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Die besten Tipps zum Schulanfang: Einschulung für Eltern & Kinder

Die besten Tipps zum Schulanfang: Einschulung für Eltern & Kinder

Die besten Tipps zum Schulanfang

Zeitdruck, Schulstress, schlechte Ernährung – schon Taferlklassler sind mit enormen Belastungen im Schulalltag konfrontiert, deren Eltern erst recht. Damit der erste Schultag nicht nur der aufregendste sondern auch ein schöner Moment im Leben wird, gibt es eine kleine „Einschulung“ für Eltern und Kinder mit Strategien gegen Frust, Ängste und schlechte Noten.



Die Fakten sind einigermaßen erschütternd: 15% der Kinder leiden unter extremer Schulangst, 17% der Jugendlichen haben psychosomatische Beschwerden und nur 30% der Eltern erziehen ihre Kinder ohne körperliche Sanktionen. Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass das Thema Schule nach wie vor eine gewaltige gesellschaftliche Herausforderung darstellt. Die Ursachen für die Brisanz sind mannigfaltig und reichen von politischen Versäumnissen im Bereich der Bildung bis zu fehlender Nachmittagsbetreuung. Gerade letzterer Bereich stellt Familien mit zwei erwerbstätigen Elternteilen häufig vor große Probleme.

Doch es gibt auch viele kleine Unzulänglichkeiten, die leicht auszuräumen wären. Diese betreffen Eltern, Lehrer und Schulverwaltung gleichermaßen.

Experten-Tipps zum Schulanfang

Viele Schulanfänger sehen den neuen Aufgaben und Herausforderungen mit Spannung entgegen, es gibt kaum einen Taferlklassler, der am ersten Schultag nicht aufgeregt ist und neugierig ins Klassenzimmer trappelt um die neuen Klassenkameraden kennenzulernen. Aber auch für die Eltern ist die Einschulung des Kindes aufregend, denn nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt, die „sorglose Zeit“ des Kindergartens ist vorbei. Der Tagesablauf des Kindes ist fortan wesentlich durch die Schule geprägt. Das wirkt sich natürlich auch auf alle anderen Familienmitglieder aus. Organisation ist für Neo-Schüler daher alles.

1. Zeitplan erstellen

In der Schule ist Pünktlichkeit gefragt. Morgendliche Hektik sollte aber tunlichst vermieden werden, denn die Nervosität ist ansteckend. Darum: Aufstehen allerspätestens eine Stunde vor Unterrichtsbeginn (bei längerem Schulweg entsprechend früher). Grundsätzlich hilft es Kindern sehr, genau zu wissen, wie der Tag abläuft, denn das bringt Ruhe und Sicherheit vor allem in die aufregenden ersten Schultage.

2. Vorbereitung ist alles

Eltern sollten gerade in den ersten Wochen ihren Schützlingen beim Packen der Schultasche unterstützend zur Hand gehen. Was für den nächsten Tag wirklich unentbehrlich ist und welche Teile bloß zu einer unnötigen Schlepperei führen würden, sollte anfangs immer gemeinsam mit dem Kind geprüft werden. So kommt Ruhe und Ordnung ins System und Gelassenheit in den Schultag.

3. Disziplin

Die Schule bringt für Kinder nicht nur viele neue Bekanntschaften, sie bringt auch viele neue Regeln und neue Ansprechpersonen im Alltag mit sich, an die sich die Kleinen erst gewöhnen müssen. Nun gilt es für die Kinder zu lernen, dass es auch Tätigkeiten gibt, die nicht so viel Spaß machen, die aber trotzdem zu erledigen sind. Es kann nicht oft genug wiederholt werden: feste, sinnvolle Regeln helfen, bestimmte Vorgaben zu akzeptieren. Diese Regeln sollten wohl überlegt sein, danach aber nicht mehr „verhandelbar“ sein, nur so erhalten Kindfer die so sehr benötigten Richtlinien für einen geordneten Tagesablauf.

4. Pausen? Pausen!

Zwischen Schule und Hausaufgaben sollte nicht nur ein hastiges Mittagessen angesetzt sein, sondern auch etwas Zeit für Erholung fix eingeplant sein. Kinder brauchen Zeit um die Geschehnisse in der Schule zu verarbeiten und sich von den körperlichen Anstrengungen zu erholen. Nur so klappt es dann auch mit der nötigen Konzentration für die Hausaufgaben. Nach den Hausaufgaben und am Wochenende sollte Ihr Kind dann viel Freizeit zum Abschalten haben.

