Richtig grillen – die besten Grilltipps für Genießer

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Richtig grillen - Grilltipps

Worauf es beim Grillen wirklich ankommt – wir haben die besten Tipps & Tricks für ein gelungenes Grill-Fest zusammengesucht. Sie haben die Fragen, wir die Antworten: von der Wahl des richtigen Grillers über Informationen zur perfekten Glut bis hin zur fachgerechten Behandlung des Grillguts!

Allgemeine Grilltipps: damit nichts schief geht

  • Grillgut erst auf den Rost legen, wenn die Kohle vollständig durchgeglüht ist. Ebenfalls Grillgut vom Rost nehmen, wenn Kohle nachgelegt wird.
  • Wenn Fett und Fleischsaft auf die glühenden Kohlen oder in die Glut tropfen, verbrennen sie und bilden Benzpyrene (krebserregende Substanzen), diese steigen mit dem entstehenden Rauch auf, der sich auf der Lebensmitteloberfläche niederschlägt. Deshalb Marinaden vom Grillgut abtropfen lassen bzw. antupfen oder das Grillgut auf Alu-Grillschalen legen.
  • Weiches und empfindliches Grillgut in geölte Alufolie wickeln oder auf Alu-Grillschalen legen.
  • Kein gepökeltes Fleisch oder Würste zum Grillen verwenden. Es enthält Nitirtpökelsalz, das durch sehr hohe Temperaturen zur Bildung gesundheitsgefährdender Nitrosamine führen kann.
  • Geräucherte Lebensmittel ebenfalls nicht grillen.
  • Beim Grillen von Fischen ist zu beachten, dass diese möglichst festes Fleisch haben, wie beispielsweise Lachs, Sardinen, Thunfisch oder Forellen. Fisch am besten auf Alu-Grillschalen oder in speziellen Fischzangen grillen.
  • Holz- oder Bambusspieße vor dem Grillen in Wasser einweichen, anschließend gut abtropfen lassen.
  • Für Marinaden nur hochwertiges und hoch erhitzbares Öl verwenden, wie Oliven- oder Erdnussöl.

Richtig grillen mit Holzkohle & Briketts

1. Wissenswertes über den Holzkohlegrill

Achten Sie beim Kauf auf das GS-Zeichen. Das bestätigt die gesicherte Funktionsfähigkeit Ihres Grills und wird von einer unabhängigen Prüfstelle verliehen. Der Grill muss standfest sein und den Rost sollten Sie in der Höhe regulieren können.

2. Wie heizen Sie den Grill an?

Ohne spezielle Anzündehilfen, werden Holzkohle oder die Briketts zu einem kleinen Türmchen aufgeschichtet. Darin wird der Grillanzünder verteilt. Benutzen Sie zum Anzünden immer lange Streichhölzer oder ein Stabfeuerzeug. Wenn die Grillanzünder verbrannt sind und die Kohle schon schöne Flammen wirft, verteilen diese zu einer gleichmäßigen Glutfläche.

3. Grillanzünder und Anzündehilfen

Die komfortable Luxusvariante ist zweifellos ein Anzündkamin. Dieser nutz den Kamineffekt und sorgt innerhalb von 15 bis 20 Minuten für eine gleichmäßige Glut. Dafür wird der zylinderförmige Kamin einfach mit Briketts oder Kohle befüllt und auf bereits brennende Grillnzünder im Griller gestellt. Die Sogwirkung zieht die Flammen der grillanzünder in den befüllten Kamin und sorgt für eine schnelle und gleichmäßige Glut. Anzündekamine gibt es bereits ab ca. 22.- EUR, achten Sie aber auf gute Qualität, da preiswerte Modelle oft rostanfällig sind und schnell unansehnlich werden.

Weitere geeignete Anzündehilfen bzw. Grillanzünder sind elektrische Grillanzünder, die im Prinzip wie ein Tauchsieder funktionieren. Nachteil: es wird ein Stromanschluss in der Nähe des Grillers benötigt. Auch Heißluftföhns oder Heißluftpistolen können eingesetzt werden, wenn es einmal besonders schnell gehen muss, allerdings ist darauf zu achten, dass sie der Kohle nicht zu nahe kommen, damit der Föhn durch die große Hitze nicht beschädigt wird und auch kein Funkenflug entsteht.

Ansonsten gibt es natürlich eine große Auswahl an festen, flüssigen oder gelförmigen Grillanzündern. Zu beachten ist dabei unbedingt die Gebrauchsanweisung, da viele Anzünder nicht nur aus Gesundheitsgründen, sondern auch aus Geschmacksgründen völlig abgebrannt sein müssen, bevor das Grillgut aufgelegt werden darf.

