.

Selbstversorgung: vom Randgruppenprogramm zum urbanen Trend

Die wohl „radikalste“ Strömung im Ernährungs- und Lifestylebereich stellt die Selbstversorgung dar. Waren Selbstversorger bis vor kurzem noch eine winzige Randgruppe von träumerischen Idealisten, so hat sich das Bild in diesem Bereich in den letzten Jahren stark geändert. Das Thema Selbstversorgung ist im Mainsttream angekommen, das zeigt die immer größer werdende Zahl von Öko-, Gemüsepachtparzellen und freien Gärten in Städten.

Dabei verpachtet ein landwirtschaftlicher Betrieb (oder eine Kommune) eine bereits zum Großteil mit biologischem Gemüse bebaute Parzellen bis etwa 100 m2 für jeweils eine Gartensaison an interessierte Laien. Diese sind dann für die Pflege verantwortlich, dürfen dafür aber die Ernte einfahren.

In Wien und zahlreichen anderen Landeshauptstädten boomt dieses Modell, auch wenn sich die Suche nach Anbietern mangels eines gemeinsamen Begriffs für dieses Selbstversorgermodell für Interessierte schwierig gestaltet. Die Bezeichnungen lauten je nach Anbieter Gemüsepachtparzellen, Selbsternteparzellen oder Öko-Erntelandparzellen.

Da die Zahl der interessierten Hobbybauern rasant steigt, steigt auch die Nachfrage nach dem landwirtschaftlichen Wissen. Entsprechend gibt es seit kurzem sogar eine Ausbildung zum „Selbstversorgerpädagogen“, bei der nicht nur Pflanzenkunde und Anbautechniken unterrichtet werden, sondern auch Grundlagen der Kleintierhaltung und bestimmte Haushaltstechniken (Brotbacken, Einkochen usw.).

Ergänzend gibt es auch noch das Modell der sogenannten Solidarischen Landwirtschaft (CSA). Es handelt sich dabei quasi um die komfortablere Variante der reinen Selbstgersorgung, denn in diesem Fall „pachten“ Interessenten ein Stück Ackerland gegen einen Fixbetrag, das dann aber vom Bauern bewirtschaftet wird. Den Ertrag des gepachteten Anteils bekommen die Kunden dann während der Saison wöchentlich zur Abholung am jeweiligen Hof oder auch in ausgewählten Abholstellen.

———————-

Quellen:

¹ www.fid-gesundheitswissen.de
² Wirtschaftswoche: 40 Prozent der Verbaucher ist Kennzeichnung egal
³ Solidarische Landwirtschaft (www.ernährungssouveränität.at)

Linktipps

– Neue Foodtrends
– Gesundheitspodcast | Bio-Lebensmittel
– Lebensmittelkennzeichnung: über Inhaltsstoffe Bescheid wissen
– Saisonal kochen – kochen nach Jahreszeiten
– Glutenfrei, laktosefrei oder vegetarisch – Lebensmittelindustrie und Restaurants stellen sich der neuen Nachfrage

Das könnte Sie auch interessieren...