5. Aufmerksamkeit schenken

Mütter und Väter sind gleichermaßen gefordert dem Kind im neuen Lebensabschnitt zur Seite zu stehen. Die Schule bringt so viele neue Eindrücke und Erlebnisse, dass es enorm wichtig ist, dass die Kleinen ihren Eltern auch davon erzählen können. Darum: nehmen sie sich ausreichend Zeit zum Zuhören, interessieren Sie sich für die neuen Erfahrungen, die Ihr Kind macht und fragen Sie nach, was es in der Schule erlebt. Sie können Ihrem Kind nicht alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumen, aber so können sie ihm verständnisvoll zur Seite stehen.

6. Schlafrhythmus einhalten

Ausreichend ungestörter Schlaf ist nicht nur für Erwachsene wichtig, gerade Schulkinder sollten regelmäßig acht bis zehn Stunden Schlaf (je nach Typ und Alter) bekommen. Die Einhaltung des Schlafrhythmus ist dabei sehr wichtig, die Kinder sollten daher möglichst immer zur gleichen Zeit zu Bett gehen. Ausnahmen sollten mit Bedacht gewählt werden und in den ersten Wochen nach Schulbeginn gänzlich unterlassen werden.

7. Arbeitsplatz optimieren

Auch wenn es gar sehr nach kühlem Wirtschaftssprech klingt: was für uns Erwachsene gilt, gilt auch für Kinder. Ein eigener Arbeitsplatz, idealerweise mit ergonomischer, kindgerechter Ausstattung muss sein. Der Arbeitsplatz sollte hell sein, Tisch und Sessel zur Körpergröße passen. Die sonstige Ausgestaltung des Schreibtisches überlassen sie aber ruhig ihrem Sprössling, schließlich soll sie oder er sich in dieser Umgebung auch wohlfühlen.

8. Konzentration fördern

Kinder sind von Natur aus neugierig und für alles Neue aufgeschlossen. Lesen, schreiben und rechnen zu lernen, erfüllt sie mit Stolz. Hinderlich ist die vergleichsweise geringe Aufmerksamkeitsspanne in diesem Alter – Kinder zwischen 5 und 7 Jahren sollten sich bis zu 15 Minuten lang voll konzentrieren können. Von Anfang an gilt es daher, das Interesse am Lernen zu erhalten. Dafür sind Lob und Anerkennung selbst für die kleinsten Fortschritte wichtig. Spiele wie Mikado oder Halma können helfen, die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit zu fördern.

9. Leistung: keine unangemessene Erwartungshaltung

Bedenken sie: die Leistung der Kinder wird in der Schule zum ersten Mal bewertet und gemessen. Das ist nicht nur neu für die Kinder, auch Eltern sollten dabei Gelassenheit üben ohne dabei nachlässig zu sein. Das Kind muss seine Rolle erst finden und lernen mit den neuen Anforderungen umzugehen, unterstützen sie es dabei. Lassen Sie Ihr Kind zu jeder Zeit spüren, dass Sie es lieben, auch wenn die Leistung einmal nicht den Erwartungen – jenen des Kindes, oder den eigenen – entspricht.

Vergessen sie nicht: schlechte Noten nagen am Selbstvertrauen des Kindes. Vorwürfe können den Effekt noch verstärken, gefragt ist sinnvolle Unterstützung. Versuchen sie die Ursachen für Lern- oder Aufmerksamkeitsschwierigkeiten zu erforschen. Oft liegt es an so trivialen Dinegn wie etwa unerkannter Sehschwäche, wenn Kinder im Unterricht nicht mitkommen. Auch Legasthenie wird häufig spät erkannt, bei Problemen daher auf jeden Fall frühzeitig den Kontakt zum Lehrer oder der Lehrerin suchen und um Rat fragen.

10. Vorbild sein

Eigentlich der wichtigste Punkt überhaupt. Kinder ahmen das Verhalten von Geburt an nach, sie lernen in den ersten sieben Lebensjahren fast ausschließlich durch Nachahmung. So wie Eltern leben, sich verhalten und reagieren, bieten sie ihren Kindern automatisch eine Orientierungsebene. Was die Eltern vorleben, wird von Kindern zwangsläufig als richtungsweisend erlebt.