Es gibt im Handel mittlerweile aber auch eine erkleckliche Zahl umweltfreundlicher Alternativen, zum Beispiel aus Pinienholz, Hobelspänen, Kerzenwachs oder Sägemehl. Das gute alte Zeitungspapier ist allerdings nicht empfehlenswert, da die Papierasche im Laufe der Zeit aufwirbelt und dann am Grillfleisch landet. Absolut tabu sind brennbare „Grillbeschleuniger“ wie Spiritus, immer wieder passieren dadurch verheerende Unfälle mit schweren Brandverletzungen.

4. Eine gute Glut braucht viel Luft

Damit die beginnende Glut nicht gleich wieder im Keim erstickt, braucht sie jetzt genug Sauerstoff. Um den zuzuführen, kann man sich unterschiedlichster Mittel bedienen: Vom Handblasebalg über einen kleinen Ventilator, einen einfachen Fächer oder einen speziellen Fön, kann alles verwendet werden, Hauptsache, die Glut wird ordentlich und kontinuierlich belüftet. Geheimtipp: Radfußpumpen sollen sich hervorragend zum Belüften zweckentfremden lassen.

Wer es bei der perfekten Glut eilig hat, achtet beim Kauf des Grillers auf das Vorhandensein bodenseitigen Luftöffnungen, diese sorgen für einen Kamineffekt und belüften die Glut von unten. Achten Sie beim belüften in jedem Fall darauf, dass keine Asche oder Glut aus dem Grill geblasen wird damit es zu keiner Feuer- oder Verletzungsgefahr bei Herumstehenden kommt.

5. Wann ist die Glut perfekt zum Grillen?

Die optimale Betriebstemperatur erkennen Sie an weißen Kohlen bzw. Briketts mit feiner Ascheschicht, die glühen aber nicht mehr brennen. Erfahrene Grillmeister schaffen es, dass sich die Glut bereits nach zehn Minuten vom inneren Glutherd nach außen vorarbeitet. Dann ist der ideale Zeitpunkt gekommen um das Grillgut aufzulegen.

6. Alternativen zum Holzkohle-Grill

Wer bei schlechtem Wetter im Wohnzimmer bruzzeln will, sollte sich einen Elektro-Grill kaufen. Wem das Anfeuern des Holzkohle-Grills zu schwierig ist, kann auf einen Gas-Grill zurückgreifen. Das spezielle Brenner-System garantiert eine gleichmäßige Hitze auf dem Rost.

Achtung:

– Verwenden Sie niemals Brennspiritus, Terpentin oder Benzin, denn dabei können gefährliche Stichflammen entstehen.
– Stellen Sie den Grill möglichst windgeschützt auf, damit Asche und Glut nicht aufgewirbelt werden.

7. Wann wird das Fleisch auf den Grill gelegt?

Warten Sie bis die Kohle mit weißer Asche bedeckt ist. Das dauert bei Holzkohle je nach Anzündehilfe ca. 10 bis 30 Minuten, bei Holzkohlebriketts sogar bis zu 60 Minuten. Erst dann sind alle krebserregenden Substanzen der Kohle und des Grillanzünders verbrannt.

8. Ist Grillen gesundheitsschädlich?

Krebserregende Substanzen entstehen auch dann, wenn Fett in die Glut tropft. Das können Sie verhindern, indem Sie kein zu fettes Fleisch benutzen oder Aluminium-Schalen als Unterlagen, damit kein Fett auf die Glut tropft. Verbrannte Stellen schneiden Sie besser ab.

Richtig grillen mit Gasgrill

Obwohl Grillen mit Holzkohle oder Briketts nach wie vor die beliebteste Grillform ist, laufen Gasgriller der klassischen Variante zusehends den Rang ab. Und das nicht ohne Grund, denn gasbetriebene Griller werden schnell heiß und das Essen kann zudem über mehrere mehrere Stunden hinweg aufgelegt werden. Spezielle Anzündehilfen entfallen und die Rauchentwicklung fällt wesentlich geringer aus als beim Grillen mit Kohle oder Briketts.

Zusätzlich ist natürlich auch beim Gasgriller die Möglichkeit gegeben zwischen direktem und indirektem Grillen zu wählen.

Bei der Wahl des Gases gilt folgendes zu berücksichtigen: grundsätzlich eignen sich sowohl Butangas als auch Propangas für Gasgriller, allerdings verflüssigt sich Butangas bereits bei knapp unter 0 Grad, sodass es nicht mehr verwendet werden kann, während Propangas erst bei etwa -40 Grad Celsius flüssig wird und daher auch für den Einsatz im Winter in Frage kommt.

Zuletzt muss fairerweise darauf hingewiesen werden, dass es zwischen Gasgrill und Kohlegrill geschmackliche Unterschiede gibt, da der Rauchgeschmack beim Gasgrill üblichrweise wegfällt (außer es werden spezielle Räucherchips verwendet). Die Zubereitung auf glatten Grillflächen von Gasgrillern ähnelt vom Prinzip her stark jener von elektrischen Grillplatten aus der Gastronomie- und Imbisstechnik.

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

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