Heilpflanze Preiselbeere

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Heilpflanze Preiselbeere

Die Preiselbeere ist ein besonders wertvolles Heil- und Nahrungsmittel. Bereits im 12. Jahrhundert empfahl Hildegard von Bingen die Anwendung der Preiselbeere als Heilpflanze bei schmerzhaftem, verstopftem Monatsfluss der Frau. Ihr hoher Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und ihr hoher Anthocyan-Gehalt machen die Pflanze zu einer wahren Kraftpflanze. Preiselbeeren werden nicht nur roh genossen, sie werden in Form von Tees, Säften, als aufgelöste Granulate und sogar als Zutat in Backwaren und Mehlspeisen verzehrt.

Die Preiselbeere aus der Familie der Heidelbeere

Die rote Preiselbeere oder Kronsbeere (die Kulturpreiselbeere hingegen bezeichnet keine Preiselbeere, sondern die Großfrüchtige Moosbeere, auch unter dem englischen Begriff „Cranberry“ bekannt, gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae), sowie zur Gattung der Heidelbeere. Sie wächst und gedeiht in ganz Europa und wird seit langem sowohl in der Küche als auch in der Volksheilkunde als schmackhafte, vitaminreiche und heilsame Frucht geschätzt. Der 10 bis 30 Zentimeter hoch wachsende, immergrüne Zwergstrauch, blüht von Mai bis Ende Juni. Mit seinen glockenförmigen, weißen bis rosafarbenen Blüten verwandelt er dabei jeden Waldboden in einen Blumenteppich.

Die kugeligen, anfangs weißen, dann scharlachroten glänzenden Beeren können von August bis Oktober gesammelt werden.

Kauft man die Beeren im Supermarkt, darf man sich über ihren hohen Preis nicht wundern. Echte Preiselbeeren sind reine Wildfrüchte und gedeihen daher nur an natürlichen Standorten.

Hauptsächlich findet man den Strauch in trockenen Nadel- und Gebirgswäldern, auf sandigen, kieseligen Böden und besonders im Gebirge. Die Beeren sind herb-säuerlich im Geschmack und haben ein helles, knackig-festes Fruchtfleisch.

Sie werden weit verbreitet als Lebensmittel in Form von Marmeladen, Gelees und Säften verwendet.

Heilpflanze

Die Cranberry ist schon seit langem fester Bestandteil der US-Volksheilkunde. Schon seit 1914 wussten die Wissenschaftler und Ärzte Nordamerikas um die gute Wirksamkeit und Prävention der Cranberry bei Blasenentzündungen Bescheid. Die indianischen Ureinwohner Nordamerikas verwendeten sie als Mittel gegen Erkältungen, wuschen Wunden mit dem Saft der Amerikanischen Preiselbeere (Cranberry) und legten in Preiselbeeren getränkte Umschläge auf, um das Gift aus Pfeilwunden zu ziehen. Auch heute noch gilt in Nordamerika Hühnersuppe mit etwas Preiselbeersaft als bekanntes Hausmittel gegen Erkältungen und Blasenentzündungen.

Heilpflanzentherapie: Heil- und Wirkstoffe

Die Heil- und Wirkstoffe der Preiselbeere befinden sich in den Blättern (sie enthalten Arbutin, welches für die harndesinfizierende Wirkung verantwortlich ist, Ericolin und Gerbstoff) und in den Beeren (sie enthalten Apfel-, Zitronen-, Oxal- und Bernsteinsäure, Gerbstoff, Zucker, Pektin und nicht zuletzt Vitamin A, B und C). Blätter und Saft der Preiselbeere sind vor allem wirksames Heilmittel bei Harnwegsentzündungen. Vor allem bei chronischen Infekten hat die Heilpflanze einen wesentlichen Vorteil gegenüber Antibiotika, da die Nebenwirkungen gering sind und die Darmflora nicht geschädigt wird.

Die Anwendung der Heilpflanze verspricht eine hohe Wirksamkeit (da der Anteil an Arbutin in den Blättern groß ist), dennoch sollte man für eine optimale Wirkung während der Therapie auf basenbildende Kost (viel Obst und Gemüse, Kräutertees) achten. Weiters soll die Heilpflanze den Cholesterinspiegel senken und bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen nützlich sein.

Preiselbeertee

Preiselbeertee wirkt hervorragend zur Behandlung von Erkrankungen der Blase, wie Blasenkrampf, chronischem Blasenkatarrh, schmerzhafter Harnentleerung, Harnleiterschmerzen, Bettnässen und Entzündung des Nierenbeckens.

Für den Tee wird ein Teelöffel des getrockneten Krauts mit ¼ Liter kochendem Wasser übergossen und abgedeckt zehn Minuten ziehen gelassen. Mediziner empfehlen, täglich bis zu 10 Tassen Preiselbeerblättertee zu trinken. Aus den Blättern der Preiselbeere lässt sich weiters ein wirksames Hustenmittel herstellen. Zudem fördern Preiselbeeren den Appetit und regulieren zu häufigen oder zu starken Stuhlgang.

Preiselbeersaft

Der Saft der Preiselbeere wirkt harntreibend und ist reich an Vitamin A, B, C. Zudem beugt der regelmäßige Konsum von Preiselbeersaft Harnwegsinfektionen vor und wirkt antibakteriell. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Beeren den Transport der Bakterien von der Blase in den Harn fördern und das Anhaften der Bakterien an der Blasenschleimhaut verhindern. Somit kann drohenden Infektionen vorgebeugt werden.

Durch die Bakterienhemmung verbessern sich die Reizblasenbeschwerden, Dranginkontinenz, Schleimhautschädigungen und chronische Infekte. Durch die gute Verträglichkeit eignet sich der Saft optimal zur Langzeitvorbeugung, bei regelmäßigen, wiederkehrenden Harnwegsinfektionen und reduziert den Antibiotikaverbrauch. Gekühlter Preiselbeersaft eignet sich gut bei fiebrigen Erkrankungen.

Weiters wirkt der Saft besonders nervenberuhigend, weshalb sich die Frucht vor allem für wetterfühlige Menschen empfiehlt.

Preiselbeer-Trinkgranulat

In der Drogerie und in der Apotheke kann man ein hochkonzentriertes Preiselbeer- Trinkgranulat kaufen, welches aus frischen, handverlesenen Preiselbeeren hergestellt wird. Das in praktischen Portionensachets erhältliche Granulat ist einfach in der Anwendung und angenehm im Geschmack.

[nipete]

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Quellen:

– Zilliken M.: Mohn. In. Lexikon der Gewürze, Komet Verlag GmbH, Köln, 172-175
– Goiser R.: (2007): Graues Gold. In. Gesund Leben + wohl fühlen.

Linktipps

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