„Erziehung sei Vorbild und Liebe“ lautet ein alter Spruch, dabei heisst Vorbild sein nicht, dass Sie bewusst Verhaltensweisen zeigen, die Ihr Kind beeinflussen sollen. Erziehung ist auch keine Anwendung von pädagogischen Techniken, Erziehung ist vielmehr Haltung – der eigenen Person und dem Heranwachsenden gegenüber. So erfährt ihr Kind automatisch wie wichtig ihnen bestimmte Verhaltensweisen, wie beispielsweise Freundlichkeit, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit oder respektvoller Umgang sind.

Gesundes Pausenbrot

Unsere Kinder essen zuviel, zu süß und zu fett. Und sie erlernen ihre Essgewohnheiten sehr früh. Trotzdem dominieren Limonaden, Weißbrot und Süßigkeiten nach wie vor den Speiseplan von Kindern. Der Schuleintritt ist die ideale Gelegenheit um Kindern ein ausgewogenes Ernährungsverhalten mitzugeben. Eltern sollten diesen Zeitpunkt nicht ungenützt verstreichen lassen, denn sie können ihren Kindern damit Übergewicht und dadurch bedingte Folgeerkrankungen ersparen.

Es ist ganz einfach: auch hier ist die Vorbildwirkung der Eltern enorm. Wenn Vater und Mutter Fast Food zelebrieren, darf es sie nicht wundern, dass auch die Kleinen den zumeist ungesunden Snacks zusprechen. Dabei geht es gar nicht um Verbote, es geht ausschließlich um Bewusstsein und Ausgewogenheit. Eltern muss klar sein, dass Eistee und Softdrinks voll mit Zucker sind und damit nicht nur ungesund, sondern so auch die Kinder auf extreme Süße konditionieren. Letzteres gilt übrigens auch für Produkte mit Zuckerersatzstoffen. Alternativen?

Ja, die gibt es, und sie sind nicht annähernd so unattraktiv, wie gemeinhin vermittelt wird. Eine ausgewogene gesunde Schuljause besteht aus einer Getränke-, einer Getreide-, einer Obst-Gemüse- und einer Milchkomponente.

Jeden Tag gehört ein anderer Snack in die Schultasche. Gesunde Kost von zu Hause ist immer besser als auf dem Schulweg gekaufte Süßigkeiten. Gestalten Sie das Pausen- und Jausenbrot daher abwechslungsreich. Legen Sie Salatblätter dazwischen, geben Sie Karottenschnitze oder Paprikastreifen und immer auch ein Stück Obst mit. Packen Sie die Jause in bunte Behälter und füllen Sie das Getränk in ein lustig bemaltes oder bedrucktes Behältnis.

Bei den Getränken sind gespritzte Fruchtsäfte und natürlich Wasser (auch aromatisiert) empfehlenswert. Für die Jause empfehlen sich Lebensmittel, die lange sättigen und den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen. Dafür ist Vollkornbrot und -gebäck oder auch Pumpernickl (z.B. mit Käse, Schinken oder Topfenaufstrich und frischen Kräutern belegt) oder Müsli (Löffel nicht vergessen) ideal – sie liefern Kohlenhydrate, Ballaststoffe und viele Mineralien bei niedrigem Fettanteil.

Süßigkeiten, Semmel und Burger hingegen sättigen nur kurz, haben viele Kalorien und wenige Nährstoffe. Der Blutzuckerspiegel schnellt in die Höhe – kurz darauf sind aber Leistungsabfall, Unkonzentriertheit und Heißhunger vorprogrammiert. Sie sind die Saat für den Teufelskreislauf ungesunder und übermäßiger Ernährung.

Der Süß-Gusto der Kids sollte deshalb hauptsächlich mit Obst und Trockenfrüchten gestillt werden. Ein völliges Verbot ist aber weder für Süßigkeiten noch für Wurstsemmeln notwendig noch sinnvoll, sie sollten allerdings die Ausnahmen sein, nicht die Regel. Dabei sollten sie auch konsequent sein, denn Kinder brauchen Regeln und akzeptieren diese auch mit der Zeit.

Und denken Sie daran: auch wenn die Werbung anderes verspricht: Kinderschokolade, Milchschnitten, Knusperriegel und Fruchtzwerge enthalten meist nur wenig Milch und deshalb auch wenig Kalzium. Die bessere Alternative ist ein Glas Milch oder ein Müsliriegel.

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Quellen:

– www.wien.at – Kinder & Co.
– bmb.gv.at- Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

Linktipps:

– Der richtige Lernplatz für Kinder
– Tipps rund um die Schultasche
– Haltungsschäden bei Kindern vorbeugen
– Gesunde Jause – Übergewicht bei Kindern muss nicht sein