Xylit: Kein Schokoladeverbot für Diabetiker mehr

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Xylit: Kein Schokoladeverbot für Diabetiker mehr

Dank dees Süßstoffes Xylit (Birkenzucker), der den Zuckerhaushalt bei Diabetikern nicht ansteigen lässt, gibt es für Diabetiker kein Schokoladeverbot mehr.

Es ist der Stoff, aus dem Träume wahr werden sollen: Der Süßstoff Xylit bedeutet zumindest für Diabetiker, dass sie endlich essen dürfen, was sie wollen. Er kann vom menschlichen Organismus nicht aufgenommen werden und lässt dadurch den Zuckerhaushalt des Diabetikers nicht bedrohlich ansteigen.

Allerdings dauerte es lange bis Xylit in Lebensmitteln verfügbar war, weil die Herstellung zu teuer war. Doch ein Dresdner Wissenschafter hat eine mathematische Formel entwickelt, mit deren Hilfe das Verfahren zur Gewinnung des Süßstoffes, der auch gegen Karies wirkt, optimiert werden kann.

Es sei ein wichtiger Beitrag auf dem Wege zur industriellen Produktion, sagt der 28 Jahre alte Diplomingenieur für Biotechnologie (Stand: 2001), Thomas Walther. Der Lohn der Mühe ist der Karl-Schügerl-Forschungspreis, der alle zwei Jahre für die beste Diplomarbeit auf dem Gebiet der Biotechnologie verliehen wird. Walther hatte seine Formel während seines Studiums im Rahmen einer achtmonatigen Arbeit an der Universität Blacksburg im US-Staat Virginia entwickelt.

Eigenschaften von Xylit bzw. Birkenzucker

Der Süßstoff ist ähnlich süß wie Zucker, weist allerdings einen wesentlichen Unterschied auf: er hat dabei nur halb so viele Kalorien. Zudem ist Birkenzucker besser für die Zähne, da er kein Karies verursacht. Nicht wegen seiner antikariogenen Wirkung, wird Xylit vor allem in Zahnpasta, Mundwasser, aber auch in Kaugummis verwendet.

Herstelliung von Birkenzucker

Die Herstellung von Xylit ist nach wie vor recht aufwendig: er wird in einem aufwendigen Verfahren aus Baumteilen – zumeist dient Birkenrinde als Rohstoff – hergestellt. Aus den Pflanzenfasern wird Holzzucker (Xylose) gewonnen, der dann zu Xylit weiterverarbeitet wird. Daher wird Xylit auch Birkenzucker genannt. Wegen seiner aufwendigen industriuellen Herstellung ist Xylit nach wie vor ein verhältnismäßig teurer Zuckeraustauschstoff.

Lange Zeit nur in Zahnpflegekaugummis

„Xylit“ wird bereits seit Jahren in einem chemischen Verfahren hergestellt. Wegen der hohen Kosten wurde er aber lange Zeit nur in Zahnpflegekaugummis verwendet, aber eben nicht im Kuchen oder anderen Lebensmitteln. Walther hatte sich bei seinen Studien dagegen auf das wesentlich billigere und umweltschonende biologische Verfahren zur Gewinnung des Süßstoffes konzentriert.

Das Prinzip ist einfach: Wenn man pflanzliche Abfälle wie Stroh oder Heu nehme und diese mit Säure übergieße, entstehe ein Saft aus Zucker, betont der Wissenschaftler. Im zweiten Schritt müsse man einzellige Mikroorganismen wie Hefe hinzufügen. Die Zellen wiederum hätten die Fähigkeit, den Zucker in den begehrten Süßstoff umzuwandeln. Da es aber chemisch gesehen verschiedene Zuckerarten gebe, hätten diese auch unterschiedliche Einflüsse auf den Umwandlungsprozess.

Durch die neue Formel von Walther können nun die Einflüsse der verschiedenen Zuckerarten zum ersten Mal nachgewiesen werden. Das führe zu einem Optimierungsprozess, was für die industrielle Herstellung entscheidend sei. Eine Leipziger Firma habe sich bereits für die Entwicklung interessiert, sagt der Diplom-Ingenieur. Sie prüfe jetzt die Erfindung auf ihre
kommerzielle Nutzung hin. Mittlerweile ist der industrielle Einsatz längst in der Lebenmittelbranche angekommen (Stand: 2010)

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